Auf dem Gebiet des heutigen Ortes Weißig lebten bereits im 5. Jahrhundert germanische Stämme, worauf archäologische Funde hinweisen. Nach deren Wegzug siedelten sich hier Sorben an, die vermutlich auch das
Dorf Weißig gründeten. Um 1200 wurden diese durch deutsche Kolonisten verdrängt. Erstmals wurde der Name Weißig 1235 erwähnt. Wahrscheinlich ist dieser vom slawischen “vysoki” = hoch abgeleitet, was auf die Lage des
Ortes hindeutet. Möglich ist jedoch auch die Ableitung vom fränkischen wiz + ach = Weißbach, falls man von einer deutschen Gründung des Dorfes ausgeht. Weißig entwickelte sich seit dem Mittelalter zum typischen
Waldhufendorf und gehörte bis zur Reformation dem 1412 im Ort gegründeten Augustinerkloster. Nach der Reformation wurde das Kloster aufgelöst und Weißig dem Rittergut Schönfeld unterstellt. Ab 1543 gehörte dieses der
Familie Dehn-Rothfelser, die die wirtschaftliche Entwicklung der Region förderten. Bereits zu diesem Zeitpunkt besaß der Ort eine Dorfkirche, die vermutlich um 1180 als Wehrkirche errichtet wurde. Die Bewohner des Ortes lebten vor allem vom Ackerbau.
Weißig war wegen seiner strategischen Lage in der Nähe der wichtigen Fernstraße nach Bautzen immer wieder Schauplatz kriegerischer Ereignisse. So zerstörten im Dreißigjährigen Krieg Soldaten Wallensteins einen
großen Teil des Dorfes. Der günstig gelegene Hutberg am Ortsrand war im Siebenjährigen Krieg 1758 Standort eines Heerlagers Friedrich des Großen. Auch im Mai 1813 wurde Weißig stark umkämpft und dadurch schwer in
Mitleidenschaft gezogen. Französische Soldaten plünderten die Höfe und zerstörten zahlreiche Gebäude. Der von Napoleon als Beobachtungsposten genutzte Buschberg östlich des Dorfkerns trägt seitdem den Namen
Napoleonstein. Erst nach 1900 begann auch in Weißig eine stärkere gewerbliche Entwicklung. An Stelle des 1795 erbauten alten Gasthofes entstand 1903 ein großzügiger Neubau mit Saal, der bis heute als Gaststätte und Pension genutzt wird. 1909 schloss sich der Ort mit weiteren Gemeinden zum Zweckverband Beleuchtung zusammen, der ein eigenes Gaswerk am Weißiger Bahnhof errichtete. Bereits seit 1908 war Weißig Endpunkt einer Eisenbahnstrecke von Dittersbach- Dürrröhrsdorf. Gleichzeitig wurde eine Straßenbahnlinie von Bühlau nach Weißig eingerichtet, die am 1. Juli 1908 ihren Betrieb aufnahm. Mit Verbesserung der Verkehrsanbindung stieg die Einwohnerzahl bis zum Zweiten Weltkrieg auf ca. 2000 an. Trotz des Baus neuer Wohngebiete blieb der Dorfkern mit Dorfteich, Kirche und einigen Bauerngütern bis heute erhalten. Hier steht auch die König-Albert-Eiche mit einem Gedenkstein.
Im Zweiten Weltkrieg blieb Weißig von größeren Schäden verschont. Die bereits geplante Sprengung der Dorfkirche konnte von mutigen Einwohnern verhindert werden. Die Straßenbahnlinie nach Bühlau wurde am
19. Februar 1949 stillgelegt und durch einen O-Bus ersetzt, der bis 1971 verkehrte. Auch die Eisenbahn musste ihren Betrieb 1952 einstellen, da die Gleise zur Erfüllung von Reparationsforderungen demontiert wurden. Weißig blieb jedoch auch weiterhin Wohnvorort für Dresden.
Nach 1990 setzte im Hochland eine starke Bautätigkeit ein. Vor allem auf Weißiger Flur wurden mehrere große Wohn- und Gewerbegebiete angelegt. 1994 schlossen sich die Hochlandorte zur Großgemeinde
Schönfeld-Weißig zusammen. Durch den Zuzug zahlreicher Dresdner Familien wuchs die Einwohnerzahl innerhalb weniger Jahre stark an. Neben modernen Wohnsiedlungen wurde unter starker Einflussnahme des Dynamo-Präsidenten
Rolf-Jürgen Otto auch ein Sportkomplex errichtet. Wegen der zunehmenden Zersiedlung des Hochlandes geriet die Gemeinde in den 90er Jahren immer wieder in die Kritik von Umweltverbänden und Städteplanern. Um eine weitere
ungeplante Entwicklung des Ortes zu verhindern wurde Schönfeld-Weißig am 1. Januar 1999 nach Dresden eingemeindet. Schulen in Weißig: Die erste Schule in Weißig
entstand bereits 1555. 1580 wurde für diese eine Schulordnung erlassen. Der Unterricht fand zunächst in wechselnden Räumen statt, bevor 1664 eine eigene Schulstube eingerichtet wurde. Die Weißiger Schule war bis
1832 auch für die Nachbarorte Pappritz und Ullersdorf zuständig, bevor diese eigene Unterrichtsräume erhielten. Nach Verabschiedung des sächsischen Volksschulgesetzes bildete sich in Weißig 1835 ein
Schulförderungsverein, der 1859 einen Schulneubau durchsetzen konnte. Das mehrfach erweiterte Gebäude diente während des Ersten und Zweiten Weltkrieges auch als Lazarett und Flüchtlingslager. Nach Errichtung
