Borsberg

Postleitzahl: 01328


Borsberg wurde 1373 im Lehnsbuch Friedrich des Strengen erstmals urkundlich erwähnt. Bis um 1900 wurden Ort und Berg auch Porsberg genannt, bevor sich die heutige amtliche Schreibweise durchsetzte. Die kleine Ansiedlung liegt auf einer Hochfläche zwischen Meix- und Friedrichsgrund am Fuße des gleichnamigen Berges und gehörte seit 1994 zur Gemeinde Schönfeld-Weißig. Am 1. Januar 1999 wurde Borsberg Ortsteil von Dresden.

 

Borsberg

Der 356 Meter hohe Borsberg gehört zu den schönsten Aussichtspunkten im oberen Elbtal und trug bis zum 18. Jahrhundert den Namen Golk (slawisch “kahle Kuppe”). Im Zusammenhang mit dem Ausbau des Friedrichsgrundes zum romantischen Landschaftspark durch Graf Marcolini wurde auch der Borsberg in die Gestaltung einbezogen. Auf dem Berg entstand 1780 eine Einsiedlergrotte mit einem hölzernen Aussichtsgerüst. Im Inneren der sogenannten “Eremitage” führte eine versteckte Treppe zur Aussichtsplattform. Darunter lag ein kleines als Speisesaal genutztes Kaminzimmer. Neben den Angehörigen des Hofes weilten hier auch Carl Maria von Weber, Alexander von Humboldt und Theodor Körner. Trotz Zerstörungen bei einem Unwetter im Jahr 1850 blieb der Berg ein beliebtes Touristenziel. 1897 übergaben die Wettiner die Baulichkeiten auf dem Borsberg an die Gastwirtsbesitzerin Bähr. Leider verfiel die Eremitage im Laufe der Zeit und ist heute nur noch in ruinösem Zustand erhalten.

Foto: Die Borsbergwirtschaft um 1930

Bereits um 1830 war auf dem Borsberg die erste Gaststätte entstanden, die 1871 zum Hotel erweitert wurde, heute jedoch geschlossen ist (Foto oben links). Neben der mehrfach erneuerten Aussichtsplattform wurde 1865 eine Säule aufgestellt, die zum Netz der mitteleuropäischen Gradmessung gehört (Foto rechts). Unter Leitung des Geodäten Christian August Nagel erfolgte zwischen 1862 und 1890 eine landesweite Vermessungsaktion, für die insgesamt 158 solcher Beobachtungspunkte errichtet wurden. Die meisten sind noch erhalten und stehen heute unter Denkmalschutz.

Die Säule am Borsberg ist 8,7 Meter hoch und bekam als Triangulationspunkt I. Ordnung die Seriennummer 7. 1874 fand zu ihren Füßen ein Treffen von Vermessungsingenieuren aus Anlass des 3. Deutschen Geodätentages statt. Seit Oktober 2003 erinnert eine Gedenktafel an Christian August Nagel. Ein weiteres historisches Denkmal befindet sich mit einem mittelalterlichen Steinkreuz am Hang des Borsberges. Dieses entstand als Sühnemal für einen Mordfall.

Borsberger Nachrichten

01. April 2008: Die Einwohnerzahl des Ortes ist seit 1990 um ca. 250 gestiegen. Grund ist das neue Baugebiet am Hörnchenweg, wo bislang 22 Einfamilienhäuser entstanden sind. Weitere Häuser sind geplant.
 

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