Die erste Plauener Kirche entstand wahrscheinlich bereits vor 1300, da schon 1296 erstmals
ein Pfarrer zu “Plawen” genannt wurde. Sie unterstand ursprünglich dem Kloster Altzella, später dem Nonnenkloster Seußlitz und wurde 1429 während der Hussitenkriege zerstört.
1466 erfolgte ein Neubau mit einem neuen Turm. Am 14. März 1467 wurde dieser durch den Meißner Bischof dem Heiligen Michael geweiht. Erweiterungen des Gotteshauses sind für 1617 und 1700 verbürgt.
1735 erhielt die Kirche einen vom Besitzer der Hofmühle gestifteten Barockaltar, der von J. G. Feige geschaffen wurde. Von Feige stammt auch das Grabmal des Mühlenbesitzers Gäbler.
Die Ausstattung der Kirche wechselte in der Folgezeit mehrfach. So kam Ende des 18. Jh. die Orgel der alten Frauenkirche nach Plauen, wo sie noch einige Jahre im Einsatz war. 1878
begann eine umfassende Renovierung der Plauener Kirche. Neben einem Anbau für die Sakristei erhielt das Gebäude eine von Bienert gestiftete neue Orgel. Auch die nach einer Erneuerung des Turmes 1893 aufgehängten Glocken
wurden von der Mühlenbesitzerfamilie finanziert. Trotz aller Bemühungen erforderte die zunehmend schlechtere Bausubstanz zur Jahrhundertwende einen grundlegende
Sanierung des Gebäudes. Zwischen 1900 und 1902 wurde die Kirche deutlich vergrößert und umgebaut und erhielt
dabei ihr heutiges Aussehen mit dem erhöhten Turm. Die Pläne lieferte das renommierte Architektenbüro Lossow &
Viehweger, welches sich für den damals verbreiteten Baustil der deutschen Renaissance entschied. Die Ausführung
oblag dem Plauener Baumeister Fichtner. Am 9. März 1902 wurde die neue Kirche feierlich geweiht und ein Jahr später in Auferstehungskirche umbenannt. Im Umfeld des Gotteshauses schuf Stadtbaurat Hans Erlwein 1907 eine
neue Treppenanlage mit einem kastellartigen Eckturm. Für diese Arbeiten mussten die alte Plauener Schule und die Dorfschmiede abgetragen werden, womit der Abbruch des Oberdorfes abgeschlossen war. 1912 wurde an der
Reckestraße ein neues Gemeindehaus errichtet, welches einen Vorgängerbau von 1878 ablöste. Die Plauener Auferstehungskirche wurde 1945 nur leicht beschädigt, verlor jedoch die künstlerisch wertvollen Glasfenster. Am 1. Juli 1945 fand im Gotteshaus das erste
Nachkriegskonzert des Kreuzchores statt, der die Kirche auch später für gelegentliche Auftritte nutzte. Als Ersatz für die verlorenen Glocken wurde das Geläut der zerstörten
Zionskirche eingebaut. Den Innenraum gestaltete man 1953 im Stil der damaligen Zeit um, wobei die Kirche viel von ihrer ursprünglichen Atmosphäre verlor. 1985 baute die
Firma Eule eine moderne Orgel in den vorhandenen Orgelprospekt ein (Foto). Nach 1990 begannen umfangreiche
Sanierungsarbeiten, die auch eine teilweise Wiederherstellung des historischen Innenraumes vorsehen. 2003 konnten
fünf neue Glasfenster eingebaut werden. Die vom Glaskünstler Wolfgang Korn gestalteten Fenster orientieren sich in
ihrer Thematik an den historischen Vorbildern, wurden jedoch modern gestaltet. Bemerkenswert ist auch der noch aus der alten Dorfkirche stammenden Taufstein sowie das Altarbild “Segnender Christus” von Alfred Diethe.
Fotos: Glocke und Uhrwerk der Plauener Kirche
Innerer Plauenscher Friedhof:
Der Innere Plauensche Friedhof entstand als Kirchhof der Plauener Kirche und wurde bereits 1647 erstmals genannt. Die gesamte Anlage wurde 1901-1907 im Zusammenhang mit dem Kirchenneubau umgestaltet, wobei die Pläne für
den Vorplatz des Gotteshauses von Hans Erlwein stammen. Bedeutendstes Grabdenkmal ist die Familiengruft der Bienerts mit Plastiken von Robert Henze. Außerdem fanden bekannte Plauener Industrielle wie der Direktor der
Felsenkellerbrauerei A. Evereth (+ 1901), der Baumeister Fichtner (+ 1906) und der Großindustrielle John Daniel
Souchay hier ihre letzte Ruhestätte. Letzterer war viele Jahre Besitzer von Schloss Eckberg. Zwei Kriegsgräberstätten mit Holzkreuz und einem Sandsteinrelief sind Arbeiten des Bildhauers Friedrich Press. Die Grabanlage Bienerts wurde vom bekannten Architekten Walter Gropius entworfen
und gehört zu den wichtigsten Schöpfungen der Friedhofsarchitektur im Stadtgebiet (Foto). 1894 wurde hier der bekannte Mühlenbesitzer und Stifter Gottlieb Traugott
Bienert beigesetzt. Das Porträtrelief des Plauener Ehrenbürgers stammt von Robert Henze. Neben ihm ruhen seine beiden Söhne Erwin (+ 1930) und Theodor (+ 1935).
Beide setzten das Werk ihres Vaters fort und waren Stifter des Müllerbrunnens und des Bienertparkes am Hohen Stein. Erwins Ehefrau, die Kunstsammlerin Ida Bienert,
initiierte 1904 die Gründung der ersten Volksbibliothek und versammelte in den Zwanziger Jahren einen Freundeskreis
junger Künstler um sich. Zu dieser Runde gehörten u. a. Fritz Löffler, Oskar Kokoschka, Paul Klee, Otto Dix und
Walter Gropius. Dieser konnte von ihr auch für die Umgestaltung der Grabstätte gewonnen werden. Auch der Sohn
Erwin und Ida Bienerts, der Mühlenfabrikant Friedrich Bienert, wurde 1969 in dieser Gruft beigesetzt. Friedrich Bienert war ab 1924 mit der bekannten Tanzpädagogin Gret Palucca verheiratet.
Äußerer Plauenscher Friedhof: Zur Entlastung des bisherigen Friedhofs entstand 1882 an der Flurgrenze zu Coschütz ein neuer Friedhof, der
unmittelbar an den Coschützer Friedhof grenzt und heute als Äußerer Plauenscher Friedhof bezeichnet wird. Für
diesen entstanden eine Totenhalle und eine Friedhofskapelle. Zu den bekannten Persönlichkeiten, die hier ihre letzte
Ruhe fanden, gehört der frühere Plauener Gemeindevorstand K. Großmann (+ 1900), dessen Grabstein eine Plakette
von Robert Henze ziert. In seiner Nachbarschaft befindet sich die von A. Schreitmüller geschaffene Grabstätte der
Familie Pleißner. Auch der 1988 verstorbene Dresdner Kunsthistoriker Fritz Löffler wurde auf diesem Friedhof beigesetzt, ebenso die früheren TH-Professoren für Elektrotechnik Johannes Görges (+ 1946) und Maschinenkunde
Enno Heidebroek (1955). |