Das slawische Gassendorf Gostritz entstand am Hang des Nöthnitzbachtals und wurde
1378 erstmals erwähnt. Der altsorbische Ortsname Gosterticz bedeutet “Leute des Gostirad” und weist auf den Sippenältesten der Siedlung hin. Bis 1402 gehörte das Dorf
den Burggrafen von Dohna, später verschiedenen Adelsfamilien. Ab 1399 gelang es dem Kloster Altzella, schrittweise fast die gesamte Ortsflur in seinen Besitz zu bringen und
Gostritz dem Leubnitzer Klosterhof zu unterstellen. Erst mit Auflösung des Klosterhofes endete diese kirchliche Vorherrschaft. Gostritz wurde nun als Teil des Leubnitzer Amtes
vom Rat der Stadt Dresden verwaltet. 1813 wurden einige Gehöfte während der Kämpfe um Dresden beschädigt.
Bis heute konnte der Ort am südlichen Stadtrand sein ländliches Bild weitgehend bewahren. Größere Bauerngüter mit beeindruckenden Hofeinfahrten befinden sich u.a. in Altgostritz (Foto oben), an der Friebelstraße und der Rosentitzer Straße (Foto rechts). Die Einfahrten zeigen zum Teil alte Hausmarken und Inschriften, die auf frühere Besitzer
hinweisen. Sehenswert ist auch eine 1836 aufgestellte historische Wegsäule am Ortsausgang.
Ende des 19. Jahrhunderts wurde Gostritz zum Standort mehrerer großer Handelsgärtnereien sowie Baum- und
Rosenschulen. Außerdem entstanden einige Mietshäuser an der Straße nach Leubnitz. Als einziges größeres Industrieunternehmen wurde 1894 die Ziegelei Richter gegründet, die als VEB Ziegelwerke Gostritz noch bis 1978 in
Betrieb war. Seit dem 1. April 1921 gehört Gostritz als Stadtteil. zu Dresden. Noch bis in die 60er Jahre gab es hier die vor allem von Studenten gern besuchte Schankwirtschaft “Mutter Vogel”, deren Gebäude noch erhalten ist. An Stelle eines
abgerissenen Vierseithofes von 1736 wurden 2004 am Dorfplatz Altgostritz mehrere Einfamilienhäuser errichtet. Schulen in Gostritz:
Gostritz unterstand seit 1445 der Leubnitzer Kirche, weshalb die Kinder des Ortes auch die dortige Schule besuchten. Erst
1897 errichtete die Gemeinde ein eigenes Schulhaus, welches jedoch mangels Kinderzahl bereits 1921 wieder geschlossen wurde. Seitdem gehört Gostritz wieder zur Leubnitzer Schule. |