Straßen und Plätze in Großzschachwitz und Sporbitz

 

Altsporbitz

Als Altsporbitz wird die kurze Sackgasse im alten Sporbitzer Dorfkern bezeichnet. Hier sind noch vier Gehöfte des Ortes erhalten. Am Haus Nr. 5 erinnert eine Inschrift an den Dorfbrand vom 22. Mai 1763. Die ehemaligen landwirtschaftlichen Anwesen dienen heute Wohn- und Gewerbezwecken.

 

Fotos: Dorfkern Altsporbitz - rechts die Gedenktafel am Gut Altsporbitz 5

Am Wiesenrand

Die kleine Straße Am Wiesenrand, an der früheren Flurgrenze zwischen Großzschachwitz und Sporbitz gelegen, wurde nach ihrer Lage am Rande der Auenwiesen benannt. Nach dem Zweiten Weltkrieg entstanden hier die kleine Wohnsiedlung “Am Lockwitzbach” sowie ein zuletzt bis 2002 als Motel genutztes Arbeiterwohnheim. 2008 wurde dieses abgerissen und die Fläche aus Gründen des Hochwasserschutzes naturiert.

An der Aue

Die Straße An der Aue befindet sich am Rande des alten Großzschachwitzer Dorfkerns und verdankt ihren Namen einer auenartigen Erweiterung des Lockwitztales an dieser Stelle. 1898 wurde zwischen Großzschachwitzer Straße und An der Aue das Schulhaus des Ortes erbaut, welches heute von der 92. Grundschule genutzt wird.

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Bierweg

Der Bierweg ist Teil eines alten Verbindungsweges zwischen Großzschachwitz und dem benachbarten Großluga. Wie fast alle Dörfer unterlag auch Großzschachwitz einst dem “Bierzwang”, wonach die Einwohner ihr Bier nur von bestimmten Brauereien der Umgebung beziehen durften. Von dort wurde das Bier dann in den örtlichen Gasthof bzw. in die Bauernhöfe gebracht, die sich am Reiheschank beteiligen durften

Försterlingstraße

Die Försterlingstraße entstand in der Nähe der Flurgrenze zu Niedersedlitz zur Erschließung eines hier gelegenen Industriegebietes. Der Name erinnert an den sächsischen Arbeiterführer Emil Försterling (1827-1872). Försterling gründete gemeinsam mit Robert Lässig 1863 den Dresdner Ortsverein des Allgemeinen Deutschen Arbeitervereins, Vorläufer der SPD.

Zu den älteren Gebäuden gehören einige Villen und Mietshäuser aus der Zeit vor dem Ersten Weltkrieg. Bemerkenswert ist das unter Denkmalschutz stehende frühere Wohnhaus des Fabrikanten Carl August Postler von 1912 mit Jugendstilelementen.  In den 1970er Jahren wurde östlich der Försterlingstraße ein kleines Neubaugebiet errichtet. In diesem Zusammenhang entstanden auch einige neue Straßen, die ihre Namen nach Orten der Sächsischen Schweiz erhielten.

Fritz-Schreiter-Straße

Die Fritz-Schreiter-Straße verbindet den alten Sporbitzer Dorfkern mit dem S-Bahn-Haltepunkt Zschachwitz und entstand im Zusammenhang mit der Anlage des Industriegebietes Zschachwitz. Ihren Namen erhielt sie nach dem antifaschistischen Widerstandskämpfer Fritz Schreiter (1892-1944), der zwischen 1924 und 1930 Bürgermeister von Zschachwitz war. Als Mitglied der KPD war er später im Kampf gegen das Naziregime aktiv und wurde 1944 wegen Hochverrats hingerichtet.  An ihn und weitere ermordete Widerstandskämpfer erinnert ein Gedenkstein (Foto),

Neben einigen Wohnhäusern finden sich an der Fritz-Schreiter-Straße Industrieanlagen des früheren VEB Mühlenbau bzw. des Betonwerkes Sporbitz, welche heute als Gewerbegebiet an verschiedene klein- und mittelständische Unternehmen vermietet sind.

Mühlenbau Seck: Die Firma wurde 1873 von den Brüdern Christian und Emil Seck gegründet, die zunächst als Verkäufer von Mahltechnik tätig waren, sich jedoch schon bald der Entwicklung eigener Maschinen widmeten. Als Maschinenfabrik für Mühlenbetrieb und Schälmaschinen stellte das Werk u.a. hochmoderne Walzenstühle her, die die Mühlentechnik revolutionierten. Bereits um 1900 waren über 500 Angestellte im Zschachwitzer Werk tätig.

