Lockwitz

Gemeindesiegel von Lockwitz

Postleitzahl: 01257





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Vereine in Lockwitz:

Das Gebiet um Lockwitz und Nickern war bereits in der Bronzezeit besiedelt, wie entsprechende Funde auf Nickerner Flur beweisen. Die aus zwei Siedlungskernen entstandene slawische Siedlung Lockwitz entstand vermutlich im 10. Jahrhundert am gleichnamigen Lockwitzbach und wurde 1288 erstmals als Lucawitz urkundlich erwähnt. Der Name bedeutet übersetzt “Ort am Wiesenbach” und wurde sowohl für Groß- als auch Kleinlockwitz verwendet. Später unterschied man die beiden Ortsteile Niederlockwitz mit dem Rittergut und Oberlockwitz, womit die Siedlung am Galgenberg gemeint war. Frühgeschichtliche Funde belegen die Besiedlung der Lockwitzer Flur im 10./11. Jahrhundert. In diesem Zeitraum entstand auch eine Wallanlage im Südwesten des Ortes, von der jedoch keine Reste mehr vorhanden sind.

Der Ort unterstand ursprünglich dem Markgrafen von Meißen und kam gemeinsam mit einigen anderen Dörfern 1311 zum Dresdner Brückenamt. Zinsrechte besaß um 1400 auch das Maternihospital. 1349 ist erstmals ein Rittergut erwähnt, welches zum Teil der Dresdner Bürgerfamilie Ziegler, zum Teil der Adelsfamilie Alnpeck gehörte. 1621/22 entstand an seiner Stelle das noch heute erhaltene Schloss und die baulich mit ihm verbundene Kirche. Eine größere Dorferweiterung erfolgte 1685/95 Am Plan an Stelle einer abgetragenen Schanze. Eine Besonderheit von Lockwitz war, dass das hiesige Rittergut neben den Niedergerichten auch die Obere Gerichtsbarkeit besaß, und somit auch Todesurteile bei schweren Verbrechen verhängen durfte.

Im 18./19. Jahrhundert wechselten die Besitzer des Dorfes häufig. Bedeutendster Grundherr war ab 1813 Johann Gottlob Preußer, der seinen Bauern freiwillig Fronen und Zinsen erließ und zu den Wegbereitern der bürgerlichen Reformen in Sachsen gehörte. Diese brachten auch für Lockwitz Veränderungen mit sich. Neben der bislang dominierenden Landwirtschaft und dem Obstanbau entstanden erste gewerbliche Unternehmen, meist in früheren Mühlen im Lockwitzgrund (Foto). Wichtige Erwerbszweige waren neben dem Müllerhandwerk die Brotbäckerei sowie die Strohflechterei, die in Heimarbeit betrieben wurde. Außerdem gab es in Lockwitz sieben Destillationsbetriebe, eine Ziegelei und eine 1837 gegründete Zuckerfabrik. Die frühere Hänichenmühle diente ab 1838 der Spiritusherstellung, die Schmidtmühle ab 1868 als Papierfabrik. Später entstand hier eine Produktionsstätte für Nudeln und andere Teigwaren. Bedeutendstes Lockwitzer Unternehmen war jedoch die 1885 entstandene Schokoladenfabrik Rüger.

Zu den wichtigsten Abnehmern der um Lockwitz ansässigen Obstbauern gehörte die 1893 durch Emil Donath gegründete Obstsaftkelterei, die zu den Pionieren der Branche in Deutschland gehörte und noch bis nach 1990 im Lockwitzgrund ansässig war. Diese Industrialisierung führte auch zum Bau neuer Wohnhäuser im Ort. Noch vor dem Ersten Weltkrieg entstanden Am Galgenberg Ein- und Mehrfamilienhäuser. Zur Verbesserung der Verkehrsverbindung nach Kreischa und Niedersedlitz trug die 1906 eröffnete elektrische Lockwitztalbahn bei, die 1977 stillgelegt wurde.

