Meußlitz entstand als slawischer Rundweiler mit Blockflur und wurde 1350 erstmals
urkundlich erwähnt. Der Ortsname “Miselicz” stammt aus dem slawischen und bedeutet “Ort des Mysl”. 1445 gab es hier lediglich vier erwachsene Bewohner. Bis
1559 gehörte das Dorf der Familie von Korbitz, 1661 dem Zehistaer Rittergutsbesitzer Johann Sigmund von Liebenau. Erst 1832 endete im Zusammenhang mit den politischen Reformen in Sachsen die Zugehörigkeit zu dieser
Grundherrschaft.
Da Meußlitz unweit der wichtigen Fernstraßen nach Böhmen lag, hatte der Ort wiederholt unter Truppendurchzügen zu
leiden, so im Dreißigjährigen Krieg und während der Napoleonzeit. Von wirtschaftlicher Bedeutung war der Anbau von
Getreide und Kartoffeln, während die Viehzucht mangels geeigneten Weidelandes nur eingeschränkt möglich war. Kirchlich unterstand das Dorf der Dohnaer Kirche und kam erst 1897 zur Kirchgemeinde Kleinzschachwitz.
Ende des 19. Jahrhunderts wuchs die zuvor nur ca. 100 Bewohner zählende Gemeinde über ihre alten Grenzen hinaus. In den Jahren vor und nach dem Ersten Weltkrieg folgten in Richtung Zschieren und Großzschachwitz einige
Wohnsiedlungen für die Angestellten der Niedersedlitzer und Zschachwitzer Industriebetriebe. 1922 wurde Meußlitz in
das benachbarte Großzschachwitz eingemeindet und gehört seit 1950 als Stadtteil zu Dresden. 1992 entstand an der
Hartungstraße eine kleine Wohnanlage nach Plänen der Architekten Blattmann & Ostwald. Weitere Neubauten wurden
an der Diesterwegstraße, an der Struppener Straße und ab 2009 an der neu angelegten Straße Elbhangblick” errichtet. Schulen in Meußlitz: Ursprünglich besuchten die Kinder des Ortes die Kleinzschachwitzer Schule. Mit dem
Einwohnerzuwachs machte sich jedoch ein Schulneubau erforderlich. Bereits zwei Wochen nach Erteilung der Baugenehmigung am 19. April 1900 konnte dafür der
Grundstein gelegt werden. Die feierliche Einweihung erfolgte am 8. Oktober des gleichen Jahres. Bereits wenige Jahre später entstanden durch Anbau zusätzliche
Klassenräume. Ein weiterer Ergänzungsbau mit Aula, zwei Lehrerwohnungen und einer Lehrküche folgte 1912.
Nach dem Zusammenschluss der Gemeinde Meußlitz mit seinen Nachbarorten wurde Ende der Zwanziger Jahre die
Schließung der Schule erwogen, die jedoch durch das Engagement der Lehrer und Eltern verhindert werden konnte. Zeitweise besaß die Meußlitzer Schule sogar eine eigene Seidenraupenzucht, an die noch ein Maulbeerbaum im
Schulgarten erinnert. Das Schulhaus an der Bernhard-Shaw-Straße, welches in den 80er Jahren rekonstruiert und um eine Turnhalle ergänzt wurde, wird heute von der 91. Grundschule “Am Sand” genutzt. Volkspark Meußlitz: Der Meußlitzer Volkspark geht auf ein 1828 von Ferdinand Wilhelm Bach angelegtes Gartengrundstück zurück. Der aus
dem erzgebirgischen Buchholz (Annaberg) stammende Seidenwarenhändler ließ sich hier ein Landgut errichten und das
Gelände mit exotischen Gehölzen, Plastiken und einem Brunnen parkartig gestalten. U.a. gibt es im Park eine von nur zwei in Dresden wachsenden Gurkenmagnolien sowie die seltene Hagebuttenbirne. Außerdem entstanden ein
Gärtnerwohnhaus sowie das Herrenhaus. Letzteres nutzte bis 1892 der Dresdner Schokoladenfabrikant Timaeus als
Sommersitz. Hinzu kamen ein “Lusthaus”, die laubenartige “Aurorahalle” und ein zur Überwinterung tropischer Gehölze dienendes Gewächshaus. 1928 erwarb die Gemeinde das Areal von den Erben Timaeus´ und wandelte es in einen öffentlichen Volkspark um. Dafür wurde der Park 1934 in südwestlicher
Richtung erweitert und erhielt einen kleinen Sportplatz, welcher im Winter zum Eislaufen genutzt wurde. Leider ging in der Nachkriegszeit viel vom ursprünglichen
Flair des Parks verloren. So verschwanden die meisten der einst vorhandenen Steinvasen und Sitzbänke. Erst nach 1990 begann die schrittweise Wiederherstellung. Bemerkenswert ist ein kleiner Brunnen, der einst eine heute
verschollene Plastik “Knabe mit Schwan” trug. Ein monumentales Kriegerdenkmal erinnert an die Gefallenen des Ersten Weltkrieges (Foto). Dieses entstand Mitte der Dreißiger Jahre und wurde von
Prof. Otto Schubert entworfen.
Weiterführende Literatur und Quellen
Meußlitzer Nachrichten 26. Mai 2010:
In Vorbereitung eines Gasleitungsbaus wird derzeit die Fläche zwischen Tronitzer und Struppener Straße archäologisch untersucht. Die Wissenschaftler hoffen hier auf Spuren einer frühzeitlichen Besiedlung zu stoßen, welche bereits imbenachbarten Zschieren entdeckt worden waren.
12. März 2010: Der Spielplatz am Gondelweg wird in den kommenden Monaten saniert. Geplant sind eine Kletteranlage mit Seilbahn sowie ein umzäunter Bolzplatz mit
Toren. Bis zum Herbst sollen die ca. 250.000 Euro teuren Arbeiten abgeschlossen sein. 5. Januar 2010:
Am 30. Mai soll der rekonstruierte Vogeltrinkbrunnen im Volkspark an der Johannes- Brahms-Straße wieder in Betrieb genommen werden. Für die Sanierung hatten der Ortsverein Zschieren-Zschachwitz und der Verein Zschachwitzer Dorfmeile Spendengelder gesammelt.
Literatur zu Meußlitz und anderen Stadtteilen finden Sie auch hier: |
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