Laubegast entstand als slawische Fischersiedlung am Elbufer und wurde 1408
erstmals als Lubegast urkundlich erwähnt. Der Ortsname ist vom Gründer der Siedlung, einem Lubogost abgeleitet. In diesem Jahr erhielten die Brüder Hertel
Zinsrechte und Gefälle für das Dorf zu Lehen. 1529 kam Laubegast in den Besitz der Herren von Bünau. Obwohl auch etwas Landwirtschaft betrieben wurde, lebten die
Bewohner vorrangig vom Fischfang, wie eine hier erwähnte “Fach” (Fischfangstätte) beweist. 1501 ist ein Vorwerk Dürrhof erwähnt. Zum selben Zeitpunkt ist auch
erstmals von einem Fährmann die Rede, der im noch heute erhaltenen Fährgut Fährstraße 30 wohnte. Zwischen 1613 und 1765 existierte unweit der Fähre die Laubegaster Schiffsmühle, deren Mahlzwang alle Dörfer der Umgebung
unterworfen waren. Verwaltungsmäßig unterstand Laubegast dem Amt Pirna, kirchlich gehörte es seit 1539 zur Leubener Kirche, zeitweise auch zur Dresdner Frauenkirche. Im August 1747 zerstörte ein Großbrand zahlreiche
Gebäude des Ortes. Zu den bekanntesten Bewohner des kleinen Elbdorfes gehörte die als “Mutter der
deutschen Schauspielkunst” berühmt gewordene Friederike Caroline Neuber, die 1760 in einem Laubegaster Anwesen verstarb und auf dem Leubener Friedhof beigesetzt wurde. An die “Neuberin” erinnert seit 1776 ein Denkmal im Ortskern. Im 18. und 19.
Jahrhundert wandelte sich die Wirtschafts- und Sozialstruktur des Ortes allmählich. Neben der nach wie vor wichtigen Elbfischerei verdingten sich die Einwohner auch als
Bomätscher (Schiffszieher), Strohflechter und in der einst bedeutenden Zwirnerei. Laubegaster Zwirn galt als der Beste in ganz Sachsen und wurde nicht nur auf den
Dresdner Märkten, sondern sogar zur Leipziger Messe angeboten. Noch bis 1926 war in Altlaubegast (Foto) die
Familie Wolf ansässig, die das in Heimarbeit gesponnene Garn aufkaufte und zur Bleiche an den Elbwiesen brachte.
Ab 1893 siedelten sich auf zuvor landwirtschaftlich genutzten Flächen große Handelsgärtnereien an, die ihre bisherigen Standorte in Striesen wegen der fortschreitenden Bebauung aufgeben mussten.
Bis zur Gegenwart bestimmten einige dieser Gartenbaubetriebe das Ortsbild von Laubegast. Bedeutendstes Unternehmen im Ort war jedoch die 1898 nach Laubegast verlegte Blasewitzer Schiffswerft. Begünstigt durch bessere Verkehrsverbindungen (1893 Eröffnung der
Straßenbahn nach Blasewitz, 1899 nach Niedersedlitz) entstanden um die Jahrhundertwende zunehmend Villen und Landhäuser sowie ein kleines Geschäftszentrum an der Österreicher Straße. Ziele von Ausflüglern waren auch der auf Tolkewitzer Flur gelegene Tanzgasthof
“Donaths Neue Welt” sowie das Ballhaus “Stadt Amsterdam” am Laubegaster Ufer.
Foto: Ecke Leubener/Österreicher Straße um 1910 Auch nach dem Ersten Weltkrieg setzte sich die Bautätigkeit in und um Laubegast fort. Nachdem der Ort am 1. April
1921 nach Dresden eingemeindet worden war, errichtete 1925 eine Baugenossenschaft ein Reihenhausviertel rund um
den Kirchplatz, welches zum Zuzug von Arbeiterfamilien führte. Drei Jahre später folgte die Villacher Siedlung zwischen Leubener und Tauernstraße. Weitere Gebäude entstanden an der Flurgrenze zu Leuben. Von den Zerstörungen des Zweiten Weltkrieges blieb Laubegast weitgehend verschont.
