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Der Striesener Friedhof wurde im Zuge des weiteren Ausbaus der Vorstadt nach 1880 an der
Gottleubaer Straße angelegt und am 17. Juli 1883 eröffnet. Zuvor mussten die Verstorbenen zum Trinitatisfriedhof in der Johannstadt verbracht werden. Ursprünglich war für die Anlage das
Grundstück des heutigen Hermann-Seidel-Parkes vorgesehen, welches jedoch 1877 vom Gärtnereibesitzer für seine Rhododendrenzucht erworben wurde. Anwohner hatten durch den Bau
eines Friedhofes an dieser Stelle negative Folgen für die weitere Entwicklung des Ortes befürchtet. Der Striesener Friedhof, der sich zu seiner Entstehungszeit noch weit außerhalb der Bebauung
befand, nahm ursprünglich eine Fläche von ca. 3,5 Hektar ein. Um 1900 erfolgte eine erste Erweiterung, in den 50er Jahren eine zweite auf nun über 5,6 Hektar. Bemerkenswert ist die
naturnahe und parkartige Gestaltung des Areals.
Für den Friedhof entstand nach Plänen des Architekten Gotthilf Ludwig Möckel, der auch für die 1880 geweihte
Erlöserkirche verantwortlich zeichnete, eine Friedhofskapelle mit einem heute nicht mehr vorhandenen hohen Turm. Hinzu
kam ein in gleichem Stil gestaltetes Wohnhaus für den Friedhofsmeister, ein Verwaltungsgebäude und eine Leichenhalle. Das 1945 schwer beschädigte Gebäude wurde in der Nachkriegszeit wiederaufgebaut (Foto)
. Dabei fanden am Eingang vier Plastiken aus der zerstörten Erlöserkirche Aufstellung.
Auf dem Striesener Friedhof befinden sich eine Reihe künstlerisch wertvoller Grabdenkmale der Entstehungszeit, die
meist für die Grabstellen wohlhabender Striesener Unternehmer geschaffen wurden. Die Plastiken wurden teilweise von
bekannten Bildhauern geschaffen, unter ihnen Heinrich Rudolph Hölbe (1848-1926), der das Giebelrelief des
Albertinums schuf auch seine eigene Grabplastik für den Friedhof gestaltete. Zu den prominenten Dresdnern, die hier
beerdigt wurden, gehören der Gärtnereibesitzer Hermann Seidel (1833-1896), der frühere königliche Hoffotograf F.
Zeibig (+ 1902), der Kunstmaler Max Helas (1875-1949) und sein Sohn Helmar (1914-1981) sowie der Kunstsammler Friedrich Pappermann (1909-1995) und der Schauspieler Joachim Zschocke (1928-2003). |
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