Mickten entstand als slawischer Rundling und wurde 1378 erstmals urkundlich als
Migtin (slawisch: Leute des Mikota) erwähnt. Ebenso wie der nur reichlich 100 m entfernte Nachbarort Übigau entstand Mickten auf einer hochwassergeschützten
Erhebung am Elbufer. 1421 existierte in der Nähe der heutigen Sternstraße ein Vorwerk, welches sich im Besitz der Dresdner Bürgerfamilie Ziegler befand. Diese
verkaufte Mickten 1468 an den Bischof von Meißen. Nach Auflösung des Vorwerks teilte man dessen Fluren unter die Micktener Bauern auf. Noch bis ins 16. Jahrhundert
unterschied man zwischen den Dörfern Großmickten und Kleinmickten. Klein-Mickten wurde nach 1529 ebenso wie die Siedlung Bortzschen von seinen Bewohnern verlassen und kam dadurch zu Mickten.
Neben der Landwirtschaft betrieben die
Bewohner früher auch Weinbau. Einige besaßen sogar eigene Weinberge in der Oberlößnitz. Außerdem lebte man vom Fischfang. Grund- und Gerichtsbarkeit lagen bis ins 19. Jahrhundert teilweise beim
Amt Dresden, zum Teil beim Prokuraturamt Meißen, so dass Mickten bis 1836 zwei Ortsrichter besaß. Der bis zur Gegenwart weitgehend erhalten gebliebene Dorfkern (Foto links oben)
erhielt sein heutiges Aussehen nach dem letzten großen Dorfbrand 1823. 1869 wurden einige Güter erneut bei einem Großfeuer zerstört. Die Fachwerkgehöfte Altmicktens stehen unter Denkmalschutz und zeigen
noch alte Laubengänge und Torschlußsteine. Zum Dorfkern gehört auch die 1862 eröffnete Ausflugsgaststätte “Lindenschänke” (Foto rechts).
Im 19. Jahrhundert veränderte sich auch in Mickten die Sozial- und Bevölkerungsstruktur. Als erstes Haus außerhalb des Dorfkerns entstand 1804 an der Leipziger Straße eine Gastwirtschaft, aus der um 1900 das Ballhaus Watzke hervorging. Weitere Wohnhäuser wurden auf ehemaligen Feldern als Arbeiterquartiere der Übigauer Industrie errichtet.
1864 begann an der Sternstraße der Aufbau des Ortsteils Neumickten, in dem sich später u.a. die Brotfabrik “Saxonia”, die Waffelfabrik Hörmann und ein Sägewerk ansiedelten. Bedeutender waren jedoch die nach der
Jahrhundertwende entstandenen Firmen der Elektrotechnik wie Cruse & Co. sowie Koch & Sterzel. Letztere nahm
1923 an der Washingtonstraße die Transformatorenproduktion auf und entwickelte sich als Transformatoren- und Röntgenwerk nach 1945 zum größten Dresdner Industriebetrieb. Heute werden die Gebäude von Siemens und einigen
weiteren Unternehmen genutzt. Seit dem 1. Januar 1903 ist Mickten Stadtteil von Dresden.
Zur Verbesserung der Verkehrsverhältnisse richtete man bereits 1892 eine Pferdeomnibuslinie vom Ballhaus Watzke nach Übigau ein, der 1899 die elektrische Straßenbahn folgte. Der im gleichen Jahr entstandene Straßenbahnhof Mickten (Foto) an der Leipziger Straße war bis 1930 Ausgangspunkt der schmalspurigen Lößnitzbahn nach Radebeul. Die unter Denkmalschutz stehenden Hallen wurden
1992 von den Verkehrsbetrieben aufgegeben und nach jahrelangem Verfall 2009 zu einem Einkaufszentrum umgebaut.
Kirchlich unterstand Mickten bis 1938 der Kaditzer Emmauskirche. Erst dann richtete man an der Homiliusstraße in einem Wohnhaus ein eigenes Gemeindezentrum ein, in dessen Türmchen eine 1480 gegossene Glocke aus der Sophienkirche schlägt.
Weitere Neubauten entstanden zwischen 1936 und 1941 am Lommatzscher Platz (Foto) und 1955/57 an der Lommatzscher Straße. Diese Wohnsiedlung wurde in den 80er Jahren nochmals erweitert und nach 1990 saniert.
