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Die Gebäude, meist mehrgeschossige Mietshäuser, entstanden um 1900 und weisen verschiedene architektonische Stilformen auf. Interessante Fassaden finden sich u. a. an den Häusern Altenberger Straße 3 und 6 sowie an der Häusergruppe Nr. 14-18. Im Haus Nr. 29 wurde am 23. Juni 1951 das erste HO-Selbstbedienungsgeschäft in Dresden errichtet, in dem man ohne Bezugsscheine Industriewaren erwerben konnte (Foto). Unweit davon befindet sich seit einigen Jahren im früheren “Wittenberger Hof” das rustikale Lokal “Astloch” (Nr. 22). Ein moderner Wohn- und Geschäftskomplex entstand 1995 am Altenberger Platz. Vor dem Gebäude steht ein moderner Pyramidenbrunnen. Der Name Altstriesen erinnert an den früheren Dorfkern des Ortes, welcher aus einem Vorwerk und mehreren Bauerngütern hervorging und sich nördlich der heutigen Schandauer Straße befand. Die Gebäude entstanden nach der Zerstörung 1813 neu und bewahrten noch bis 1945 ihr ländliches Aussehen. Für den Wiederaufbau fanden zum Teil Steine der ehemaligen Umfassungsmauer des Großen Gartens Verwendung, nachdem dieser für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht worden war. Nach Aufgabe der Landwirtschaft befanden sich in den Gehöften meist kleine Handwerksbetriebe, Schankwirtschaften und Läden. Der vom Landgraben gespeiste frühere Dorfteich wurde Ende des 19. Jahrhunderts trockengelegt. In alten Stadtplänen ist die Platzanlage als Wettinplatz bzw. Markgraf-Heinrich-Platz ausgewiesen.
Foto: Die Gaststätte “Striesener Ratskeller” um 1900 Nach 1880 entstanden an der Nordseite des langgestreckten Dorfplatzes mehrgeschossige Mietshäuser, deren Fassaden mit Porträts sächsischer Herrscher verziert waren. 1889, dem Jahr des 800. Jubiläums des Hauses Wettin, wurden diese “Wettinhäuser” übergeben. Hier befanden sich u.a. die Bäckerei Troschütz (Nr. 23) sowie im Eckhaus zur Markgraf- Heinrich-Straße die Schokoladenfabrik Clauß. In gleichem Zusammenhang wurde auch ein heute verschwundenes Denkmal auf dem Dorfplatz aufgestellt und dieser parkartig gestaltet. Wie fast alle Häuser Altstriesens fielen die Gebäude 1945 den Bomben zum Opfer. Einige verbliebene Bauernhäuser wurde bis auf eine Ausnahme um 1960 abgerissen. Auf dem Platz entstand ein Garagenkomplex, so dass vom ehemaligen Dorf Altstriesen heute kaum noch etwas zu erkennen ist. Wettindenkmal: Der aus schwarzem Marmor gefertigte Obelisk wurde aus Anlass des 800. Thronjubiläums der Wettiner 1889 auf dem Striesener Dorfplatz aufgestellt, der in diesem Zusammenhang den Namen Wettinplatz erhielt. Das Denkmal trug die Inschrift “Zur Erinnerung an die 800-jährige Jubelfeier des Hauses Wettin. Die Gemeinde Striesen” und blieb auch bei späteren Umgestaltungen des Platzes erhalten. Auch die Zerstörung fast aller Gebäude des Umfeldes beim Luftangriff 1945 überstand es ohne größere Schäden, wurde jedoch in der Nachkriegszeit entfernt und ist seitdem verschollen. Die Straße Am Landgraben, im alten Striesener Dorfkern gelegen, erinnert an den früheren Landgraben, der bis 1876 hier entlangfloss und auch den später trockengelegten Dorfteich speiste. 1839 hatte die Gemeinde im Haus Nr. 3 das erste Schulhaus eröffnet. Sämtliche Gebäude wurden 1945 zerstört. Der Landgraben war bereits um 1860 zur heutigen Lauensteiner Straße verlegt worden, um Platz für neue Gebäude zu schaffen.
In der Nachkriegszeit erhielt der Barbarossaplatz den Namen einer von den Nazis ermordeten Striesener Antifaschistin und wurde Lene-Glatzer-Platz genannt. Der Straßenbahnverkehr wurde nicht wieder aufgenommen, womit der Platz seine Verkehrsbedeutung verlor. Eine Rückbenennung in Barbarossaplatz erfolgte 1990. An Lene Glatzer erinnert jedoch bis heute die in nördlicher Richtung abzweigende frühere Barbarossastraße sowie ein Denkmal am Barbarossaplatz.
Foto: Gedenkstein für die Striesener Antifaschisten Lene Glatzer, Otto Galle und Rosa Menzer. Hotel Sachsenhof: Bis 1945 befand sich in einem der Gebäude das Hotel “Sachsenhof”(Barbarossaplatz 1). Das 1899 erbaute Haus befand sich im Eigentum der DREWAG, welche nach dem Ersten Weltkrieg in den früheren Gasträumen im Erdgeschoss eine Gaswache einrichtete. Zwischen 1933 und 1945 hatte hier außerdem die “Ortsgruppe Barbarossa” der NSDAP ihren Sitz. Nach 1990 wurden diese Räumlichkeiten zeitweise vom Verein “Lebenshilfe e.V.” genutzt. Die oberen Etagen dienen seit Einstellung des Hotelbetriebes Wohnzwecken. Die frühere Straße 17 im Osten von Striesen erhielt 1892 den Namen der kleinen Stadt Bärenstein im Osterzgebirge. Auch hier entstanden um 1900 Mehrfamilienhäuser in offener Bauweise. 2010 wurde auf der Bärensteiner Straße 33 ein modernes Mehrzweck-Funktionsgebäude für die Schüler des Hans-Erlwein-Gymnasiums und Dresdner Sportvereine errichtet. Hasenschänke: Stadtbekannt war vor 1989 die Striesener Gaststätte “Hasenschänke”, deren Geschichte bis ins 19. Jh. zurückreichte. Für das einst hier gelegene Jagdrevier war an gleicher Stelle eine kleine Rast- und Jagdhütte entstanden, die 1900 durch ein Wohnhaus ersetzt wurde. Nach umfassender Renovierung wurde die im Erdgeschoss befindliche Gaststätte 1977 als “Hasenschänke” wiedereröffnet und bot in rustikalem Ambiente vor allem Wildgerichte an. Nach 1990 geschlossen, befand sich in den Räumen später kurzzeitig ein Erotikclub, bevor 1993 das griechische Restaurant “Zeus” eröffnet wurde. Die nach 1860 als Straße 14 in Neustriesen angelegte und um 1900 mit Mietshäusern bebaute Behrischstraße verdankt ihren Namen dem früheren Dresdner Bürgermeister Burckhard Leberecht Behrisch (1682-1750), Gutsherr und Doktor der Rechtswissenschaften, der zwischen 1733 und 1750 im Amt war. Die Bergmannstraße entstand Ende des 19. Jahrhunderts und verbindet den im Norden Neustriesens gelegenen Hüblerplatz mit dem früheren Dorfkern Altgruna. Um 1900 entstanden auch hier Wohn- und Geschäftshäuser, die teilweise 1945 den Bomben zum Opfer fielen und durch Neubauten ersetzt wurden. Ihren Namen erhielt die Bergmannstraße nach dem Advokaten Ehregott Friedrich Bergmann (1710-1773), der von 1767-1773 Bürgermeister von Dresden war.
