Borsberg wurde 1373 im Lehnsbuch Friedrich des Strengen erstmals urkundlich erwähnt. Bis um 1900 wurden Ort und Berg auch Porsberg genannt, bevor sich die heutige amtliche Schreibweise durchsetzte. Die
kleine Ansiedlung liegt auf einer Hochfläche zwischen Meix- und Friedrichsgrund am Fuße des gleichnamigen Berges und gehörte seit 1994 zur Gemeinde Schönfeld-Weißig. Am 1. Januar 1999 wurde Borsberg Ortsteil von Dresden.
Gasthof “Zum Meix”:
Das Gasthaus entstand im letzten Drittel des 19. Jahrhunderts und war einst Mittelpunkt des gesellschaftlichen Lebens im Ort. Benannt wurde das Lokal nach in der Nähe gelegenen Meixgrund und der damit verbundenen Sage um den Drachen “Meix”. 1894 entstand ein Tanzsaal für öffentliche Veranstaltungen. Nach 1945 richtete die Deutsche Post hier ein Kinderferienlager ein. Das seit vielen Jahren leer stehende Gebäude an der Meixstraße 60 wurde 2010 verkauft und soll künftig zum Wohnhaus umgebaut werden.
Borsberg Der 356 Meter hohe Borsberg gehört zu den schönsten Aussichtspunkten im oberen Elbtal und
trug bis zum 18. Jahrhundert den Namen Golk (slawisch “kahle Kuppe”). Im Zusammenhang mit dem Ausbau des Friedrichsgrundes zum romantischen Landschaftspark durch Graf Marcolini
wurde auch der Borsberg in die Gestaltung einbezogen. Auf dem Berg entstand 1780 eine Einsiedlergrotte mit einem hölzernen Aussichtsgerüst. Im Inneren der sogenannten “Eremitage”
führte eine versteckte Treppe zur Aussichtsplattform. Darunter lag ein kleines als Speisesaal genutztes Kaminzimmer. Neben den Angehörigen des Hofes weilten hier auch Carl Maria von
Weber, Alexander von Humboldt und Theodor Körner. Trotz Zerstörungen bei einem Unwetter im Jahr 1850 blieb der Berg ein beliebtes Touristenziel. 1897 übergaben die Wettiner die
Baulichkeiten auf dem Borsberg an die Gastwirtsbesitzerin Bähr. Leider verfiel die Eremitage im Laufe der Zeit und ist heute nur noch in ruinösem Zustand erhalten.
Foto: Die Borsbergwirtschaft um 1930 Bereits um 1830 war auf dem Borsberg die erste Gaststätte entstanden, die 1871 zum Hotel erweitert wurde, heute jedoch geschlossen ist (Foto oben links)
. Neben der mehrfach erneuerten Aussichtsplattform wurde 1865 eine Säule aufgestellt, die zum Netz der mitteleuropäischen Gradmessung gehört (Foto rechts) . Unter Leitung des Geodäten Christian
August Nagel erfolgte zwischen 1862 und 1890 eine landesweite Vermessungsaktion, für die insgesamt 158 solcher Beobachtungspunkte errichtet wurden. Die meisten sind noch erhalten und stehen heute unter Denkmalschutz.
Die Säule am Borsberg ist 8,7 Meter hoch und bekam als Triangulationspunkt I. Ordnung die Seriennummer 7. 1874 fand zu ihren Füßen ein Treffen von Vermessungsingenieuren aus Anlass
des 3. Deutschen Geodätentages statt. Seit Oktober 2003 erinnert eine Gedenktafel an Christian August Nagel. Ein weiteres historisches Denkmal befindet sich mit einem mittelalterlichen
Steinkreuz am Hang des Borsberges. Dieses entstand als Sühnemal für einen Mordfall.
Borsberger Nachrichten 17. November 2011: Entgegen den Wünschen des Ortschaftsrates wird auch nach dem Fahrplanwechsel am 27. November kein Bus von Borsberg nach Pillnitz fahren. Trotz eines
Stadtratsbeschlusses lehnt das Straßen- und Tiefbauamt die Linienführung ab, da die Wünschendorfer Straße bei Nässe und Glätte nicht für den Linienverkehr geeignet ist. Deshalb fährt die Linie
98c künftig nur von Schönfeld bis nach Borsberg.29. April 2011:
Beim geplanten Umbau des ehemaligen Gasthofes „Zum Meix“ gibt es Probleme. Die Stadt will die neuen Eigentümer zwingen, bei der geplanten Sanierung des Wohnhauses eine im Hof stehende Baracke abzureißen. Diese diente bis 1990 als Ferienlager der Deutschen Post und soll künftig Praxisräume und ein Blockheizkraftwerk aufnehmen. Der entsprechende Bauantrag wurde jedoch bislang abgelehnt.
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