Leuben

Gemeindesiegel von Leuben

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Schulen in Leuben:

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66. Mittelschule
Dresden-Leuben

 

Das Gebiet des heutigen Dresdner Stadtteils war bereits vor über 3000 Jahren besiedelt, da an verschiedenen Stellen Überreste von Häusern und Hütten, Keramikscherben und bronzezeitliche Gefäße gefunden wurden. Leuben selbst entstand als sorbisches Platzdorf und wurde 1349 erstmals als Sitz eines Vorwerkes urkundlich erwähnt. Der Name Luben geht auf einen slawischen Personennamen (“Ort des Luban”) zurück. Schon frühzeitig besaß der Ort eine Kirche und war deshalb religiöses Zentrum für die umliegenden Dörfer. Im 14. und 15. Jahrhundert gehörte Leuben verschiedenen, häufig wechselnden adligen und bürgerlichen Lehnsherren. 1408 erhielt der Dresdner Bürgermeister Lorenz Busmann Teile der Flur als Lehen.  Noch um 1800 unterstand das Dorf vier unterschiedlichen Gerichtsbarkeiten: dem Religionsamt sowie dem Leubnitzer Amt des Dresdner Rates, den Grundherren von Weesenstein sowie den Herren des Rittergutes Lockwitz. Erst im Zuge der bürgerlichen Reformen nach 1830 wurde diese Zersplitterung aufgehoben und Leuben zu einer einheitlichen Landgemeinde mit eigenem Gemeinderat.

Schwer betroffen war Leuben von den Wirren des Dreißigjährigen Krieges, in dem das Dorf fast völlig zerstört wurde und einige Jahre wüst lag. Größere Dorfbrände sind für die Jahre 1728 und 1760 verzeichnet. Auch während des Siebenjährigen Krieges und in den Napoleonischen Kriegen fielen Bauerngüter, Scheunen und Felder Kampfhandlungen und Plünderungen zum Opfer. 1859 brannte erneut ein Gut durch Blitzschlag ab. Zwei Soldaten einer durchmarschierenden Infanterieeinheit, die im Dorf vor dem Unwetter Schutz gesucht hatte, kamen dabei ums Leben, sieben weitere wurden verletzt. Bedingt durch diese häufigen Rückschläge blieb Leuben bis zum 19. Jahrhundert ein relativ armes und unbedeutendes Bauerndorf.

Nach 1870 trat die bis dahin dominierende Landwirtschaft in den Hintergrund, so dass es 1898 nur noch vier Bauernhöfe in Leuben gab. Die restlichen Flächen waren zum Teil durch die Bebauung von Seidnitz und Tolkewitz her in Anspruch genommen worden. Außerdem siedelten sich im Gebiet zwischen Leuben und Niedersedlitz verschiedene Industrieunternehmen an. Auf Leubener Flur existierten u. a. Fabriken für Asbest, Fettstoffe und Möbel, Firmen der metallverarbeitenden Industrie sowie Betriebe zur Herstellung von Stroh- und Filzhüten. Im Laufe der Zeit verschmolzen diese mit der Niedersedlitzer Industrie, wodurch Leuben auch zum Wohnort der dort beschäftigten Arbeiter wurde. Um diese schneller zu ihren Arbeitsplätzen befördern zu können, richtete die Firma Kummer & Co. 1899 eine Straßenbahn zwischen Leuben und Niedersedlitz ein, die 1925 mit dem Dresdner Streckennetz verbunden wurde. Unter Regie des engagierten Gemeindevorstehers Dittrich erhielt Leuben ein repräsentatives Rathaus (Foto) und ab 1901 auch ein öffentliches Trink- und Abwassernetz.

Bis zum Ersten Weltkrieg entstanden rund um den alten Dorfkern zahlreiche neue Wohngebäude, vor allem an der Stephensonstraße, ab 1925 auch an der Königsallee (Berthold-Haupt-Straße) . Trotz dieser Entwicklung blieben noch bis nach dem Zweiten Weltkrieg größere Freiflächen erhalten, die von mehreren Gärtnereien bewirtschaftet wurden. Angebaut wurden vor allem Zierpflanzen und andere Spezialkulturen. Zu den größten gehörte die durch ihre Dahlienzucht bekannte Gärtnerei Engelhardt, die heute in Heidenau die Traditionen des Leubener Gartenbaus fortsetzt. Am 1. April 1921 wurde Leuben nach Dresden eingemeindet.

Im Gegensatz zu vielen anderen Stadtteilen richteten die Luftangriffe auf Dresden 1945 in Leuben nur geringe Schäden an. Aus diesem Grund wurde der Stadtteil in der Nachkriegszeit zu einem wichtigen Zentrum des wiederentstehenden kulturellen Lebens in der Stadt. Bereits im Herbst 1945 fanden im umgebauten Tanzsaal des früheren Dorfgasthofes erste Theateraufführungen statt. Das 1947 zunächst Apollo-Theater genannte Haus ist seit 1954 Domizil der Staatsoperette. Bereits drei Jahre zuvor war an der Stephensonstraße ein Kulturhaus des VEB Elektromaschinenbau Sachsenwerk eröffnet worden, eines der ersten seiner Art in der DDR.