Auch in der Nachkriegszeit behielt der Stadtteil weitgehend sein Flair als ländlich-ruhiger Wohnvorort. Die in den 80er Jahren begonnene Sanierung des
historischen Dorfkerns sowie die Anlage des Elberadweges machten Laubegast in jüngster Zeit wieder zunehmend zum Ausflugsziel. Gegenwärtig setzt sich eine
Bürgerinitiative für die Wiederinbetriebnahme der Anlegestelle der Weißen Flotte ein, die 1992 aus Kostengründen stillgelegt worden war. Zu den jüngsten größeren
Bauvorhaben gehörte die Anlage des Wohnparkes “Solitude” 1992 an der Steirischen/ Salzburger Straße (Foto) sowie der Bau der Wohnanlage “Laubegaster Rain” 2002 an der Leubener Straße. Schulen in Laubegast: Alte Schule:
Die erste Laubegaster Schule wurde 1836 im ehemaligen Hegereiterhaus an der Leubener Straße 1 eingerichtet. Stifter waren der Laubegaster Gutsbesitzer Friedrich Emanuel
Schober sowie Bischof Mauermann, der das Grundstück für den Neubau unentgeltlich zur Verfügung stellte. Das Gebäude war zuvor Sitz des Revierförsters, dem die Verwaltung des heute
bis auf wenige Reste vorhandenen Tännichts unterlag. Bereits Mitte des 19. Jahrhunderts genügte diese Schule nicht mehr den Anforderungen, so dass sich 1863 ein Neubau erforderlich machte.
Das frühere Schulgebäude ist bis heute erhalten geblieben und wird jetzt als Gaststätte “Forsthaus” genutzt.
Volksschule:
Das Schulhaus der Laubegaster Volksschule entstand 1883 an der Linzer Straße 1, wo sich auch der gemeindeeigene Wirtschaftshof mit Feuerwehr und Polizeiwache befand (Foto). 1896 und 1934
wurde das Gebäude um Anbauten erweitert, um der wachsenden Einwohnerzahl Rechnung zu tragen. Das nach der Eingemeindung als 64. Volksschule bezeichnete Schulhaus war noch bis zum Sommer 2003 Standort einer Grund- und
Mittelschule. Heute werden hier die Klassen der 64. Mittelschule “Hans Grundig” unterrichtet. Die 1904 entstandene Turnhalle ersetzt seit 2006 ein moderner Neubau. Villacher Siedlung:
Die Villacher Siedlung wurde 1926-28 als Wohnkolonie Laubegast auf dem Gelände einer früheren Gärtnerei an der Leubener Straße angelegt. Insgesamt entstanden hier im
Auftrag der 1918 gegründeten Siedelungsgesellschaft Dresden Stadt und Land GmbH 51 Mehrfamilienhäuser mit Wohnungen und Läden. Die Entwürfe für die Gebäude, die
bevorzugt an Kriegsteilnehmer des Ersten Weltkriegs bzw. deren Hinterbliebene vermietet werden sollten, stammen von den Architekten Umlauf und Wolf.
Die Häuser wurden mit für die damalige Zeit modernen Ausstattungen wie Innen-WC, Bädern und Gemeinschaftsräumen ausgestattet. Außerdem gehörte zu jeder Wohnung ein kleiner Garten. Fassaden,
Hofdurchgänge und Treppenhäuser wurden mit expressionistischen Architekturelementen geschmückt. Schöpfer des
bildkünstlerischen Schmucks war der Bildhauer Hans Tröger. Die neu angelegten Straßen rund um die Villacher Straße
erhielten ihre Namen, einer 1926 begründeten Tradition folgend, nach Orten im ehemaligen Österreich-Ungarn. Trotz
einiger Schäden durch den Luftangriff von 1945 gehört die Villacher Siedlung zu den bedeutendsten Anlagen des sozialen Wohnungsbaus in Dresden und steht unter Denkmalschutz. Zwischen 1994 und 1997 wurden die Häuser
saniert.
 
Fotos: Villacher Siedlung - Relieftafeln am Tordurchgang Krainer Straße |
Elbfähre: Die Laubegaster Elbfähre wurde 1501 erstmals erwähnt, bestand jedoch vermutlich bereits länger. Bis ins 20.