Fotos: Blick in die Bergmannstraße - rechts das Gemeindezentrum der Ev.-Freikirchlichen Gemeinde (Nr. 19)
Nach 1990 siedelten sich an der Bertolt-Brecht-Allee einige Gewerbetriebe an, wofür hier 1995/96 der moderne Business-Park mit dem “Haus der Wirtschaft” entstand (Foto). Hinzu kamen weitere Büro- und Geschäftshäuser sowie einige Wohngebäude. In den noch erhaltenen Räumlichkeiten der ehemaligen Zigarettenfabrik Zepter (Nr. 25) sollen in den kommenden Jahren ebenfalls Wohnungen entstehen.
Während die oberen Etagen der Gebäude meist Wohnzwecken vorbehalten waren, befanden sich in den unteren Stockwerken meist kleine Läden, aber auch Rechtsanwaltsbüros und Arztpraxen. Außerdem gab es einige kleinere Gewerbebetriebe sowie im ehemaligen Straßenbahnhof an der Geisingstraße eine Autowerkstatt. Als eines der letzten Häuser entstand kurz vor Beginn des Zweiten Weltkrieges an der Einmündung zur Carlowitzstraße (Bertolt-Brecht-Allee) ein Neubau der Stadtsparkasse.1945 fielen zahlreiche Gebäude den Bomben zum Opfer. Erhalten blieben einige Wohn- und Geschäftshäuser in der Nähe des Fetscherplatzes, die in den letzten Jahren teilweise saniert wurden und oft interessante Architekturformen aufweisen (Foto). In einem solchen Haus (Nr. 14) besaß der jüdische Arzt Dr. Willy Katz seine Praxis. Als einziger Arzt in Dresden durfte er während der Nazizeit Juden medizinisch behandeln und versuchte mit persönlichem Einsatz, den verfolgten Menschen zumindest eine Grundversorgung zu sichern. Katz leitete nach 1945 eine der ersten Gemeinschaftspraxen Dresdens und verstarb 1947. Sein Grab befindet sich im Tolkewitzer Urnenhain. Die erhaltene Praxiseinrichtung wurde zusammen mit dem Nachlass 1990 an das Washingtoner Holocoust-Museum übergeben. Unweit der Arztpraxis lebte bis zu ihrem Tod 1977 die durch ihre Tierdarstellungen bekannte Malerin und Bildhauerin Etha Richter (Nr. 11). Bemerkenswert sind auch die Mietshäuser Nr. 19 - 21 mit reizvollen Schmuckelementen im Jugendstil.
Brauerei Striesen: Die Brauerei entstand im letzten Drittel des 19. Jahrhunderts auf einem Grundstück zwischen Tittmann- und Spenerstraße und befand sich im Besitz der Familie Riepl. Zu de als “Dampf-Bierbrauerei Striesen” bezeichneten Unternehmen gehörte auch ein Brauereischank mit öffentlicher Gaststätte, Kegelbahn und Billardsalon. Nach Einstellung des Betriebes befand sich hier bis zur Zerstörung 1945eine Fabrik zur Herstellung ätherischer Essenzen. Straßenbahnhof Striesen: Der Straßenbahnhof entstand im Zusammenhang mit dem Bau der Pferdebahnlinie Schäferstraße - Striesen an deren Endpunkt an der Ecke zur Geisingstraße (heute Borsbergstraße 39) und wurde im September 1885 eröffnet. Der Gebäudekomplex bestand aus zwei Wagenhallen mit je vier Gleisen sowie verschiedenen Nebengebäuden. Zum Rangieren der Pferdebahnwagen gab es außerdem eine Drehscheibe sowie eine Schiebebühne. Bis zur Umstellung der Bahnstrecke auf elektrischen Betrieb im Jahr 1897 waren hier über 80 Pferde untergebracht. Mit Verlängerung der Straßenbahnstrecke nach Tolkewitz und Laubegast verlor der Striesener Straßenbahnhof an Bedeutung und diente später als Busunterstellhalle und Kfz-Werkstatt “Dresdner Auto-Halle”. Die Bräterstraße wurde in den Dreißiger Jahren angelegt, als hier die Bebauung mit Wohnhäusern geplant war. Ihren Namen verdankt sie dem Dresdner Stadtbaurat Edmund Bräter (1855-1925), der gemeinsam mit Karl Roth Schöpfer des Neuen Rathauses ist. Außerdem war Bräter als Leiter des städtischen Hochbauamtes verantwortlich für den Bau der heutigen Universitätsklinik, der Markthallen an der Weißeritzstraße und der Hauptstraße sowie der Wasserwerke Tolkewitz und Räcknitz. Bedingt durch den Ausbruch des Zweiten Weltkrieges konnte das geplante Wohnviertel zwischen Striesen und Gruna nur in Ansätzen realisiert werden. 