Reick

Gemeindesiegel von Reick

Postleitzahl: 01237


  Thomas Cook - die ganze Welt des Reisens


Bildungseinrichtungen
in Reick

Bibliothek Reick
Walter-Arnold-Str. 13
01219 Dresden
Tel. 0351/2753665 


Das Rundplatzdorf Reick wurde Mitte des 11. Jahrhunderts durch slawische Siedler angelegt und 1288 erstmals urkundlich erwähnt, als das Meißner Lorenzhospital hier Zinsrechte erwarb. Der Ortsname, ursprünglich Rykh, ist vom altsorbischen Wort ryk = Graben abgeleitet. Zu Reick gehörten auch die Fluren des wüst gewordenen Dorfes Lippen. 1318 erwarben die Mönche des Klosters Altzella den Ort für ihren Klosterhof in Leubnitz, der seinen Besitz 1396 durch Ankauf des einstigen Vorwerks der Familie Ziegler noch erweitern konnte. Bis zur Säkularisierung unterstand Reick nun dem Hofmeister zu Leubnitz und kam dann gemeinsam mit dem Leubnitzer Amt 1550 an den Rat der Stadt Dresden. Historisch verbürgt ist, dass sich die Reicker Bauern 1682 gemeinsam mit ihren Nachbarn in Strehlen und Prohlis gegen die Amtsherrschaft auflehnten und ihre Ackertage verweigerten.

Mehrfach wurde das Dorf von Katastrophen heimgesucht, die großes Leid für die Bevölkerung verursachten. So kam es 1677 zu einem schweren Hochwasser, 1632 und 1714 zu Pestepedemien und 1790 zu einem Dorfbrand, an den noch eine Gedenktafel in Altreick erinnert. 1807 fielen mehrere Gehöfte der Tat eines Brandstifters zum Opfer, der dafür später in Lockwitz hingerichtet wurde. 1813 wurden erneut Teile des Ortes im Zusammenhang mit der Schlacht bei Dresden in Mitleidenschaft gezogen.

Durch den Bau der Bahnlinie Dresden - Pirna wandelte sich Reick vom Bauerndorf zum Wohn- und Industrievorort Dresdens. 1848 erhielt der Ort erstmals eine Bahnstation, die jedoch 1857 wieder eingezogen wurde. Erst 1906/07 konnte der neue Bahnhof Reick eröffnet werden, welcher heute als S-Bahn-Haltepunkt genutzt wird. Neben einigen Industriebetrieben, die sich vorrangig entlang der Bahnstrecke niederließen, erwarb die Stadt Dresden 1872 12 Hektar Land in Reick, auf dem zwischen 1878-1881 das Gaswerk entstand. Der 1909 gebaute Gasometer des Betriebes, von Erlwein entworfen, ist bis heute Wahrzeichen des Stadtteils geblieben (Foto) . Im gleichen Jahr wurde in dessen Nachbarschaft eine bis 1939 existierende Radrennbahn angelegt.

Zu den bedeutenden Unternehmen, die sich bis 1900 in Reick angesiedelten, gehörten auch die Kamerafabrik Emil Wünsche (später PENTACON), die Lackfabrik Süring, die Werkzeugmaschinenfabrik John & Eichler sowie die Zieh- und Stanzwerke Reick Schmalzeders Erben (nach 1945 VEB Stanzila) an der Mügelner Straße (Foto). Hier war 1913 auch ein bis heute genutzter Straßenbahnhof errichtet worden. Ein weiterer Fabrikbezirk entwickelte sich um die Lohrmannstraße mit Unternehmen der Holz- und metallverarbeitenden Industrie. Der stark gewachsene Vorort wurde am 1. Januar 1913 nach Dresden eingemeindet.

Zwischen 1919 und 1933 errichtete die Heimstätten-Genossenschaft Reick im Stadtteil ausgedehnte Wohnviertel zwischen dem alten Dorfkern und der Dohnaer Straße. Der am 31. Mai 1919 gegründeten gemeinnützigen Genossenschaft gehörten zu Beginn vor allem Dresdner Straßenbahner an, die so in der Nähe ihres Arbeitsplatzes preiswerten Wohnraum erhalten konnten. 1920 erwarb die Genossenschaft eine ehemalige Ziegelei an der Tornaer Straße und begann mit dem Bau der Siedlungsanlage (Foto: Tornaer Str. 14-30). Der Bebauungsplan wurde durch den Architekten Bruno Just erarbeitet. Zu den ersten Gebäuden gehörte ein Versuchsbau aus Lehm und Abbruchmaterial, ein Verfahren, welches sich jedoch nicht bewährte. An diesem Haus erinnert eine Gedenktafel an das Bauvorhaben.

