![]() |
Die Albert-Hensel-Straße entstand Ende des 19. Jahrhundert im Zusammenhang mit dem Bau neuer Wohnhäuser. Ihren ursprünglichen Namen Maria-Anna-Straße erhielt sie nach dem 1896 gegründeten Maria-Anna-Kinderhospital, welches heute zum Komplex des Rehabilitationszentrums des Berufsförderungswerkes gehört. Markantestes Gebäude ist die 1915 errichtete Weinbergskirche. Nach 1945 wurde die Maria-Anna-Straße nach dem kommunistischen Widerstandskämpfer Albert Hensel (1895-1942) umbenannt. Hensel schloss sich in den 20er Jahren der kommunistischen Partei an und gehörte seit 1934 zum Führungskreis der Widerstandsgruppe um Fritz Schulze, Karl Stein und Herbert Bochow. 1941 wurde Albert Hensel verhaftet und am 6. Februar 1942 in Berlin-Plötzensee hingerichtet. Die Döbelner Straße geht auf einen alten Verbindungsweg am Fuße der Weinberge zurück, der nach seinem Ausbau zur Straße nach der Kleinstadt Döbeln bei Leipzig benannt wurde. Der auf Trachauer Flur gelegene westliche Abschnitt bis zur Bolivarstraße hieß bis zur Eingemeindung des Ortes Herrmannstraße. Im Haus Döbelner Straße 8 wurde 1876 die erste Schule in Trachenberge eröffnet. Ursprünglich lagen hier einige seit dem 16. Jahrhundert entstandene Weingüter. Auf den Grundstücken Nr. 108-116 stand bis zum Abriss 1934 das frühere Gut Wilder Mann, welches dem Stadtviertel seinen Namen gab. Aus diesem ging auch das gleichnamige Gasthaus an der Döbelner Straße 130 hervor, welches nach 1945 als Fernsehstudio genutzt wurde. Heute erinnert noch eine Gedenktafel am Wohnhaus Döbelner Straße 110 an den einstigen Standort.
Foto: Das frühere Weinbergschlösschen Döbelner Straße 24 Die angrenzenden Grundstücke befanden sich um 1680 im Besitz sächsischer Adliger. Neben den Weinbergen des “Wilden Manns” lagen die Taubischen Berge, daran anschließend die Friesenberge sowie die nach dem kurfürstlichen Stallmeister Nicolaus von Maxen (+ 1712) benannten Max`schen Berge. Später betrieben bevorzugt Pieschener und Trachauer Bauern den Weinanbau. Heute sind diese Güter allesamt aus dem Stadtbild verschwunden. Lediglich einige alte Weinbergsmauern sowie das zu den wenigen erhaltenen bäuerlichen Anwesen gehörende Wohnhaus Döbelner Straße 32 erinnern noch an diese Zeit.
1895 ließ Opitz das bislang von ihm nur als Sommerwohnsitz genutzte Landhaus umbauen und um zwei Seitengebäude erweitern. In diesem Zusammenhang entstanden auch die noch heute erhaltene Neo-Rokoko-Fassade sowie das prunkvolle Hoftor, wodurch das schlichte Landhaus ein schlossartiges Aussehen erhielt. Im Garten befindet sich ein Fragment der 1907 abgerissenen alten Augustusbrücke, welches als Geschenk König Friedrich August III. nach Trachenberge kam. Unweit davon steht eine über 250 Jahre alte Stieleiche. Außerdem gibt es auf dem parkartigen Grundstück einen kleinen Grottenbrunnen und einen romantischen Laubengang. Nach 1990 wurden Haus und Garten denkmalgerecht saniert.