Die größten Veränderungen für Leuben brachte jedoch der Beschluss zum Aufbau eines Neubaugebietes zwischen Breitscheidstraße und Pirnaer Landstraße. Für den ersten Wohnungsbaustandort dieser Größe außerhalb des Stadtzentrums mussten fast alle noch bestehenden Gärtnereien weichen und einige Gebäude im Dorfkern abgerissen werden. Zwischen 1970 und 1974 entstanden zu beiden Seiten der als zentrale Achse ausgebildeten Zamenhofstraße (Foto) mehrgeschossige Plattenbauten. Hinzu kamen fünf Wohnhochhäuser sowie die erforderlichen gesellschaftlichen Einrichtungen mit der später stadtweit bekannten Wohngebietsgaststätte “Freundschaft”. Nach 1990 folgte eine Rekonstruktion des historischen Dorfkerns und weiterer Wohngebäude, wobei auch ein modernes Stadtteilzentrum errichtet wurde. Weitere Häuser sind an der Berthold-Haupt-Straße geplant. Zu den jüngsten Attraktionen des Stadtteils gehört die im Sommer 2005 in Betrieb genommene Wasserskianlage auf dem Gelände der früheren Kiesgrube an der Pirnaer Landstraße.

 

Rathaus Leuben:

Das Leubener Rathaus entstand 1900/01 nach Plänen des Architekten Gustav Hänichen und des Baumeisters Otto Beeger. Zuvor traf sich der Gemeinderat in den Stuben verschiedener Bauernhäuser, zuletzt im Haus Altleuben Nr. 12. Der Bau wurde unter Verwendung verschiedener historischer Stile gestaltet und am 28. Februar 1901 eingeweiht. Im Erdgeschoss befand sich der prachtvoll ausgestaltete Ratskeller, in den Obergeschossen die Diensträume sowie die Wohnungen des Gemeindevorstandes und weiterer Bediensteter. Auch die Direktion der Leuben-Niedersedlitzer Vorortbahn war hier untergebracht. Weitere Räumlichkeiten nutzten die Ortskrankenkasse, Polizei und Sparkasse.

Trotz aller Bemühungen erwies sich die Bewirtschaftung der Gaststätte “Ratskeller” nicht als finanzieller Erfolg. Nach mehrfachem Pächterwechsel musste das Lokal deshalb bereits 1921 geschlossen werden. Wenig später wurde in den Räumen ein Volksbad eingerichtet. Das Rathaus selbst blieb auch nach der Eingemeindung Leubens Sitz verschiedener Behörden der Dresdner Stadtverwaltung. 1945 befand sich hier zeitweise die zentrale Vermisstenzentrale, in der die Opfer des Bombenangriffs auf Dresden registriert wurden. Zu DDR-Zeiten zog die Kommunale Wohnungsverwaltung ein. Heute nutzt das Ortsamt Leuben die Räume. Der frühere Ratskeller wurde 1999 nach historischem Vorbild saniert und dient heute als Bürgersaal öffentlichen Veranstaltungen.

 

Schulen in Leuben:

Erste Berichte über das Leubener Schulwesen stammen aus dem 16. Jahrhundert. Bereits 1555 wurde die Dorfjugend vom Küster zum Sonntagsunterricht versammelt. 1598 ist mit Johannes Syderus zum ersten Mal ein Schulmeister erwähnt. Diese Leubener Kirchschule, die mehrfach ihren Standort wechselte, besuchten später auch die Kinder der Nachbarorte Laubegast und Tolkewitz. 1782 konnte eine neue Schulstube bezogen werden. Zeitweise wurden hier über 150 Kinder, aufgeteilt in zwei Klassen, unterrichtet. 1862 entstand schließlich ein richtiges Schulgebäude mit vier Klassenzimmern.

Nachdem diese alte Schule nicht mehr den Anforderungen genügte, wurde 1894 ein Neubau an der Dieselstraße eingeweiht (Foto) . Das nach modernen Kriterien ausgestattete Schulhaus besaß u. a. eine eigene Schulbibliothek, die auch der übrigen Bevölkerung offen stand. 1907 und 1925 wurde das Gebäude erweitert und diente nach dem Angriff auf Dresden 1945 zeitweise als Notquartier und Auffanglager. Die zu DDR-Zeiten als 66. POS bezeichnete Schule wird heute von der 66. Grund- und Mittelschule genutzt. Eine umfassende Sanierung erfolgte 2005. In diesem Zusammenhang entstand ein moderner Ergänzungsbau, welcher Schulhaus und Turnhalle miteinander verbindet.

