Hofewiese






Die Hofewiese, auf Langebrücker Flur inmitten der Heide gelegen, wurde 1547 erstmals urkundlich erwähnt. Der Name leitet sich von einer Wiese im Heidegebiet ab, deren Heu zur Wildfütterung des kurfürstlichen Jagdreviers genutzt wurde. Solche Wiesen befanden sich früher auch in anderen Teilen der Heide, woran noch der Flurname Ullersdorfer Hofewiese erinnert. Ihre Verwaltung oblag ab 1593 dem Ostravorwerk, weshalb die Hofewiese früher auch Vorwerkswiese genannt wurde. Vermutlich gab es an dieser Stelle bereits um 1560 zwei Scheunen zur Lagerung des Heus. Dieses musste von den Langebrücker und Klotzscher Bauern geschnitten und bei Bedarf nach Dresden gebracht werden. 1724 hatte die Hofewiese einen Umfang von 4.720 Schritten, was ungefähr 4,7 km entspricht. Neben dem Ostravorwerk durften auch die Langebrücker Förster Teile der Wiesen für ihre Zwecke nutzen.

Bereits im 16. Jahrhundert entstand an der Langebrücker Hofewiese ein einfaches Gebäude, welches am 21. Juli 1804 vom sächsischen Kabinettsminister Graf Camillo Marcolini in Besitz genommen und durch einen Neubau ersetzt wurde. Außerdem erwarb Marcolini einige Randflächen und ließ das gesamte Terrain mit Sandsteinsäulen einfassen. Die bis heute zum Großteil erhaltenen Säulen weisen durch ihre Inschrift C. M., die Jahreszahl 1804 und den Kurschwertern noch auf diese Aktion hin.

1828 kaufte König Anton die Hofewiese wieder zurück und nutzte sie zeitweise zur Fohlenzucht sowie als Futterstelle der königlichen Marstallpferde. Das Haus diente nun als Wohnsitz des Wiesenvogtes und erhielt erst 1877 die Schankkonzession. Bereits 1873 war in der Hofewiese der erste Dresdner Reitsportverein gegründet worden. Schnell entwickelte sich die “Hofewiese” zum beliebten Rastplatz für die Heidewanderer. 1935 erfolgte deshalb nochmals eine Erweiterung des Gebäudes, welches mit wertvollen Jagdtrophäen und historischen Gemälden ausgestattet wurde (Foto). Neben einem Stich Canalettos wurden hier einige Bilder des Langebrücker Kunstmalers Karl Hanns Taeger aufgehängt.

Die historische Gaststätte blieb auch nach 1945 noch bis 1960 in Privatbesitz, wurde dann jedoch von der HO übernommen. In der Nachkriegszeit dienten die Räumlichkeiten zeitweise als FDJ-Jugendschule für Lehrgänge und politische Schulungen. Da jedoch bauliche Erhaltungsmaßnahmen unterblieben, musste der Gaststättenbetrieb 1985 eingestellt werden. Lediglich ein Kiosk blieb für die Besucher geöffnet.

Nach 1990 entwickelte sich ein komplizierter Eigentumsstreit zwischen der Stadt Dresden und der Gemeinde Langebrück. 1992 konnte die Gaststätte an einen Pächter übertragen werden, der erste Sanierungsarbeiten begann und 1993 die Hofewiese wieder eröffnete. Da jedoch für umfangreiche Arbeiten die Mittel fehlten, musste das Lokal wegen seines schlechten Bauzustandes Ende 2000 erneut geschlossen werden und steht gegenwärtig leer. Für Aufsehen sorgte die Sicherstellung der historischen Bilder aus der Gaststube kurz vor Schließung der Hofewiese.

 

  Feinste Christollen

 


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