Hoher Stein





Öffnungszeiten
Aussichtsturm

Mo. geschlossen
Di.-Fr. 11.30-17 Uhr
Sa. + So. 11-17 Uhr

Der Hohe Stein, ein geologisches Naturdenkmal hoch über dem Plauenschen Grund (190 m über NN), ist letzter Rest einer Brandungsklippe im Meer der Kreidezeit. An der aus Syenodiorit bestehenden Klippe sind noch Fossilien von kreidezeitlichen Meeresbewohnern zu sehen. In urgeschichtlicher Zeit lag hier vermutlich eine Siedlung der Billendorfer Kultur (800 - 550 v. Chr.), da in der Nähe entsprechende Funde gemacht wurden. Im Mittelalter diente der markante Felsen als Kalvarienberg mit mehreren Gebetsstationen für Prozessionen. Später stand hier zeitweise ein Galgen. Wegen seiner strategischen Lage war der Hohe Stein auch militärischer Beobachtungsposten zu Kriegszeiten. 1759/60 wurde hier eine Schanze angelegt. In den Befreiungskriegen 1813 nutzten die Verbündeten unter Fürst Schwarzenberg das Areal als Hauptquartier. Teile der Felsen fielen Anfang des 19. Jahrhunderts einem Steinbruch zum Opfer.

Um 1815 begannen erstmals gezielte wissenschaftliche Forschungen am Hohen Stein. Naturforscher wie Heinrich Ludwig Reichenbach, Hans Bruno Geinitz und Ernst Fürchtegott Zschau befassten sich mit den geologischen Gegebenheiten und wiesen einige seltene Pflanzenarten wie Steinnelke und Bernsteinkraut nach. 1862 erwarb der Deubener Schmiedemeister Friedrich August Frohberg das Grundstück und ließ hier ein Ausflugsrestaurant errichten. Außerdem entstand zwei Jahre später ein noch heute erhaltener Aussichtsturm (Foto) . Das umliegende Gelände wurde ab 1882 von der Felsenkellerbrauerei parkartig erschlossen, wobei auch die Aussichtsbastion am Felshang zum Weißeritztal entstand. Das Areal westlich des Hohen Steins erwarb 1906 Erwin Bienert, Sohn des Mühlenbesitzers, und ließ es zum Landschaftspark umgestaltet. Zu Ehren der Mühlenbesitzerfamilie trägt die Anlage heute den Namen Bienertpark.

Die Gaststätte am Hohen Stein blieb bis in die 60er Jahre beliebter Treffpunkt der Dresdner Bevölkerung, nicht zuletzt wegen der schönen Aussicht nach Dölzschen und in den Plauenschen Grund. Im Haus wohnte bis zu seiner Verhaftung durch die Nazis der politisch aktive Maler Fritz Schulze mit seiner Frau Eva Schulze-Knabe. 1942 wurde er als Leiter einer Widerstandsgruppe zum Tode verurteilt und in Berlin-Plötzensee hingerichtet. An Fritz Schulze und seine Kampfgefährten erinnert seit 1954 ein 1987 komplett erneuerter Gedenkstein (Foto).

Nach Schließung der Gaststätte verfiel das historische Gebäude und wurde später abgerissen. 1995 entstand an seiner Stelle der Neubau eines Altenpflegeheimes, in dem sich seit einigen Jahren auch wieder ein Café befindet (derzeit geschlossen). 2003 folgte die Sanierung des Aussichtsturmes und des angrenzenden Parks.

 


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