Bereits im 5. Jahrtausend vor Christi war das Gebiet um Nickern von stein- und bronzezeitlichen Stämmen besiedelt. Bemerkenswerte archäologische Funde brachten Grabungen an der Fritz-Meinhardt-Straße und
der Langobardenstraße zu Tage, wo mehrere Germanengräber entdeckt wurden. An der Fritz-Meinhardt-Straße lag einst eine Dorfanlage der bandkeramischen Kultur, wobei die Forschungen hierzu noch nicht abgeschlossen sind.
Bereits 1976 waren auf Nickerner Flur zahlreiche jungsteinzeitliche Siedlungsfunde gemacht worden. Gezielte Grabungen erfolgten im Zusammenhang mit dem Bau des Gewerbegebietes an der Dohnaer Straße 1993/94 und im Zuge
des Autobahnbaus. Dabei entdeckten die Archäologen Überreste einer aus vier kreisförmigen Gräben mit einem Gesamtdurchmesser von 125 Metern bestehenden Anlage, deren einstige Bedeutung unklar ist. Die slawische Siedlung Nickern wurde 1288 erstmals als Nicur erwähnt, wobei der
Ortsname wohl vom Stammesältesten abgeleitet ist (Ort des Nicur). Der kleine Gutsweiler war Standort einer Wasserburg und eng mit dem benachbarten Rittergut Oberlockwitz
verbunden, welches auch die Gerichtsbarkeit und Zins- und Dienstrechte für Nickern besaß. Nach mehrfachem Besitzwechsel wurden die Rittergüter Oberlockwitz und
Nickern 1681 getrennt. Durch Umbau der einstigen Wasserburg entstand das Nickerner Schloss, welches 1622 von Johann Georg von Osterhausen erweitert und 1693 nochmals
umgestaltet wurde. Das Dorf selbst bestand nur aus wenigen Bauerngütern und einigen Häusleranwesen. Teile der Anlage sind noch in Altnickern
(Foto) und an der Straße Am Geberbach erhalten. Kirchlich unterstand Nickern der Leubnitzer Kirche, nach Abspaltung der Lockwitzer Gemeinde 1623 der dortigen Schlosskirche. Zu den bedeutenden
Persönlichkeiten, die einst im Ort lebten, gehören die Brüder Gottfried Josef Horn (1739-1797) und Johann Gottfried Horn (1748-1796), die als Klavier- bzw. Orgelbauer im Dresdner Raum tätig waren.
Im 19. Jahrhundert entwickelte sich das einstige Bauerndorf zum Arbeiter- und Handwerkerwohnort. Um 1890 lebten
neben Kleingewerbetreibenden und Händlern auch 25 Arbeiter im Ort, die meist in den nahegelegenen Ziegeleien
beschäftigt waren. Eine Vergrößerung des Rittergutes auf Kosten des Bauernlandes brachte einen weiteren Rückgang
der Landwirtschaft mit sich. Von Bedeutung blieb jedoch bis in jüngste Zeit der Obstanbau. 1923 wurde Nickern nach
Lockwitz eingemeindet und kam 1930 als Stadtteil zu Dresden. In dieser Zeit entstanden auf früherem Rittergutsland
mehrere Ein- und Zweifamilienhäuser. Nach Machtübernahme der Nazis wurde bei Nickern 1939/40 ein ausgedehnter Kasernenkomplex der Luftwaffe errichtet. Dieser wurde 1945 von der Roten Armee besetzt und bis zu deren Abzug
1992 durch Panzertruppen genutzt.
Nach 1945 legte man auf den enteigneten Rittergutsfeldern ausgedehnte Obstplantagen an. Das Schloss diente nun Wohnzwecken und wurde in den 80er Jahren zum
Kulturzentrum umgebaut. Ab 1990 erfolgten umfangreiche Baumaßnahmen auf Nickerner Flur, welche auch zur Anlage einer Reihe neuer Straßen führten. Im
nördlichen Teil entstand an der Dohnaer Straße ein am 2. September 1996 eröffnetes großes Einkaufszentrum (Kaufpark Nickern) mit verschiedenen Märkten. Das
ehemalige Militärgelände wurde unter Einbeziehung der denkmalgeschützten Kasernenbauten ab 1996 zum Wohnpark umgestaltet (Foto). Hier sollen in den kommenden Jahren weitere Einfamilienhäuser entstehen.