1945 wurde an der Bräterstraße eine Kleingartenanlage angelegt. Das heutige Vereinsheim dieser Sparte diente in den Nachkriegsjahren als Notunterkunft für ausgebombte Striesener Familien. Die Dornblüthstraße wurde als 12. Straße Neu-Striesens angelegt und 1892 nach dem früheren Dresdner Bürgermeister Marcus Dornblüth (1642–1715) benannt. Dornblüth begann seine Laufbahn als kurfürstlicher Steuerprokurator und wurde 1697 zum Bürgermeister gewählt, ein Amt, welches er bis 1715 innehatte. Die Villen und Mehrfamilienhäuser an der Dornblüthstraße entstanden meistens Ende des 19. Jahrhunderts im Stil des Historismus. Im Haus Nr. 7 wurde 1993 die beliebte Weinstube “Gewölbe 7” eröffnet (seit 2005 Restaurant “Dornblüte”). Auf der gegenüberliegenden Straßenseite befindet sich das 1899 eröffnete Freimaurerinstitut, heute Gymnasium Kreuzschule. 1910 errichtete der Kleinwohnungsbauverein Striesen an der Dornblüthstraße eine Wohnanlage mit 15 Häusern. Die architektonische Leitung des Bauvorhabens oblag Theodor Richter. Zu den Mitbegründern des Vereins gehörte der Dresdner Unternehmer Emil Römmler, Inhaber der bekannten Kunstdruckanstalt Römmler & Jonas an der Blasewitzer Straße. Die Eisenacher Straße im Osten von Neustriesen wurde bis zur Eingemeindung des Ortes 1892 Straße B genannt und erhielt dann ihren Namen nach der thüringischen Kleinstadt Eisenach. Bemerkenswertestes Gebäude ist das 1899 entstandene frühere Freimaurerinstitut , welches heute von der Kreuzschule genutzt wird. In unmittelbarer Nachbarschaft liegt der von 1920 angelegte Striesener Volkspark.
Die frühere Straße 11, die vom Pohlandplatz ausgehend nach Norden führt, erhielt 1892 den Namen Ermelstraße und
wurde mit den für Striesen typischen Mietshäusern in offener Bauweise bebaut. Die Straße erinnert an den Dresdner Bürgermeister Friedrich August Ermel (1740–1812),
der ab 1787 bis 1812 die Geschicke der Stadt leitete. Die Geisingstraße gehört zu den ältesten Striesener Straßen und geht auf einen alten Verbindungsweg zwischen Striesen und Gruna zurück. 1885 wurde an der Ecke Geising-/ Schandauer Straße der Striesener Straßenbahnhof eröffnet. 1945 fielen die meisten der früheren Bauernhäuser den Bomben zum Opfer. Erhalten blieb lediglich das Wohnhaus Geisingstraße Nr. 7, welches als letztes Gebäude an den alten Dorfkern erinnert.
Foto: das letzte erhaltene Alt-Striesener Wohnhaus im Sommer 2006 Die Glasewaldtstraße im östlichen Teil von Striesen wurde als Straße 13 angelegt und nach der Eingemeindung 1892
umbenannt. Friedrich Glasewaldt (1706-1784) war von 1771-1784 Bürgermeister von Dresden und zeitweise Besitzer des Weingutes Glasewaldts Ruhe
in Wilschdorf. Die für die Entstehungszeit typische Bebauung mit mehrgeschossigen Mietshäusern blieb bis heute weitgehend erhalten. Einige Baulücken wurden Mitte der 90er Jahre mit modernen Wohnhäusern geschlossen.
Zu den bemerkenswertesten Gebäuden gehört das villenartige Landhaus Glasewaldtstraße Nr. 8, welches als eines der ersten Häuser an der Straße 1888 von Karl Emil Scherz errichtet wurde. Die Fassade ist mit verschiedenen Sinnsprüchen
verziert. Bauherrin war die Hofschauspielerin Charlotte Basté, die hier bis kurz vor dem Ersten Weltkrieg mit ihrer Familie
wohnte. Eine Erinnerungstafel wurde in den 60er Jahren entfernt. Interessant ist auch das gegenüberliegende Wohnhaus Die frühere Straße K im Süden der Striesener Flur erhielt nach der Eingemeindung des Ortes den Namen Glashütter Straße nach der Uhrmacherstadt Glashütte im Müglitztal. Neben Produktionsgebäuden der Zigarettenindustrie entstanden hier nach der Jahrhundertwende auch einige Wohnhäuser. Die Anlage zwischen Glashütter, Kipsdorfer, Dornblüth- und Junghansstraße wurde 1910/11 vom Kleinwohnungs-Bauverein Dresden als erstes Bauvorhaben der 1910 gegründeten Geossenschaft errichtet. Ziel war die Schaffung preiswerten Wohnraums für die Mitglieder des Bauvereins. Als Architekt der als König-Friedrich-August-Häuser bezeichneten Gebäude konnte Theodor Richter gewonnen werden, der nach einem einheitlichen Konzept die gesamte Wohnanlage mit ihren 124 Wohnungen entwarf. Heute gehören die Häuser der Wohnungsgenossenschaft “Aufbau” und wurden 1994 saniert.