Auf den verbliebenen Freiflächen zwischen Mickten und Kaditz , für welche es bereits nach dem Ersten Weltkrieg Bebauungspläne gegeben hatte, begann 1990 die Erschließung eines
Gewerbegebietes. Dabei wurden zahlreiche neue Straßen angelegt. In diesem Zusammenhang entstand auch das weit
über die Stadtgrenzen hinaus bekannte größte Dresdner Einkaufszentrum “Elbepark”. Außerdem wurden auf dem Areal der ehemaligen Brotfabrik zwischen Stern- und Kötzschenbroder Straße einige Wohnhäuser errichtet, die als
“Elbvillenpark” bezeichnet werden. Schulen in Mickten: Dorfschule: Die Micktener Kinder mussten bis Ende des 19. Jahrhunderts die Kaditzer Schule besuchen. Erst 1873/74 errichteten die Gemeinden Mickten und Übigau an der
Böcklinstraße 17 ein gemeinsames Schulhaus. Am 12. August 1874 wurde dieses eröffnet. Zunächst wurden hier nur zwei, seit 1877 vier Klassen unterrichtet. Außerdem gab es eine
kleine Volksbibliothek. Diese Schule war bis 1898 in Betrieb und diente im Anschluss als Gemeindeamt des Ortes. Das Gebäude ist heute noch als Wohnhaus erhalten (Foto).
41. Grundschule: Als das alte Schulhaus nicht mehr für die stark angewachsene
Bevölkerung ausreichte, entstand 1899 ein Schulneubau an der damaligen Jahnstraße (heute Hauptmannstraße 15). Zwei Jahre zuvor war der Nachbarort Übigau aus dem
gemeinsamen Schulverband ausgeschieden und hatte sich ein eigenes Schulhaus gebaut. Der Neubau wurde vom Micktener Baumeister Gustav Richard Martin entworfen und am 31. Mai 1899 übergeben.
Nach der Eingemeindung übernahm die Stadt Dresden das Gebäude als 41. Volksschule. Zu DDR-Zeiten erhielt die nunmehrige 41. POS 1968 den Namen des Dresdner Antifaschisten Franz Lehmann. In diesem Zusammenhang wurde
auch ein Gedenkstein auf dem Schulhof aufgestellt. Heute wird das Haus von der 41.Grundschule “Elbtalkinder” genutzt (Foto)
. Eine Mittelschule befindet sich an der Lommatzscher Straße (9. Mittelschule “Am Elbe Park”). Weiterführende Literatur und Quellen
Micktener Nachrichten 2. Februar 2012:
Anfang März sollen nun endlich die Bauarbeiten für den neuen Sconto-Möbelmarkt und das „Stadttorhaus“ im Gebiet Kaditz-Mickten beginnen. Aufgrund der komplizierten Mietverhandlungen und des schlechten Wettershatte sich der Baustart mehrfach verzögert.
15. Juli 2011:
Auf der Zelenkastraße in der Nähe des Elbeparks in Mickten soll ab 2012 eine neue Wohnsiedlung entstehen. Vorgesehen sind neun Eigenheime und ein Mehrfamilienhaus. Bereits 2003 war hier eine kleine Siedlung errichtet worden.
4. Juni 2011:
Das neue Wohngebiet an der Zelenkastraße ist fast fertig. Derzeit befinden sich noch drei Wohnhäuser im Bau. Die Bauarbeiten für die insgesamt insgesamt zehn Doppel- und Einfamilienhäuser auf dem Gelände einer ehemaligen Gartenanlage hatten 2002 begonnen.
11. April 2011:
Die Sanierungsarbeiten am denkmalgeschützten Verwaltungsgebäude des früheren Straßenbahnhofes sind fast abgeschlossen. Derzeit werden noch Restarbeiten am Haussockel und den Fenstergewänden sowie an den Außenflächen erledigt. Nach Fertigstellung des Gebäudes im Mai werden hier Arztpraxen einziehen. Im Dachgeschoss sind Wohnungen geplant.
25. November 2010:
Ein neuer Bildband mit dem Titel “Ein historischer Spaziergang zwischen Alt- Mickten und Übigau” ist im Sutton-Verlag erschienen.
Das Buch zeigt zahlreiche historische Aufnahmen der beiden Stadtteile aus dem 19. und 20. Jahrhundert und wurde von Jürgen Naumann verfasst. Interessierte können
es ab sofort für 17,90 Euro im Buchhandel erwerben.
Literatur zur Geschichte von Mickten und anderen Stadtteilen finden Sie hier: |
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