Die ehemalige Uferstraße wird seit 1926 offiziell als Laubegaster Ufer bezeichnet und ist Teil des Elberadweges. Neben den bereits vorhandenen Wohngebäuden des Dorfkerns und dem früheren Gasthof “Stadt Amsterdam” entstanden hier gegen Ende des 19. Jahrhunderts auch einige repräsentative Villen im Stil des Historismus. Die nach 1990 zum Großteil sanierten Häuser unterschiedlichster Stilformen prägen bis heute das Ortsbild.
Einzelne Gebäude: Engaus Kaffee- und Weinstuben: Das Gartenlokal entstand Ende des 19. Jahrhundert unmittelbar am Laubegaster Elbufer
(Ecke Zur Bleiche) und war nicht zuletzt wegen des reizvollen Ausblicks auf die gegenüberliegenden Elbhänge beliebtes Ausflugsziel. Besitzer war der glühende Bismarck-Verehrer Otto Engau, der aus Anlass des 10.
Todestages Otto von Bismarcks 1908 an seiner Wirtschaft einen “Bismarck-Ehrengarten” anlegen ließ. In dem heute nicht mehr vorhandenen privaten Ehrenhain fanden über 1000 Steine und Metallplatten von verschiedenen
Wirkungsstätten des “Eisernen Kanzlers” Aufstellung, die sich Engau aus ganz Deutschland zusenden ließ. Nach 1945 schloss das Restaurant, der Bismarck-Garten wurde beseitigt und die meisten Steine gingen
verloren. Reste der Anlage, darunter eine Metalltafel, konnten in den letzten Jahren aufgespürt werden und sind seit 2008 in einer neugestalteten kleinen Parkanlage an dieser Stelle zu sehen sein. Eine Stele
erläutert die Geschichte des Grundstücks. Nr. 17:
Das Haus entstand 1879 für den sächsischen Hofmarschall von Mangold-Reibold. An der Fassade erinnert ein Doppelwappen an den früheren Besitzer. Im Garten des Grundstückes ist eine ca. 300 Jahre alte Linde erhalten, die seit 1999 unter Naturschutz steht.

Fotos:
Laubegaster Ufer 17 mit Wappentafel |
Nr. 24: Das Wohnhaus am Laubegaster Ufer war nach 1945 für einige Zeit Treffpunkt der Glaubensgemeinschaft
“Christi Wissenschafter”, die ihre Dresdner Hauptniederlassung in der früheren “Tonhalle” (später Kleines Haus der
Staatstheater) hatte. Mit dem Verbot der vor allem in der USA aktiven Kirche musste auch die Laubegaster Filiale aufgegeben werden. Heute befindet sich hier eine Bäckerei. Villa Roland (Nr. 30):
Das Haus entstand um 1880 als Fabrikantenvilla, wurde nach 1945 jedoch enteignet. Am Eingang des Grundstücks erinnerte einst ein steinerner Hund an die glückliche Rettung eines Kindes aus den Elbfluten.
Leider ist die Plastik seit einigen Jahren verschollen. Ab 1962 befanden sich hier die Räumlichkeiten des Klubs der
Volkssolidarität, der die Villa noch bis 1998 nutzte. Zunächst Veteranenklub Dresden A 44 genannt, erhielt die
Einrichtung später den Namen des Dichters Martin Andersen-Nexö. Heute hat sie ihr Domizil im sanierten Volkshaus Laubegast. Hartmann-Villa (Nr. 33):
Die 1874-77 von Max Hübner und Rudolph Baron erbaute Villa am Laubegaster Ufer gehört zu den qualitätvollsten Villenbauten dieser Zeit in
Dresden. Besitzer war der Lokomotivfabrikant Richard Hartmann, der sich sein Haus im französischen Renaissancestil gestalten ließ. Im Inneren befindet sich eine
bemerkenswerte Ausstattung im Jugendstil mit farbigen Glasfenstern. Die Wand- und Deckenmalereien wurden von A. Schaberschul geschaffen, der auch an der Ausmalung der Semperoper beteiligt war.
Ab 1917 hatte hier die Filmproduktionsfirma “Creutz-Film-Gesellschaft” ihren Sitz, die einem Enkel Hartmanns
gehörte. Später in “Saxonia-Film” umbenannt, entstanden hier einige Stumm- und Kurzfilme, darunter der Streifen “Der Geiger von Meißen” mit Erich Ponto in der Hauptrolle. Zuletzt wurden
bis 1924 noch Werbefilme für verschiedene Unternehmen gedreht. Nach 1945 nutzte bis 2005 ein Kindergarten das Haus. |