Straßen und Plätze in Übigau

 

Altübigau

Der alte Dorfkern des Ortes hieß früher “die Tränke”, da hier das Vieh zum Elbufer getrieben wurde. Angelegt wurde der Ort auf einer acht Meter über der Elbe gelegenen hochwasserfreien Erhebung. Von den ehemals sechs Gehöften Altübigaus sind seit dem Luftangriff vom 2. März 1945 nur noch zwei erhalten geblieben. Am Haus Altübigau Nr. 8  ist noch ein Schlussstein von 1720 erhalten. Die auf dem Platz stehende Flatterulme wurde 1999 zum Naturdenkmal erklärt. In unmittelbarer Nachbarschaft erinnert eine Gedenksäule an das Elbehochwasser vom August 2002.

 

Fotos: Dorfkern Altübigau mit Hochwassersäule.
Leider fiel der Glasaufbau mit einem Sandsack kurz nach Aufstellung des Steins Vandalismus zum Opfer.
 

Carrierastraße

Die Carrierastraße wurde 1997 im Zusammenhang mit dem Neubau des Stadtteilzentrums “Elbarkaden” angelegt. Ihren Namen erhielt sie nach der italienischen Kunstmalerin Rosalba Carriera (1675-1756). Nach Eröffnung des Wohn- und Geschäftskomplexes befindet sich hier heute das eigentliche Zentrum Übigaus (Foto).

 

Klingerstraße

Die Klingerstraße erinnert an den Maler und Bildhauer Max Klinger (1857-1920), einen der wichtigsten Vertreter des kritischen Realismus in Deutschland. Bis 1945 hieß sie nach dem bekannten sächsischen Kampfflieger Immelmannstraße. Immelmann wurde 1890 in Dresden geboren und besuchte hier die Kadettenanstalt und die Technische Hochschule. Während des Ersten Weltkrieges wurde er als “Adler von Lille” zum Volkshelden. 1916 kam Immelmann bei einem Flugunfall ums Leben.

Im Zusammenhang mit dem Bau des Kaditzer Luftschiffhafens wurde 1913 eine Kaserne errichtet, die bis zum Ende des Ersten Weltkrieges vom Luftschiffer-Bataillon Nr. 2 genutzt wurde. Später waren hier Nachrichtentruppen der Reichswehr und der Wehrmacht, nach 1945 Einheiten der sowjetischen Armee untergebracht. Nach mehrjährigem Leerstand wurden große Teile der Anlage 2005 abgerissen.

DRK-Kreisverband Dresden e. V. - Klingerstr. 20, 01139 Dresden
Tel. 0351/8500220 - Fax 0351/8500233
www.drk-dresden.de

Marie-Curie-Straße

Die Marie-Curie-Straße im Übigauer Gewerbegebiet an der Scharfenberger Straße Straße erhielt ihren Namen 1995 nach der polnisch-französischen Chemikerin und Physikerin Marie Sklodowska-Curie (1867-1934). Marie Curie gilt als eine der Begründerinnen der Radiochemie und entdeckte gemeinsam mit ihrem Mann Pierre das Element Polonium. Für ihre Forschungen erhielt sie 1911 den Nobelpreis.

Mengsstraße

Bis zur Eingemeindung Übigaus wurde diese Straße Albertstraße genannt. Ihren heutigen Namen erhielt sie nach dem Maler und Kunsthistoriker Anton Raphael Mengs, der u.a. das Altargemälde der Hofkirche schuf. Ab 1745 war er Hofmaler der sächs. Kurfürsten und lebte ab 1760 in Spanien. Mengs gilt als Begründer des Klassizismus in der Malerei. Im Zusammenhang mit dem Schulbau an der Thäterstraße entstand ein kleiner Vorplatz mit Brunnen, der als Mengsplatz bezeichnet wird. Die Wohnhäuser an der Mengsstraße wurden 1964/65 für die Beschäftigten des Transformatoren- und Röntgenwerkes gebaut.

Foto: Brunnenanlage am Mengsplatz


 


Rauchstraße

Die Rauchstraße bildete früher die Ortsgrenze zwischen Mickten und Übigau und hieß deshalb bis 1903 Grenzstraße. Ihr jetziger Name erinnert an den bekannten Bildhauer des Klassizismus Christian Daniel Rauch (1777-1857, der vor allem in Berlin tätig war und 1857 in Dresden verstarb.