Das international bedeutsame Familienunternehmen wurde nach dem Ersten Weltkrieg in eine Aktiengesellschaft umgewandelt und firmierte nun unter dem Kurznamen MIAG (Mühlenbau- und Industrie AG). Während des Zweiten Weltkrieges wurden hier hunderte jüdische Zwangsarbeiter in der Rüstungsproduktion beschäftigt, an die ein Gedenkstein am Werkseingang erinnert. Der 1946 demontierte und später verstaatlichte VEB Mühlenbau setzte auch zu DDR-Zeiten die Tradition des Betriebes als Hersteller moderner technischer Anlagen für Großmühlen fort. Nach 1990 wurde das Unternehmen als Wirth Mühlenbau GmbH bzw. Dr. Scholz GmbH privatisiert.

Kameradenweg

Der Kameradenweg wurde als Erschließungsstraße im Zusammenhang mit dem Bau einer kleinen Wohnsiedlung für die Arbeiter der nahegelegenen Industriebetriebe angelegt. Auf Beschluss des Gemeinderates von Zschachwitz erhielt er im Oktober 1935 seinen Namen, um so das Gemeinschaftsgefühl der Arbeiter zu unterstreichen.

Ludwig-Kugelmann-Straße

Die Straße befindet sich am alten Dorfkern von Großzschachwitz. Ihren Namen erhielt sie nach dem Arzt Ludwig Kugelmann (1830-1902), der mit Karl Marx und Friedrich Engels befreundet war und sich unter deren Einfluss der kommunistischen Arbeiterbewegung anschloss. Bereits 1848 hatte er sich an der Bürgerlich-demokratischen Revolution beteiligt und war später Gründer eines sozialdemokratischen Turnvereins.

Foto: Blick in die Ludwig-Kugelmann-Straße

 

Pirnaer Landstraße

 

Rosenthaler Straße

Die heute nach einem kleinen Ort in der Sächsischen Schweiz Rosenthaler Straße genannte Straße im Ortskern von Großzschachwitz hieß bis 1990 nach einem Revolutionär und Lyriker Eugen-Leviné-Straße. Leviné (1883-1919) nahm 1905 an der russischen Revolution teil und lebte später in Deutschland, wo er sich der linken Arbeiterbewegung anschloss und Mitglied des Spartakusbundes um Karl Liebknecht wurde. Als Vorsitzender des Exekutivkomitees der Münchner Räterepublik wurde Eugen Leviné 1919 verhaftet und wegen Hochverrats erschossen.

Die Gebäude an der Rosenthaler Straße entstanden kurz vor Beginn des Ersten Weltkrieges im Auftrag der Baugenossenschaft Zschachwitz GmbH. Mit der kleinen Siedlung knüpften die Bauherren an den Gedanken der seinerzeit populären Gartenstadtbewegung an.

Rubinsteinstraße

Die Rubinsteinstraße, eine kurze Seitenstraße der Försterlingstraße, verdankt ihren Namen dem russischen Psychologen Sergej Rubinstein (1889-1960). Rubinstein befasste sich u.a. mit der Psychologie des Denkens, der Sprache und des Gedächtnisses.


Schweizstraße

Die Schweizstraße wurde nach dem Ersten Weltkrieg im Zusammenhang mit dem Bau neuer Wohnhäuser angelegt. Die Namensgebung erinnert an die im 19. Jahrhundert aufgekommene romantische Bezeichnung “Sächsische Schweiz” für das Elbsandsteingebirge. Der Begriff wurde von den Malern Anton Graff und Adrian Zingg geprägt, die sich in der Felsenwelt an ihre Schweizer Heimat erinnert fühlten. Einer Tradition folgend erhielten mehrere Großzschachwitzer Straßen später Namen nach Orten in diesem Gebiet.

 

Walter-Peters-Straße

Die kleine Straße in der Nähe der alten Sporbitzer Schule erhielt ihren Namen nach dem Maschinenführer und antifaschistischen Widerstandskämpfer Walter Peters, welcher 1944 von den Nationalsozialisten ermordet wurde. Die Wohnhäuser entstanden in den Zwanziger Jahren.

 

 


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