Kyawstraße


Die Kyawstraße erinnert an den Dresdner Kommunalpolitiker Heinrich Rudolph von Kyaw (1809-1885), der ab 1863 in Kleinzschachwitz lebte. Kyaw war ein Großonkel des sächsischen Generalleutnants Friedrich Wilhelm von Kyaw (1654-1733), welcher ab 1715 das Amt des Festungskommandanten des Königsteins innehatte, vor allem jedoch als Satiriker und schlagfertiger Gesprächspartner bei Hofe bekannt wurde. Aktiv setzte sich Heinrich Rudolph von Kyaw als Vorsitzender des Kirchlichen Vereins für die Bildung einer eigenen Kirchgemeinde und die weitere Entwicklung seines Heimatortes ein. Bis zu seinem Tod 1885 lebte er in der noch heute erhaltenen Villa Kyawstraße 8. Ihm zu Ehren erhielt die am Haus vorbeiführende Straße 1926 ihren Namen. Zuvor ist sie als Pillnitzer Straße in den Stadtplänen verzeichnet.

 

Einzelne Gebäude:

Sächsischer Hof: Das Lokal wurde 1874 von Oscar Ferdinand Gebler unter dem Namen “Geblers Restauration” gegründet. Unter ihm und seinem Nachfolger Curt Steinhäuser entwickelte sich die Gaststätte zum beliebten Ausflugslokal. Zeitweise existierte sogar eine Pferdeomnibusverbindung zum Niedersedlitzer Bahnhof, um die Ausflügler in “Steinhäuser´s Gasthof” zu transportieren. 1974 übernahm Ulrich Schiebel das Haus. Der Gastwirt richtete die Räume ganz im sächsischen Stil ein und machte das Haus als Kleinkunstbühne stadtweit bekannt. Regelmäßig traten hier bekannte Dresdner Künstler wie der Rundfunkmoderator Rolf Garmhausen, der Zirkusfachmann Ernst Günther sowie der Conférencé Günthi Krause auf. 1994 musste die Traditionsgaststätte nach Rückübertragungsansprüchen der Alteigentümer geschlossen werden und fiel zwei Jahre später dem Bau einer Wohnsiedlung zum Opfer.

Villa Kyaw (Nr. 8): Das Haus entstand 1863 als Wohnsitz für den Rechtsanwalt Baron Heinrich Rudolph von Kyaw. Neben seiner beruflichen Tätigkeit befasste er sich mit Geschichte und verfasste u.a. die erste Biografie des Fürsten Putjatin. Außerdem setzte er sich für die Einrichtung einer evangelischen Kirche im Ort ein. Nach seinem Tod 1885 wohnte hier seine Tochter Elisabeth, mit ihrem Ehemann, dem Kunstmaler Carl von Ledebur.

Nr. 9 (Landhaus Daheim): Das villenartige Gebäude (Foto) entstand nach 1890. Hier lebte von 1897 bis zu seinem Umzug in das neu errichtete Rathaus 1902 der Kleinzschachwitzer Gemeindevorstand Emil Bernhard Thömel. Unter seiner Regie entwickelte sich Kleinzschachwitz zum beliebten Wohnvorort Dresdens mit moderner Infrastruktur und zahlreichen Villenbauten.

Villa Sackmann (Nr. 37): Die Villa wurde um 1890 für den Kommerzienrat Gustav Heinrich Sackmann errichtet und ist im Stil der Neorenaissance gestaltet. Sackmann, der durch den Betrieb eines Schmuckgeschäftes in Stockholm zu Wohlstand gekommen war, engagierte sich sehr für seinen neuen Wohnort und stiftete u.a. ein Armenhaus auf der Carl-Borisch- Straße 8 sowie ein 1906  eingeweihtes Elbebad. Gemeinsam mit seiner Frau gründete er 1919 die Helene-Sackmann- Stiftung, welche auf der Zschierener Straße eine vom evangelischen Frauenverein betriebene Kindertagesstätte finanzierte.

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