Trachenberge

Gemeindesiegel von Trachenberge

Postleitzahl: 01129







Vereine in Trachenberge:


Schulen in Trachenberge:


Privater Kindergarten in Trachenberge:

Die Fluren des heutigen Stadtteils Trachenberge waren ursprünglich im Besitz des Landesherren und fast völlig mit Wald bedeckt. Lediglich an den Hängen der Hellerberge wurde schon seit dem 15. Jh. Wein angebaut. Erstmals erwähnt sind diese Weinberge im Abrechnungsbuch des Amtes Dresden aus dem Jahr 1446. Besitzer waren meist kurfürstliche Beamte, Adlige und wohlhabende Dresdner Bürger. Hinzu kam ein größeres Flurstück westlich der Großenhainer Straße, welches dem Neustädter Augustinerkloster gehörte. Die als “Brüchigt” bezeichneten Flächen zu Füßen der Trachenberge konnten als Reste früherer Elbarme wegen ihres sumpfigen Untergrundes kaum genutzt werden.

Um 1600 begann die zunehmende Rodung der bewaldeten Hänge zugunsten weiterer Rebflächen, die bis 1670 weitgehend abgeschlossen war. Neben dem Hellergut entstanden die “Baumwiese” auf Boxdorfer Flur sowie das Strobelsche Weingut als Mittelpunkt größerer Gutswirtschaften. An zwei Weingüter erinnern noch heute die Namen Wilder Mann und Hechtviertel. Auch der Straßenname Neuländer Straße hält bis heute die Erinnerung an diese Zeit wach.

Eines der ältesten Gebäuden in Trachenberge ist das Weingut Wilder Mann an der Döbelner Straße (Foto: Gedenktafel am Haus Nr. 110). 1680 wurde dieses Gut erstmals erwähnt und bildete zwischen 1722 und 1897 einen selbstständigen Gutsbezirk. Zu dessen Fluren gehörte auch ein früher Jeßnitz genannter Weinberg in der Nähe des St.-Pauli-Friedhofes, der um 1930 mit Wohnhäusern bebaut wurde. Weitere Weinberge, so der Taubesche Berg an der Kändlerstraße und der Friesensche Weinberg östlich der Drachenschlucht, wurden nach 1756 parzelliert und an Pieschener Häusler zur Nutzung abgegeben. Wenige Jahre zuvor hatte es hier im Juni 1753 noch ein großes Manöver der sächsischen Armee gegeben, an welchem u. a. Prinz Xaver mit seinem Stab teilnahm. Während des Siebenjährigen Krieges campierten österreichische Soldaten in den Weinbergen und richteten dabei schwere Verwüstungen an.

Die stärkere Besiedlung der Trachenberge begann erst um 1800. In den zu dieser Zeit durch Verkäufe und Erbteilungen bereits stark zersplitterten Weinbergen siedelten sich zunehmend landarme Bauern, Häusler, Gärtner und besitzlose Landarbeiter an. Diese gründeten schon bald kleine Gemeinschaften, um bestimmte Aufgaben wie den Erhalt der Weinbergsterrassen und den Brunnen- und Wegebau gemeinsam erledigen zu können. Am 26. November 1812 wurden die verstreuten Anwesen durch eine “Instruktion für den Richter in den Trachenbergen” zu einer Amtskommune  zusammengeschlossen, die 1839 den Status einer Landgemeinde erhielt.

Mitte des 19. Jahrhunderts entstanden an der Döbelner und der Großenhainer Straße neue Villenviertel, die Trachenberge zeitweise zu einer beliebten Sommerfrische machten (Foto: Gasthaus “Wettinschlößchen”). Die Bevölkerung wuchs, begünstigt durch die Industrialisierung in den Nachbarorten, deutlich an. Dieses führte nach 1890 zum Rückgang und schließlich zur gänzlichen Einstellung des Weinanbaus an den Hängen der Trachenberge.

Gegen Ende des 19. Jh. begann die Stadt Dresden an dieser Stelle einige Sozialeinrichtungen anzulegen. Als vorteilhaft wurden die ruhige Lage und die günstigen klimatischen Verhältnisse angesehen. Außerdem siedelten sich auf den Freiflächen zwischen dem Ort und dem Pieschener Ortskern mehrere Gärtnereien an. Auf diese Art vergrößerte sich die bebaute Flur Trachenberges, welches am 1. Juli 1897 gemeinsam mit dem Wilden Mann und den Hellerbergen nach Dresden eingemeindet wurde.

Wichtigstes gewerbliches Unternehmen war seit 1891 der Straßenbahnhof Trachenberge, in dem auch die ersten Fahrzeuge der Straßenbahn gebaut wurden. Der bis heute genutzte Betriebshof an der Trachenberger Straße ist zugleich Domizil des Dresdner Straßenbahnmuseums (Foto). Seit 1876 besaß der Ort eine eigene Schule und ab 1915 mit der Weinbergskirche auch eine eigene Kirchgemeinde. In den 20er und 30er Jahren und seit 1974 entstanden nördlich der Großenhainer Straße weitere Wohnviertel.

Foto: Straßenbahnhof Trachenberge

Schulen in Trachenberge:

Das erste Schulhaus errichtete die Gemeinde Trachenberge 1876 an der Döbelner Straße Nr. 8/10. 1883 entstand ein weiteres Schulgebäude bevor im Jahr 1900 ein Neubau an der Maxim-Gorki-Straße 39 bezogen werden konnte. Zu DDR-Zeiten trug diese Schule den Namen 28. POS “Otto Buchwitz” (ab 1991 28. Grundschule). Nach Schließung dieser Schule fand hier das im März 2007 eingeweihte Berufsschulzentrum für Gesundheit und Sozialwesen “Karl August Lingner” sein Domizil. Hier werden u.a. Arzthelferinnen, Zahntechniker und Pflegekräfte ausgebildet.