Foto: Die Wohnsiedlung König-Friedrich-August-Häuser in Striesen um 1920 Kleingartenverein „Blumenau: Die Gartensparte wurde 1923 auf dem Gelände einer ehemaligen Kiesgrube an der Glashütter Straße angelegt. 1945 fielen fast alle Lauben dem Luftangriff zum Opfer. Das Gelände wurde in der Folgezeit als Trümmerkippe genutzt und war durch eine Feldbahn mit der Innenstadt verbunden. Erst Anfang der 1950er Jahre konnten die ersten Gärten wieder genutzt werden. Die 1912 angelegte Haenel-Clauß-Straße, im Wohngebiet um den Hepkeplatz gelegen, erinnert an die Wohltäterin und Stifterin Sara Emilie Haenel-Clauß, die aus privaten Mitteln 1889 ein Genesungsheim für arme kranke Kinder finanzierte. Zuvor verlief in diesem Bereich ein Fußweg zwischen Gruna und Striesen, der in alten Stadtplänen als Weg Am alten Landgraben bezeichnet wurde. Die Hans-Böheim-Straße, eine kurze Seitenstraße der Krenkelstraße, erhielt ihren Namen nach dem auch als „Pfeifer von Niklashausen“ bekannten Volksprediger und Musikanten Hans Böheim (auch Behem), der von 1458 bis 1476 lebte. Böheim setzte sich für die soziale Gleichheit aller Menschen ein und kritisierte in seinen Predigten Eitelkeit und Gier der herrschenden Adelsklasse. 1476 wurde er als Ketzer auf dem Scheiterhaufen verbrannt. Vor dem Zweiten Weltkrieg wurde die Straße Stormstraße genannt. Die ersten Wohnhäuser entstanden kurz vor dem Ersten Weltkrieg und weisen teilweise Jugendstilformen auf. Die Haydnstraße wurde Ende des 19. Jahrhunderts als Planstraße H des Striesener Bebauungsplans angelegt und verband die benachbarte Johannstadt mit dem Altstriesener Dorfkern. Ihren Namen erhielt sie nach dem österreichischen Komponisten Joseph Haydn (1732-1809), welcher vor allem durch seine Streichquartette bekannt wurde. Markantestes Gebäude ist das von Hans Erlwein entworfene Schulhaus (Nr. 49), welches zwischen 1991 und 2004 Sitz des Joseph- Haydn-Gymnasiums war und heute vom Martin-Andersen-Nexö-Gymnasium genutzt wird. Außerdem befindet sich an der Haydnstraße das Gemeindehaus der Johanneskirchgemeinde mit einem Glockendenkmal, welches an die 1945 zerstörte Erlöserkirche erinnert. Im Wohnhaus Haydnstraße 27 wohnte bis zu seinem Tod 1905 der Bildhauer Heinrich Epler (1846-1905). Er war Schöpfer der Plastik “Zwei Mütter” an der Bürgerwiese sowie der Sockel der Fahnenmasten am Neustädter Markt. Der Hepkeplatz trägt ebenso wie die benachbarte Hepkestraße den Namen des Kaufmanns Bernhard Hepke (1837- 1916), der sich auch als Stifter für das Gemeinwohl engagierte. Die Wohnhäuser rund um den Platz entstanden Mitte der Dreißiger Jahre nach Entwürfen der Architekten Taut, Hofmann, Palm und Schmersahl. Hier wurden vorrangig kleine preiswerte Wohnungen für ärmere Familien eingerichtet. Teile der Bebauung an der Flurgrenze zwischen Striesen und Gruna wurden 1945 schwer beschädigt und in der Nachkriegszeit wiederhergestellt.
Foto: Wohnsiedlung Hepkeplatz Plastik “Mutter mit Kind”: Die vom Bildhauer Ernst Hermann Grämer in den 1930er Jahren geschaffene Figur stand ursprünglich im Hugo-Bürkner-Park an der Dohnaer Straße in Strehlen, musste dort jedoch um 2005 dem Bau eines Regenrückhaltebeckens weichen. 2013 erhielt sie ihren jetzigen Standort am Hepkeplatz. Zuvor hatte auf diesem Sockel seit den 1950er Jahren die ursprünglich aus Niedersedlitz stammenden Plastik „Kniender Frauenakt“ von Hugo Otto Poertzel gestanden. Da der Niedersedlitzer Heimatverein die Rückführung dieser Plastik durchgesetzt hatte, kehrte diese 2010 an ihren früheren Standort zurück.
Foto: Hepkestraße/ Ecke Enderstraße Unweit davon befindet sich an der Ecke zur Enderstraße eine Gartensparte. Das zugehörige Spartenheim, heute als öffentliche Gaststätte “Alter Striesener Weg” geführt, entstand in der Nachkriegszeit als Verpflegungsstückspunkt für das Personal der Dresdner Trümmerbahn, welche den Schutt der zerstörten Innenstadt zu Deponien am Stadtrand brachte. Für den Bau des Fundaments fanden noch verwendbare Trümmerziegel Verwendung, die das kleine Gebäude zu einem Zeugnis der Wiederaufbaujahre nach 1945 machen. Mimosa AG: Das Unternehmen entstand Ende des 19. Jahrhunderts in Köln-Ehrenfeld als “Rheinische Emulsions- Papierfabrik A.-G.” und verlegte 1904 seinen Firmensitz nach Dresden-Reick, 1911 in auf Grunaer Flur errichtete Betriebsgebäude an der Bärensteiner Straße. Ab 1913 firmierte der Betrieb als Mimosa A.G. und gehörte nach dem Zusammenschluss mit weiteren Herstellern um 1920 zu den größten Fotopapier- und Filmherstellern in Deutschland. 1934 wurden die jüdischen Aufsichtsratsmitglieder aus ihrem Amt gedrängt und durch Vertreter der Deutschen Bank ersetzt. Mit Abberufung der kompletten Direktion und Entlassung vieler Mitarbeiter endete 1937 die Arisierung der Firma.
Die Heubnerstraße entstand in den Jahren vor dem Ersten Weltkrieg im neuerrichteten Wohnviertel rund um den heutigen Stresemannplatz. Otto Leonhard Heubner (1812-1893) gehörte 1849 der provisorischen Regierung an und wurde wegen seiner Teilnahme am Dresdner Maiaufstand zum Tode verurteilt, später jedoch begnadigt. Als Landtagsabgeordneter und Stadtrat setzte er sich für Reformen im Schulwesen ein und war einer der Mitbegründer der deutschen Turnbewegung. Auch die Huttenstraße entstand im Zusammenhang mit dem Aufbau Neustriesens. Der seit 1892 verwendete Name erinnert an den Publizisten und Dichter Ulrich von Hutten (1488-1523), welcher durch seine Epigramme und Streitschriften gegen die Papstkirche bekannt wurde. Als westlichste Straße dieses Viertels wurde sie bis zur Eingemeindung Straße 1 genannt und bildete gleichzeitig die Flurgrenze zur Johannstadt. Hier befand sich auch die erste Gaststätte dieses Wohnviertels, welche den Namen “Deutsche Eiche” erhielt. Das Gebäude an der Huttenstraße 1 war 1863 als “Bergels Ruh” erbaut und nach 1871 als Gasthof “Kaisergarten” bezeichnet worden. Im Haus Nr. 6 lebte ab 1869 bis zu seinem Tod der sächsische Historiker und Demokrat Carl Eduard Vehse (1802-1870), Verfasser einer mehrbändigen Weltgeschichte und zahlreicher kritischer Schriften zur sächsischen Geschichte. 1945 fielen fast alle Wohnhäuser an der Huttenstraße den Bomben zum Opfer. Die frühere Straße 9 in Neustriesen erhielt 1892 ihren heutigen Namen Jacobistraße. Namensgeber war der frühere Dresdner Bürgermeister Johann Georg Ferdinand Jacobi (1769-1848), der ab 1806 dem Stadtrat angehörte und 1823 zum Bürgermeister bestimmt wurde. 1836 schied er als letzter regierender Bürgermeister der Stadt aus seinem Amt aus und wurde von einem nach demokratischen Regeln gewählten Amtsnachfolger abgelöst.
