Die Gemeinde Loschwitz entwickelte sich aus einem Rundweiler unmittelbar am Elbufer und
ist mit ca. 350 Hektar einer der flächenmäßig größten Stadtteile Dresdens. Neben dem eigentlichen Dorfkern gehören auch die Elbhänge bis zur Bautzner Landstraße, der
Loschwitzgrund bis in Höhe Ulrichstraße und Fluren entlang der Pillnitzer Landstraße dazu. Der Ort wurde 1315 als Loscuicz urkundlich erwähnt, war jedoch bereits zuvor besiedelt.
Neuere Quellen weisen auf eine Ersterwähnung des Dorfes in einer Tauschurkunde des Bischofs von Meißen vom 18. Oktober 1227 hin. An Stelle der späteren Gaststätte Burgberg befand sich im 11./12. Jahrhundert eine slawische Wallanlage, von der jedoch keine Spuren
mehr zu sehen sind. Der Ortsname wurde vermutlich vom Ortsgründer Lozek abgeleitet, könnte aber auch auf das slawische Wort Loziza = Weinstock bzw. Leska = Haselnußstrauch zurückgehen.
Loschwitz bestand früher aus drei Gemeindeteilen, von denen der Dorfkern an der heutigen Friedrich-Wieck-Straße der älteste ist (Foto). Neben dieser Ratsgemeinde,
die dem Rat der Stadt Dresden bzw. dem Maternihospital gehörte, existierte noch die dem Justizamt unterstehende Amtsgemeinde entlang der Grundstraße sowie die Winzergemeinde, die die verstreuten Weinbergsgrundstücke an den Elbhängen
umfasste. Hinzu kamen sechs weitere Grundstücke, die zum Rittergut Wachwitz gehörten. Die komplizierten Besitzverhältnisse erschwerten die Herausbildung einer
einheitlichen Gemeindeverwaltung, die erst nach dem Zusammenschluss der drei Ortsteile im Zuge der sächsischen Landgemeindeordnung von 1838 erfolgte. Anteile an den Loschwitzer Weinbergen besaßen u. a. das Dresdner
Maternihospital, das Augustinerkloster in der Neustadt und die Pirnaer Stadtkirche. Später kamen die meisten Flächen
in den Besitz wohlhabender Dresdner Bürger und Adliger, die hier ihren Sommerwohnsitz nahmen. Zu diesen gehörten
der Kreuzkantor Heinrich Schütz, der Oberlandbaumeister Wolf Kaspar von Klengel und der Goldschmied Melchior
Dinglinger. 1785 erwarb auch die Familie Körner ein Weinberggrundstück in Loschwitz, in dem zeitweise Friedrich Schiller weilte und hier an seinem “Don Carlos” schreib
Die Bewohner im Dorf lebten hingegen vorrangig von der Elbe und verdienten ihren
Lebensunterhalt als Fischer und Elbschiffer. Der Ackerbau blieb unbedeutend, da Loschwitz nur zwei Bauerngüter besaß. Die übrigen Einwohner des Ortes waren arme
Häusler, die ihre Wohnungen in den Weinbergen bzw. im unteren Teil der Grundstraße hatten. Meist betrieben diese neben Wein- auch etwas Obst- und Gartenbau bzw. führten
kleinere handwerkliche Arbeiten aus. 20 von ihnen waren nebenberuflich als Jagdhelfer des Kurfürsten beschäftigt und wurden deshalb die “Zwanziger” genannt. An sie erinnert
noch die Zwanzigerstraße im Stadtteil Weißer Hirsch. Außerdem existierten in Loschwitz einige Mühlen an der heutigen Grundstraße, die vom Loschwitzer Dorfbach “Trille”
angetrieben wurden. Schwer betroffen war das Dorf durch die häufig auftretenden Elbehochfluten, aber auch durch
kriegerische Ereignisse. Am 25. Juni 1639 brannten schwedische Soldaten fast alle Gebäude nieder. Zerstörungen gab
es aber auch im Siebenjährigen Krieg und durch Napoleons Truppen im Jahr 1813. Hochwasserkatastrophen sind in den Chroniken u.a. für 1501, 1530, 1655, 1784, 1799, 1845, 1890 und zuletzt 2002 verzeichnet.
