Donaths Neue Welt






Das beliebte Tolkewitzer Vergnügungsetablissement “Donaths Neue Welt” entstand aus dem einstigen Dorfgasthof und wurde 1873 unter seinem neuen Namen eröffnet. Besitzer waren die beiden Brüder Hermann und Rinaldo Donath, die sich auch als Fotografen einen guten Ruf erwarben. Der heutige Bau entstand 1902 im altdeutschen Fachwerkstil (Foto). Nach dem Tod der Geschwister führte der Gastwirt Karl Wattig den Betrieb weiter.

 

Zu Donaths Neue Welt gehörte neben den rustikal gestalteten Gasträumen und dem Saal ein großer Gästegarten mit verschiedenen Attraktionen, die den Gasthof weit über Dresdens Grenzen hinaus bekannt machten. So ließen die Besitzer aus Holz und Pappmaché eine Alpenkulisse erbauen, die mit Hilfe von Lampen illuminiert werden konnte, um so das “Alpenglühen” zu imitieren. Außerdem gab es eine künstliche Ruine, einen Konzertplatz für regelmäßige Blaskonzerte, Spielgeräte, einen kleinen Tierpark und ähnliches. Bis in die Nachkriegszeit fanden hier regelmäßig Bälle und andere Vergnügungen statt.

 

 

 

 

Fotos: Blick in den Garten von “Donaths Neue Welt” mit Musikpavillon und Alpenpanorama

In den Jahren nach 1945 war der Tolkewitzer Gasthof nochmals Schauplatz für verschiedene Kultur- und Sportveranstaltungen. Da die Spielstätten der Innenstadt sämtlich zerstört waren, traten hier Künstler der Staatsoper und der Dresdner Theater auf. Hinzu kamen Betriebsfeste, aber auch Veranstaltungen der evangelischen Bethlehem- Gemeinde. 1956 endete der Gastronomiebetrieb. Das Gebäude wurde fortan als Lager genutzt (Foto).

Nach 1990 scheiterten Pläne, das Anwesen zu verkaufen und für eine neue Nutzung umzubauen. Am 20. August 2004 fiel der historische Gasthof einem Großbrand zum Opfer. Erhalten blieb lediglich ein Teil des Vordergebäudes, dessen weiteres Schicksal unklar ist. Im ehemaligen Gästegarten befindet sich heute ein Lebensmittelmarkt.

 


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