Seidnitz

Gemeindesiegel von Seidnitz

Postleitzahl: 01277




Schulen in Seidnitz:

Die Fluren des Dresdner Stadtteils Seidnitz liegen zwischen der Eisenbahnstrecke Dresden - Prag, dem Grunaer Landgraben, der Wehlener Straße und der Paracelsusstraße. Der Ort entstand im Mittelalter als slawisches Platzdorf auf einer hochwasserfreien Erhebung zwischen zwei Elbealtarmen und wurde 1378 erstmals urkundlich erwähnt. Der aus dem altsorbischen stammende Name “Syticz” bedeutet übersetzt “Leute des Zideta” und deutet auf den Ortsgründer hin. Umgeben war das Dorf ursprünglich von kleinen Seen und Tümpeln, die als Seewiesen noch bis 1898 existierten und erst nach Senkung des Grundwasserspiegels im Zusammenhang mit dem Bau des Tolkewitzer Wasserwerkes verschwanden.

Zum Dorf gehörte einst ein Vorwerk, welches den Burggrafen von Dohna gehörte und ab 1388 zur Frauenkirche zinspflichtig war. 1445 war Seidnitz im Besitz der Meißner Domherren und kam nach der Reformation 1546 an das Dresdner Religionsamt. Auch das Brückenamt des Rates sowie das kurfürstliche Ostravorwerk besaßen später Rechte in Seidnitz. Jahrhundertelang blieb der kleine Ort ein unbedeutendes Bauerndorf  an der alten Landstraße nach Pirna. 1745 wurde Seidnitz bei einem Dorfbrand fast völlig zerstört. Kirchlich unterstand der Ort ab 1539 der Leubener Kirche, zeitweise auch der Dresdner Frauenkirche. Erst 1951 entstand aus einer früheren Scheune ein Gemeindehaus für die ev.-luth. Nazareth-Gemeinde.

Im 19. Jahrhundert entwickelte sich Seidnitz zur Arbeiterwohngemeinde, begünstigt durch den Aufschwung der Industrie im benachbarten Striesen und in Niedersedlitz. 1891 wurde auf  der Flur des Ortes die Dresdner Pferderennbahn angelegt. Außerdem entstanden zahlreiche neue Wohnhäuser, die meist an Arbeiter und Angestellte vermietet wurden. Schrittweise verlor der Ort so seinen ländlichen Charakter und wurde am 1. Juli 1902 nach Dresden eingemeindet. Nach dem Ersten Weltkrieg begann die Bebauung der bis dahin noch verbliebenen Freiflächen durch verschiedene Wohnungsbaugenossenschaften, die die Siedlungen südlich der Bodenbacher Straße errichteten. Hinzu kamen einige Betriebe entlang der Bahnstrecke.

Foto: Straßenbahn am alten Seidnitzer Gasthof um 1910

Nach dem Zweiten Weltkrieg setzte sich die Industrialisierung des Vorortes weiter fort. So errichteten der damalige VEB Chemieanlagen und der VEB Robotron-Elektronik an der Bodenbacher Straße ausgedehnte Werksanlagen. Wohnungsneubauten, zunächst in Großblock-, später in Plattenbauweise folgten zwischen 1974 und 1976 an der Bodenbacher Straße in Richtung Gruna sowie 1980/81 im Gebiet um die Marienberger Straße. Bedeutendstes Bauvorhaben der letzten Jahre war das 1997 eröffnete moderne Einkaufszentrum “Seidnitz-Center” an der Enderstraße. Teile des alten Dorfkerns mit einem historischen Feuerwehr-Gerätehaus sind noch in Altseidnitz und an der Bodenbacher Straße erhalten geblieben.

 

Schulen in Seidnitz:

Seidnitz erhielt sein erstes eigenes Schulhaus relativ spät. Erst 1876 konnte die bescheidene Dorfschule in einem Gebäude an der Marienberger Straße 5 übergeben werden. Zuvor mussten die Kinder des Ortes die Schule im benachbarten Leuben besuchen. Mit zunehmender Bevölkerungszahl machte sich jedoch bereits 1898 ein Erweiterungsbau erforderlich, der seit 1902 von der 33. Volksschule genutzt wurde. 1929 erhielt diese eine aus Reick stammende Baracke mit drei weiteren Klassenzimmern und einer kleinen Turnhalle. Mit dem Neubau eines Schulgebäudes 1959 verbesserten sich die Lernbedingungen deutlich. Zwischen 1985 und 1992 trug dieses den Namen der Schriftstellerin Anna Seghers (33. POS). Seit 1992 wird die Seidnitzer Schule nur noch als Grundschule genutzt und in den vergangenen Jahren teilweise saniert.

Ein weiteres Schulhaus befindet sich auf der Liebstädter Straße (36. Grundschule “Am Froschtunnel”). Die ehemalige 57. POS “Olga Körner”, in den 70er Jahren erbaut, beherbergt heute die 57. Grundschule und die Freie Evangelische Schule.

Seidnitzer Straßen

Weiterführende Literatur und Quellen

Seidnitzer Nachrichten

21. August 2012: An der Liebenauer Straße 1 ist nach einjähriger Bauzeit eine neue Kita eröffnet worden. Der baufällige Vorgängerbau auf der Liebenauer Straße 1 wurde zuvor abgerissen und nun durch einen Neubau ersetzt . Die Kosten betrugen ca. 2,5 Millionen Euro.

7. Februar 2012: In die Räumen des ehemaligen mexikanischen Spezialitätenrestaurants „Tex-Mex“ auf der Winterbergstraße zieht künftig ein Italiener ein. Betreiber ist der seit vielen Jahren in Dresden aktive Gastronom Gagliardi, der hier in wenigen Tagen das neue Restaurant „Don Peppino“ eröffnen wird.

3. Januar 2012: Das marode Vereinsheim des Fußballvereins SV Helios Dresden wurde jetzt saniert. Jetzt besitzt das Gebäude moderne Sanitär- und Umkleideräume und erhielt in diesem Zusammenhang eine völlig neue Raumaufteilung. Die frühere Kegelbahn und die alten Holzbaracken hinter dem Funktionsgebäude sind hingegen abgerissen worden.

23. Dezember 2011: Die Sanierung des Wohngebiets Liebstädter Straße wurde jetzt mit Fertigstellung des zweiten Bauabschnitts abgeschlossen. Insgesamt waren in den vergangenen Monaten 49 Häuser mit fast 800 Wohnungen auf den neuesten Stand gebracht worden.

16. November 2011: Der unter Denkmalschutz stehende historische Bauernhof Bodenbacher Straße 99 wird derzeit saniert. In den früheren Wohn- und Stallgebäuden und der ehemaligen Scheune werden künftig 37 Wohnungen und drei Läden untergebracht. Schon im Dezember sollen die ersten Einheiten bezugsfertig sein.

3. August 2011: In Seidnitz werden derzeit mehrere Wohnblöcke an der Liebstädter Straße sowie dem Bärenburger und dem Ulberndorfer Weg saniert. U. a. bekommen die Häuser einen neuen Fassadenanstrich und eine neue Abdichtung der Flachdächer.


Literatur über Seidnitz und andere Stadtteile finden Sie auch hier:
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