Rossendorf wurde vermutlich im 12. Jahrhundert von fränkischen Bauern gegründet, ging jedoch bald wieder ein. Der Ort wurde 1349 als “wüst” bezeichnet und seine Fluren unter den umliegenden Orten
aufgeteilt. Erst 1429 wird wieder ein Vorwerk Rossendorf urkundlich erwähnt. Aus diesem ging später das Rittergut hervor. 1554 wurde das Vorwerk an den kurfürstlichen Kanzler Kiesewetter verkauft. Die Gebäude des
Rossendorfer Rittergutes brannten während des Dreißigjährigen Krieges nieder, wurden jedoch bald wieder aufgebaut. 1832 erwarb Johann Gottlieb Quandt das Gut und ließ es durch den bis heute existierenden Neubau im
Ortszentrum von Eschdorf ersetzen. Seit diesem Zeitpunkt gehörte Rossendorf als Beidorf zu Eschdorf. 1895 wechselte die Rittergutseigenschaft von Eschdorf wieder an Rossendorf.
1956 wurde in der Nähe des Ortes das Kernforschungszentrum Rossendorf gegründet. Hier befand sich auch der für Forschungszwecke genutzte erste Atomreaktor der DDR. Für das Forschungszentrum entstand ein umfangreicher Gebäudekomplex sowie ein Wasserhochbehälter, der zur Kühlung des Reaktorkreislaufes benötigt wurde. Auf dem Gelände haben heute verschiedene Nachfolgebetriebe des 1991 aufgelösten Institutes ihren Sitz. U.a. werden hier medizinische Forschungen zur Krebstherapie durchgeführt. Der nur aus wenigen Häusern bestehende Ort Rossendorf kam 1994 zur Gemeinde Schönfeld-Weißig und ist seit dem 1. Januar 1999 ein Ortsteil von Dresden. Unweit des Dorfes liegt in der Nähe des Schänkhübels der Rossendorfer Teich, in dem die Prießnitz ihren Ursprung hat. Schänkhübel:
Die Anhöhe in der Nähe des Vorwerks
Rossendorf erhielt 1684 den Namen Postberg, da hier die alte Poststraße nach Stolpen vorbeiführte. Diese Stelle gehörte seinerzeit zu den von Fuhrwerken am schwierigsten zu befahrenden Geländeabschnitten. Am höchsten
Punkt des Anstiegs entstand 1802 die Gaststätte “Schänkhübel”, die von Reisenden nach Bautzen gern als Rastplatz genutzt wurde. Das heutige Gaststättengebäude wurde 1912 vom damaligen Besitzer des Rossendorfer
Rittergutes Markus errichtet. Dynamitfabrik: 1882 entstand im Waldgebiet der Harthe unweit von Rossendorf eine Fabrik zur Herstellung von Dynamit. Der Betrieb war eine
Zweigstelle der Dynamitfabrik zu Freiberg und stellte auf dem abgelegenen Areal Nitroglyzerin her, welches dann mit Kieselgur zu Sprengstoff verarbeitet wurde. Für den Betrieb wurden mehrere Baracken, ein
Kesselhaus mit Dampfmaschine, ein Labor- und Werkstattgebäude sowie ein Wohnhaus errichtet. Aus Sicherheitsgründen wurde das Gelände mit einem Erdwall umgeben. 1883 besuchte der Dynamit-Erfinder Alfred Nobel
persönlich das Rossendorfer Werk, um die geplante Gründung der vereinigten Dresdner Dynamitfabrik AG vorzubereiten. Die hier produzierten Sprengstoffe fanden vor allem im Bergbau und beim Bau neuer Verkehrswege
Verwendung. Bereits 1893 stellte der Betrieb seine Produktion jedoch wieder. Das Grundstück fiel zurück an die Forstverwaltung und wurde nach 1945 u.a. als Umsiedlerlager, später vom Rossendorfer Kernforschungszentrum
genutzt. 2010 erfolgte der Abriss der letzten erhaltenen Reste, so dass heute nur noch der Erdwall an die einstige Dynamitfabrik erinnert.
Weiterführende Literatur und Quellen
Rossendorfer Nachrichten 2. Februar 2012:
Nach reichlich einjähriger Bauzeit wurden jetzt im neu gebauten Gästehaus des Helmholtz-Forschungszentrums in Rossendorf die ersten Gäste begrüßt. Der Neubau verfügt über 30 Einzel- und Doppelzimmer. mit eigenem Bad, teilweise auch über eine Pantryküche. Außerdem gibt es einen Aufenthaltsraum und eine Gemeinschaftsküche. Vorrangig sollen hier Wissenschaftler untergebracht werden, welche zeitweilig im Forschungszentrum tätig sind.
22. September 2010:
Am Eingang zum Forschungszentrum Rossendorf soll ein Gästehaus mit 30 Zimmern entstehen. Das Gebäude soll künftig Gastwissenschaftlern des Institutes zur Verfügung stehen und im Herbst kommenden Jahres öffnen.
5. März 2010:
Das Areal der früheren Dynamitfabrik im Karswald ist renaturiert. Sämtliche Gebäude sowie eine Kläranlage und der ehemalige Löschteich wurden beseitigt und das Areal der Natur zurückgegeben.
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