Großluga entstand als slawischer Rundweiler und wurde 1321 erstmals als Luge erwähnt.
Zur besseren Unterscheidung zum benachbarten Kleinluga erhielt der Ort schon bald den Namen Groß-Luga, der sich 1378 zum ersten Mal in den Urkunden findet (luck major).
Übersetzt bedeutet Luga “Ort mit einer feuchten Niederung”, was auf die örtlichen Gegebenheiten hindeutet. Ursprünglich gehörte das Dorf den Burggrafen zu Dohna, die
jedoch 1321 ihre Zinsrechte an das Kloster Altzella übertrugen. Später kam der Ort zum Amt Pirna und war kirchlich der Dohnaer Kirche zugeordnet. 1408 vergab Friedrich der
Strenge Großluga an vier Dresdner Bürger als Lehen, denen 1436 die Röhrsdorfer Familie Lange als Lehns- und Gerichtsherren folgte. 1501 gehörte das Dorf der in Zehista ansässigen Adelsfamilie von Staupitz.
Der nur aus wenigen Gehöften bestehende Ort entwickelte sich bis zum 19. Jh. kaum weiter und lebte vorrangig von der
Landwirtschaft. Zentrum war der heutige Lugaer Platz mit seiner noch erhaltenen Dorflinde. Erst nach dem Bau der
Eisenbahnstrecke nach Pirna entstanden um 1890 neue Mietshäuser an der Kleinlugaer Straße. Auf Großlugaer Flur
siedelte sich auch das Eisenwerk Kelle & Hildebrandt an, welches später unter dem Namen Sächsischer Brücken- und Stahlhochbau bekannt wurde. Hergestellt werden vor allem Förderanlagen und Bühnentechnik. 1920 wurden Groß- und Kleinluga zu einer Landgemeinde vereinigt, die den Namen Luga
erhielt. Dieser Ort konnte seine Selbstständigkeit jedoch nur zwei Jahre bewahren und wurde 1922 nach Niedersedlitz eingemeindet. Gemeinsam mit diesem kam auch Großluga
1950 als Stadtteil zu Dresden. 1953 entstand die nach 1990 aufgelöste LPG “1. Mai”, der seit 1958 bzw. 1962 auch Lockwitzer und Nickerner Bauern angehörten. Heute ist
Großluga vor allem Wohnort mit einigen bedeutenden gewerblichen Unternehmen, darunter dem Hauptumspannwerk für Dresden-Süd. Sehenswert ist der gut erhaltene
Dorfplatz mit seinen Bauernhäusern aus dem 18. und 19. Jahrhundert.(Fotos).
Schulen in Großluga:
1841 gründeten die Gemeinden Groß- und Kleinluga gemeinsam mit den heutigen Heidenauer Ortsteilen Gommern, Wölkau und Meuscha einen gemeinsamen Schulverband mit dem Ziel, ein eigenes Schulhaus zu errichten. Dieses wurde
auf Großlugaer Flur erbaut und am 26. Oktober 1841 eingeweiht. Nach dem Ausscheiden von Gommern aus dem
Verband besuchten ab 1896 nur noch Kinder aus Groß- und Kleinluga diese Schule. Das erhaltene Gebäude dient heute als Wohnhaus.
1898 beschlossen die verbliebenen Gemeinden einen Schulneubau, um der gewachsenen Einwohnerzahl Rechnung zu
tragen. Mit dem Entwurf wurde der Copitzer Architekt Welz beauftragt. Bereits am 23. Oktober 1899 konnte diese neue
Schule an der Kleinlugaer Straße 25 eröffnet werden. Neben mehreren Klassenräumen beherbergte das Gebäude auch eine Aula und eine Wohnung für Lehrer. Heute nutzt die 90. Grundschule das Haus. Gasthof Großluga: Der Gasthof an der Kleinlugaer Straße entstand um 1900 und sollte den Auftakt für eine vorstädtische Entwicklung des
Ortes bilden. Allerdings blieb Luga ein unbedeutendes Dorf, was schon bald zu wirtschaftlichen Problemen der Inhaber
führte. Neben den Gasträumen besitzt das Gebäude an der Ecke zur Dohnaer Straße auch einen großen Ballsaal. Bereits
1933 wurde der Gasthof geschlossen und diente ab 1941 als Unterkunft für russische Zwangsarbeiterinnen. 1945 übernahm das Sachsenwerk in Niedersedlitz das leerstehende Gebäude und nutzte es viele Jahre für Lagerzwecke.
Zeitweise gab es hier auch einen Jugendclub. Heute steht der mittlerweile verfallene Gasthof leer. Ein Verein setzt sich jedoch für eine Rekonstruktion und eine künftige kulturelle bzw. gastronomische Nutzung ein. Foto: Der frühere Gasthof Großluga auf einer historischen Ansichtskarte
Großlugaer Nachrichten 23. März 2010:
Auf dem Gelände einer ehemaligen Elektrofirma auf der Lugaer Straße 100 sollen in den kommenden Monaten sechs Einfamilienhäuser geabut werden. Die Gebäude werden individuell ein- bzw. zweigeschossig gestaltet und können evtl. schon Ende des Jahres bezogen werden.
13. Januar 2010:
Voraussichtlich im August soll mit der Sanierung der 90. Grundschule und dem Neubau einer Sporthalle begonnen werden. Ob die arbeiten planmäßig starten, hängt nun von der Vergabe der beantragten Fördermittel ab.
13. November 2009:
Da das bislang favorisierte Gebäude Lugaer Straße 108 wegen dessen geplanten Umbaus zu Eigentumswohnungen nicht mehr zur Verfügung steht, sucht der Verein Luga e.V. nach einem neuen Grundstück für sein Bürgerhaus. Das Haus soll künftig als Vereinstreff und für Veranstaltungen genutzt werden.
14. August 2009:
Der Verein Luga e.V. bereitet aus Anlass seines 10-jährigen Bestehens ein Stadtteilfest vor. Dieses soll im September stattfinden und an einige Erfolge erinnern. U.a. wurden an mehreren Stellen im Ort Sitzbänke aufgestellt und ein Pavillon errichtet.
29. Juli 2009:
Das Gebäude Lugaer Straße 108 soll künftig als Bürgerhaus des Stadtteils dienen. Derzeit plant der Verein Luga e. V. einen Kauf des unter Denkmalschutz stehenden Hauses und bemüht sich um die Entwicklung eines Konzeptes, welches u.a. Klubräume, Gastronomie und die Einrichtung eines Ortsmuseums vorsieht. Zeitweise diente das Gebäude als Rathaus des Ortes,
15. Juli 2009:
Die 90. Grundschule an der Kleinlugaer Straße 25 soll saniert und modernisiert werden. In diesem Zusammenhang ist auch der Bau einer Sporthalle vorgesehen. Ein Termin für den Baustart steht jedoch noch nicht fest.
14. März 2009:
Einweihung eines kleinen Pavillons und neuer Bänke am Spielplatz in Luga. Die Arbeiten wurden gemeinsam von der Ostsächsischen Sparkasse und de´m Verin Luga e.V. finanziert.
6. März 2009: Der Maltengraben soll in den kommenden Monaten tiefergelegt werden, um die Anlieger des Gewässers besser vor Hochwasser zu schützen. Außerdem werden Schäden am Uferbereich
beseitigt. |
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