Fotos: Neue, alte und sanierte Wohnhäuser prägen das Straßenbild der Jacobistraße Die in den Dreißiger Jahren angelegte Karl-Roth-Straße verdankt ihren Namen dem Darmstädter Architekten Karl Roth (1875-1932), der gemeinsam mit Stadtbaurat Edmund Bräter den Architektenwettbewerb zum Bau des Neuen Dresdner Rathauses gewann. Beide schufen 1905/10 das Rathaus am Dr.-Külz-Ring und wurden später mit Straßen in Striesen geehrt. Die Keglerstraße im Striesener Wohngebiet nördlich des Hepkeplatzes erhielt ihren Namen nach dem Kaufmann und Stifter Hermann Ferdinand Kegler (1838-1870). Die Krenkelstraße entstand nach 1900 im Zusammenhang mit dem Ausbau der Wohnsiedlung rund um den Walderseeplatz (heute Stresemannplatz). Ihren Namen erhielt sie nach dem Dresdner Privatgelehrten und Stifter Peter Maximilian Krenkel (1839-1901). Bis heute sind hier zahlreiche Villen aus der Entstehungszeit erhalten geblieben. Sehenswert sind u. a. die Häuser Nr. 7 und Nr. 15 mit interessanten Treppenhausgestaltungen im Jugendstil. Die Krenkelstraße gehört zu den am besten erhaltenen Alt-Striesener Straßenzügen und wurde in den letzten Jahren rekonstruiert. Im Eckhaus Nr. 12 (ehem. “Krenkelhof”) gibt es seit 2005 die ungarische Spazialitätengaststätte “Kakas”. Die Kyffhäuserstraße wurde als nördlichste West-Ost-Verbindung Neustriesens an der Ortsgrenze zu Blasewitz angelegt und erhielt zunächst die Bezeichnung Straße A. Wie überall in diesem Gebiet war auch hier die offene Bebauung vorgeschrieben, was zur Entstehung einer Reihe architektonisch interessanter Villen und Mehrfamilienhäuser führte. 1892 erhielt diese Straße den Namen Kyffhäuserstraße, der ebenso wie die Bezeichnungen einiger Nachbarstraßen an wichtige Schauplätze und Ereignisse der deutschen Geschichte erinnern sollte. Nach 1945 wurde die Kyffhäuserstraße nach einem Striesener Arbeiterfunktionär Otto-Galle-Straße genannt, erhielt jedoch 1991 ihren ursprünglichen Namen zurück. Otto Galle, der auf der Kyffhäuserstraße eine Schuhmacherwerkstatt besaß, war nach 1933 im Widerstandskampf aktiv und kam später in einem Konzentrationslager ums Leben. Interessant ist die historische Ladenausstattung der um 1915 gegründeten Barbarossa-Apotheke, eine der wenigen erhaltenen alten Dresdner Apotheken. “Kaiser Barbarossa”: An der Ecke Kyffhäuser-/Barbarossastraße (heute Lene-Glatzer-Straße) entstand 1895 das Ballhaus “Kaiser Barbarossa”, welches neben dem “Sächsischen Prinzen” zu den beliebten Striesener Vergnügungsstätten gehörte. 1925 wurde das Lokal geschlossen und als Zigarettenfabrik genutzt. Nach wechselnder gewerblicher Nutzung, zuletzt als Lagerhaus, steht der Gebäudekomplex heute in ruinösem Zustand leer. APOGEPHA-Arzneimittelwerk: Das Unternehmen wurde 1882 vom Dresdner Apotheker Carl Stephan im Gebäude der heutigen Kronen-Apotheke auf der Antonstraße gegründet. Hier betrieb Stephan zunächst ein Laboratorium, welches er später mit dem Labor der Kronenapotheke vereinigte. Diese Kooperationsgemeinschaft von Forschung, Produktion und Verkauf hatte bis 1913 Bestand. 1919 verlegte der Betrieb seinen Firmensitz nach Striesen, wo sich die Firma auf der Kyffhäuserstraße 27 ansiedelte. 1931 übernahm die Sächsische Apothekergenossenschaft den seit 1927 zu den Leo-Werken gehörenden Betrieb und führte ihn unter dem Namen APOGEPHA (Apotheker - Genossenschaft für Herstellung und Vertrieb pharmazeutischer Präparate C. Stephan) weiter. 1933 musste das junge Unternehmen jedoch bereits Insolvenz anmelden und wurde im Anschluss vom bisherigen Betriebsleiter Dr. Johannes Starke und dem Leipziger Kaufmann Max Biering übernommen. Beim Luftangriff 1945 kam es zu schweren Schäden an den Produktionsgebäuden, die jedoch bald wieder behoben werden konnten. Auch nach 1945 blieb die Firma zunächst in Privatbesitz, musste jedoch eine staatliche Beteiligung aufnehmen und wurde
1972 in einen VEB umgewandelt. Zwischen 1983 und 1990 gehörte sie als Betriebsteil zum Sächsischen Serumwerk. Das
