Die Prießnitz ist größter Bach der Dresdner Heide und führt ca. 24 km durch das Waldgebiet und die Äußere Neustadt, bevor sie in die Elbe mündet. Ihre Quelle hat sie im Rossendorfer Teich in 281 m Höhe. Der
Name stammt vom slawischen Wort “breza” und bedeutet übersetzt “Birkenwasser”. Der Prießnitzgrund gehört zu den schönsten Tälern in der Dresdner Heide und wird auch von einem Wanderweg genutzt. Insgesamt nimmt der Bach
35 kleinere Gewässer auf, von denen einige jedoch nur zeitweise Wasser führend sind. Im 16.-18. Jahrhundert fanden im Prießnitzgrund erfolglose Bergbauversuche statt, an die noch ein vermauertes Stollenloch in der Nähe
der Kellerbrücke erinnert. Dieser 1547 als Grube “Wille Gottes am Silberwasser” erwähnte Silberstollen wurde mangels Funden jedoch bereits nach kurzer Zeit wieder geschlossen. 1769/70 betrieb der Unternehmer Traugott
Starke im Prießnitzgrund sogar eine Goldwäsche. Auch für die Fischzucht wurde der Bach genutzt. Reste eines Aufzuchtbeckens befinden sich am Waldbad Klotzsche. Noch bis in die Nachkriegszeit nutzte ein Fischgeschäft auf
der Wolgaster Straße dieses Becken zur Lagerung von Frischfisch. Kurz vor Eintritt in die Dresdner Heide befindet sich an der Prießnitz die Ullersdorfer Todmühle, die ihren Namen nach dem früheren Brauch des
Todaustreibens erhielt. Später wurde die Mühle zur Ausflugsgaststätte umgebaut. Unweit davon erinnern die Mühlbrücke, der Mühlsteig und der Mühlbruch an den früheren Standort der Heidemühle. 1841 wurde sie im
Zusammenhang mit dem Neubau der Radeberger Landstraße an ihren jetzigen Standort wenige Kilometer flussabwärts verlegt. Diese neue Heidemühle wurde ebenfalls als Wassermühle gebaut, ab 1903 als Gaststätte und zuletzt bis 1990 als Betriebsferienheim genutzt. Derzeit gibt es Bestrebungen, hier wieder eine Ausflugsgaststätte einzurichten. Auf dem Gelände der Heidemühle speist der Bach ein in den 70er Jahren angelegtes kleines Freibad.
Jenseits der Radeberger Straße setzt der Bach seinen Weg in nordwestlicher Richtung fort. Mehrere historische Steinbrücken überqueren die Prießnitz, die zum Teil bereits aus dem 16. Jahrhundert stammen und in den
letzten Jahren saniert wurden. Erwähnenswert sind die Kuhschwanzbrücke und die Todbrücke in der Nähe des Waldbades Klotzsche. Auch dieses derzeit geschlossene Bad
wird mit Prießnitzwasser betrieben. Kurz zuvor bildet der Fluß den unter Naturschutz stehenden Prießnitzwasserfall. Die Erhebung oberhalb des Wasserfalls ist in alten Karten als “Burgstadel” eingetragen und war Standort
einer frühdeutschen Befestigungsanlage. 1671 ist in ihrer Nähe eine heute verschwundene Brettschneidemühle erwähnt, deren genauer Standort jedoch nicht mehr lokalisierbar ist. Unweit des Prießnitzwasserfalles gab es
zwischen 1769 und 1771 das Silberbergwerk “Morgenstern Erbstollen”, welches vom kurfürstlichen Kammerschreiber Anton Reyssig betrieben wurde. Da die u.a. von Kurfürstin Maria Antonia unterstützten Bergbauversuche
erfolglos blieben, ersuchte Reyssig um Erlaubnis, an dieser Stelle einen Ausschank zu betreiben, was ihm jedoch verwehrt blieb. Nach Streitigkeiten mit dem Bergamt und einigen Geschäftspartnern mussten alle
Abbauversuche Anfang 1771 eingestellt werden.
Am Waldbad wechselt der Bach seine Richtung und fließt nun nach Süden zur Elbe. Der untere Prießnitzgrund war nach 1873 Standort von Bunkern und Pulvermagazinen der Albertstadt, die jedoch nach 1918 beseitigt werden mussten. In diesem Bereich bildet die Prießnitz
die östliche Grenze dieses früheren Militärbezirkes. An der Stauffenbergallee überspannt eine 23 m hohe und 75 m lange Bogenbrücke (Foto) den
Prießnitzgrund. Diese wurde 1873/76 für die Heerstraße der Albertstadt errichtet und früher Carolabrücke genannt.
Nach Verlassen der Albertstadt durchquert der Fluß das dichtbebaute Wohngebiet der Äußeren Neustadt und fließt
zum Teil direkt durch die Hinterhöfe der Häuser an der Prießnitzstraße. In diesem Viertel befand sich zwischen 1831
und 1875 das “Prießnitzbad” mit einem beliebten Gartenlokal (Bischofswerdaer Str. 1). Nachdem die Prießnitz in der
Nähe des Diakonissenkrankenhauses die Bautzner Straße erreicht hat mündet sie wenige Schritte unterhalb der Holzhofgasse in die Elbe.
Obwohl der Fluss normalerweise relativ wenig Wasser führt, kann die Prießnitz nach starken Regenzeiten erheblich
anschwellen, was sich zuletzt beim schweren Hochwasser im August 2002 zeigte, bei dem die Prießnitz Teile der Neustadt überflutete. Schwere Schäden im Prießnitzgrund sind auch aus den Jahren 1854, 1876, 1897 und 1926
bekannt, als die Fluten Brücken beschädigten und das Waldbad Klotzsche in Mitleidenschaft zogen. |