Gaststätten in Pillnitz






 

Goldener Löwe:

Der Gasthof “Goldener Löwe” war älteste Schankstätte in Pillnitz und bestand bereits im 16. Jh. als Erbrichtergut mit Ausschank. 1608 wurde dieser alte Gasthof erstmals erwähnt. Mehrfach erfolgten Umbauten und Erweiterungen der Schänke. Deren Besitzer war dem Rittergut Pillnitz abgabepflichtig und durfte in seinem Gut eine eigene Brauerei und Bäckerei betreiben. Nach 1800 setzte sich der Name “Goldener Löwe” für dieses Lokal durch. Ab 1835 befand sich der Gasthof in Privatbesitz und erhielt gegen Ende des 19. Jahrhunderts sein heutiges Aussehen (Foto). Das beliebte Ausflugslokal wurde nach 1945 geschlossen und zuletzt als Arbeiterwohnheim genutzt. Seit einigen Jahren stehen die verfallenen Gebäude leer.

 

Schloßschänke:

Die Pillnitzer Schloßschänke entstand 1724 im Zusammenhang mit dem Ausbau des Kammergutes Pillnitz. Bis 1923 befand sich die Gaststätte im Besitz der Wettiner und kam dann an den Freistaat Sachsen, der das Lokal an verschiedene Betreiber verpachtete. Nach 1945 wurde sie von der HO bewirtschaftet, dabei mehrfach baulich verändert und diente bis 1994 als Ausflugslokal für die Besucher des Schlosses Pillnitz. Nach Klärung der Eigentumsfrage wurde das stark sanierungsbedürftige Gebäude weitgehend abgetragen und nach historischem Vorbild wieder aufgebaut. 1999 eröffnete die Schloßschänke als öffentliche Gaststätte mit angeschlossenem Landhotel. Für die Gästezimmer entstand ein an die historische Substanz angepasster Neubau.

 

Café Pillnitz (Pillnitzer Mühle):

An Stelle des heutigen Gebäudes befand sich einst die Pillnitzer Mühle, die bereits um 1435 bestanden haben soll. Die Mühle diente als Säge- und Mahlmühle und erhielt 1718 zugleich die Schankgerechtigkeit. Nach Einstellung des Mahlbetriebes um 1867 wurden die Räume von der Bäckerei Otto Wendisch genutzt. 1900 erfolgte der Abbruch der Mühlengebäude, die durch ein neues Wohn- und Geschäftshaus ersetzt wurden (Foto). In diesem Haus wurde nun die Gaststätte “Zur Pillnitzer Mühle” mit Kegelbahn und Lindengarten eingerichtet. Das Lokal wurde 1948 geschlossen und später u.a. als Sparkassenfiliale, Mütterberatungsstelle und Apotheke genutzt, während die Bäckerei noch bis 1978 bestand. In den 80er Jahren entstand in den Räumen der früheren Backwarenverkaufsstelle das “Café Pillnitz”. Nach 1990 zog hier das griechische Restaurant “Taverne bei Jannis” ein.

 

Weinbergschänke:

Die Gaststätte “Weinbergschänke” (Am Rathaus 2) wurde ursprünglich als “Café Central” gegründet und von der Familie  Uhlig bewirtschaftet. Später verpachtete die Familie ihr Lokal an verschiedene Wirtsleute. Sie befindet sich in unmittelbarer Nachbarschaft zur Pillnitzer Mühle. 1986 wurde die Gaststätte an neue Eigentümer verkauft und ist bis heute in Betrieb.

 

Café Hausberg:

Das Café entstand 1931 in einem Neubau auf dem Gelände des Hausberges, einem früheren Weinberg in Pillnitz (Foto). Ab 1927 war hier mit dem Bau einer Landhaussiedlung begonnen worden. Das Gebäude wurde nach einem Entwurf von Richard Merz im modernen Bauhausstil errichtet und auch entsprechend eingerichtet. Haus und Inneneinrichtung stehen deshalb unter Denkmalschutz. Merz arbeitete hauptberuflich als Architekt und betrieb das Café mit seiner Familie nur im Nebenerwerb. Vor allem wegen der Fernsicht von der verglasten Veranda entwickelte sich das “Café Hausberg” zu einem der beliebtesten Ausflugslokale in Pillnitz.

Während des Zweiten Weltkrieges diente das Gebäude als Flüchtlingsunterkunft. Bereits im Sebtember 1945 konnte das Café jedoch wieder eröffnet werden. 1951 übernahm die HO die Gaststätte, die allerdings nur in den Sommermonaten geöffnet hatte. 1992 schloss das Café Hausberg vorerst seine Pforten und wurde nach erfolgter Renovierung 1997 wieder eröffnet. Da die Umsatzzahlen jedoch nicht für einen wirtschaftlichen Betrieb ausreichten, entschlossen sich die Besitzer 2004 zum Umbau der ehemaligen Gasträume für Wohnzwecke. Das äußere Erscheinungsbild mit dem charakteristischen Schriftzug soll jedoch erhalten bleiben.

 

Parkcafé:

Das Gebäude an der Orangeriestraße 26 entstand Anfang des 19. Jahrhunderts. Zwischen 1832 und 1862 lebte hier der als Maler bekannt gewordene Leibarzt der sächsischen Könige Carl Gustav Carus mit seiner Familie. Carus kam 1814 als Professor für Geburtshilfe und Leiter der Königlichen Hebammenschule nach Dresden und veröffentlichte 1820 das erste Lehrbuch der Gynäkologie in Deutschland. Eine enge Freundschaft verband ihn mit dem Romantikerkreis um Ludwig Tieck und dem Maler Caspar David Friedrich. Am Haus erinnert eine Gedenktafel an ihn. Nach 1980 wurde im Gebäude das Parkcafé Pillnitz eingerichtet.

Inschrift: Seit 1832 war dieses Gebäude für drei Jahrzehnte das Landhaus von Carl Gustav Carus Arzt - Naturforscher - Philosoph und Künstler 1789 - 1869

 

Pillnitzer Elbblick:

Die Gaststätte befindet sich auf der Söbrigener Straße 2 in unmittelbarer Nachbarschaft der Anlegestelle der “Weißen Flotte”. Von der Terrasse bietet sich ein schöner Blick auf die Elblandschaft und zur Pillnitzer Elbinsel. Ursprünglich waren in diesem Gebäude die Kinder der Elbschiffer untergebracht, weshalb das Haus auch als “Schifferkinderheim” bekannt war.

 

Ausspanne am Schloßpark:

Das Lokal an der Laubegaster Straße, an der Ortsgrenze zwischen Pillnitz und Hosterwitz gelegen, besitzt einen großen Gästegarten. Attraktion war zeitweise die hier aufgestellte ehemalige Elbfähre “Dresden”. Das 1991 gebaute Fährschiff war bis zum Sommer 2002 in Johannstadt im Einsatz, wurde dann beim Hochwasser losgerissen und in Gohlis schwer beschädigt an Land getrieben. Da eine Reparatur zu aufwendig gewesen wäre, verkauften die Verkehrsbetriebe das Schiff an den Pillnitzer Gastronomen. Ab 2003 bildete die in “Rückenschwimmer” umgetaufte und als Freilichtbühne genutzte Fähre den Blickfang des Lokals . Seit 2007 ist das Schiff als privates Hausboot auf der Elbe im Einsatz.

 


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