Straßen und Plätze in Meußlitz

 

Am Sand

Die Straße Am Sand in der Nähe des alten Meußlitzer Dorfkerns erhielt ihren Namen nach den örtlichen Bodenbeschaffenheit. Noch bis zur Gegenwart wird zwischen Meußlitz und Sporbitz Sand bzw. Kies abgebaut. 1900 entstand Am Sand das Meußlitzer Schulhaus. Nach dem Ersten Weltkrieg folgte eine kleine Wohnsiedlung.

Am Teich

Der frühere Dorfplatz von Meußlitz wird seit der Eingemeindung des Ortes Am Teich genannt. Am Ende der kurzen Sackgasse befindet sich der Dorfteich, welcher früher als Wasserstelle für das Geflügel der Bauern, teilweise auch zur Karpfenzucht genutzt wurde. Nach 1945 verlandete er und wurde als Müllabladeplatz missbraucht. Erst 1996 konnte der Dorfteich von ABM-Kräften beräumt und renaturiert werden.

Um den Platz haben sich noch einige historische Bauerngüter und Häusleranwesen erhalten. Zum größten Gut, dessen Besitzer früher mehrere Pferde besaßen, gehörte ein “Beigut”, in welchem die “Schweizer” lebten. Diese Knechte waren mit der Versorgung der Tiere beauftragt. Heute wird das Anwesen gewerblich genutzt. Bemerkenswert ist das unter Denkmalschutz stehende Fachwerkgebäude Am Teich Nr. 4 (Foto).

Andreas-Hofer-Straße

Die Andreas-Hofer-Straße wurde in den Zwanziger Jahren im Zusammenhang mit dem Bau einer neuen Wohnsiedlung in der Nähe der Flurgrenze zu Zschieren angelegt und nach dem Tiroler Freiheitskämpfer Andreas Hofer (1767-1810) benannt. Hofer war Anführer des Aufstandes von 1809 gegen die bayrische und französische Besetzung seiner Heimat und wurde nach Verrat 1810 festgenommen und erschossen.


Bernhard-Shaw-Straße

Die Bernhard-Shaw-Straße, eine nach 1900 angelegte Straße in der Nähe des alten Dorfkerns, erhielt ihren Namen nach dem britischen Dramatiker Bernhard Shaw (1856-1950). Bernhard Shaw wurde durch seine satirischen gesellschaftskritischen Werke international bekannt wurde und erhielt den Literaturnobelpreis.

Foto: Blick in die Bernhard-Shaw-Straße

Diesterwegstraße

Die Diesterwegstraße wurde in den Zwanziger Jahren angelegt und mit Siedlungshäusern bebaut. Ihren Namen erhielt sie nach dem Pädagogen Adolph Diesterweg (1790-1866), der sich für demokratische Reformen im Schulwesen einsetzte. Mitte der 90er Jahre folgte eine moderne farbenfroh gestaltete Wohnsiedlung.

Foto: Wohnsiedlung “Diesterwegstraße”

Elbhangblick

Die Straße Elbhangblick wurde 2008 im Zusammenhang mit der Erschließung eines neuen Wohngebietes an der Struppener Straße angelegt. Im Herbst 2008 wurde mit dem Bau der ersten Einfamilienhäuser begonnen. Zuvor befand sich auf diesem Areal die Gärtnerei “Flora”.

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Ganghoferstraße

Die Ganghoferstraße, eine Seitenstraße der Meußlitzer Straße, erhielt ihren Namen nach dem deutschen Schriftsteller Ludwig Ganghofer (1855-1920), der vor allem im Gebirgsmilieu angesiedelte Unterhaltungsromane verfasste. In unmittelbarer Nachbarschaft befinden sich der Friedhof und die Kirche des Ortes. 1897 hatten sich Meußlitz, Sporbitz und Kleinzschachwitz zu einer gemeinsamen Kirchgemeinde zusammengeschlossen, die eine frühere Schulturnhalle zum Gemeindesaal umbauten. Seit 1947 trägt dieser den Namen Stephanuskirche.

Heinrich-Bauer-Straße

Der Name Heinrich-Bauer-Straße, einer in den Zwanziger Jahren zwischen Meußlitz und Zschieren angelegten Straße, erinnert an den Schuhmacher Heinrich Bauer (geb. 1814), der zu den Führern des “Bundes der Gerechten” gehörte. Aus dieser Organisation ging 1847 der “Bund der Kommunisten” hervor, dessen Zentralvorstand Bauer zeitweise angehörte. 1851 verließ er Deutschland und wanderte nach Australien aus.

Johannes-Brahms-Straße

Die Johannes-Brahms-Straße geht auf einen alten Verbindungsweg zwischen Meußlitz und dem Elbufer zurück und erhielt ihren Namen nach dem Komponisten Johannes Brahms(1833-1897), der vor allem durch seine Klavier- und Violinenstücke bekannt ist. Brahms gehört zu den bedeutendsten Musikern des 19. Jahrhunderts. Neben Siedlungshäusern aus der Zeit nach dem Ersten Weltkrieg sind an der Johannes-Brahms-Straße auch noch einige Häuser aus der dörflichen Vergangenheit des Ortes erhalten geblieben. Im südlichen Teil grenzt sie an den kleinen Meußlitzer Volkspark.


 

Lönsstraße

Die kurze Lönsstraße erinnert an den volkstümlichen Schriftsteller Hermann Löns (1866-1914), der durch seine Tier- und Jagdgeschichten zeitweise zu den beliebtesten Autoren in Deutschland gehörte. Löns ging als “Dichter der Lüneburger Heide” in die Literaturgeschichte ein, ist wegen seiner teilweise nationalistischen Werke jedoch bis heute umstritten.

Struppener Straße

Die Struppener Straße verbindet Meußlitz mit dem benachbarten Zschieren und erhielt ihren Namen nach dem kleinen Ort Struppen in der Sächsischen Schweiz. Hier befindet sich auch der alte Meußlitzer Gasthof (Foto), von den Einheimischen früher spöttisch als “Plumpe” bezeichnet. In den Zwanziger Jahren war der Gasthof u.a. Treffpunkt der Freiwilligen Feuerwehr des Ortes, die hier ihre für jeden bekämpften Brand erhaltenen “Löschprämien” umsetzte. Nach einer Häufung von Bränden innerhalb kurzer Zeit wurde der Sohn des Feuerwehrhauptmannes als Brandstifter überführt. Unweit des Gasthofes sind auch noch einige Häuser aus der Vergangenheit des Ortes sowie die früher beliebte “Wiesenschänke” erhalten geblieben.


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