Zwei weitere Schulneubauten wurden nach 1970 im Zusammenhang mit dem Bau des Neubaugebietes errichtet. Diese dienen heute als Außenstelle der privaten Berufsschule für das Hotel- und Gaststättengewerbe (HOGA).

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Leubener Straßen

Weiterführende Literatur und Quellen

Leubener Nachrichten

19. März 2010: An der Dieselstraße werden derzeit aus Gründen der Verkehrssicherheit 22 Ahornbäume gefällt. In den kommenden Wochen sollen die entstandenen und bestehenden Lücken dafür mit 72 Neupflanzungen geschlossen werden.

8. März 2010: In wenigen Tagen beginnt an der Dieselstraße der Neubau einer Kindertagesstätte. Der von der WG Aufbau finanzierte Bau soll bereits Ende 2010 übergeben werden.

18. Februar 2010: Auf dem Gelände einer stillgelegten Gärtnerei am Rosenschulweg wird im Sommer mit dem Bau einer neuen Wohnsiedlung begonnen. Insgesamt sind hier 24 Einfamilien- häuser vorgesehen. Bei den Erschließungsarbeiten wurden Überreste einer bronzezeitlichen Pfahlbausiedlung und zahlreiche Keramikscherben entdeckt.

14. Dezember 2009: Die Wohnungsgenossenschaft “Aufbau” will im kommenden Jahr eine eigene Kindertagesstätte an der Diesel-/Ecke Hertzstraße errichten. Geplant sind 80 Kindergarten- und 52 Krippenplätze, die bevorzugt an WG-Mitglieder vergeben werden. Betreiber ist die Stadt Dresden.

3. November 2009: Die Instandsetzungarbeiten am Niedersedlitzer Flutgraben werden im kommenden Jahr fortgesetzt. U.a. soll im Februar 2010 mit der Befestigung der Böschung am Dobritzer Weg begonnen werden. Ziel ist ein verbesserter Hochwasserschutz im Bereich Leuben.

2. November 2009: Die Wohnstätte für geistig Behinderte in Alötleuben wird derzeit erweitert. Zum Jahresende stehen dann 16 zusätzliche Einzelzimmer, eine Zentralküche und ein Gemeinschaftsraum zur Verfügung. Für die Arbeiten werden Mittel des Konjunkturpaketes des Bundes verwendet.

  Feinste Christollen

22. Oktober 2009: Für die Leubener Wasserskianlage zeichnet sich eine Lösung ab. Dafür muss der Betreiber einen Antrag nach dem sächsischen Wassergesetz stellen, welches derartige Anlagen in der bestehenden Form erlaubt. Lediglich auf die gastronomische Nutzung der Flächen muss künftig verzichtet werden.

25. August 2009: Das Gelände der beiden Leubener Kiesgruben soll künftig zu einem Freizeitpark umgestaltet werden. Geplant sind der Erhalt des bereits bestehenden Wasserski-Zentrums sowie die Einrichtung von Bade-, Sport und Freizeiteinrichtungen. Zuvor muss das Areal jedoch aus dem Landschaftsschutzgebiet ausgegliedert und der Hochwasserschutz geklärt werden.

18. Juli 2009: Auf dem Gelände der 1995 in Insolvenz gegangenen Firma Kautasit-Dichtungstechnik an der Lilienthalstraße werden derzeit einige alte Baracken und eine Halle abgerissen. Auch der 57 Meter hohe Schornstein ist bereits verschwunden. Künftig soll hier ein kleines Gewerbegebiet entstehen.

8. Juli 2009: Noch in diesem Monat soll mit dem Abriss des Hochhauses Zamenhofstraße 2 begonnen werden. Der 14-Geschosser steht bereits seit Dezember 2008 leer. Zunächst soll das Haus entkernt und dann etagenweise zurückgebaut werden.

29. Mai 2009: Die ehemalige Konsum-Kaufhalle an der Kleinzschachwitzer Straße 28 soll Mitte Juli abgerissen werden. Seit zehn Jahren steht das Gebäude leer und verfällt.

27. März 2009: Der Abschnitt der Pirnaer Landstraße zwischen Zamenhof- und Stephensonstraße soll im kommenden Jahr ausgebaut und teilweise verbreitert werden. Außerdem werden in diesem Zusammenhang Versorgungsleitungen, Straßenbeleuchtung und Straßenbahntrasse erneuert.

1. März 2009: Die Kirchgemeinde Leuben plant den Ausbau einer alten Scheune auf dem Grundstück Altleuben 13 zum Gemeindezentrum. Gegenwärtig werden für das Vorhaben Spendengelder gesammelt.

15. Februar 2009: Der Schornstein des ehem. Kautasitwerkes an der Straße des 17. Juni wurde erfolgreich gesprengt. Auf dem Areal der Industriebrache soll in den kommenden Monaten ein kleines Gewerbegebiet entstehen.
 

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