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Der Anzengruberweg entstand im Zusammenhang mit der Errichtung einer kleinen Wohnsiedlung am Rochwitzer Busch und trug bis zur Eingemeindung den Namen Kletteweg. Danach wurde er nach dem österreichischen Schriftsteller Ludwig Anzengruber (1839-1889) benannt, der verschiedene sozialkritisch-realistische Werke schrieb. Die Beskidenstraße wurde erst 2005 als Seitenstraße der Karpatenstraße angelegt und mit Einfamilienhäusern bebaut. Der Name erinnert an einen Gebirgszug im Grenzgebiet zwischen Polen und Tschechien.
Die Hutbergstraße im Ortsteil Oberrochwitz verdankt ihren Namen dem Hutberg, der mit 311 Metern zu den höchsten Punkten des Schönfelder Hochlandes gehört und Schauplatz verschiedener historischer Ereignisse war. Die die Bewohner von Rochwitz über diesen Weg die Schönfelder Kirche und den dortigen Friedhof erreichten, wurde er früher auch Leichen- oder Kirchweg genannt. 1937/38 entstand an der Hutbergstraße eine Klein haussiedlung mit ca. 100 Wohnungen. Hier befindet sich auch das 1882 eröffnete Schulhaus des Ortes (heute 61. Grundschule). Gasthof Oberrochwitz: Der Gasthof entstand nach dem Dorfbrand 1869 an seiner heutigen Stelle und wurde Ende des 19. Jahrhunderts umgebaut. 1898 erhielt er einen Saalanbau, der mit über 700 Plätzen zu den größten Ballsälen der Umgebung gehörte. Bis zum Ende des Zweiten Weltkrieges fanden hier Tanzveranstaltungen und Konzerte statt, die auch von Gästen aus dem nahen Dresden gern besucht wurden. Nach 1945 wurde der Saal zeitweise als Turnhalle und Lagerraum genutzt. Die Gaststätte musste wegen baulicher Mängel 1987 schließen. Eine geplante Sanierung des Gebäudes konnte erst nach 1990 erfolgen. Seitdem werden die Räume des Gasthofes gewerblich genutzt. Außerdem ist hier ein evangelischer Kindergarten des Diakonischen Werkes untergebracht.
Foto: Der Gasthof Oberrochwitz um 1900 und im Jahr 2007
Ein zweites Heim (Nr. 20) wurde 1909 von der jüdischen Fraternitas-Loge und der “Marie-Ascher-Stiftung” erworben und bis zur Enteignung durch die Nazis 1938 als jüdisches Kinderferienheim Oberrochwitz genutzt (Foto). Nach 1933 fanden hier auch Schulungskurse für auswanderungswillige Juden statt. Das ehemalige Ferienheim war bis in jüngste Vergangenheit Sitz mehrerer Firmen und wurde 2010 zum Wohnhaus umgebaut. Villa “Osangs Eck”: das schlossartige Landhaus wurde 1905 als Sommersitz des Kartonagenfabrikanten Robert Osang (1862-1937) errichtet. Osang hatte zuvor den bereits im 19. Jahrhundert bestehenden Bauernhof Kegel erworben und von Baumeister Karl Hanke umbauen lassen. Neben der Villa, die sogar einen eigenen Wasserturm besaß, gab es mehrere Nebengebäude und einen Pavillon mit einer Karbidanlage zur Leuchtgaserzeugung. Nach dem Ersten Weltkrieg verkaufte Osang seine Fabrik und übernahm die Gaststätte “Bergschlösschen” im Rochwitzer Ortsteil Kamerun. Hier befindet sich heute ein Kindergarten. 1927 wurde das Villengrundstück teilweise veräußert und ein Nebengebäude zu Wohnzwecken umgebaut. Nach 1945 beherbergte auch die Villa mehrere Mietwohnungen, bevor das Haus 2000 verkauft und komplett saniert wurde. Heute dient das Haus als Familienwohnsitz, im früheren “Ausgedinge” ist die Rhythmusschule “Trommelschloss” untergebracht.
Die Kottmarstraße entstand Ende des 19. Jahrhunderts im Ortsteil Neurochwitz und trug bis zur Eingemeindung den Namen Niederwaldstraße. 1926 wurde sie in Breslauer Straße umbenannt. Hier befand sich bis Ende der Zwanziger Jahre die Gaststätte “Bergschlößchen”, welche später in einen Kindergarten umgewandelt wurde. 1967 beschloss die Stadt Dresden, alle nach Städten in den ehemaligen deutschen Ostgebieten benannten Straßen im Raum Bühlau / Rochwitz umzubenennen. Die Breslauer Straße erhielt daraufhin den Namen Kottmarstraße. Am Kottmar, einem 383 Meter hohen, in der Nähe von Ebersbach gelegenen Berg in der Oberlausitz, befindet sich eine der drei Spreequellen. Die Lauschestraße wurde 1884 im Zusammenhang mit dem Bau der Villensiedlung Neurochwitz angelegt und zunächst Forststraße genannt. Später erfolgte die Umbenennung in Götzingerstraße, 1967 in Lauschestraße. Namensgeber ist ein in der Nähe von Zittau gelegener Berg im Zittauer Gebirge Das Landhaus Lauschestraße 1 steht unter Denkmalschutz. Die nach dem kleinen Ort Malschendorf im Schönfelder Hochland (seit 1999 Stadtteil von Dresden) benannte Malschendorfer Straße entstand 1936 im Zuge des Ausbaus der Arbeitersiedlung Oberrochwitz. Unter Regie der Landessiedlungsgesellschaft Sachsen gGmbH wurden hier bis zum Beginn des Zweiten Weltkriegs Einfamilienhäuser errichtet. Die Siedlung besteht aus 43 Doppel- und 16 Einzelhäuser und ist - von einigen Umbauten abgesehen - noch weitgehend im Ursprungszustand erhalten. Der Rodelweg geht auf einen alten Fußweg vom Rochwitzer Dorfkern zum Loschwitzgrund zurück und wurde in den Zwanziger Jahren vom Verschönerungsverein Rochwitz als Bergrodelbahn ausgebaut. Ältestes Gebäude ist der 1898 entstandene Ballsaal des Tanzgasthofes Oberrochwitz, der heute von einem Kindergarten genutzt wird.