1991 reprivatisierte Unternehmen stellt bis heute verschiedene Arzneimittel, speziell für den urologischen Bereich, her, die auch exportiert werden. Moderne Produktionstätten entstanden 1996 in Dresden-Lockwitz. Die Laubestraße wurde nach 1900 angelegt und in der Folgezeit mit Wohnhäusern bebaut. Zu den wichtigen Industriebetrieben, die sich hier nach dem Ersten Weltkrieg ansiedelten, gehörte die Zigarettenfirma Lande. 1932 übernahm die Orientalische Tabak- und Zigarettenfabrik “Yramos” das Gebäude, welches 1945 zerstört wurde. Die Lene-Glatzer-Straße wurde Ende des 19. Jahrhunderts angelegt und verbindet die Platzanlagen des Barbarossaplatzes mit dem Friedensplatz in Blasewitz. Nach dem legendären deutschen Kaiser erhielt sie 1892 den Namen Barbarossastraße. Die als “militaristisch” betrachtete Straßenbezeichnung wurde 1945 aufgehoben und die Straße nach einer antifaschistischen Widerstandskämpferin in Lene-Glatzer-Straße umbenannt. Auch der angrenzende, mittlerweile rückbenannte, Barbarossaplatz erhielt diesen Namen. Lene Glatzer (1902-1935) war ab 1921 Mitglied der KPD und gehörte ab 1926 dem Sächsischen Landtag an. Am 31. Januar 1935 wurde sie beim Versuch, illegale Schriften zu schmuggeln, von der Gestapo verhaftet und wenige Tage später tot in ihrer Zelle aufgefunden. In die Lene-Glatzer-Straße ist heute auch der auf Blasewitzer Flur liegende Teil der früheren Preußen-Allee einbezogen. Bis zur Eingemeindung von Blasewitz 1921 wurde dieser Abschnitt Sachsen-Allee genannt. Im Wohnhaus Nr. 4 lebte zeitweise der Komponist Reinhold Becker. Von den zahlreichen Villenbauten der Straße ist vor allem die Nr. 23 bemerkenswert, die 1874 erbaut wurde und zu den qualitätvollsten Neorenaissancebauten in Striesen/Blasewitz gehört. Die heutige Löscherstraße wurde nach 1860 als Straße 3 angelegt und nach der Eingemeindung des Ortes umbenannt. Ihren Namen verdankt sie dem Theologen Valentin Löscher (1674-1749), der 1709 vom Rat der Stadt Dresden zum Superintendenten berufen wurde. Während seiner Amtszeit entstanden so bedeutende Kirchenbauten wie die Dreikönigs-, die Matthäus- und die Frauenkirche.
Foto: Blick in die Löscherstraße
An der Kreuzung Löscherstraße / Teutoburger Straße befindet sich ein historischer Weichbildstein, welcher einst der Markierung der städtischen Flurgrenze diente. Der Stein aus dem Jahr 1729 trägt nebem dem Stadtwappen die Nr. 7 und
gehörte seit 1911 zum Bestand des Stadtmuseums. 1993 wurde er in der Nähe seines ursprünglichen Standortes wieder aufgestellt. Die Merseburger Straße an der Westseite des alten Dorfkernes gehört zu den ältesten Striesener Straßen und bildete den Ausgang vom Dorfkern in Richtung Stadt. In diesem Bereich wird der ursprüngliche Standort des Vorwerkes vermutet, welches 1310 erstmals erwähnt wurde. Später gehörte es als sogenanntes Allodialgut der Familie Große. Die kleinen Bauernhäuser dienten vor 1945 meist Wohn- und Gewerbezwecken und fielen den Bomben zum Opfer. 2003 wurde im Wohnhaus Nr. 1 die jüdisch-orthodoxe Chabad-Lubawitsch-Synagoge eröffnet. Seit 2008 hat die Glaubensgemeinschaft ihren Sitz auf der Tiergartenstraße 82. Die Mosenstraße wurde Ende des 19. Jahrhunderts angelegt und nach dem Lyriker, Dramatiker und Erzähler Julius Mosen (1803-1867) benannt. Die Müller-Berset-Straße im Westteil Striesens verdankt ihren Namen der Wohltäterin Marie Berset, geborene Müller (1815-1898), welche Ende des 19. Jahrhunderts eine Erziehungsanstalt stiftete.
Villa Detroit (Niederwaldplatz 1): Die im Stil eines amerikanischen Landhauses gestaltete Villa bildet den südlichen Abschluss des Niederwaldplatzes und entstand 1887 für den Opernsänger Charles Robertson (eigentlich Robert Luderer). Mit der äußeren Gestaltung wollte er seine Zuneigung zu Amerika zum Ausdruck bringen. Das villenartige Mietshaus ist bis heute fast unverändert erhalten und steht unter Denkmalschutz. Eine umfassende Sanierung erfolgte 2012. Die Paul-Gerhardt-Straße entstand im Zuge des Ausbaus der Villenviertel von Neustriesen als Straße Nr. 2. Ebenso wie bei den Nachbarstraßen sollte mit der 1892 eingeführten Namensgebung an einen bedeutenden Vertreter des Protestantismus erinnert werden. Paul Gerhardt (1607-1676) war als Prediger ein eifriger Vertreter der lutherischen Lehre und wurde als Verfasser und Sänger zahlreicher Kirchenlieder bekannt. Markantestes Gebäude der Straße war bis zur Zerstörung 1945 die Erlöserkirche an der Ecke zur Wittenberger Straße. Im Wohnhaus Nr. 18 befand sich vor 1945 die Gaststätte “Kommunschank”, in der sich am 27. Januar 1881 der Männer- Gesangsverein zu Striesen gründete. Dieser Chor vereinigte sich 1946 mit weiteren Gesangsvereinen aus Striesen, Blasewitz und Neugruna und besteht bis heute als Männerchor Striesen e.V. 2006 entstand auf der Paul-Gerhard-Straße 21 die Kindertagesstätte “Gänseblümchen” nach einem Entwurf des Architekten Ulf Zimmermann, der für seinen Entwurf 2008 den Erlweinpreis der Stadt Dresden erhielt. Am 1. Juni 2007 wurde das moderne Gebäude eröffnet und bietet Platz für ca. 75 Mädchen und Jungen.
