Schiffswerft Übigau



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Die Übigauer Schiffswerft entstand 1877 auf dem Gelände der ehemaligen Maschinenbauanstalt Schuberts und war im Besitz der Dresdner Schifffahrtsgesellschaft “Kette”. Das neue Unternehmen spezialisierte sich auf den Bau von Binnenschiffen und Dampfkesselanlagen. Seit 1892 bestand auch eine Versuchsanlage der technischen Hochschule für den Schiffbau. Bereits 1863 war in Dresden-Neustadt eine weitere Werft entstanden, die im Besitz der Familie Schlick war und 1899 in eine Aktiengesellschaft umgewandelt wurde. Da in Übigau mehr Platz für den Bau der größer gewordenen Schiffe war, siedelte diese Firma nach Übigau um und vereinigte sich 1905 mit dem bestehenden Unternehmen zur Dresdner Maschinenfabrik und Schiffswerft Übigau AG.

Foto: Die Übigauer Werft um die Jahrhundertwende, rechts der bis heute noch erhaltene historische Drehkran

In Übigau wurden neben Rad- und Schraubenschleppern, Frachtkähnen und sonstigen Schiffen auch Kesselanlagen und verschiedene Bagger hergestellt. Auch die technischen Einrichtungen der meisten Elbdampfer stammen aus Übigau und wurden in Laubegast in die dort gebauten Schiffskörper eingesetzt. Bis 1910 wuchs das Unternehmen auf 1200 Beschäftigte. 1921 arbeiteten bereits 1500 Arbeiter und Angestellte auf der Werft, die zu diesem Zeitpunkt größte Binnenschiffswerft Europas war. 1924 erwarb die Waggon- und Maschinenbau AG Görlitz die Übigauer Werft. In Folge der Weltwirtschaftskrise geriet das Unternehmen jedoch in wirtschaftliche Schwierigkeiten und wurde 1930 stillgelegt.

1935 entschlossen sich drei ehemalige Ingenieure zur Übernahme eines Teils der Werft. Zugleich gründeten die Gebrüder Birke auf dem verbliebenen Grundstück eine Dampfkesselbaufirma, so dass nun zwei Nachfolgebetriebe existierten. Während des zweiten Weltkrieges wurden hier u. a. U-Boot- Teile für Hitlers Marine hergestellt. Zwei Luftangriffe am 16. Januar und 2. März 1945 richteten große Schäden im Betriebsgelände an. Das kriegswichtige Unternehmen fiel 1946 unter die Enteignungsverfügungen und wurde zum VEB Dampfkesselbau Dresden-Übigau. Bis 1989 nutzte der Betrieb das Übigauer Schloss als Verwaltungsgebäude.

Die Firma wurde 1990 privatisiert und von der TTU aus Ulm übernommen, Heute werden hier Kesselanlagen sowie Zubehörteile für den Schiffsbau produziert und an verschiedene Unternehmen im In- und Ausland geliefert. Außerdem bestehen auf dem früheren Werftgelände mehrere Kleinbetriebe. Am Elbufer erinnert ein alter Drehkran von 1898 an die Geschichte der Übigauer Werft.

Der historische Drehkran (Foto) wurde von den Eisenwerken Hamburg errichtet und geht auf das System des britischen Maschinenbauers William Fairbairn zurück. Der auf einem Sandsteinsockel stehende Kran diente der Umsetzung schwerer Großteile und wurde von einem Elektromotor mit Hilfe einer Kette angetrieben. Mit dem 14 Meter langen Lastenausleger konnten Lasten bis zu 50 Tonnen gehoben werden. Die Gesamthöhe des Krans beträgt ca. 18 Meter. Obwohl der Kran wegen fehlendem Antrieb heute nicht mehr funktionstüchtig ist, steht er als bedeutendes Zeugnis der Industriegeschichte seit 1982 unter Denkmalschutz.

 


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