Die weiteren Gebäude, meist Reihen- und Doppelhäuser, entstanden nach einem einheitlichem Konzept und den Entwürfen verschiedener Architekten und stellen ein bedeutendes Zeugnis des gemeinnützigen Wohnungsbaus der Jahre vor dem Zweiten Weltkrieg dar (Foto: Morgenleite) . Inflationsbedingt verzögerte sich der Bauablauf, so dass die letzten der 634 Wohnungen erst 1932 übergeben werden konnten. Einige Ergänzungen folgten dann noch bis zum Ausbruch des Zweiten Weltkriegs. 1945 wurden Teile der Siedlung, aber auch einige Gebäude im alten Dorfkern durch Bomben zerstört. Der Wiederaufbau erfolgte bis 1969. 1984 schloss sich die Heimstätten-Genossenschaft Reick mit der AWG “Glückauf Süd” zusammen, die die meisten Gebäude in den vergangenen Jahren saniert hat. Weitere Neubauviertel in Plattenbauweise wurden ab 1980 zwischen Reick und Prohlis und ab 1986 an der Reicker Straße errichtet.

Heute ist Reick vor allem Wohnvorort mit starkem gewerblichen Anteil. 1997 entstand an der Lohrmannstraße ein neuer Gewerbepark. 2006 wurde an der Mügelner Straße mit dem Neubau des Straßenbahnhofes begonnen, welcher inzwischen als einer von drei modernen Betriebshöfen der DVB sowohl als Abstell- und Wartungshalle dient und zugleich die Weichenbauwerkstatt aufnimmt.

 

Schulen in Reick:

Volksschule: Ursprünglich besuchten die Reicker Kinder die Kirchschule von Leubnitz. Die erste eigene Schule entstand 1889/90 an der Reicker Straße 89. 1909 wurde das Gebäude aufgestockt und erweitert und erhielt in diesem Zusammenhang auch eine Turnhalle. Nach 1945 diente das Schulhaus u. a. als Kinderheim, Polizeirevier und Beratungsstelle. 1980 öffnete hier das “Haus der Pioniere”, während die frühere Turnhalle als Kino und Theaterbühne genutzt wurde. Das von W. Felden gegründete “Kleine Theater Reick” gehörte zu den ersten Spielstätten der Nachkriegszeit und war zeitweise Interimsspielstätte des Operettentheaters. Nach 1990 befand sich in diesem Nebengebäude bis zur Schließung im Jahr 2000 das soziokulturelle Zentrum “Brennhaus”. Mittlerweile wurde das Haus abgerissen, während das Hauptgebäude bis 2006 als Jugendhaus “Mareike” genutzt wurde.

Seit April 2008 hat im früheren Schulhaus die Dresdner Niederlassung der Heilsarmee ihr Domizil. Die 1865 vom methodistischen Pfarrer William Booth in London gegründete Religionsgemeinschaft ist in Dresden seit 1904 aktiv und widmet sich vor allem der Betreuung sozial benachteiligter Menschen. Für diese stehen hier u.a. eine Kleiderkammer, eine Bibliothek und ein Verpflegungsstützpunkt zur Verfügung.

Foto: Das alte Schulhaus an der Reicker Straße - heute Sitz der Heilsarmee

Schulfreunde wiederfinden!

Hülße-Gymnasium: Das Gebäude an der Hülßestraße 2 (Foto) wurde 1927-29 nach Entwürfen von Stadtbaurat Paul Wolf erbaut und gehörte damals zu den modernsten Schulbauten Europas. Der im Bauhausstil errichtete Gebäudekomplex besaß neben Klassenräumen und Fachkabinetten zwei übereinander liegende Turnhallen, einen Kinosaal, Speiseräume, ein Brausebad im Keller sowie sechs Freilicht-Klassenzimmer für den Unterricht in den Sommermonaten. Am 19. Oktober 1929 erfolgte die feierliche Eröffnung dieser Schule. 1945 richteten Brandbomben erhebliche Schäden am Schulgebäude an, welches zuletzt auch als Lazarett genutzt worden war. Aula und Turnhallen brannten völlig aus; weitere Räume und das Freigelände wurden erheblich in Mitleidenschaft gezogen.

Nach Beseitigung der Schäden wurde das Haus durch die 45. Volksschule, ab 1948 auch von einer Erweiterten Oberschule genutzt. 1952 erhielt diese Volksschule (später 45. POS) den Namen des tschechischen Arbeiterführers “Klement Gottwald” verliehen. Das Obergeschoss nutzte 1967-1988 die EOS “Bertolt Brecht”. Seit 1992 ist hier das Julius-Ambrosius-Hülße-Gymnasium untergebracht. An der Fassade des 2003/05 sanierten und unter Denkmalschutz stehenden Baus erinnert neben einer Sonnenuhr ein Bild Johann Georg Palitzschs an den gelehrten Bauern des Nachbardorfes Prohlis.

