Straßen und Plätze in Zschieren


An der Huhle

Die Straße An der Huhle entstand nach dem Ersten Weltkrieg im Zusammenhang mit dem Bau einer kleinen Wohnsiedlung. Der Straßenname ist von einer historischen Flurbezeichnung abgeleitet. Auch die benachbarten Straßen Am Zaukenfeld und Hüfnerweg erinnern an die frühere landwirtschaftliche Nutzung des Areals. Als Hüfner wurden früher Kleinbauern mit geringem Grundbesitz (Hufe = altes Flächenmaß) bezeichnet.

An der Wostra

Der kleine Weg An der Wostra verbindet die Wilhelm-Weitling-Straße mit dem Elbufer und führt am früheren Gelände der Ziegelei Neubert entlang. 1930 wurde hier durch die  “Wochenend- und Strandbadgesellschaft” (WOSTRA) eine Laubenkolonie mit Freibad errichtet. Aus dieser ging das bis heute beliebte Strandbad Wostra mit angeschlossenem Campingplatz hervor.

 

 

Inselblick

Sowohl die Straßenbezeichnung Inselblick als auch die benachbarte Straße Zur Elbinsel weisen auf die zwischen Zschieren und Pillnitz gelegene Pillnitzer Elbinsel hin. Die noch im 18. Jahrhundert vom Hof genutzte Insel ist heute Vogelschutzgebiet und darf deshalb nicht betreten werden.

Käthe-Kollwitz-Straße

Die Käthe-Kollwitz-Straße wurde in den Zwanziger Jahren im Zusammenhang mit der Bebauung der Fluren zwischen Kleinzschachwitz und Zschieren angelegt. Nach 1945 erhielt sie den Namen der Malerin Käthe Kollwitz (1867-1945), die durch ihre Anti-Kriegs-Darstellungen international bekannt wurde. Käthe Kollwitz verbrachte ihre letzten Lebensmonate auf Einladung der Wettiner in Moritzburg, wo noch heute eine Gedenkstätte an sie erinnert.

Kurgartenstraße

Auch die Kurgartenstraße entstand bei der Erschließung des zuvor landwirtschaftlich genutzten Areals zwischen Kleinzschachwitz und Zschieren. Der Name erinnert an Bestrebungen vom Ende des 19. Jahrhunderts, Kleinzschachwitz zu einem Kurort zu entwickeln. In unmittelbarer Nähe befindet sich das eigentlich auf Zschierener Flur gelegene Kurhaus Kleinzschachwitz.
 

  www.blume2000.de


Therese-Malten-Straße

Die Therese-Malten-Straße erhielt ihren Namen 1901 nach der Opernsängerin Therese Malten (eigentlich Therese Müller). Mit Umbenennung der früheren Schönefelder Straße wollte die Gemeinde der auch als Wohltäterin beliebten Kammersängerin schon zu Lebzeiten ein bleibendes Denkmal setzen. Die 1853 in Ostpreußen geborene Künstlerin debütierte mit 20 Jahren an der Dresdner Hofoper und wurde vor allem als Wagner- Interpretin berühmt. Auf  persönliche Einladung Richard Wagners trat sie 1882 auch im Bayreuther Feststpielhaus auf. In Dresden war die Sopranistin nicht zuletzt wegen ihres extravaganten Lebensstil ein gefeierter Star. Ab 1893 lebte sie bis zu ihrem Tod 1930 in der unweit der Therese-Malten-Straße gelegenen Villa Carolastraße (heute Wilhelm-Weitling- Straße) 3. Ihr Grab befindet sich auf dem Trinitatisfriedhof.

Trieskestraße

Die Trieskestraße erinnert an das frühere Zschierener “Beidörfchen” Trieske, welches nur aus vier Gehöften bestand und im Volksmund als “Weibertausch” bezeichnet wurde. Die Gebäude lagen zum Schutz vor Hochwasser auf leichten Erhebungen. Im 19. Jahrhundert entstand in diesem Teil Zschierens eine noch bis nach 1945 betriebene Ziegelei. Heute befinden sich hier Wohnhäuser sowie der Zschierener Kindergarten.

Wilhelm-Weitling-Straße

Die heutige Wilhelm-Weitling-Straße wurde im 19. Jahrhundert angelegt und hieß früher Carolastraße. Ihren jetzigen Namen erhielt sie nach dem vormarxistischen Theoretiker Wilhelm Weitling (1808-1871). Weitling gehörte zu den führenden Köpfen des “Bundes der Gerechten” (später “Bund der Kommunisten”) und wanderte 1849 in die USA aus.

Ende des 19. Jahrhunderts begann von Kleinzschachwitz aus die Bebauung der Wilhelm-Weitling-Straße mit Villen und Wohnhäusern. Noch bis in die jüngere Vergangenheit existierten im Süden mehrere Kies- und Lehmgruben. Aus deren Restlöchern entstanden die beiden Zschierener Freibäder der Wostra.

Villa Malten: Markantestes Gebäude an der Wilhelm-Weitling-Straße ist neben dem Kurhaus Kleinzschachwitz in der Nähe der Pillnitzer Elbfähre die Villa Malten (Nr. 3). Dieses Haus ließ sich 1893 die Kammersängerin Therese Malten (1853-1930) errichten, an die auch die unweit gelegene Therese-Malten-Straße erinnert. Die von Bruno Müller entworfene und  im Neorenaissancestil ausgestattete Villa besaß eine moderne Schwerkraftheizung, zahlreiche Wohn- und Schlafräume sowie ein von unten beleuchtetes Marmorbad. Zum Grundstück gehört auch ein heute nur noch teilweise erhaltener Park mit Remise und Gästehaus. 1997 wurde die Villa durch einen spanischen Kunsthändler erworben und weitgehend wieder in den Originalzustand versetzt. Heute beherbergt das Haus eine Pension.
 

  Zum Rosé-Schnäppchen - Bitte klicken!


Zschierener Elbstraße

Die Elbstraße - seit 1999 offiziell Zschierener Elbstraße genannt - bildet die Hauptstraße der am Elbufer gelegenen Siedlung Klein-Zschieren. Der von sorbischen Siedlern gegründete Ort war einst Wohnplatz von Elbfischern und -schiffern und wurde häufig von Hochwasser heimgesucht. Um 1880 entstand hier der Gasthof Zschieren mit Gartenterrasse und Saal.

Gasthof Zschieren: Die Schankwirtschaft am Elbufer entstand um 1880 und befindet sich seit 1927 im Besitz der Familie Franke. Neben dem Gastraum besitzt das Haus auch einen kleinen Saal sowie eine Veranda und einen Biergarten. Das Lokal entwickelte sich nicht zuletzt wegen der früher regelmäßig durchgeführten Jahrmärkte zu einer beliebten Ausflugsgaststätte. Während des Zweiten Weltkrieges befand sich in den Räumen ein Kriegsgefangenenlager sowie die Werkstatt einer Uhrenfirma. Die jüngste Erneuerung des Gebäudes erfolgte nach Beseitigung der Hochwasserschäden 2004/05.

Zur Ziegelwiese

Der Straßenname Zur Ziegelwiese erinnert an die einstigen Ziegelwiesen der Zschierener Ziegelei, die hier ihre Rohware vor dem Brennvorgang zur Trocknung lagerte. Noch bis nach 1945 wurde auf Zschierener Flur Lehm für die Produktion einer Ziegelei abgebaut und verarbeitet.


[Home] [Nord] [Nordwest] [Neustadt] [Nordost] [West] [Zentrum] [Südwest] [Süd] [Südost] [Ost] [Register] [Kontakt] [Impressum]