Die Hellerhofstraße erhielt ihren Namen nach dem 1894 gegründeten und auch als “Eselhof” bezeichneten Hellerhof. Ab 1933 wurde das Gelände als Kaserne und Übungslager von der Waffen-SS genutzt. In unmittelbarer Nähe entstand nach Kriegsbeginn ein Gefangenenlager für sowjetische Zwangsarbeiter, die in den kriegswichtigen Göhle-Werken an der Großenhainer Straße arbeiten mussten. Heute befinden sich hier verschiedene Gewerbebetriebe. Die Kändlerstraße geht auf einen ehemaligen Weinbergsweg in den Taubischen Bergen zurück. Mit zunehmender Bebauung wurde dieser Weg zur Straße ausgebaut und seit Ende des 19. Jahrhunderts Kändlerstraße genannt. Mit der Namensgebung wird an den Trachenberger Rittergutsbesitzer Bernhard Adolf Kändler erinnert, der 1871 das Gut Wilder Mann erwarb und 1880 verstarb. Kändler ließ auch den ersten Bebauungsplan für die Gemeinde erstellen und setzte durch, dass hier ausschließlich Villen und Wohnhäuser entstehen durften. Die frühere Marienhofstraße verdankte ihren Namen dem 1873 hier gegründeten Marienhof, einer Besserungsanstalt für Jugendliche, die später als städtisches Kinderheim diente. Nachdem das Heim 1949 den Namen “Maxim Gorki” erhalten hatte, wurde auch die Straße in Maxim-Gorki-Straße umbenannt. Im Haus Marienhofstraße 76 bestand um 1900 das Arbeiterlokal “Zum Vergißmeinnicht”, welches als Kundgebungsort und politischer Treffpunkt bekannt war. Unweit davon existierte zwischen 1900 und 1914 das Trachenberger Postamt im Erdgeschoss des Doppelhauses Nr. 85/87. Nr. 58/60: Die kleine Wohnanlage, zu der auch die Gebäude Rückertstraße 22-30, Waldstraße 1-7b und Hans-Sachs- Straße 33/35 gehören, entstand zwischen 1913 und 1920 für den Dresdner Spar- und Bauverein. Architekt der für ihre Zeit modernen Siedlung war Heinrich Koch. Alle Wohnungen erhielten moderne sanitäre Anlagen und Balkone, womit an sozial- und lebensreformerische Grundsätze angeknüpft wurde. Hinzu kamen Gemeinschaftsräume, ein Waschhaustrakt und Grün- und Spielflächen in den Innenhöfen. Nach einem der Förderer des Spar- und Bauvereins, dem Kommerzienrat Palmié, werden die Wohnhäuser auch als “Palmié-Häuser” bezeichnet.
Die erst nach 1990 angelegte Meinholdstraße auf dem Heller erhielt ihren Namen nach dem Dresdner Druckereibesitzer Carl Christian Meinhold (1740-1827). Meinhold erwarb 1783 die Meinholdsche Hofdruckerei und baute sie zu einem der bedeutendsten Dresdner Verlage aus. Noch bis 1945 führte die Familie das Unternehmen unter dem Namen C. C. Meinhold & Söhne fort. Heute hat auf der Meinholdstraße die Druckerei des Dresdner Druck- und Verlagshauses ihren Sitz, in der u.a. die “Sächsische Zeitung” und die “Dresdner Morgenpost” gedruckt werden.
Zwischen November 1945 und Juli 1946 unterhielt die damalige sowjetische Besatzungsmacht im Wohnhaus Weinbergstraße 24 ein “Postamt” zur Kontrolle aller von und nach Dresden gehenden Sendungen. Die Zensurstelle wurde später zur Bautzner Straße verlegt und bestand noch bis 1950. Nr. 76: Die um 1910 vom Architekten Heinze als eigenes Wohnhaus errichtete Villa Nr. 76 gehört zu den interessantesten Gebäuden an der Weinbergstraße. Das im Landhausstil gestaltete Gebäude weist an der Fassade verschiedene neogotische Elemente und Plastiken auf, welche Szenen der biblischen Geschichte darstellen.
|
| [Home] [Nord] [Nordwest] [Neustadt] [Nordost] [West] [Zentrum] [Südwest] [Süd] [Südost] [Ost] [Register] [Kontakt] [Impressum] |