Oberpoyritz

Gemeindesiegel von Oberpoyritz

Postleitzahl: 01326


  ebrosia.de

Der am Fuße des Borsberges gelegene Ort Oberpoyritz wurde 1378 als Padegritz erstmalig erwähnt. Der Ortsname nimmt, wie auch der von Niederpoyritz, Bezug auf die Lage in der Nähe einer mittelalterlichen Wehranlage. Oberpoyritz entstand aus einem slawischen Rundweiler, dessen Grundform im alten Dorfkern bis heute erhalten geblieben ist (Foto). Bis 1403 gehörte der Ort zur Burggrafschaft Dohna und unterstand danach verschiedenen adligen Besitzern. 1410 besaß die in Wehlen ansässige Familie Köckritz das Dorf, 1463 Bodo von Carlowitz und 1535 Kaspar Ziegler. Ab 1569 waren die Besitzer der Grundherrschaft Pillnitz, die Familie von Loß, Lehnsherren in Oberpoyritz. Unter deren Herrschaft wurden Teile der bäuerlichen Fluren zugunsten des Rittergutes Pillnitz von Oberpoyritz abgetrennt. Die Bedeutung des Ackerbaus sank daraufhin und wurde immer stärker vom Obst- und Weinbau verdrängt. Außerdem waren einige Bewohner als Zeidler (Bienenzüchter) tätig. Kirchlich gehörte der Ort ab 1539 zur Hosterwitzer Kirche.

Mit dem Bau des Lustschlosses Pillnitz veränderte sich auch die Wirtschaftsstruktur in Oberpoyritz. Kurfürst August der Starke erwarb 1721 den Weinberg der Familie Ryssel (an diesen erinnert noch der Name Rysselkuppe), um diesen zur Versorgung seines Sommersitzes in Pillnitz zu nutzen. Oberpoyritzer Einwohner wurden außerdem zum Wachdienst in Pillnitz verpflichtet, bevor dort 1765 eine feste Schlosswache eingerichtet wurde. Deren Mitglieder waren später zeitweise in Häusern des Ortes einquartiert. 1786 wurde die Kastanienallee zwischen Pillnitz und Oberpoyritz bis zum Pillnitzer Tännicht verlängert.

Foto: Das Oberpoyritzer Weingut an der Rysselkuppe

Im 19. Jahrhundert entstanden am Fuße der Weinberge großzügige Obstplantagen, die den traditionellen Weinbau immer mehr verdrängten. 1854 wurde der bisherige Reiheschank an die “Schmiedeschänke” übertragen. Außerdem legte man um 1890 neue Siedlungen an der Lohmener Straße und der Viehbolsche an. Der bis heute ländlich geprägte Ort gehört seit dem 10. August 1950 als Ortsteil zu Dresden. Im Dorfkern sind noch einige historische Fachwerkhäuser erhalten geblieben. Der frühere Dorfteich wurde vor einigen Jahren verfüllt.

Ortsfeuerwehr:

Die Geschichte des Feuerlöschwesens in Oberpoyritz begann im Jahr 1846, als erstmals eine Ortsfeuerwehr erwähnt ist. Zwischen 1878 und 1911 gehörte der Ort dem Feuerwehrverband Pillnitz an, löste sich jedoch dann daraus und gründete eine eigene Feuerwehr. Für diese entstand am Dorfplatz das noch heute genutzte Spritzenhaus.

Nachdem Oberpoyritz kriegsbedingt ab 1940 sogar eine Pflichtfeuerwehr besaß, gründete man 1946 erneut eine Freiwillige Feuerwehr, die bis heute besteht. Zur gegenwärtigen technischen Ausstattung gehören ein Tanklöschfahrzeug und verschiedene Kleingeräte.

Oberpoyritzer Nachrichten

24. Januar 2011: Eine Behelfsbrücke ermöglicht ab sofort am Dorfplatz die Überquerung des Dorfbachs. Die baufällige alte Brücke soll voraussichtlich im Herbst durch einen Neubau ersetzt werden.
 


 
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