Die Gebäude entstanden Ende des 19. Jh. / Anfang 20. Jh. in typischen Striesener Bauformen und beherbergten in den Hinterhöfen teilweise kleinere Gewerbebetriebe. So war das 1906 vom Architekten Hahn errichtete landhausartige Gebäude Pohlandstraße 17 einst Sitz der Schuhfabrik Mücklisch. Nach erfolgter Sanierung 1993 entstand hier eine kleine Kunstgalerie. Im Nachbarhaus Nr. 19, ebenfalls vom gleichen Architekten erbaut, hat heute die Bundesknappschaft ihren Dresdner Sitz. Gegenüber befindet sich seit einigen Jahren die Gaststätte “Striesener Kanzlei” (Nr. 18). Das Prinzengäßchen in unmittelbarer Nähe des Dorfkernes Altstriesen erhielt seinen Namen nach der beliebten Gaststätte “Zum Sächsischen Prinzen”, die 1756 in einem Striesener Bauerngehöft entstanden war. Hier tagte früher auch der
Gemeinderat des Dorfes. Nach einem Umbau 1889 entwickelte sich das 1945 zerstörte Lokal zu einem beliebten Versammlungs- und Tanzlokal. In der Nachkriegszeit wurde die Straße überbaut und ist heute nicht mehr benannt.
Die heutige Rudolf-Mauersberger-Straße wurde nach 1900 als Zeschaustraße angelegt und bis zum Beginn des Ersten Weltkrieges mit Wohnhäusern bebaut. Mit der Benennung sollte an den früheren sächsischen Außenminister Heinrich Anton von Zeschau (1789-1870) erinnert werden, der im 19. Jh. viele Jahre dem Kabinett von Könneritz angehörte. In den 70er Jahren erhielt die Straße ihren heutigen Namen nach dem Kreuzkantor Rudolf Mauersberger (1889-1971). Mauersberger wurde 1930 zum Leiter des berühmten Knabenchores bestimmt und übte dieses Amt bis zu seinem Tode aus. Großen Anteil hatte er am Wiederaufbau des musikalischen Lebens in den Jahren nach dem Zweiten Weltkrieg und wurde dafür mehrfach geehrt (ab 1950 Ehrenbürger Dresdens).Die im Zuge der Neubebauung des Geländes des früheren Heizkraftwerkes an der Zinnwalder Straße angelegte Erschließungsstraße erhielt im Oktober 2008 den Namen Schellerhauer Weg. Namensgeber ist der kleine Erholungsort Schellerhau im Osterzgebirge. Bis 2009 entstanden hier mehrere Einfamilien- und Reihenhäuser. Die Sickingenstraße in der Nähe des Hüblerplatzes wurde mit dem Ausbau Neustriesens angelegt und bis zum Ersten Weltkrieg mit Villen bebaut. Im Haus Nr. 5 wohnte ab 1915 die Familie Kowarzik. Sohn Victor, der hier seine Jugend verbrachte, wurde später unter dem Namen Victor de Kowa als Filmschauspieler bekannt und war nach 1945 auch als Regisseur tätig. Interessante Jugendstilmalereien lassen sich im Eingangsbereich der Mietsvilla Sickingenstraße 3 finden.
Um 1880 befand sich auf dem Grundstück Spenerstraße 12 die Schmiedewerkstatt Heinrich Moritz Mädlers. Als Wagenbauer und Hufschmied war Mädler ab 1884 für das Beschlagen der Pferde der Dresdner Straßenbahn verantwortlich. An ihn erinnern bis heute einige historische Kanaldeckel mit der Aufschrift “H. Mädler, Dresden-Strießen” auf der Spener- und der Regerstraße.
Die Spittastraße wurde im Zusammenhang mit dem Ausbau Neustriesens angelegt und später nach dem Theologen Carl Johann Philipp Spitta benannt. Spitta war auch als Dichter tätig und verfasste zahlreiche evangelische Kirchenlieder. Der Stresemannplatz wurde 1905 als Mittelpunkt eines aus acht Straßen bestehenden sternförmigen Straßennetzes angelegt und erhielt zunächst den Namen Walderseeplatz. Mit dieser Namensgebung sollte des preußischen Generals Alfred Graf von Waldersee (1832-1904) gedacht werden, der bis 1891 Generalstabschef Wilhelm II. war. Die Gebäude um den Platz entstanden 1905 bis 1910 und weisen zum Teil Schmuckformen im Jugendstil auf. In der Nachkriegszeit erhielt der Platz den Namen des Schriftsteller Johannes R. Becher (1891-1958). Becher gilt als einer der wichtigsten Vertreter des sozialistischen Realismus in der Literatur und schuf u. a. den Text der früheren DDR-Nationalhymne. Nach 1990 wurde der Johannes-R.-Becher- Platz erneut umbenannt und trägt heute die Bezeichnung Stresemannplatz. Gustav Stresemann (1878-1929), studierter Nationalökonom, lebte ab 1901 in Dresden und war hier in verschiedenen Funktionen in Industrieverbänden tätig. 1920 wurde er zum Reichskanzler gewählt und erhielt für seine Verdienste um eine friedliche Nachkriegsordnung in Europa 1926 den Friedensnobelpreis.Mit Errichtung des ersten Wohnhauses an der heutigen Teutoburgstraße 1856 begann die Wandlung Striesens vom Bauerndorf zum repräsentativen Dresdner Wohnvorort. Ursprünglich wurde dieses Gebiet abseits des Ortskerns “auf dem Sande” genannt, bevor sich der Name Neustriesen durchsetzte. Die neuen Straßen wurden zunächst nach amerikanischem Vorbild mit Ziffern und Buchstaben bezeichnet, bevor sich später Straßennamen durchsetzten. Dabei wurden bevorzugt geographische Namen aus der deutschen Geschichte gewählt. In diesem Zusammenhang erhielt die frühere Straße A 1892 den Namen Teutoburgstraße. Das nach seinem Erbauer Karl Friedrich Adam “Adams Ruh” genannte erste Wohnhaus (Teutoburgstraße 4) wurde 1945 zerstört. Die Tittmannstraße wurde als Straße 4 des Stadtteils Neustriesen angelegt und bis zur Jahrhundertwende mit repräsentativen Wohnhäusern bebaut. Leider fiel ein Großteil der Gebäude 1945 dem Luftangriff zum Opfer. Ihren Namen erhielt sie 1893 nach dem früheren Superintendenten der Kreuzkirche Carl Christian Tittmann (1744-1820), der auch als Schriftsteller tätig war und verschiedene historische Werke verfasste. Nr. 8: Im Wohnhaus Tittmannstraße 8 wohnte bis zur Zerstörung 1945 der Dresdner Kunstwissenschaftler Fritz Löffler, der vor allem durch sein Buch “Das alte Dresden” bekannt wurde. Mit den Wohngebäuden verbrannte beim Luftangriff auch seine bedeutende Kunstsammlung mit Werken zahlreicher zeitgenössischer Künstler.