Rethelstraße

Die Rethelstraße bildet neben Altübigau den alten Kern des Dorfes Übigau. Früher wurde die Straße “Triebe” genannt, da hier der Weg des Viehs auf die Weiden entlangführte. Bis 1899 hieß sie Dorf-, danach Hauptstraße. Alfred Rethel (1816-1859) war ein wichtiger Vertreter der Historienmalerei des 19. Jh. und schuf u.a. die Fresken des Aachener Rathauses. In den Wintermonaten hielt sich Rethel meist in Dresden auf, wo auch einige seiner Werke entstanden. 1904 erhielten die Hauptstraße in Übigau sowie die anschließende Bergstraße in Mickten seinen Namen.

Am erhaltenen Gehöft Rethelstraße 28 erinnert zwei Steintafeln von 1692 und 1695 an die Vergangenheit des Dorfes. Die Anwesen Rethelstraße Nr. 17 und 19 waren früher als “Bischofsgüter” bekannt. Die ehemalige Pionierkaserne am Elbufer, seit 1879 nur noch als Wohnhaus genutzt, wurde 1979 abgerissen. Die Rethelstraße bildete einst das Geschäftszentrum Übigaus mit zahlreichen Läden und den Gasthöfen “Zur Kette” und “Gasthof Übigau”. An Stelle des letzteren entstand 1956 die Kreuzkapelle Übigau als Gemeindehaus der Übigauer Christen (Rethelstraße 43 - Foto).

Schwindstraße

Die Schwindstraße wurde 1900 als Gartenstraße angelegt und 1903 nach dem romantischen Maler und Zeichner Moritz von Schwind (1804-1871) benannt. Schwind schuf zahlreiche Zeichnungen und Gemälde mit Motiven aus der Märchen- und Sagenwelt. Auf ihn geht auch die Figur des Weihnachtsmannes mit weißem Bart, Rute und Geschenkesack zurück.

Tauberthstraße

Die Tauberthstraße wurde 1996 im neuen Gewerbegebiet Übigau angelegt. Otto Volkmar Tauberth (1816-1871) war als Eisenbahn-Maschinenbauingenieur einer der engsten Mitarbeiter Andreas Schuberts und wirkte an der Übigauer Maschinenbauanstalt. Tauberth wurde später Maschinenmeister der ersten deutschen Fernbahn und war zeitweise auch Vorsitzender des Dresdner Gewerbevereins.

Thäterstraße

Die Thäterstraße erhielt ihren Namen 1904 nach dem früheren Zeichenlehrer an der Dresdner Kunstakademie Julius Thäter (1804-1870), der seine letzten Lebensjahre in München verbrachte. Zuvor hieß die Straße Schulstraße, da sich hier seit 1897 das Übigauer Schulhaus befand.

 

Washingtonstraße


 


Werftstraße

Die Werftstraße verdankt ihren Namen der 1877 hier gegründeten Übigauer Schiffswerft. Das Werftgelände nahm einen Teil des ehemaligen Schlossparks in Anspruch und wurde zuletzt vom Dampfkesselbau Übigau und einigen kleineren Handwerksbetrieben genutzt. Vor der Eingemeindung wurde die Straße Schloßstraße bzw. Eosanderstraße (nach dem Erbauer des Übigauer Schlosses) genannt.  Johann Friedrich Eosander von Göthe (1670-1729) war ab 1699 Hofarchitekt Friedrich I. von Preußen und am Bau des Berliner Stadtschlosses sowie von Schloss Charlottenburg beteiligt. Seine letzten Lebensjahre verbrachte er, im Dienste des sächsischen Kurfürsts stehend, in Dresden

Zinggstraße

Die Zinggstraße hieß vor der Eingemeindung bis 1903 Briesnitzer Straße. Ihren heutigen Namen erhielt sie 1903 nach dem romantischen Maler Adrian Zingg (1734-1816), der von 1766 bis zu seinem Tod Zeichenlehrer an der Kunstakademie war. Gemeinsam mit seinem Künstlerfreund Anton Graff gilt Zingg als künstlerischer “Entdecker” der Sächsischen Schweiz. Am Ende der Zinggstraße gab es frühere eine Dampferanlegestelle der Weißen Flotte.


[Home] [Nord] [Nordwest] [Neustadt] [Nordost] [West] [Zentrum] [Südwest] [Süd] [Südost] [Ost] [Register] [Kontakt] [Impressum]