 

Fotos: Trachenberger Schulen - links das alte Schulgebäude auf der Döbelner Straße 8,
rechts die frühere 28. Grundschule auf der Maxim-Gorki-Straße 39

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Postwesen in Trachenberge:

Die erste Postagentur des Ortes entstand 1883 in einem Wohnhaus auf der damaligen Hermannstraße (heute Döbelner Straße 21). Im Zusammenhang mit dem wenige Wochen später durchgeführten Sächsischen Bundesschießen im Schützenhof  richtete man auch ein Telegraphenamt ein. Nach der Eingemeindung Trachenberges wurde dieses Postamt als Dresden N 23 bezeichnet und existierte bis 1900.

Im Anschluss verlegte man das Postamt in die Erdgeschossräume des Doppelhauses Marienhofstraße 87. 1914 erfolgte ein erneuter Umzug zur verkehrsgünstigeren Großenhainer Straße 149. Dieses Gebäude war kurz zuvor von einer privaten Baugesellschaft im Auftrag der Reichspost errichtet worden und steht heute unter Denkmalschutz. Auch das Nachbargrundstück wurde seit 1929 für postalische Zwecke genutzt. 1999 wurde dieses Postamt geschlossen und durch eine Filiale in einem nahegelegenen Schreibwarenladen ersetzt.

Kleingartenverein “Frischer Wind”:

Die Gartensparte wurde 1947 auf einem gerodeten Waldstück der Jungen Heide angelegt und sollte vorrangig der besseren Versorgung der Bevölkerung in den schweren Nachkriegsjahren dienen. Erst später erhielten die Gärten Strom- und Wasseranschluss, ein Spartenheim und eine Kegelbahn. Nach 1990 mussten einige Gärten dem Ausbau der Autobahnauffahrt weichen. Als Ersatz konnten benachbarte Flächen an der Kalkreuther Straße erworben werden. Seit 1994 befindet sich das gesamte Grundstück im Besitz der Spartenmitglieder, um einer künftigen Bebauung des Areals an der Autobahn vorzubeugen.

Kleingartenverein “Mariengärten”:

Die Gartenanlage entstand 1902 auf dem Gelände einer früheren Tongrube und gehört zu den ältesten Kleingartenanlagen in Dresden. Gründer waren die beiden Radebeuler Fabrikbesitzer Max und Richard Böhme, die das Areal mit der Bestimmung verpachteten, es dauerhaft als Gartenland zu nutzen. 1980 konnte der Verein seine Anlage um das Gelände eines Abrissgrundstücks des Otto-Buchwitz-Werkes an der Weinböhlaer Straße erweitern. Zum Kleingartenverein gehören heute 100 Gärten sowie eine öffentlich zugängliche Vereinsgaststätte.

 

Trachenberger Straßen

Weiterführende Literatur und Quellen:

Trachenberger Nachrichten

8. Januar 2010: Auch im neuen Jahr werden die Stadtteilführungen in Trachenberge fortgesetzt. Die Führungen finden immer am zweiten Sonntag des Monats statt, können aber auch für geschlossene Veranstaltungen gebucht werden. Treffpunkt ist um 10.30 Uhr das Café Genuss. Hier findet der Rundgang nach ca.120 Minuten bei einer kleinen Stärkung mit Getränk und Gebäck auch seinen gemütlichen Ausklang. Anmeldungen für die Führung werden im Café entgegen genommen: Trachenberger Str. 72/Ecke Döbelner Str., 01129 Dresden, Tel. 0351/8748273. Der Preis pro Person beträgt 6 Euro und schließt Getränk und Gebäck im Café Genuss mit ein. Bei schlechtem Wetter kann man die Führung als Vortrag erleben.

23. Dezember 2009: Die 1889 errichtete “Villa Phönix” in der Gleisschleife der Straßenbahn (Großenhainer Straße 196) wird ab kommenden Frühjahr saniert. Das seit Jahren leer stehende Haus soll künftig 14 Wohnungen und zwei Gewerbeeinheiten beherbergen.

23. Oktober 2009: Zwischen Hubertus- und Rückertstraße soll auf einer Grünfläche ein kleiner Stadtpark angelegt werden. Geplant  ist die Anpflanzung von Strächern und das Aufstellen von Ruhebänken.

21. Juli 2009: Das Hotel “Bergwirtschaft Wilder Mann” erält vom Deutschen Hotel- und Gaststätten- Vernad DEHOGA die Klassifizierung “Vier Sterne First Class”.

19. Februar 2009: Im dritten Quartal 2009 werden die Trachenberger Straße und der Trachenberger Platz erneuert und mit einer Asphaltdecke versehen. Außerdem werden die Straßenbahngleise ausgetauscht und die Haltestellen behindertengerecht verändert.

13. Februar 2009: Der Straßenbahnhof Trachenberge soll in den kommenden Jahren umgebaut und modernisiert werden. Geplanbt sind eine neue Abstellhalle für Straßenbahnen, ein Busdepot sowie ein neues Empfangsgebäude für die Verwaltung. Außerdem soll das Gleisnetz umgestaltet und die Anlage mit einer umweltfreundlichen Solar- und Wasserreinigungsanlage versehen werden. Wann der Umbau beginnt, steht noch nicht fest.

3. Januar 2009: Die sagenumwobene Figur des “Wilden Manns” ist ab sofort zur Unterhaltung der Gäste des “Bergwirtschaft” im Einsatz. In einem historischen Kostüm spielt der Gastronom Andreas Töpfer künftig den Einsiedler, welcher der Überlieferung nach Kurfürst Johann Georg vor einer Räuberbande gerettet haben soll.

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