“...besonders erbarmungswürdig anzusehen war es, als des Morgens ein Schiff aus der
Gegend von Schandau mit zwei darauf befindlichen und um Hülfe flehenden Schiffsleuten in den wüthenden Eisschollen mit ankam... Die Wut des Stromes traf 43 Einwohner. Davon litten 24 mehr
oder minder großen Schaden an Gebäuden, 2 Häuser wurden fast völlig ruiniert.”Aus alten Loschwitzer Aufzeichnungen von 1799 |
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Mit Beginn des 19. Jahrhunderts entwickelte sich das frühere Winzer- und Fischerdorf zunehmend zum Ausflugsort,
was zur Gründung zahlreicher kleiner Weinschänken und Gastwirtschaften führte. Vor allem Künstler fühlten sich von
der Atmosphäre des Ortes angezogen. So verbrachten u.a. die Maler Gerhard von Kügelgen und Ludwig Richter viele
Sommer ihres Lebens in Loschwitz. Hinzu kamen Tagesbesucher aus der nahen Residenzstadt sowie deren Gäste aus
aller Welt. Gefördert wurde diese Entwicklung durch die Einrichtung einer Schiffsanlegestelle im Jahr 1851 und den Einsatz leistungsstärkerer Dampfboote für die bereits 1556 erstmals erwähnte Elbfähre. Foto: Blick vom Blasewitzer Elbufer auf die Loschwitzer Elbhänge um 1920
Einhergehend mit dieser Enwicklung und der Bildung der Gemeinde Loschwitz um 1839 veränderte sich auch die Sozialstruktur des Dorfes. Die vorhandenen Weinberge wurden Mitte des 19. Jahrhunderts wegen des Rückgangs der
Erträge zum Großteil parzelliert und mit villenartigen Landhäusern bebaut. Kurz zuvor hatte der Dresdner Rat den im
Besitz des Maternihospitals befindlichen Weinberg in der Nähe der Kirche veräußert. Heute erinnern nur noch Reste
alter Weinbergsmauern, Treppen und Weinspaliere an einigen Häusern an den früher wichtigsten Wirtschaftszweig, der
mit dem Auftreten der Reblaus 1887 endgültig zum Erliegen kam. Dank dem aus Loschwitz stammenden Pionier der Fotografie August Kotzsch sind bis heute viele Aufnahmen aus dieser Zeit erhalten geblieben. Auch im östlichen Ortsteil veränderte sich das Bild. Auf dem früheren Weinberg des Grafen
Findlater entstanden ab 1850 die drei “Albrechtsschlösser” für den preußischen Prinzen
Albrecht und zwei seiner Kammerherren. Die Gebäude dominieren bis heute das Panorama dieses Elbeabschnitts und gehören neben dem Blauen Wunder zu den Wahrzeichen von Loschwitz
. Am nahegelegenen Schotengrund besaß einst die bekannte Verlegerfamilie Brockhaus ein Grundstück. Unweit davon befindet sich seit 1870 das Wasserwerk Saloppe, benannt nach einer 1945 zerstörten Ausflugsgaststätte am Elbhang.
Foto: Schloss Albrechtsberg
Der Aufschwung des Ortes führte gegen Ende des 19. Jahrhunderts zu Eingriffen in die überkommene Bausubstanz. Teile des Dorfkerns mussten 1893 dem Bau der Elbbrücke “Blaues Wunder” weichen. Weitere Gebäude fielen der
kompletten Umgestaltung des Körnerplatzes im Stil der Gründerzeit zum Opfer. Für bessere Verkehrsverbindungen
sorgte nicht nur der Bau der Straßenbahnlinie nach Pillnitz, sondern auch die Anlage der beiden Bergbahnen zum Weißen Hirsch (1895) und nach Oberloschwitz (1901). An ihren Kopfstationen entstanden beliebte Gaststätten wie der Luisenhof und die heute nicht mehr vorhandene Loschwitzhöhe. Trotz des heftigen Widerstandes der Einwohner wurde
Loschwitz am 1. April 1921 nach Dresden eingemeindet. Foto: altes und neues Loschwitz um 1930: Blick von der Grundstraße zum Luisenhof
Auch dieser Stadtteil blieb nicht von den Zerstörungen des Luftangriffs 1945 verschont. Neben mehreren Wohnhäusern fielen die Körnerschule und die gegenüberliegende Kirche den Bomben zum Opfer. Die Sprengung des Blauen
Wunders wurde durch mutige Dresdner in den letzten Kriegstagen verhindert, so dass sich in Loschwitz zeitweise der
einzige erhaltene Elbübergang im Stadtgebiet befand. Die Nachkriegszeit führte zu einem Verfall der erhaltenen
Bausubstanz und zur Schließung zahlreicher Loschwitzer Gaststätten. So wurden der 1945 zerstörte Gasthof Burgberg sowie die 1967 wegen Baufälligkeit geschlossene Loschwitzhöhe abgerissen. Auch das Elbe-Hotel am Dorfplatz musste
1979 baubedingt schließen und stand bis zu seiner Rekonstruktion 2006 in ruinösem Zustand leer.