eines modernen Schulneubaus 1976 wurde im Gebäude der Schulhort, die Gemeindebibliothek und ein Polizeiposten eingerichtet. Heute befindet sich hier die als Hutbergschule bezeichnete Grundschule des Ortes. Die neue
Schule am Gönnsdorfer Weg wird als Mittelschule für Weißig und einige Nachbarorte genutzt. Gaswerk: Am 12. 9. 1909 wurde am Weißiger Bahnhof der Grundstein zum Bau eines
gemeindeeigenen Gaswerkes gelegt. Kurz zuvor hatte sich der Ort mit weiteren Hochlandgemeinden zum Zweckverband Beleuchtung zusammengeschlossen. Das neue Werk wurde am 11. 5. 1910 eingeweiht und versorgte die ca. 160
Gebäude des Dorfes mit Gasbeleuchtung. Gleichzeitig konnte auch eine Straßenbeleuchtungsanlage in Betrieb genommen werden. Das Gaswerk wurde mit Steinkohle betrieben und bestand bis 1922. In diesem Jahr schloss Weißig
mit Dresden einen Vertrag zur Lieferung von Stadtgas ab, der das Weißiger Gaswerk überflüssig machte. 1926 erhielt der Ort schließlich auch elektrische Beleuchtung. Das ehemalige Gaswerk wird heute von einer Pharmafirma
genutzt. Marienbad:
Das Marienbad entstand 1897 an einer Quelle am Rand der Dresdner Heide. Das
kleine Freibad besitzt u.a. eine Liegewiese und einen Gondelteich. Außerdem existiert eine Bungalowsiedlung. Hutberg:
Nördlich des Ortes liegt der 311 m hohe Hutberg, der zu den höchsten Erhebungen der Umgebung gehört. Wegen seiner günstigen strategischen Lage richtete Preußenkönig Friedrich der Große während des Siebenjährigen Krieges
hier 1758 ein Heerlager ein. Auch in den Napoleonischen Kriegen gab es Kämpfe um diese Anhöhe. Wegen des Vorkommens einiger seltener Tier- und Pflanzenarten steht der Hutberg heute unter Naturschutz. 1908 wurde am Berg
eine 300 Meter lange Rodelbahn eingerichtet.
Weißiger Nachrichten 16. Dezember 2009:
An der Heinrich-Lange-Straße soll im kommenden Jahr eine weitere Einfamilienhaus-Siedlung mit 60 Häusern entstehen. Der bereits im Jahr 2000 erarbeitete Bebauungsplan wurde jetzt vom Stadtrat bestätigt. Aus Gründen des Umweltschutzes sind mit dem Bau jedoch Auflagen zur Erhaltung eines Biotops und der bestehenden Bäume verbunden.
4. September 2009: Einweihung eines neuen Hochwasser-Rückhaltebeckens am Dorfbach. 4. November 2008:
Probleme mit der Bodenbeschaffenheit und der Entwässerung verzögern erneut den Baubeginn der geplanten Wohnsiedlung an der Heinrich-Lange-Straße. Neue Gutachten fordern nun den Bau eines Regenrückhaltebeckens und eine terrassenförmige Gliederung des Geländes. Außerdem muss der Kalkgehalt des Bodens erhöht werden, um eine bessere Versickerung des Wassers zu erreichen.
1. November 2008:
Anfang Dezember soll in der Nähe des Nilgenbornteiches in Weißig mit dem Bau eines Hochwasserrückhaltebeckens begonnen werden. Durch die Anlage, deren Fertigstellung im Mai geplant ist, wird der Ort künftig besser vor Starkregen und Hochwasser geschützt. In diesem Zusammenhang wird auch der Weißiger Bach auf einer Länge von 250 Metern wieder freigelegt.
26. Oktober 2008:
Abschluss der Sanierung der Kindertagesstätte “Hutbergstrolche”. In dem um ein Geschoss aufgestockten Plattenbau können künftig bis zu 120 Kinder betreut werden.
11. Oktober 2008: Die Einwohnerzahl von Weißig ist seit 2002 von 5.500 auf derzeit 5.600 weiter gestiegen. Der Ort gehört damit zu den größten Zuwachsgebieten in Dresden.
15. Juli 2008:
Die Dresdner Verkehrsbetriebe prüfen derzeit, ob sich der Neubau einer Straßenbahn nach Weißig lohnt. Bereits bis 1949 hatte es eine solche Verbindung von Bühlau aus gegeben. Mit der Bahnlinie würde das Hochland besser an die Landeshauptstadt angebunden und zugleich der Verkehr auf der stark belasteten Bautzner Landstraße entlastet.
18. März 2008:
Spätestens ab 2009 soll die vom Weißen Hirsch in Richtung Oberlausitz führende Bautzner Landstraße einheitlich benannt werden. Grund sind Verwechslungen zwischen dem auf Bühlauer und Rossendorfer Flur gelegenen Straßenabschnitt, der bereits heute diesen Namen trägt. In Weißig selbst werden dann die heutige Dresdner Straße und die Bautzner Straße ebenfalls in Bautzner Landstraße umbenannt und eine durchgängige Nummerierung bis zur Stadtgrenze eingeführt.
7. März 2008:
Im Weißiger Baugebiet an der Heinrich-Lange-Straße werden zwei neue Erschließungsstraßen nach verdienstvollen Bürgern des Ortes benannt. Die Max-Kosler-Straße erinnert an den während der NS-Zeit und in der Nachkriegszeit wegen seiner christlichen Gesinnung verfolgten und inhaftierten Lehrer Max Kosler (1882-1966), der 1954 in den Westen floh. Die Ringstraße des Wohngebietes wird nach dem Pfarrer Richard Mannschatz (1843-1931) benannt. Mannschatz hatte sich maßgeblich für den Umbau der Weißer Kirche 1901 engagiert.
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