![]() |
Der Platz wurde im Zusammenhang mit dem Bau des Neubaugebietes angelegt und erhielt zunächst den Namen Wilhelm-Koenen-Platz. 1993 erfolgte die Umbennung in Albert-Wolf-Platz. Der Name erinnert an den früheren Dresdner Rabbiner Albert Wolf, der 1920 ins Amt kam. Nach seiner Verhaftung durch die Nazis gelang ihm 1939 die Emigration in die USA. 2007 erfolgte eine Neugestaltung der Platzanlage. Dabei fanden hier auch Teile des “Pusteblumenbrunnens” der Künstlerin Leonie Wirth einen neuen Standort. Ursprünglich bildete dieser Brunnen ab 1969 einen Blickfang der Prager Straße, wurde dort jedoch 2004 demontiert und nur in stark reduzierter Form wiederaufgebaut. Für den Prohliser Brunnen fanden die nicht wieder verwendeten beiden großen Pusteblumen und fünf Wasserpilze, ergänzt um drei Nachbildungen, Verwendung. Diese Arbeiten übernahm der Dresdner Kunstschmied Alexander Bergmann, dessen Großvater in den 60er Jahren die Originalteile geschaffen hatte. Am 5. Mai 2009 wurde der Brunnen in weitgehend originaler Form in Betrieb genommen. Die Straße Am Anger geht auf einen Verbindungsweg zwischen dem früheren Dorfkern und der Tornaer Straße zurück. Ende des 19. Jahrhunderts entstand hier die bis 1924 betriebene Ziegelei Kunath, deren Areal heute als Naturpark Prohlis unter Schutz steht. Im Zuge der Neubebauung nach 1979 wurde diese Straße ausgebaut und mit 16-geschossigen Wohnhochhäusern bebaut. Südlich der Straße entstand zwischen 1926 und 1930 eine Holzhaussiedlung zu beiden Seiten des neu angelegten Torweges. Die Straßen wurden nach Vogelarten benannt und mit Typenhäusern der Firmen Höntsch & Co. Niedersedlitz und der Deutschen Werkstätten Hellerau bebaut. Die Entwürfe für die aus fünfzig Doppelhäusern bestehende Siedlung stammten von Stadtbaurat Paul Wolf. Bevorzugt wurden diese Gebäude an kinderreiche Familien verkauft. 1945 fiel die Siedlung mit Ausnahme eines einzigen Hauses den Bomben zum Opfer. Ab 1950 wurden die zerstörten Gebäude durch massive Eigenheime ersetzt. Das letzte erhaltene Holzhaus am Zeisigweg wurde nach 1990 denkmalgerecht saniert. Die Elsterwerdaer Straße entstand Anfang der 80er Jahre im Zusammenhang mit dem Prohliser Neubaugebiet und erhielt ihren Namen nach der brandenburgischen Kleinstadt Elsterwerda. Im Zusammenhang mit der städtebaulichen Neuordnung des Areals wurde der zehngeschossige Plattenbau Elsterwerdaer Straße 1-7 2005 zugunsten einer Grünfläche abgerissen. Ein am Giebel befindliches Wandbild des Dresdner Künstlers Siegfried Schade konnte geborgen und für eine Wiederverwendung an anderer Stelle eingelagert werden. Die Gamigstraße verband ursprünglich den Prohliser Dorfkern mit den südlich des Ortes gelegenen Lehmgruben bei Torna. Im 19. Jahrhundert siedelten sich hier mehrere Ziegeleien an, die heute jedoch nicht mehr existieren. An der Gamigstraße bestand bis zum Abriss 1979 auch die alte Dorfschmiede, die 1710 erstmals erwähnt wurde. Seit 1832 befand sich diese im Besitz der Familie Enke, die ihr Unternehmen 1978 nach Großluga verlegte. Ihren Namen erhielt die Straße nach einer Geländeerhebung bei Torna. Durch den Bau des Neubaugebietes veränderte die Gamigstraße teilweise ihren Verlauf und wurde bis zur Reicker Straße verlängert. Die vorhandenen Gebäude mussten mit wenigen Ausnahmen der Neubebauung weichen. Zu beiden Seiten der Gamigstraße befinden sich Parkanlagen, die auf den früheren Schlosspark bzw. eine renaturierte Kiesgrube zurückgehen. Vor den Wohnhochhäusern Gamigstraße 20 und 22 ist eine “Windskulptur” der Künstlerin Leoni Wirth zu sehen. Die aus Stahl und farbigen Glasornamenten bestehende Plastik dreht sich bei Wind in die entsprechende Richtung, befindet sich derzeit jedoch leider in reparaturbedürftigem Zustand. Eine Restaurierung ist geplant. Palitzsch-Denkmal: An der Gamigstraße steht seit 1877 ein Denkmal für den Bauernastronomen Johann Georg Palitzsch, der 1723 auf dem väterlichen Gut in Prohlis geboren wurde und 1758 den Halleyschen Kometen wiederentdeckte. Das Monument zeigt einen Himmelsglobus nebst Fernrohr, Zirkel und Winkelmesser und wurde von den Bildhauern Knieling und Biltz geschaffen. 