Nach 1990 gelang es, einen Großteil der historischen Gebäude in Loschwitz zu sanieren. So wurden die Gründerzeithäuser rund um den Körnerplatz restauriert, ebenso wie viele
denkmalgeschützte Häuser im alten Dorfkern (Foto) und am Elbhang. Moderne Wohnparks entstanden mit dem Augustuspark und den Loschwitz-Arkaden in der Nähe der Pillnitzer Landstraße. Dank privater Initiative und Spenden aus ganz Deutschland
konnte 1991-94 die zerstörte Loschwitzer Kirche wiederaufgebaut werden. Aus dieser Bürgerinitiative ging auch das mittlerweile traditionelle Elbhangfest hervor, welches zu den
größten Dresdner Volksfesten gehört und alljährlich im Juni begangen wird.
Rathaus Loschwitz: Das frühere Loschwitzer Rathaus entstand 1859 als Gaststätte “Unterer Burgberg” an der Einmündung der Grundstraße in den Körnerplatz (im Foto rechts). Die
Gemeindeverwaltung nutzte zu diesem Zeitpunkt ein Bauernhaus im alten Dorfkern an der Friedrich-Wieck-Straße. 1883 bezogen die Gemeinderäte die Räume über
der Gaststätte, die unter dem Namen “Loschwitzer Ratskeller” noch bis in die 1970er Jahre existierte. Ein weiteres Lokal entstand mit dem “Bräustübel” im vorderen Teil des Grundstücks (ganz links)
. Hier befanden sich zuvor die Diensträume der Loschwitzer Ortspolizei mit drei Arrestzellen. Später wurde der kleine Bau u.a. als Zeitungskiosk und “Stadtcafé” genutzt, 1978 jedoch wegen Baufälligkeit geschlossen.
Ab 1903 gehörten auch die angrenzenden Grundstücke Grundstraße 1 und 3 zum Rathauskomplex. Hier befanden sich
u.a. die Prüfstation und die Rohrmeisterei des Wasserwerkes, die Steuer- und Wasserzinshebestelle, das Loschwitzer
Einwohnermeldeamt und die Brückenverwaltung für das “Blaue Wunder”. Weitere kommunale Behörden folgten bis zur
Eingemeindung des Ortes 1921. Danach übernahmen städtische Dienststellen wie das Stadtsteueramt, die Kreisstelle
des Fürsorgeamtes und die Spar- und Girokasse die Räume. Zeitweise gab es hier auch eine Polizeidienststelle. Beim Luftangriff auf Dresden wurde
das zum Rathaus gehörende Nebengebäude Grundstraße 1 schwer beschädigt. In den 50er Jahren entstand an seiner Stelle eine Trafostation sowie eine Buswartehalle mit öffentlichen Toiletten und einem
Zeitungskiosk. Grundstraße Nr. 3 wurde bis 1989 u.a. von der Wohnbezirksparteiorganisation der SED genutzt. Das
frühere Rathaus selbst diente noch bis 1975 als Gaststätte und Wohnhaus, danach noch einige Jahre als Lagerraum. Eine geplante Rekonstruktion der Gebäude durch eine Handwerker-PGH scheiterte am Materialmangel in der DDR.
Das stark verfallene frühere Rathaus wurde 1994 zugunsten des Ortsamtes Loschwitz abgetragen.
