Nickern

Gemeindesiegel von Nickern

Postleitzahl: 01239



Nickerner Vereine:

Bereits im 5. Jahrtausend vor Christi war das Gebiet um Nickern von stein- und bronzezeitlichen Stämmen besiedelt. Bemerkenswerte archäologische Funde brachten Grabungen an der Fritz-Meinhardt-Straße und der Langobardenstraße zu Tage, wo zwei Germanengräber entdeckt worden. An der Fritz-Meinhardt-Straße lag einst eine kreisförmige Dorfanlage der bandkeramischen Kultur, wobei die Forschungen hierzu noch nicht abgeschlossen sind. Bereits 1976 waren auf Nickerner Flur zahlreiche jungsteinzeitliche Siedlungsfunde gemacht worden. Gezielte Grabungen erfolgten im Zusammenhang mit dem Bau des Gewerbegebietes an der Dohnaer Straße 1993/94 und derzeit im Zuge des Autobahnbaus.

Die slawische Siedlung Nickern wurde 1288 erstmals als Nicur erwähnt, wobei der Ortsname wohl vom Stammesältesten abgeleitet ist (Ort des Nicur). Der kleine Gutsweiler war Standort einer Wasserburg und eng mit dem benachbarten Rittergut Oberlockwitz verbunden, welches auch die Gerichtsbarkeit und Zins- und Dienstrechte für Nickern besaß. Nach mehrfachem Besitzwechsel wurden die Rittergüter Oberlockwitz und Nickern 1681 getrennt. Durch Umbau der einstigen Wasserburg entstand das Nickerner Schloss, welches 1622 von Johann Georg von Osterhausen erweitert und 1693 nochmals umgestaltet wurde. Das Dorf selbst bestand nur aus wenigen Bauerngütern und einigen Häusleranwesen. Teile der Anlage sind noch in Altnickern (Foto) und an der Straße Am Geberbach erhalten. Kirchlich unterstand Nickern der Leubnitzer Kirche, nach Abspaltung der Lockwitzer Gemeinde 1623 der dortigen Schlosskirche. Zu den bedeutenden Persönlichkeiten, die einst im Ort lebten, gehören die Brüder Gottfried Josef  Horn (1739-1797)  und Johann Gottfried Horn (1748-1796), die als Klavier- bzw. Orgelbauer im Dresdner Raum tätig waren.

Im 19. Jahrhundert entwickelte sich das einstige Bauerndorf zum Arbeiter- und Handwerkerwohnort. Um 1890 lebten neben Kleingewerbetreibenden und Händlern auch 25 Arbeiter im Ort, die meist in den nahegelegenen Ziegeleien beschäftigt waren. Eine Vergrößerung des Rittergutes auf Kosten des Bauernlandes brachte einen weiteren Rückgang der Landwirtschaft mit sich. Von Bedeutung blieb jedoch bis in jüngste Zeit der Obstanbau. 1923 wurde Nickern nach Lockwitz eingemeindet und kam 1930 als Stadtteil zu Dresden. In dieser Zeit entstanden auf früherem Rittergutsland mehrere Ein- und Zweifamilienhäuser. Nach Machtübernahme der Nazis wurde bei Nickern 1939/40 ein ausgedehnter Kasernenkomplex der Luftwaffe errichtet. Dieser wurde 1945 von der Roten Armee besetzt und bis zu deren Abzug 1992 durch Panzertruppen genutzt.

Nach 1945 legte man auf den enteigneten Rittergutsfeldern ausgedehnte Obstplantagen an. Das Schloss diente nun Wohnzwecken und wurde in den 80er Jahren zum Kulturzentrum umgebaut. Ab 1990 erfolgten umfangreiche Baumaßnahmen auf Nickerner Flur, welche auch zur Anlage einer Reihe neuer Straßen führten. Im nördlichen Teil entstand an der Dohnaer Straße ein großes Einkaufszentrum (Kaufpark Nickern) mit verschiedenen Märkten. Das ehemalige Militärgelände wurde unter Einbeziehung der denkmalgeschützten Kasernenbauten ab 1996 zum Wohnpark umgestaltet (Foto). Hier sollen in den kommenden Jahren weitere Einfamilienhäuser entstehen.