Schulen in Nickern: Ursprünglich besuchten die Nickerner Kinder die Schule im benachbarten Lockwitz, zu welchem der Ort seit 1623 auch
kirchlich gehörte. Erst 1884 entstand an der heutigen Fritz-Meinhardt-Straße ein eigenes Schulhaus. Der Bau wurde
mittels eines Vermächtnisses von Wilhelm Büttig und seines Neffen Ernst Leberecht Büttig finanziert, die als Staatsbeamte zu einem beträchtlichen Vermögen gekommen waren. Das noch erhaltene Gebäude dient
seit 1983 als Kindertagesstätte. Foto: das alte Nickerner Schulhaus (heute Kita “Fritzi”) Weiterführende Literatur und Quellen
Nickerner Nachrichten 25. Januar 2012:
Das Großhandelsunternehmen Selgros will an der Dohnaer Straße neben dem Dekra-Gelände einen neuen Markt eröffnen. Geplant ist eine 120 x 100 Meter große mit 9000 m² Verkaufsfläche. Der Ortsbeirat Prohlis hat dem Bebauungsplan bereits zugestimmt.
16. November 2011:
Ein neues Wohngebiet auf dem früheren Kasernengelände in Nickern ist nun fast fertig gestellt. Das Areal umfasst ca. 50 Eigenheime, von denen inzwischen fast alle verkauft sind. Gegenwärtig werden die letzten Restarbeiten erledigt.
18. August 2011:
Im Kaufpark Nickern eröffnet am 1. September eine neue Filiale der Deutschen Post. Diese befindet sich im Presseshop von Birgit Rehn und hat Montag bis Donnerstag von 9 bis 20 Uhr, freitags und samstags sogar bis 21 Uhr geöffnet.
3. August 2011:
Mitte 2012 beginnt an der Dohnaer Straße der Bau des neuen Großhandels- zentrums für die Firma Selgros. Das Unternehmen plant, seinen derzeitigen Standort von der Breitscheidstraße an die B172 verlagern. Erste Entwürfe wurden jetzt vorgelegt.
24. Juni 2011: Auf einer Freifläche im ehemaligen Kasernenareal an der Heinrich-Bongartz-Straße
werden ca. 70 neue Eigenheime entstehen. Nicht weiter verfolgt werden hingegen Planungen für den Bau von mehrgeschossigen Wohnhäusern mit Mietwohnungen. Ein Baubeginn steht jedoch noch nicht fest.
22. Juni 2011:
Das Großhandelsunternehmen Selgros will sich auf einem neuen Gelände in Nickern ansiedeln. Derzeit befindet sich die Firma noch auf der Breitscheidstraße 40. Vom neuen Standort verspricht sich Selgros eine bessere Verkehrsanbindung und günstigere Konditionen.
16. Juni 2011:
Am 5. August soll an der Wittgensdorfer Straße ein neuer Fußballplatz der Sportler der SG Gebergrund übergeben werden. Die vom Verein als Bauherren zum Teil selbst finanzierte Anlage besitzt neben einem Kunstrasenplatz auch ein modernes Vereinsheim mit Sanitäranlagen und Umkleideräumen und wird Eigentum der Stadt Dresden, welche das Gelände für 25 Jahre an die SG verpachtet.
21. April 2011:
An der Dohnaer Straße / Ecke Tschirnhaussstraße soll ein neuer Bauhaus-Markt entstehen. Der Bauausschuss des Stadtrats hat dem Bebauungsplan inzwischen zugestimmt, so dass das Vorhaben noch in diesem Jahr beginnen kann.
15. März 2011:
Auf dem Kinder- und Jugendbauernhof Nickern soll nun auch das Wohnhaus der alten Hofanlage saniert werden. Das „Hexenhaus“ genannte Gebäude wird künftig für Veranstaltungen und Seminare genutzt sowie Übernachtungsmöglichkeiten und ein kleines Café bieten. Der Kinder- und Jugendbauernhof war 1994 in der ehemaligen „Hungerburg“ eingerichtet worden.
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