Heidenschanze



Das Gelände der Heidenschanze, einem Bergsporn über dem Plauenschen Grund, war bereits um 1400 v. Chr. besiedelt und gehört zu den ältesten nachgewiesenen Siedlungsplätzen im Dresdner Raum. Einst stand hier eine frühgeschichtliche Befestigungsanlage der Lausitzer Kultur mit beträchtlichen Ausmaßen. Der 75 Meter über dem Weißeritztal liegende Burgwall diente nicht nur Verteidungszwecken, sondern war auch ein wichtiges wirtschaftliches Zentrum der Bevölkerung. Bei Ausgrabungen entdeckte man auf dem Gelände Reste von Gebäuden, Pfeilspitzen und Alltagsgegenständen. Die im 6./7. Jahrhundert von slawischen Siedlern in Besitz genommene Anlage wurde während der deutschen Ostexpansion von Soldaten Heinrich I. erobert, die die Slawen von diesem strategisch wichtigen Punkt vertrieben. Vermutlich wurde die Heidenschanze noch bis Ende des 11. Jahrhunderts als Verteidigungswarte genutzt und erst dann bei kriegerischen Handlungen zerstört bzw. von den Bewohnern aufgegeben.

Im 19. Jahrhundert fielen Teile des Burggeländes dem Steinbruchbetrieb zum Opfer. Der verbliebene Rest des ursprünglich bis zu 5 Meter hohen Walles, der die ca. 200 Meter im Durchmesser messende Burganlage umgab, steht heute als frühgeschichtliches Bodendenkmal unter Schutz. 1865 fand auf dem Gelände der Heidenschanze eine Veranstaltung im Rahmen des 1. Deutschen Sängerbundfestes statt. Archäologische Ausgrabungen erfolgten in den Dreißiger Jahren und zuletzt 1956/57. 1999 wurde unterhalb der Anlage mit dem Bau des Autobahntunnels nach Kaitz begonnen. Von der Heidenschanze bietet sich ein schöner Blick nach Dölzschen und über das Weißeritztal des Plauenschen Grundes.

 

Foto: Blick von der Heidenschanze auf die neue Autobahnbrücke im Mai 2002 (links) und
am “Tag der offenen Tür” im September 2004 (rechts)


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