Schloss Schönfeld entstand im 16. Jahrhundert an Stelle einer mittelalterlichen
Wasserburg, deren Grundstruktur in der Anlage noch erhalten ist. Diese 1315 erstmals genannte Burg bildete seit dem Mittelalter den politischen Mittelpunkt einer
Grundherrschaft und wurde 1543 vom Hofbaumeister Hans von Dehn-Rothfelser erworben. Rothfelser trug stark zur wirtschaftlichen Entwicklung des Hochlandes bei und ließ die alte Burg zum Renaissanceschloss umbauen.
Seine Erben verkauften das Schloss 1568 an Georg von Cracow, der 1575 als Kalvinist verhaftet wurde und kurz darauf verstarb. Das Schloss kam später in den Besitz der
Familie von Loß und der Familie von Friesen. 1725 heiratete Heinrich Friedrich Graf von Friesen die Tochter August des Starken Auguste Constantia von Cosel, die der Legende
nach an Blattern erkrankte und irrtümlich lebendig begraben worden sein soll. Bei einer späteren Öffnung des Sarges sollen sich Kratzspuren an der Innenseite des Sargdeckels befunden haben.
1831 erwarben die Wettiner Schloss und Vorwerk Schönfeld und wandelten dieses zum Kammergut um. In den Schlossräumen wurde 1856 das Königliche Gerichtsamt Schönfeld eingerichtet, nachdem der Bau zuvor bereits einige
Jahre als Gericht und Gefängnis gedient hatte. Nach einer Verwaltungsreform wurde dieses Amt 1871 aufgelöst, so
dass das Gebäude nicht mehr benötigt und verkauft wurde. Ab 1917 war es im Besitz eines Fabrikanten, der Schloss Schönfeld 1939 an die Gemeinde verpachtete. 1945 hatte hier zeitweise die Redaktion der ersten Dresdner
Nachkriegszeitung “Tageszeitung für die deutsche Bevölkerung” ihren Sitz. Später diente das Gebäude u. a. als Schule und Kindergarten des Ortes.
1991 begann eine umfassende Rekonstruktion des Gesamtkomplexes, der künftig als Kulturzentrum dienen soll.
Außerdem ist die Einrichtung einer Gaststätte und eines für Hochzeitsfeiern nutzbaren Festsaals geplant. 2005 bezog der
“Magische Zirkel Dresden”, ein Verein für Zauberkünstler, einige Räume des Schlosses und nutzt diese für seine
Veranstaltungen und als Zaubermuseum. Zu sehen sind u.a. historische Requisiten und Utensilien berühmter Magier.
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