Nr. 21: Das Gebäude wurde 1869 als Schulhaus des Ortes erbaut und ab 1875 als Gemeindeamt genutzt. Hier waren u.a. das Standesamt, das Einwohneramt, die Steuer- und Schulgeldeinnahme sowie eine Polizeidienststelle untergebracht. Zwischen 1876 und 1882 diente es zugleich als Post- und Telegraphenamt sowie ab 1877 als Zweigstelle der Sparkasse. Mit der Eingemeindung des Ortes übernahm 1892 die Stadt Dresden das Gebäude und nutzte es bis zur Zerstörung 1945 als Stadtteilrathaus. Die Tzschimmerstraße, im östlichen Teil Striesens gelegen, verdankt ihren Namen dem früheren Dresdner Bürgermeister Gabriel Tzschimmer (1629-1694). Neben seiner Tätigkeit im Rat war Tzschimmer auch als Chronist tätig und verfasste eine Reihe historischer Darstellungen zur Geschichte seiner Heimatstadt. Die Gebäude entstanden meist im Zeitraum zwischen 1900 und dem Beginn des Ersten Weltkrieges. Im Wohnhaus Nr. 19 verbrachte zwischen 1904 und 1910 die Malerin Elfriede Lohse-Wächtler ihre Kindheit. 1911 verzog die Familie auf die benachbarte Voglerstraße.
Im Haus Voglerstraße 15 (Foto) wohnte ab 1911bis 1914 die Malerin Elfriede Lohse-Wächtler (1899-1940), die in den Zwanziger Jahren der Künstlergruppe um Otto Dix und Conrad Felixmüller angehörte. Die gesundheitlich angeschlagene Künstlerin kehrte 1931 in ihr Elternhaus in Striesen zurück und verbrachte ihre letzten Lebensjahre in der Psychatrischen Klinik Arnsdorf. 1940 wurde sie in der Anstalt Pirna-Sonnenstein Opfer des Euthanasieprogramms der Nazis. Seit 2001 erinnert eine Gedenktafel am Wohnhaus an sie. 1892 erhielt auch die Wartburgstraße, zuvor als Straße E in den Stadtplänen ausgewiesen, ihren heutigen Namen, wobei die historisch bedeutende Wartburg bei Eisenach Pate stand. Bereits 1874 war hier ein neues Striesener Schulhaus entstanden. Das Gebäude (Nr. 23) an der Ecke zur Tittmannstraße diente später als Kinderbewahranstalt, ab 1907 als Gemeindeamt und Sitz der Ortssparkasse. Hier wurde am 1. Juni 1892 auch der Eingemeindungsvertrag zwischen Dresden und der Gemeinde Striesen unterzeichnet. Nach 1945 nutzte der VEB Technische Gebäudeausrüstungen das Haus. 2008/09 erfolgte eine umfassende Sanierung und der Umbau zum Wohnhaus.
Fotos: Blick in dieWartburgstraße um 1910 und im Jahr 2006 Die frühere Striesener Straße D erhielt 1892 den Namen Wittenberger Straße, mit dem an die frühere Wirkungsstätte
Martin Luthers erinnert werden sollte. Auch die benachbarte Wartburgstraße und die Wormser Straße stehen mit dem Reformator in Verbindung. Bereits 1878 war an der Wittenberger Straße die Erlöserkirche entstanden, die jedoch 1945 den Bomben zum Opfer fiel. Eine weitere wichtige kirchliche Einrichtungen ist mit dem Kapellknabeninstitut, Unterkunft des
Knabenchores der Hofkirche, in den Räumen des früheren Vinzentiusstiftes untergebracht (Nr. 88). Bereits vor 1945 gab sich im Eckhaus zur Pohlandstraße das Arbeiterlokal “Pohlandgarten”, in dessen Räumen nach 1945 eine Verkaufsstelle eingerichtet wurde. Eine der interessantesten Innenraumgestaltungen Striesens findet sich im Treppenhaus des Mietshauses Wittenberger Straße 62. Derartige aufwendige Wand- und Deckengemälde gab es früher in vielen Striesener Wohnhäusern. Diese sollten den Wohlstand ihrer Bauherren und Bewohner verdeutlichen.
Am 1. April 1904 bezog das 1898 gegründete Säuglingsheim Dresden-Johannstadt neue Räume auf der Wormser Straße 4. Die vom Kinderarzt Arthur Schloßmann gegründete Einrichtung war erste Säuglingsklinik der Welt und setzte neue Maßstäbe auf dem Gebiet der Neugeborenenmedizin. 1907 übernahm die Stadt Dresden die Klinik, die 1945 zerstört wurde. Einige Straßen weiter befand sich bis zur Zerstörung die Teefabrik Willi Schlüter (Nr. 30), in der 1942/45 der bekannte jüdische Sprachwissenschaftler Victor Klemperer als Zwangsarbeiter tätig war. Die Zinnwalder Straße befindet sich im Osten von Striesen und verbindet Lauensteiner und Altenberger Straße. Benannt wurde sie nach dem kleinen Erholungsort Zinnwald am Kamm des Osterzgebirges. Auf dem Gelände eines nach 1990 stillgelegten Heizkraftwerkes wurde 2007 mit dem Bau einer Wohnsiedlung begonnen. Vorgesehen sind sowohl Einzel- als auch Doppel- und Reihenhäuser.
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