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Der slawische Rundweiler Kleinluga wurde 1378 erstmals als lug minor urkundlich erwähnt,
wobei der Zusatz minor = klein zur Unterscheidung vom benachbarten Großluga diente. 1445 gehörte das Dorf, welches nur aus einigen wenigen Gütern bestand, Hans Marschalgk.
Auch das Meißner Domstift besaß Zinsrechte in Kleinluga. 1453 übernahm Kurfürst Friedrich der Sanftmütige Teile dieses Dorfes. Im Zusammenhang mit einem erneuten
Besitzerwechsel 1501 kam der Ort in den Besitz von Stephan Alnpeck, Rittergutsbesitzer in Lockwitz. Von nun an waren Kleinluga und Lockwitz eng miteinander verbunden. Kirchlich
unterstand das Dorf der Parochie Dohna, später der Schlosskirche von Lockwitz. Südlich des Dorfkerns wurde die Flur von der wichtigen Landstraße nach Böhmen berührt, deren früherer Verlauf noch in der Alten Landstraße erhalten blieb.
Da diese auch als Heerstraße von Bedeutung war, blieb der Ort von kriegerischen Auseinandersetzungen nicht verschont, zuletzt während der napoleonischen Kriege 1813.
Aufgrund der ungünstigen Lage des
Ortes am Hang des Lugberges gab es in der Vergangenheit häufig Probleme mit der Wasserversorgung. Das knappe Nass war mehrfach Streitpunkt zwischen den benachbarten Orten Groß- und Kleinluga,
so im Jahr 1572. Um die auf Kleinlugaer Flur liegende Quelle des Hallborns optimal nutzen zu können, errichteten die
beiden Dörfer eine hölzerne Röhrfahrt mit zwei Hauptröhren, die am Dorftrog endeten. Kleinere Rohre leiteten das
Wasser direkt in die einzelnen Gehöfte. Mit dem Anschluss Kleinlugas an das öffentliche Trinkwassernetz verlor die Quelle an Bedeutung, speist jedoch bis zur Gegenwart den Dorfteich am Teichplatz. Nachdem der Ort 1839 im Zuge der sächsischen Gemeindeordnung die Rechte einer Landgemeinde erhalten hatte,
gehörte Kleinluga ab 1856 zum Amt Pirna. In der zweiten Hälfte des 19. Jh. wandelte sich die Bevölkerungsstruktur durch den Zuzug von Arbeitern, die in den drei Ziegeleien des Ortes und in der Niedersedlitzer Industrie beschäftigt waren. Trotz einiger baulicher Veränderungen blieb
jedoch der Dorfkern um den Teichplatz mit einer 1883 gepflanzten Luthereiche bis heute erhalten. 1920 wurden Klein- und Großluga zur Gemeinde Luga vereinigt, die 1922 zu Niedersedlitz kam.
Seit 1950 ist auch Kleinluga Stadtteil von Dresden. Einige Siedlungshäuser entstanden ab 1936 zwischen Dohnaer und Lugaer Straße. 1999 wurde der Teichplatz mit seinen historischen Gehöften
rekonstruiert. Deutlich ist noch die Form des Rundlings erkennbar, um den sich die Bauerngüter und Häusleranwesen gruppieren. Am Rand des Dorfkerns befindet sich in einem früheren Bauerngehöft
seit 1992 das “Katzenhaus” des Tierschutzvereins Dresden e.V. Hier finden herrenlose Katzen ein vorübergehendes oder auch dauerhaftes Domizil und werden an Interessenten abgegeben.
Lugturm: Obwohl bereits auf Heidenauer Flur gelegen, wird der 1888 erbaute Lugturm im allgemeinen zu Luga gezählt. Der
Aussichtsturm entstand auf Initiative des Niedersedlitzer Gebirgsvereins und war mit seiner benachbarten Gaststätte vor
dem Zweiten Weltkrieg ein beliebtes Ausflugsziel. Vom 207 Meter hohen Lugberg bietet sich ein schöner Blick bis in die
Sächsische Schweiz, zu den Bergen des Erzgebirges und die Dresdner Elbtalhänge. Nach 1945 übernahmen die Heidenauer Elbtalwerke die Gebäude und richteten hier ein Lehrlingswohnheim ein. 1990 wurden Wohnheim und
Gaststätte geschlossen, brannten wenig später ab und daraufhin abgerissen. Ein Verkauf des Areals mit dem unter Denkmalschutz stehenden Lugturm ist geplant. Foto: Blick vom Lugturm nach Großluga um 1930 und 2003
Kleinlugaer Nachrichten 16. Juli 2008:
Auf Initiative des Bürgervereins Luga e.V. sollen in den kommenden Monaten im Ortsteil zehn Ruhebänke aufgestellt werden. Das Vorhaben wird von der Ostsächsischen Sparkasse finanziell unterstützt und soll mit freiwilligen Helfern und Arbeitslosen realisiert werden.
20. Februar 2008:
Das vom Tierschutzverein Dresden betriebene “Katzenhaus” in Luga befindet sich in finanziellen Schwierigkeiten. Zurückgehende Spenden und sinkende städtische Zuschüsse gefährden die weitere Arbeit des Vereins. Wer helfen will, kann sich unter Tel. 0351/2525047 beim Tierschutzverein melden.
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