Auch nach dem Ersten Weltkrieg setzte sich die positive Entwicklung des Ortes fort. Neue Wohnsiedlungen wurden in den Zwanziger Jahren an der Nickerner Straße, Auf dem Pläner und an der Gerberstraße (Foto) errichtet. 1920 konnte am Gückelberg ein Freibad eröffnet werden, welches jedoch nur bis 1945 existierte und dann als Lagerplatz der Kelterei genutzt wurde. Nachdem 1923 der Nachbarort Nickern nach Lockwitz eingemeindet worden war, kamen beide Orte am 1. Januar 1930 als Stadtteile zu Dresden. Kurz zuvor war 1927 ein vollautomatisches Stauwehr des Lockwitzbaches in Betrieb genommen worden, welches künftige Hochwasserschäden vermeiden sollte. Solche sind für Lockwitz u. a. 1897, 1924 und 1925 verbürgt. Leider wurde dieses Wehr beim schweren Sommerhochwasser im August 2002 teilweise zerstört.

Das frühere Rittergut Lockwitz, welches sich ab 1867 im Besitz der Familie Kap-herr befunden hatte, wurde 1946 an 23 Neubauern aufgeteilt. Diese gründeten am 21. September 1952 die erste Landwirtschaftliche Produktionsgenossenschaft im Dresdner Stadtgebiet. 1958/62 wurde diese mit einigen Nachbar-LPG`s vereinigt. Bis heute blieb Lockwitz ein bevorzugter Wohnstandort, was nach 1990 zum Bau neuer Siedlungen zwischen dem Dorfkern und Nickern führte.

 

Postwesen in Lockwitz:

Am 1. Oktober 1857 wurde in Lockwitz die erste Postexpedition eingeweiht, nachdem die Post zuvor nur über Boten befördert worden war. Die Räume der Poststelle lagen im Rittergut und waren auch für die umliegenden Orte im Lockwitztal sowie für Reick und Prohlis zuständig. 1877 erhielt der Ort erstmals Telegraphenanschluss.

Zur Beförderung der Postgüter nutzte das Lockwitzer Postamt zunächst eine Postkutsche, deren regelmäßiger Verkehr erst 1906 mit Eröffnung der Lockwitztalbahn eingestellt wurde. Diese übernahm dann den Transport, wobei ein eigens angeschaffter Postbeiwagen an die regulären Züge angehängt wurde. Erst in der Nachkriegszeit wurde diese Art der Postbeförderung eingestellt.

 

Schulen in Lockwitz:

Die erste Dorfschule entstand 1623 in Niederlockwitz und war bis Mitte des 19. Jahrhunderts in Betrieb. Im gleichen Jahr war der Ort zur selbstständigen Kirchgemeinde erklärt worden, wodurch der lange Schul- und Kirchweg nach Leubnitz entfiel. 1868 wurde ein Schulneubau an der Tögelstraße eingeweiht, der 1906 durch die Schule an der Urnenstraße abgelöst wurde. Bis zur Schließung im Sommer 2008 befand sich hier die 79. Mittelschule (Foto).

 

  Schulfreunde wiederfinden!

Freibad Lockwitz:

Die erste Bademöglichkeit im Ort existierte bereits seit 1916, nachdem der Besitzer der Dampfmühle Lockwitz, Paul Blischke, den Vorfluter des Mühlgrabens zu Badezwecken freigegeben hatte. Zunehmende Sicherheits- und hygienische Bedenken sowie die verbreitete Praxis des “wilden” Badens in der Lockwitz führten zu Überlegungen der Gemeinde, ein eigenes Freibad zu errichten. Nach Abschluss eines Pachtvertrages mit dem Schlossbesitzer von Kap-herr entstand 1927/28 ein kleines Schwimmbecken mit einer Größe von ca. 33 x 17 Metern, welches am 16. Juni 1928 offiziell als Freibad der Bevölkerung übergeben wurde.