Jahrhundert befand sie sich im Familienbesitz. Die Fährmannsfamilie lebte im bis heute erhaltenen Fährgut an der
Fährstraße 30 und besaß das Privileg, Anwohner und Durchreisende mit Ausnahme gewerblicher Fuhrwerke auf die
andere Elbseite zu befördern. Erst ab 1739 durften neben Personen auch Wagen übergesetzt werden. 1856 wurde die
bisherige Kahnfähre durch eine Gierfähre ersetzt, die später als sogenannte “fliegende Fähre” betrieben und nach 1945
von einem motorbetriebenen Fährschiff abgelöst wurde. 1959 übernahmen die Dresdner Verkehrsbetriebe den Betrieb, der 1992 trotz Protesten der Anwohner aus wirtschaftlichen Gründen eingestellt wurde.
Sportverein FV Laubegast 06: Der FV Laubegast 06 wurde im Jahr 1906 als Fußballverein gegründet. Zu den größten Erfolgen der ersten Jahre
gehörte der Gewinn der Ostsachsen-Meisterschaft 1920. 1939 verboten die Nazis die weitere Betätigung und lösten
den Verein auf. Der von diesem genutzte Sportplatz an der Steirischen Straße wurde noch in den letzten Kriegstagen beim Anlegen von Schützengräben schwer in Mitleidenschaft gezogen.
Ab 1947 konnten die Laubegaster Fußballer wieder an die Tradition der Vorkriegszeit anknüpfen und als BSG Motor Dresden-Ost am Spielbetrieb teilnehmen. 1964 erfolgte die Umbenennung in Chemie Niedersedlitz, nach einem
Wechsel der Trägerschaft in BSG Pentacon. Als sich dieses Unternehmen nach 1990 auflöste, erhielt der Sportverein seinen ursprünglichen Namen FV Dresden 06 Laubegast zurück. Nach Beseitigung der Hochwasserschäden konnte
2005 ein neues Vereinsheim in Besitz genommen werden. Weiterführende Literatur und Quellen
Laubegaster Nachrichten 23. Juni 2010:
Im Laubegaster Wohnpark an der Brünner Straße / Donathstraße wird das Richtfest für drei moderne Mehrfamilienhäuser gefeiert. Die Gebäude entstanden an Stelle einer alten Konsum-Kaufhalle und sollen zum Jahresende bezugsfertig sein.
18. Februar 2010:
Der Laubegaster Wohnpark Solitude wird noch in diesem Jahr erweitert. Für die Erschließung der neuen Siedlung soll die Havemannstraße ringförmig bis zum Mitteltännicht ausgebaut werden. Geplant sind insgesamt 17 Einfamilien- und acht Reihenhäuser.
6. Januar 2010:
Die Villa Marienhof auf der Iglauer Straße 17 wird in den kommenden Monaten saniert. An Stelle einer inzwischen abgerissenen Scheune wird ein Neubau mit fünf Wohnungen entstehen. Die Villa selbst wird unter Beachtung des Denkmalschutzes in sechs Wohneinheiten aufgeteilt. Ende 2010 sollen diese bezogen werden.
16. Oktober 2009:
Auf einem früheren Tennisplatz an der Hermann-Seidel-/Burgenlandstraße sollen in den kommenden Monaten zwei Mehrfamilienhaäuser mit je 7 Wohnungen gebaut werden. Der Baubeginn ist für das Frühjahr 2010 vorgesehen.
16. August 2009:
Feierliche Enthüllung der neuen Plastik “Die Elbe” von Wieland Förster am Laubegaster Ufer. Die Plastik wurde von dem in Laubegast aufgewachsenen Künstler für Hamburg geschaffen, wo sich ein weiterer Abguss befindet. Finanziert wurde das Vorhaben von Laubegaster Einwohnern und vom Künstler selbst, der auf einen Großteil seines Honorars verzichtete.
3. Juli 2009:
Das diesjährige Laubegaster Inselfest findet vom 7. bis zum 9.August statt. Geplant sind wieder zahlreiche Veranstaltungen im Ortskern und am Laubegaster Ufer, u.a. ein buntes Bühnen- programm, Eselreiten, einen Lampionumzug und Markstände.
Nähere Infos: www.inselfest-laubegast.de 12. Juni 2009:
Ab Juli soll der frühere Kindergarten an der Österreicher / Ecke Salzburger Straße ausgebaut und zum Wohnhaus umgewandelt werden. Geplant sind sechs Wohnungen im Hauptgebäude und eine weitere im früheren Waschhaus.
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