Eschdorf

 

Gemeindesiegel von Eschdorf

Postleitzahl: 01328


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Eschdorf entstand im 11./12. Jahrhundert im Zuge der deutschen Ostexpansion und wurde 1317 erstmals erwähnt. Zuvor lebten hier bereits slawische Siedler, die am Standort der heutigen Kirche eine Kultstätte besaßen. 1440 ist erstmals ein Freigut erwähnt, welches 1635 an seinen heutigen Platz im Ortskern verlegt wurde. Der Ort wurde in Kriegszeiten mehrfach geplündert, so während des Dreißigjährigen Krieges 1632 und 1640/44. Betroffen war Eschdorf auch vom Nordischen Krieg 1706. 1758 befand sich hier das Hauptquartier der österreichischen Truppen unter General Daun. Auch 1813 war das Dorf von Kriegsereignissen betroffen.

Der Ort, der bis in die Gegenwart vor allem von der Landwirtschaft geprägt wird, besaß bereits im 18./19. Jahrhundert mit der Obermühle eine eigene Mahlstätte. Diese Mühle gehörte der Familie Bienert, deren Sohn Gottlieb Traugott Bienert 1813 in Eschdorf geboren wurde. Bienert gründete 1843 in Dresden-Plauen ein eigenes Unternehmen, welches später zu den bedeutendsten Großmühlen im Dresdner Raum gehörte. Die Obermühle (Foto) war noch bis 1989 in Betrieb und wurde 1994/97 unter Erhalt der historischen Mühlentechnik rekonstruiert. Heute hat hier eine kleine Keramikwerkstatt ihr Domizil. Ein weiteres historisches Baudenkmal in Eschdorf ist der um 1825 errichtete letzte erhaltene Schmiedeschuppen Ostsachsens.

1908 erhielt Eschdorf Eisenbahnanschluss nach Weißig und Dürrröhrsdorf. Das frühere Bahnhofsgebäude wurde nach Stillegung der Bahn 1952 gewerblich genutzt. 1993 wurde Eschdorf Ortsteil der Großgemeinde Schönfeld-Weißig und kam am 1. Januar 1999 zu Dresden.

 

Quandtsches Freigut:

1440 wurde im Ortsteil Rosinendörfchen erstmals ein Freigut erwähnt. Dieses wurde im Dreißigjährigen Krieg zerstört und daraufhin im Ortskern von Eschdorf wieder aufgebaut. 1767 entstand das heute noch erhaltene Herrenhaus für den damaligen Besitzer des Gutes, den sächsischen Oberstleutnant von Polenz. 1832 erwarb die Familie Quandt das Anwesen. Diese ließ das Gut erweitern und umbauen, wobei mit den Arbeiten am Stallgebäude Gottfried Semper beauftragt wurde. Neben diesem ist auch das Herrenhaus mit einem Wendelstein und zahlreichen architektonischen Details bemerkenswert. Außerdem gehören ein klassizistisches Pächterhaus und ein früher als Brauerei genutztes Gebäude zum Gutshof.

1946 erfolgte die Enteignung des Eschdorfer Freigutes, welches 1951 Teil des Volksgutes Dittersbach wurde. Die Gebäude sind bis heute erhalten. Nach 1990 scheiterten Pläne zur Umgestaltung des Gutes in eine Wohnanlage bzw. ein Umbau zum Hotel. 2007 übernahm ein privater Investor das Gut und begann mit der denkmalgerechten Sanierung zu Wohnzwecken.

 

Ortsteil Rosinendörfchen:

Der Eschdorfer Ortsteil Rosinendörfchen wurde 1440 als Forwerk Rosindorff erstmals erwähnt. Das von allen Abgaben verschone Freigut verkaufte Kurfürst August 1554 an seinen Kanzler Kiesewetter. Im Dreißigjährigen Krieg wurde dieses Gut 1634 von schwedischen Soldaten niedergebrannt, jedoch bereits 1635 wieder aufgebaut. Allerdings erfolgte in diesem Zusammenhang eine Verlegung des Freigutes in die Ortsmitte. An Stelle des einstigen Vorwerkes entstanden später einige Siedlungshäuser.

 

Eschdorfer Nachrichten

31. Dezember 2011: Das Eschdorfer Schulmuseum soll nun trotz Kündigung der Räume in der Alten Schule am Kirchberg evtl. im Haus bleiben. Die ehrenamtliche Museumsleitung hofft auf eine Lösung für das von Schädlingen befallene Gebäude. Die Gagfah hatte der Gemeinde aus diesem Grund die Räume zum Jahresende 2011 gekündigt.

2. Oktober 2011: Das in der ehemaligen Eschdorfer Schule befindliche Schulmuseum muss sein Domizil verlassen. Grund ist eine Kündigung des Mietvertrages wegen Schwammbefalls der Räume durch die Gagfah. Das Inventar der nur zu bestimmten Anlässen öffentlich zugänglichen Sammlung soll nun evtl. in der alten Schule in Schullwitz untergebracht werden.

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