Rockau


Postleitzahl: 01328



Bibliothek Rockau
Rockauer Ring 15
01328 Dresden

Rockau entstand als slawischer Rundling auf einer Hochfläche zwischen Helfenberger Grund und Keppgrund und wurde 1350 erstmals urkundlich erwähnt. Der Ort gehörte ursprünglich den Burggrafen von Dohna und unterstand später dem Rittergut Helfenberg. Kirchlich gehört Rockau zur Schönfelder Kirche. Die Geschicke des kleinen Dorfes wurden bis ins 19. Jahrhundert größtenteils vom Helfenberger Rittergut aus bestimmt. Seit 1836 existiert die bis heute bestehende Gaststätte “Lindenschänke”, die durch ihre Sommerfeste Dresdner Gymnasiasten bekannt wurde.

1904/05 wohnte der Maler Otto Mueller für einige Monate in Rockau und traf sich hier mit Paula Modersohn-Becker. Mueller hatte zuvor an der Dresdner Kunstakademie studiert und gehörte ab 1910 der Künstlergruppe “Brücke” an. Während seines Aufenthalts entstanden auch einige Gemälde mit Darstellungen der Umgebung. Muellers Wohnhaus im ehemaligen Café “Sonnenköpfel” (An der Kucksche 14) ist bis heute erhalten geblieben. Seit 2006 erinnert eine vom Dresdner Bildhauer Hans Kazzer geschaffene Bronzetafel an ihn.

Foto: Die “Lindenschänke” auf einer historischen Postkarte

Nach 1945 kamen die Ortsteile Eichbusch und Helfenberg zu Rockau. Dominierend blieb auch weiterhin die Landwirtschaft. Die Gemeinde schloss sich 1994 mit den anderen Hochlanddörfern zur Ortschaft Schönfeld-Weißig zusammen und wurde am 1. Januar 1999 nach Dresden eingemeindet. 1990/91 entstand am Dorfrand das neue Wohngebiet “Am Preßgrund”. Einige historische Gebäude sind rund um den Dorfplatz erhalten. Unweit davon erinnert ein von Edmund Schuchardt geschaffenes Denkmal an die Gefallenen des Ersten Weltkriegs. Hier steht auch die als Wahrzeichen des Ortes geltende Rockauer Linde.

Rockauer Schule:

Nachdem die Kinder des Dorfes lange Zeit die Kirchschule im benachbarten Schönfeld besuchen mussten, entschloss sich die Gemeinde 1908 zum Bau eines eigenen Schulhauses am heutigen Rockauer Ring 2. Nach dessen Schließung diente das Gebäude ab 1959 als “Erntekindergarten” zur Unterbringung der Kinder der in der Landwirtschaft tätigen Einwohner. 1977 wurde eine ganzjährige Nutzung eingeführt, die bis zur Schließung der Einrichtung 1993 bestand. Seit 2000 befindet sich das markante Gebäude mit seinem Uhrtürmchen in Privatbesitz.

  Schulfreunde wiederfinden!

Rockauer Höhe:

Unweit des Dorfkerns befindet sich die Rockauer Höhe, von den Einheimischen auch “Sachsens Hiefel” genannt. Vom hier gelegenen Aussichtspunkt bietet sich ein beeindruckender Blick über das Elbtal zwischen Meißen und der Grenze zu Böhmen. Seit 2001 erinnern zwei Eichen an den mit nur 43 Jahren verstorbenen Naturkundler Thomas Göhlert (1956-2000). Vier Jahre später erfolgte eine Erneuerung des Zugangs zur Rockauer Höhe sowie die Aufstellung von Ruhebänken und einer Orientierungstafel.

 

Rockauer Nachrichten

21. Januar 2011: Im Gebäude der Rockauer Feuerwehr wird die Ortsbibliothek neu eröffnet. Die Räume waren im vergangenen Jahr bei einem Wasserrohrbruch schwer beschädigt worden. Auch ein Teil der Bücher fiel dem Wasserschaden zum Opfer. Mit Hilfe der Stadt Dresden wurden ca. 150.000 Euro in die Einrichtung investiert.

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