Auch die Häuser Grundstraße 1 und 3 mussten dem Bauvorhaben weichen. Der moderne Neubau nach Plänen des Architektenbüros Hentrich und Partner KG stieß wegen seiner architektonischen
Gestaltung auf heftige Kritik seitens der Bevölkerung. Heute befinden sich hier u.a. Räume für den Ortsbeirat Loschwitz, verschiedene städtische Dienststellen und eine Filiale der Sparkasse. An das
alte Rathaus erinnert noch das in den letzten Jahren sanierte und wieder gastronomisch genutzte “Bräustübel” am Körnerplatz unmittelbar neben der Talstation der Standseilbahn (Foto). An der
Fassade befindet sich ein in den Zwanziger Jahren entstandenes Wandbild, welches einen Bier trinkenden Ritter auf seinem Pferd zeigt. Das in der Nachkriegszeit entfernte Gemälde konnte 2004 nach historischen
Vorlagen rekonstruiert werden.
Foto: Das Loschwitzer Ortsamt an Stelle des früheren Rathauses Schulen in Loschwitz: Dorfschule:
Loschwitz war früher als Schulort für die umliegenden Dörfer von Bedeutung. Bereits 1668 wurde die hiesige Dorfschule erstmals erwähnt, die zu diesem Zeitpunkt auch von den Kindern aus Wachwitz und vom Weißen
Hirsch besucht wurde. Beide Gemeinden errichteten erst im 19. Jahrhundert eigene Schulhäuser. Der Unterricht in
Loschwitz fand zunächst in wechselnden Bauernstuben, später im alten Pfarrhaus am Dorfplatz statt, welches 1892 dem
Bau des Blauen Wunders weichen musste. Bereits 1710 wurde die Schule jedoch in einen Neubau zur Pillnitzer Landstraße 8 verlegt. Mehrfach erweitert, diente dieses Haus bis 1886 seinem Zweck. Nach Verlegung der
Klassenräume wurde das Gebäude als Wohnhaus, öffentliche Bücherei und zwischen 1904 und 1909 von der Höheren Bürgerschule genutzt. Zwischen 1934 und 1948 hatte hier auch das Loschwitzer Ortsmuseum sein Domizil. Heute
befinden sich in diesem Gebäude Wohnungen, die Pfarramtskanzlei und ein Naturkostladen. Körnerschule: Trotz der erfolgten Umbauten genügte die alte Schule gegen Ende des 19. Jahrhunderts nicht mehr den Anforderungen. Gegenüber der Kirche erbaute die Gemeinde
Loschwitz deshalb 1886 ein neues Schulgebäude, welches am 18. April 1887 eingeweiht werden konnte. Der dreistöckige Schulbau im Stil der Gründerzeit (Foto) besaß neben den
Klassenräumen auch eine eigene Turnhalle und trug seit 1919 den Namen Körnerschule. Das Gebäude brannte beim Luftangriff 1945 aus und wurde in den 50er Jahren abgerissen.
Heute befindet sich an dieser Stelle eine Grünfläche.
Schillerschule:
Als viertes Schulhaus des Ortes errichtete die Gemeinde 1909 die Schillerschule (Foto). Architekt des mit modernen Fachkabinetten, Aula und Bibliothek
ausgestatteten Gebäudes war der Loschwitzer Professor Georg Schramm. Zunächst als Höhere Bürgerschule genutzt, wurde diese Schule nach der Eingemeindung des Ortes
1921 zur 62. Volksschule umgewandelt, behielt jedoch gleichzeitig ihren alten Namen. Die spätere 62. POS “Friedrich Schiller” wird heute als Grund- und Mittelschule
weitergeführt. Ende der 90er Jahre erfolgte eine umfassende Sanierung des Gebäudes. Ein 1913 von Georg Schwenk aus Loschwitz geschaffenes Wandbild in der Aula wurde in den 50er Jahren übermalt,
konnte jedoch 2003 restauriert werden. Das Gemälde stellt “Die Erziehung der Jugend im Geiste Schillers” dar.