Schulen in Nickern:

Ursprünglich besuchten die Nickerner Kinder die Schule im benachbarten Lockwitz, zu welchem der Ort seit 1623 auch kirchlich gehörte. Erst 1884 entstand an der heutigen Fritz-Meinhardt-Straße ein eigenes Schulhaus. Der Bau wurde mittels eines Vermächtnisses von Wilhelm Büttig und seines Neffen Ernst Leberecht Büttig finanziert, die als Staatsbeamte zu einem beträchtlichen Vermögen gekommen waren. Das noch erhaltene Gebäude dient seit 1983 als Kindertagesstätte.

Foto: das alte Nickerner Schulhaus (heute Kita “Fritzi”)

  Schulfreunde wiederfinden!

 

Nickerner Straßen

Weiterführende Literatur und Quellen

 

Nickerner Nachrichten

3. Mai 2010: Baubeginn für die Brücke über den Geberbach in Altnickern. Der Neubau ersetzt die marode alte Brücke und soll voraussichtlich im Juli befahrbar sein. Die Kosten betragen ca. 167.000 Euro.

9. April 2010: An der Wittgensdorfer Straße soll in den kommenden Monaten ein neuer Sportplatz für die SG Gebergrund Goppeln entstehen. Geplant sind ein Fußballfeld sowie eine kleinere Spielfläche und ein neues Vereinshaus. Die Kosten werden vom Verein, von der Stadt und dem Land getragen.

8. April 2010: Ein neuer Wanderweg verbindet ab sofort Nickern mit den Nachbarorten. Der Weg beginnt an der Mügelner Straße und führt über Reick und Nickern bis zur Quelle des Geberbaches im Bannewitzer Ortsteil Hänichen.

26. März 2010: Auf dem Gelände eines ehemaligen Garagenkomplexes an der Fritz-Meinhardt- Straße wird in den kommenden Wochen eine Grünfläche angelegt. Das Areal war zuvor von der Stadt als Ausgleichsfläche für durch Baumaßnahmen verschwundene Grünflächen erworben worden.

20. Januar 2010: Im Frühjahr wird an der Wittgensdorfer Straße am Trutzsch eine neue Sportanlage entstehen. Der Sportplatz mit Spielflächen und einem Vereinshaus soll künftig von der SG Gebergrund genutzt werden, die Kosten übernehmen teilweise die Stadt Dresden und das Land.

17. Dezember 2009: An der Dohnaer / Ecke Tschirnhausstraße soll ein neuer Baumarkt entstehen. Zuvor war hier ein kleines Gewerbegebiet vorgesehen, für welches es jedoch keine Interessenten gab. Wann das Bauvorhaben realisiert wird, steht noch nicht fest.

4. Dezember 2009: Die Brücke über den Geberbach in Altnickern soll im kommenden Frühjahr abgerissen und durch einen Neubau ersetzt werden. Geplanter Baubeginn ist im März.

5. November 2009: Die Betreibergesellschaft des Nickerner Restaurants “Obstgarten” hat Insolvenz angemeldet. Der Betrieb des Lokals wird jedoch vorerst fortgeführt. Auch alle bis zum Jahresende geplanten Veranstaltungen finden statt. Im Januar soll dann das Insolvenzverfahren beginnen und über das weitere Schicksal der Gaststätte entschieden werden.

21. Oktober 2009: Das sogenannte “Hexenhaus” des Kinder- und Jugendbauernhofes Nickern soll im nächsten Jahr saniert und zu einem Café umgebaut werden. Außerdem sind Schulungs- und ein Aufenthaltsraum vorgesehen.

15. Oktober 2009: Am Gebergrund haben die Hochbauarbeiten für das erste Einfamilienhaus begonnen. Gleichzeitig laufen auch die Erschließungs- und Straßenbaumaßnahmen weiter. In den kommenden Monaten sind hier 49 Einfamilienhäuser geplant.
 

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