Nach der Eingemeindung des Ortes erwarb die Stadt Dresden 1930 das Grundstück und ließ das Bad 1936 mit Umkleidekabinen aus dem stillgelegten Kleinzschachwitzer Elbebad ausstatten. Mangelnde Pflege in der Kriegs- und Nachkriegszeit sowie Überschwemmungen durch den Lockwitzbach führten nach 1945 zur Schließung und der Übergabe des Areals an die “Jugendheim GmbH””. Diese wollte die verbliebenen Baulichkeiten als Versammlungs- und Unterkunftsräume nutzen und das trockenliegende Schwimmbecken verfüllen. Dazu kam es jedoch nicht, so dass der Pachtvertrag 1950 aufgelöst und das Grundstück der Kelterei Lockjwitzgrund überlassen wurde. Diese nutzte es für ihre Betriebssportgemeinschaft “BSG Lockwitzgrund”, später als Lagerfläche. Pläne für einen Wiederaufbau des Freibades an anderer Stelle kamen nicht zustande.

 

Lockwitzer Straßen

Weiterführende Literatur und Quellen

Lockwitzer Nachrichten

6. Februar 2010: Nach mehrjähriger Pause findet im “Unteren Gasthof Lockwitz” erstmals wieder eine Tanzparty statt. Das Haus war vor 1989 als “UGL” eine der beliebtesten Diskotheken im Süden der Stadt und wurde danach bis Ende der 90er Jahre als Jugendclub genutzt.

11. November 2009: An der Lockwitzer Niedermühle soll ein neues Regenrückhaltebecken des Lockwitzbachs entstehen. Derzeit laufen erste Kanalarbeiten an der Dohnaer Straße. Im kommenden Frühjahr werden die Arbeiten an der Einmündung nach Altlockwitz fortgesetzt.

13. Juni 2009: Nach einigen Bauverzögerungen wird das neue Lockwitzer Hotel Am Plan nun am 21. Juni 2009 eröffnet. In der ehemaligen Gaststätte stehen dann 11 Zimmer mit 23 Betten, ein kleiner Tagungsraum sowie ein Veranstaltungssaal zur Verfügung. Bis 1973 war die Gaststätte von der Familie Wilhelm bewirtschaftet und dann bis 2001 als Vereinshaus der Feuerwehr genutzt worden.

20. März 2009: Sobald es die Außentemperaturen zulassen, soll die im Herbst vergangenen Jahres begonnene Sanierung des Altars der Schlosskirche fortgesetzt werden. Nach der Ausbesserung von Materialschäden wird dann die ursprüngliche Farbigkeit wieder hergestellt.

27. Februar 2009: Die Arbeiten am neuen Lockwitzer Hotel in der früheren “Wilhelms Gaststätte” kommen gut voran. Bereits im April sollen die ersten Gäste ihre Zimmer beziehen können. Geplant sind 11 Zimmer mit 23 Betten, ein separater Frühstücksraum sowie ein kleiner Veranstaltungssaal.

19. Februar 2009: Im derzeit leer stehenden Lockwitzer Schloß werden in den kommenden Monaten 16 Wohnungen entstehen. Außerdem ist der Bau von Doppel- und Einfamilienhäusern sowie der Umbau einiger Nebengebäude zu Wohnzwecken vorgesehen. Alle arbeiten erfolgen unter Beachtung des Denkmalschutzes. Schloss Lockwitz gehört seit 2007 der Firma FIRA Grundbesitz GmbH.

16. Januar 2009: Übergabe des neuen Feuerwehr-Gerätehauses. Im Gebäude befinden sich neben der Fahrzeughalle für das Löschfahrzeug auch Büros, Umkleide- und Duschräume sowie ein Schulungsraum.


Literatur zu Lockwitz und Umgebung finden Sie auch hier:

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