Fotos: Der Rodelweg am Gasthof Oberrochwitz (links) und in der Nähe der Grundstraße (rechts) Die Roseggerstraße wurde kurz nach Ende des Ersten Weltkriegs angelegt und auf Rochwitzer Flur mit Wohnhäusern bebaut. Der Name erinnert an den österreichischen Schriftsteller Peter Rosegger (1843-1918), der vor allem humoristische Romane und Erzählungen aus seiner steirischen Heimat schuf (“Als ich noch der Waldbauernbub war”).
Die Scharfensteinstraße geht auf einen ehemaligen Jagdweg im Rochwitzer Tännicht zurück und war in den Anfangsjahren einziger Zugang zum Ortsteil Neurochwitz. 1883/84 begann hier der Bau einer Villensiedlung, die wegen ihrer abgelegenen Lage “im Busch” im Volksmund “Kamerun” genannt wurde. Zugleich sollte damit an die im gleichen Jahr in Besitz genommene deutsche Kolonie in Afrika erinnert werden. Dieser Name ging nach dem in Eigeninitiative der Siedler erfolgten Ausbau sowohl auf die Straße als auch ein nahegelegenes Gasthaus über. Nach der Eingemeindung von Rochwitz wurde die Kamerunstraße in Kattowitzer Straße umbenannt. Seit 1967 trägt sie den Namen Scharfensteinstraße nach einem Berggipfel in der Sächsischen Schweiz. Die Tännichtstraße führt entlang dem Neurochwitzer Grundbach und verbindet den älteren Ortsteil Oberrochwitz mit der Mitte des 16. Jahrhundert entstandenen Häuslersiedlung an der Grundstraße. Der Name erinnert an das im 19. Jahrhundert teilweise gerodete Rochwitzer Tännicht, welches ab 1832 zum Staatsforstrevier Pillnitz gehörte und einst königliches Jagdrevier war. Die ursprünglich nach einer hier gelegenen Lehmgrube Lehmweg genannte Straße trug nach ihrem Ausbau bis zur Eingemeindung den Namen Loschwitzer Straße. Die Straße entstand 1884 im Zusammenhang mit dem Bau der Siedlung Neurochwitz. Da diese im Volksmund in den Anfangsjahren “Kamerun” genannt wurde, erhielt auch die in Richtung Loschwitzgrund führende Verbindung zunächst den Namen Kamerunstraße. Später wurde diese Straße im unteren Teil in Kattowitzer (heute Scharfensteinstraße), im oberen Teil in Königshütter Straße umbenannt . Ihren heutigen, seit 1967 verwendeten Namen, verdankt sie einem gleichnamigen Berg in der Oberlausitz. Das Wohnhaus Valtenbergstraße 1 im Landhausstil steht unter Denkmalschutz. Die Wachbergstraße (ehemals Berg- bzw. Hauptstraße) wurde 1884 angelegt und bildet die Hauptstraße der im gleichen Jahr entstandenen Villenkolonie Neurochwitz. Da das Gebiet zu diesem Zeitpunkt kaum erschlossen war und abseits der vorhandenen Besiedlung lag, nannte der Volksmund das Areal auch “Kamerun”. Die Villa Wachbergstraße 2 steht unter Denkmalschutz. Im Haus Nr. 1 wohnte zeitweise die bekannte Kammersängerin der Staatsoper Christel Goltz.
Foto: historische Postkarte von Neurochwitz, rechts unten das Gasthaus “Kamerun” (um 1900)
Auch die heutige Weißer-Hirsch-Straße geht auf die Gründungszeit von Neurochwitz zurück. Nachdem hier 1887 die ersten
Siedlungshäuser errichtet worden waren, entschlossen sich die Bewohner zur Befestigung der vorhandenen Holz- und Jagdwege und zur gärtnerischen Gestaltung des verbliebenen Tännichts. Aus diesem Grund erhielt die Straße um 1890 den
Namen Waldparkstraße. Um Verwechslungen zu vermeiden, wurde sie nach der Eingemeindung in Weißer-Hirsch-Straße umbenannt. Vor dem Ersten Weltkrieg
Foto: Brückenprojekt über den Loschwitzgrund (Grundstraße) von 1911 Der Zweibrüderweg wurde 1882 zur Erschließung des Ortsteiles Neurochwitz angelegt. Die Bebauung dieses Gebietes geht auf die Gebrüder Karl und Gustav Pietzsch zurück, die als Baumeister in Rochwitz tätig waren und im Juli 1881 hier für 1400 Reichsmark ein größeres Flurstück erworben hatten. 1883 entstand eine noch heute vorhandene Scheune, ein Jahr später folgte das erste Wohnhaus. Die zunächst Brüderstraße genannte Straße erhielt nach der Eingemeindung von Rochwitz den Namen Zweibrüderweg, mit dem an die beiden ersten Siedler erinnert werden soll. Das Landhaus Nr. 3 steht unter Denkmalschutz. |
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