Neue Grundschule:
Um den gewachsenen Schülerzahlen im Raum Loschwitz Rechnung zu tragen, soll in den kommenden Monaten auf dem Grundstück der ehemaligen Straßenmeisterei an der Winzerstraße eine neue
Grundschule entstehen. Die Grundsteinlegung erfolgte am 24. Juni 2009, die Fertigstellung ist im Herbst 2010 geplant.. Ortsmuseum Loschwitz: Im Jahr 1882 gründeten heimatkundlich interessierte Loschwitzer einen Ortsverein, der sich der Pflege regionalen
Brauchtums und der Bewahrung von Zeugnissen der Ortsgeschichte verschrieb. 1902 richtete dieser Verein ein
Ortsmuseum ein, welches ab 1934 im alten Schulhaus an der Pillnitzer Landstraße 8 auch der Öffenlichkeit zugänglich
war. Zu den Beständen gehörten u. a. kirchen- und gemeindeamtliche Dokumente, Chroniken und Fotos. 1948 wurde
der Ortsverein Loschwitz per Verfügung aufgelöst, so dass auch das Museum schließen mußte. Die Bestände befinden sich heute zum größten Teil im Dresdner Stadtmuseum. Postamt:
Noch bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts oblag der gesamte Postverkehr des Ortes und seiner Nachbargemeinden den
Postboten, welche - ohne festen Standort - in den Dörfern zu Fuß unterwegs waren und postalische Dienstleistungen anboten. Erst
1857 erhielt Loschwitz sein erstes eigenes Postamt, welches sich zunächst in einem heute nicht mehr bestehenden Haus an der Brückenstraße befand. Dieses war auch für die Versorgung von Blasewitz, Bühlau, Quohren,
Nieder- und Oberrochwitz, Wachwitz, Pappritz und des Weißen Hirsch verantwortlich. Auch das wenig später eingeweihte zweite Postgebäude an der Friedrich-Wieck-Straße 1 ist nicht mehr erhalten. 1885
wurde die Post zur Schillerstraße, wenige Jahre später in die Villa Pillnitzer Landstraße 14 verlegt. Diese Villa, die sich
unmittelbar neben der Körnerschule befand, fiel 1945 den Bomben zum Opfer. Zu diesem Zeitpunkt befand sich das Postamt aber bereits in einem anderen Gebäude, welches für diesen Zweck 1912 an der Pillnitzer Landstraße 30
errichtet worden war. Hier hat die auch für die Nachbarorte zuständige Post bis heute ihren Sitz. Elbebad: Das Loschwitzer Elbebad entstand wie die meisten Bäder
seiner Ende des 19. Jahrhunderts und befand sich im Besitz der Elbfischerfamilie Höhle. Die Familie gehörte zu den ältesten im Ort und ist bereits vor 1600 in den Urkunden
verzeichnet. Da die Fischerei den Lebensunterhalt allein kaum deckte, entschloss man sich, als Nebenerwerb eine
Schwimm- und Badeanstalt am Elbufer zu errichten. Zu den Besuchern des stadtbekannten Bades gehörten auch die
sächsischen Prinzen, welche hier das Schwimmen erlernten. 1936 wurde das Elbebad an die Stadt Dresden verkauft.
Beim Luftangriff 1945 wurde es im Winterquartier im Loschwitzer Hafen schwer beschädigt und im September 1947 als letztes Elbebad im Stadtgebiet endgültig geschlossen.
Loschwitzer Nachrichten
22. Juli 2010:
Neue Planungen für das “Elbe-Hotel” sehen den Umbau des Gebäudes zum Bürohaus vor. Die ursprünglich vorgesehene Wiederherstellung des Ballsaales ist damit vom Tisch. Lediglich im Erdgeschoss soll sich auch künftig eine Gaststätte befinden. Die bereits vor zehn Jahren begonnenen Rekonstruktionsarbeiten ruhen bereits seit längerem.
2. Juli 2010:
Das seit mehreren Monaten geschlossene “Bräustübl” am Körnerplatz hat einen neuen Betreiber. Nach umgangreichen Umbauarbeiten hat die kleine Gaststätte ab sofort wieder geöffnet.
24. Juni 2010:
Ab sofort ist eine neue Broschüre zu Loschwitz erhältlich. Das Heft entstand als Begleitschrift zum Film “Loschwitz - vom Weindorf zum Dresdner Stadtteil” und ist für 4,90 Euro im Buchhaus Loschwitz zu bekommen. Herausgeber ist der Verein “Literarisches Dresden”.
7. Mai 2010:
Die Ausflugsgaststätte “Schöne Aussicht” ist von einer Investorengemeinschaft der Anwohner gekauft worden. Nach Sanierung des Gebäudes soll hier noch in diesem Jahr wieder eine Gaststätte eröffnet werden.
1. Mai 2010:
Im sanierten Ostflügel des Lingnerschlosses öffnet ein Restaurant. Neben 80 Innenplätzen steht den Gästen auch ein Biergarten mit 450 Plätzen zur Verfügung. Angeboten werden Gerichte der gutbürgerlichen Küche sowie - dem Testament Lingners entsprechend - abwechselnd jeweils ein preiswertes nichtalkoholisches Getränk für nur 75 Cent.
