Das Gebiet zwischen Dobritz, Laubegast und Leuben war bereits in ur- und frühgeschichtlicher Zeit besiedelt, wie Funde auf dem Gelände einer ehemaligen Kiesgrube an der Salzburger Straße beweisen. Bei
Ausgrabungen wurden hier Gräber, Keramikscherben und andere Siedlungsspuren von der jüngeren Steinzeit bis zur Bronzezeit gefunden. Aufgrund der Fülle der entdeckten Bronzegegenstände gehen Wissenschaftler davon aus,
das sich an dieser Stelle vor ca. 3000 Jahren eine Stätte der Metallverarbeitung befand, die weit über den Dresdner Raum hinaus von Bedeutung war. Außerdem konnten Reste von Wohngebäuden, eine Webstube und verschiedene
Gebrauchsgegenstände freigelegt werden. Weitere Funde weisen auf die Besiedlung durch germanische Stämme (4. Jh.) und slawische Bewohner hin. Dobritz selbst wurde 1378 erstmals als Doberwicz urkundlich erwähnt. Der aus dem altsorbischen stammende Name weist auf eine entsprechende Gründung durch einen
Dobr hin (Doberwicz = Leute des Dobr). Dobritz bestand einst aus drei Ortsteilen: dem älteren Gassendorf Großdobritz, dem Bauernweiler Kleindobritz sowie der im
14. Jh. zur Wüstung gewordenen Siedlung Lippen, die ganz im Süden der heutigen Ortsflur lag. Sowohl Groß- als auch Kleindobritz unterstanden verschiedenen,
mehrfach wechselnden Lehnsherren. So besaßen die Herren von Bärenstein, von Rottwerndorf und von Borthen zeitweise Anteile an den Dörfern. 1582 erwarb die auf Schloss Weesenstein ansässige
Adelsfamilie Bünau die Erbgerichtsbarkeit über Großdobritz, während Kleindobritz bis ins 19. Jahrhundert zum Dresdner Religionsamt gehörte. Kirchlich war Dobritz ab 1674 nach Leuben eingepfarrt.
Die Bewohner der beiden Orte, die sich erst 1839 zu einer Gemeinde zusammenschlossen, lebten
vorrangig von der Landwirtschaft. Noch heute sind im Dorfkern einige Bauerngüter erhalten geblieben (Fotos). Neben diesen gab es bereits im 18. Jahrhundert zahlreiche Häusleranwesen in Altdobritz und an der Pirnaer Landstraße, deren Bewohner ihren Lebensunterhalt mit Spinnen, Zwirnen und der in
Heimarbeit betriebenen Strohflechterei verdienten. Erst nach 1880 wandelte sich Dobritz vom Bauerndorf zum Arbeiterwohnort, nachdem im benachbarten
Niedersedlitz zahlreiche Industrieunternehmen gegründet worden waren. Hinzu kamen bis 1895 sieben große Gärtnereien, die zuvor in Striesen der zunehmenden Bebauung weichen mussten.
Bis 1910 war die Bevölkerung auf über 1500 Einwohner gewachsen, von denen fast zwei Drittel Arbeiter waren. In Dobritz selbst war als bedeutendstes Unternehmen 1884 eine Gardinenfabrik
eröffnet worden, die zumeist Frauen beschäftigte. 1912 übernahm die Dresdner Gardinen- und Spitzenmanufaktur AG den Betrieb. Um die langen
Arbeitswege der aus zahlreichen Orten der Umgebung stammenden Arbeiterinnen zu verkürzen, entstanden nördlich der heutigen Breitscheidstraße vor und nach dem Ersten Weltkrieg neue Wohnsiedlungen. Am 1. April 1921 kam
Dobritz als Stadtteil zu Dresden. Auch nach 1945 blieb Dobritz
in erster Linie Industrievorort. Die Gardinenfabrik wurde als Betriebsteil in den VEB Plauener Spitze eingegliedert und 1991 privatisiert. Außerdem
entstanden an der Breitscheidstraße weitere gewerbliche Ansiedlungen, u. a. Neubauten für den VEB Verpackungsmaschinenbau Dresden. Dominierender Blickfang ist ein zwölfgeschossiges
Bürohochhaus, welches 1957/63 nach einem Entwurf von J. Junghanns entstand (Foto). Im Zusammenhang mit dieser Entwicklung erhielt Dobritz auch einen eigenen Eisenbahnhaltepunkt
an der S-Bahn-Strecke Dresden - Pirna. Ende der 60er Jahre wurden auf Freiflächen um den Ort einige Neubauten errichtet. Der zu DDR-Zeiten stark verfallene und zum Abriss vorgesehene
alte Dorfkern konnte in den letzten Jahren größtenteils saniert werden. Seit 1990 steht das Areal unter Denkmalschutz.
Schulen in Dobritz:
Dobritz erhielt sein erstes Schulhaus 1883 an der Pirnaer Landstraße. Zuvor mussten die wenigen Kinder des Ortes die
Leubener Schule besuchen. Infolge des Bevölkerungswachstums machte sich 1908 ein Erweiterungsbau erforderlich, der 1923 nochmals um einen Anbau erweitert wurde. Die zu DDR-Zeiten nach dem kommunistischen Lehrer und
Reichstagsabgeordneten Ernst Schneller benannte 67. POS dient heute als Kindergarten bzw. als Förderschule “Am
Landgraben” für Kinder mit Konzentrations- und Merkschwächen. Ein weiteres Schulgebäude aus den 1970er Jahren wird von der 93. Grundschule genutzt. Fotos: Die beiden Dobritzer Schulhäuser an der Pirnaer Landstraße
Dobritzer Nachrichten 1. August 2008:
Der Reitverein “Altes Gut Dobritz “ hat sein bisheriges Domizil verlassen und ist nach Stolpen umgezogen. Grund war die bevorstehende Zwangsräumung der Geländes durch die Stadt Dresden, die die Gebäude wegen des schlechten Bauzustandes gekündigt hatte.
26. April 2008:
Die Dobritzer Schule feiert ihr 125. Schuljubiläum. Das seit 1986 als Förderschule genutzte Gebäude entstand Ende des 19. Jahrhunderts und wurde 1908 nochmals erweitert. Aus diesem Anlass haben die Schüler und Lehrer eine Ausstellung und verschiedene Veranstaltungen organisiert.
4. März 2008:
Wegen akuter Einsturzgefahr einer baufälligen Scheune steht der Reiterhof “Altes Gut Dobritz” vor dem Aus. Bis zum 31. Juli müssen die Vereinsmitglieder die Gebäude räumen. Derzeit wird nach einem Ausweichquartier gesucht.
20. Dezember 2007:
Die Kindertagesstätte “Dobritzer Kinderland” feiert ihr 40jähriges Bestehen. Im kommenden Jahr soll aus diesem anlass eine neue Spiellandschaft mit Freilichtbühne sowie einem Wasserspielplatz entstehen. Gegenwärtig werden noch Sponsoren gesucht.
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