Die heutige Karlsruher Straße verbindet die Stadtteile Coschütz und Gittersee und ist zugleich wichtige Verkehrsverbindung nach Freital. Nachdem in Gittersee um 1810 Steinkohlevorkommen entdeckt worden
waren, wuchs die Bedeutung dieses Verkehrsweges, der zwischen 1841 und 1844 zur Chaussee ausgebaut wurde. Ende des 19. Jh. begann die zunehmende Bebauung der Straße mit Mietshäusern sowie kleineren Geschäften. Zu den
markanten öffentlichen Gebäuden gehören das Gitterseer Rathaus und das Postamt Coschütz. Vor der Eingemeindung Gittersees wurde die Straße auch Kohlenstraße genannt.
Einzelne Gebäude: Coschützer Höhe:
Das Lokal entstand 1897 im Eckhaus Cunnersdorfer/ Karlsruher Straße 1 und befand sich zunächst im Besitz von M. Bertram. Zur Gaststätte gehörten neben der Schankstube auch zwei repräsentative Vereinszimmer sowie eine Kegelbahn. 1927 kam die “Coschützer Höhe” in den Besitz von Georg Baake, wurde nach 1945 von der HO übernommen und später wegen ihres schlechten Bauzustandes geschlossen. 2002 begann eine umfassende Sanierung des Gebäudes, welches heute wieder gastronomisch genutzt wird. Nach mehrfachem Betreiberwechsel trägt das Lokal heute den Namen “Eventcatering”.
Gasthof Gittersee:
Der Gasthof von Gittersee entstand um 1890 als Konzert- und Ballhaus und erhielt dabei den noch heute vorhandenen Saal, der über 800 Plätze bot.
Während des Zweiten Weltkrieges wurden die Räume als Wohnlager des Döhlener Gußstahlwerkes genutzt. Nach 1945 diente dieser Saal als erste Spielstätte der neu
gegründeten “Volksoper”, aus der 1950 die Landesbühnen Sachsen hervorgingen. Bereits am 12. August 1945 fand hier erstmals ein festliches Opernkonzert statt, am 24,
November die erste Nachkriegsaufführung der Oper “Der Bajazzo”. 1950 verlegte das Theater seinen Stammsitz nach Radebeul. Die Gaststätte bestand später noch als HO-Gaststätte “Friedenswacht”,
während der Saal nur noch Lagerzwecken diente. Zeitweise wurden die Räumlichkeiten auch als Tonstudio des
DEFA-Studios für Trickfilme sowie für die Schulspeisung der nahegelegenen 80. POS genutzt. Heute befindet sich hier ein Lager des Buchhandels. Das Hauptgebäude wurde nach 1990 saniert.
Filmtheater “Glück Auf”: Das Kino entstand um 1950 an der Karlsruher Straße und diente der kulturellen Betreuung
der Arbeiter des Gitterseer Wismut-Schachtes. Zuvor war das Haus unter dem Namen “Rehbockschänke” eine beliebte Gaststätte. Nach 1990 wurde das Filmtheater geschlossen und später abgerissen. |