9. April 2010:
Die geplante nächtliche Anstrahlung des “Blauen Wunders” kann aus finanziellen Gründen vorerst nicht umgesetzt werden. Die Installation der Lichttechnik mit energiesparenden LED- Strahlern kostet ca. 110.000 Euro, welche derzeit nicht zur Verfügung stehen. Hinzu kommen die Betriebs kosten für die Lampen.
30. Januar 2010:
Vier Loschwitzer Familien haben die Interessengemeinschaft” Erhalt von Restaurant und Hotel Schöne Aussicht” gegründet. Ziel ist es, das zum Jahreswechsel geschlossene Lokal auch künftig weiterzubetreiben und den gepanten Umbau zu Wohnzwecken zu verhindern. Gegenwärtig laufen Verhandlungen zwischen dem Eigentümer des Gebäudes und der IG der Oberloschwitzer.
20. Januar 2010:
Das Sanierungsgebiet für den Loschwitzer Ortskern rund um den Körnerplatz wird zum Jahresende aufgehoben. Insgesamt wurden seit 1993 mit Hilfe von Fördermitteln und privaten Investoren 70% aller Gebäude in diesem Bereich saniert.
14. Januar 2010:
Kurz vor dem Auslaufen hat der Besitzer des “Elbehotels” seine Baugenehmigung noch einmal verlängern lassen. Seit 2006 ruhen die Arbeiten an dem Gebäude, welches für eine künftige gastronomische und Büronutzung umgebaut werden sollte. Ob und wann die Umbauarbeiten wieder aufgenommen werden, steht noch nicht fest.
12. Januar 2010:
Im Januar und Februar werden im Loschwitzer Pappelwäldchen ca. 100 alte Bäume gefällt. Die Fällung ist aus Sicherheitsgründen notwendig und schafft außerdem Platz für die jungen Bäume, welche bereits jetzt dort wachsen. Das Wäldchen entstand nach 1960 als Versuchsanlage für verschiedene Pappelarten und steht seit 1996 als Flächennaturdenkmal unter Schutz.
11. Januar 2010: Feierliche Einweihung der neu errichteten Kindertagesstätte auf der Winzerstraße. 8. Januar 2010:
Voraussichtlich im Frühjahr wird das Bräustübel am Körnerplatz wieder eröffnet. Ein Dresdner Gastwirt hat eine Ausschreibung des Liegenschaftsamtes gewonnen und wird nach erfolgter Renovierung hier wieder eine Gaststätte einrichten. Auch für die Arbeit Loschwitzer Vereine soll das kleine Gebäude künftig genutzt werden.
5. Januar 2010:
Zur Rettung der Ausflugsgaststätte “Schöne Aussicht” wollen die Bewohner des Ortsteils eine Bürgerinitiative gründen. Ziel ist die Übernahme von Hotel und Gaststätte, um eine Umwandlung zu Wohnungen zu verhindern.
18. Dezember 2009:
Der Viadukt im Park des Schlosses Albrechtsberg soll im kommenden Jahr saniert werden. Das um 1850 errichtete Bauwerk muss aus Gründen der Verkehrssicherheit komplett erneuert werden. Die Finanzierung erfolgt zum Teil über Spenden von Bürgern.
15. Dezember 2009:
Die traditionsreiche Ausflugsgaststätte “Schöne Aussicht” wird am 3. Januar 2010 geschlossen. Grund sind Planungen des Eigentümers, in dem Haus Eigentumswohnungen einzurichten. Gegenwärtig versuchen jedoch Anwohner, die gastronomische Zukunft des Gebäudes zu sichern und einen neuen Betreiber für das Lokal zu finden.
30. Oktober 2009:
Am Neubau der Loschwitzer Grundschule wird Richtfest gefeiert. Bereits im Januar soll der Innenausbau des Gebäudes beginnen, welches in energiesparender Passivbauweise erbaut wird.
7. Juli 2009: Über 80 historische Grabstellen des Loschwitzer Friedhofs sind stark beschädigt und
vom Einsturz bedroht. Deshalb sollen schnellstmöglich der Efeubewuchs beseitigt und dringende Sicherungsarbeiten vorgenommen werden. Benötigt werden über 100.000 Euro.
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