1938 und 1988 erfolgten Erneuerungen des Denkmals, welches einst den Mittelpunkt des verschwundenen Dorfplatzes Altprohlis bildete. 2006 wurde es auf die Fläche unmittelbar vor dem Palitzschhof versetzt. Eine weitere Gedenkstätte für Johann Georg Palitzsch entstand 2006 auf Initiative der Palitzsch-Gesellschaft. Die vom Künstler Manfred Eisen-Graf gestaltete Sonnenuhr in Form einer Kartoffel befindet sich an der Ecke Gamigstraße / Prohliser Straße und erinnert daran, dass Palitzsch den Kartoffelanbau im Dresdner Raum einführte. Die Georg-Palitzsch-Straße erinnert an den bekanntesten Prohliser Einwohner, den Bauernastronomen Johann Georg Palitzsch (1723-1788). Palitzsch besaß ein Gut im Dorf, welches später als Beigut zum Schloss gehörte und 1978 abgerissen wurde. Am 25. Dezember 1758 entdeckte er den Halleyschen Kometen wieder und wurde für seine wissenschaftliche Leistung vielfach geehrt. Weniger bekannt sind Palitzschs Verdienste auf dem Gebiet der Botanik (Anbau der ersten Kartoffeln im Dresdner Raum) und der Physik (Installation des ersten Dresdner Blitzableiters auf dem Schlossturm). Zu den Gästen des Astronomen auf seinem Prohliser Gut gehörten u.a. Kurfürst Friedrich August III., Prinz Heinrich von Preußen und Prinz Leopold von Braunschweig. Schloßschänke: Die Schloßschänke entstand im 19. Jh. am alten Dorfplatz und war mit angeschlossener Fleischerei, Gästegarten und Tanzsaal beliebte Einkehrstätte der Einwohner und Gäste des Ortes. Ein weiterer Gasthof befand sich an der Dohnaer Straße gegenüber der Gamigstraße. Während diese, nach ihren Besitzern auch Wolfscher Gasthof genannte Einkehrstätte 1945 den Bomben zum Opfer fiel, blieb die Schloßschänke noch bis in die 60er Jahre geöffnet. Zuletzt befand sich hier eine Polsterwerkstatt, bevor das Gebäude mit dem Dorfkern 1979 abgerissen wurde. Der Jacob-Winter-Platz wurde Ende der 80er Jahre angelegt und erhielt zunächst den Namen des früheren SPD-Politikers Otto Grotewohl (1894-1964). Grotewohl übernahm nach der Vereinigung der Arbeiterparteien zur SED 1946 gemeinsam mit Wilhelm Pieck den Vorsitz der Einheitspartei. Am Otto-Grotewohl-Platz war ursprünglich das Stadtteilzentrum für Prohlis mit Läden, Gaststätten und Verwaltungseinrichtungen geplant, welches jedoch bis 1989 nicht realisiert wurde. Erst 2002 konnte hier das neue Prohliser Ortsteilzentrum übergeben werden. Seit 1993 trägt der Otto-Grotewohl-Platz den Namen Jacob Winters. Jacob Winter (1857-1940) war ab 1886 dritter Oberrabbiner der jüdischen Gemeinde in Dresden und wurde 1912 zum Professor der Literaturwissenschaften ernannt. Er verstarb 1940 in Berlin und wurde auf dem Neuen Jüdischen Friedhof in der Johannstadt beigesetzt. Der Lange Weg verbindet die Dohnaer Straße und die Mügelner Straße und bildet gleichzeitig die östliche Grenze von Prohlis. Da diese Straße beim Bau des Neubaugebietes als Hauptverkehrsverbindung geplant war, wurden hier keine Wohngebäude errichtet. 1998 entstand am Langen Weg das erste Smart-Center Sachsens mit seinem charakteristischen “Schaufensterturm” zur Präsentation der Fahrzeuge. Die Prohliser Allee entstand im Zusammenhang mit dem Bau des Neubaugebietes und bildet dessen Hauptachse. In den Erdgeschosszonen der Wohnhäuser wurden Läden und Versorgungseinrichtungen für die Bewohner des Stadtteils eingerichtet. Gleichzeitig wurde hier eine neue Straßenbahntrasse angelegt. Wohngebietsgaststätte “Stern”: Das Lokal entstand im Zusammenhang mit dem Bau des Neubaugebietes und sollte neben der gastronomischen Versorgung des Stadtteils zugleich auch als Wohngebietstreff dienen. Regelmäßig fanden hier Vorträge, Tanz- und andere Veranstaltungen und Familienfeiern statt. Nach 1990 wurde die Gaststätte geschlossen und das Haus umgebaut. Heute befinden sich hier u.a. eine Spielothek und eine Bankfiliale. Teile des Gebäudes werden seit einigen Jahren auch wieder gastronomisch genutzt. Im April 2007 erhielt die Gaststätte wieder ihren ursprünglichen Namen “Stern”, mit dem an den Prohliser Bauernastronomen Johann Georg Palitzsch erinnert werden soll.
|
| [Home] [Nord] [Nordwest] [Neustadt] [Nordost] [West] [Zentrum] [Südwest] [Süd] [Südost] [Ost] [Register] [Kontakt] [Impressum] |