 

Radrennbahn:

Die Radrennbahn Reick wurde im Jahr 1909 vom “Verein für Radwettfahrten” nordwestlich des Dorfkerns in unmittelbarer Nachbarschaft des Gaswerkes angelegt. Zuvor besaß der Verein bereits eine kleinere Rennbahn an der Pfotenhauer-/Neubertstraße in der Johannstadt. Diese existierte zwischen 1901 und 1909 und wird heute als Karl-Stein-Stadion für Sportveranstaltungen genutzt.

Dank der Unterstützung fianzkräftiger Sponsoren wie dem Odol-Fabrikanten Lingner, dem Direktor der Dresdner Filiale der Deutschen Bank Hermann und der Bankiersfamilie Arnhold entstand in Reick eine der damals modernsten Radrennbahnen Deutschlands. Die offizielle Einweihung erfolgte am 13. März 1910. Noch im gleichen Jahr wurde hier die Europameisterschaft im Radrennen ausgetragen. Die Bahn war jedoch nicht nur Schauplatz für große Sportveranstaltungen, sondern wurde auch für Kundgebungen genutzt. Bei einer der größten sprach am 19. Juli 1932 der KPD-Führer Ernst Thälmann vor Tausenden Dresdner Arbeitern. Für Aufsehen hatte bereits am 27. März 1910 der Ballonaufstieg der Schwestern Große aus Meißen gesorgt, die mit ihrem Ballon von Reick aus bis in die Karpaten reisten.

Trotz der optimalen Bedingungen geriet der Verein bereits wenige Jahre nach Eröffnung der Radrennbahn in finanzielle Schwierigkeiten. Um diese auszugleichen erfolgte 1913 eine Erweiterung der Nutzung für Fußball, Polo und Leichtathletik. Da jedoch trotz aller Bemühungen auch später nicht an die Erfolge der Anfangsjahre angeknüpft werden konnte, wurde die Radrennbahn Mitte der Dreißiger Jahre aufgegeben und 1939 offiziell geschlossen.

 

Reicker Straßen

Weiterführende Literatur und Quellen

Reicker Nachrichten

21. Juli 2010: Mit einem Sommerfest wird der neue Wohnhof an der vetschauer Straße eröffnet. Die Spiel- und Grünfläche entstand an Stelle der abgerissenen Plattenbauten Nr. 2 bis 12 und bietet Kinderspielflächen, Ruhebänke und einen Grillplatz.

24. Juni 2010: Im kommenden Jahr soll der historische Dreiseithof Altreick 17 zu einer Wohnanlage mit insgesamt 17 Wohnungen umgebaut werden. Vorgesehen sind diese im früheren Herrenhaus und in einer wiederaufgebauten Scheune. Mit den Vorbereitungen soll bereits im September begonnen werden.

15. April 2010: Am Bahnhof Reick wird eine moderne Zugbehandlungsanlage zur Reinigung und Wartung von Fernzügen offoziell in Betrieb genommen. Hier können künftig bis zu 14 Züge gleichzeitig gereinigt und für ihren Einsatz vorbereitet werden.

29. Dezember 2009: Das Reicker Hülße-Gymnasium erhält im Februar 2010 eine neue Sporthalle. Gegenwärtig laufen die Innenarbeiten und die Verglasung der Außenwände. Im Anschluss sollen die beiden alten Sporthallen im Gymnasium zu Schul- und Funktionsräumen umgebaut werden. Außerdem ist eine Modernisierung der Mensa und der Küche geplant.

12. Dezember 2009: Die Sanierungsarbeiten am Reicker Gehöft Mügelner Straße 7 sind beendet. In den vergangenen Monaten entstanden im historischen Dreiseithof 22 Eigentumswohnungen, ein begrünter Innenhof sowie ein Fahrradhaus und Stellplätze für Pkw.

  Feinste Christollen

10. November 2009: Das Projekt der geplanten Gemeinschaftsschule in Reick ist vorerst gescheitert. Grund ist eine neue Regelung des sächsischen Kultusministeriums, welches eine Förderung derartiger Schulversuche ab Oktober ausschließt.

24. Oktober 2009: Ein Großbrand zerstört mehrere Paletten mit Chemikalien auf dem Areal des Schmierstoffherstellers Elaskon auf der Lohrmannstraße. Nur durch das schnelle Eingreifen der Feuerwehr kann ein Übergreifen auf die Produktionsanlagen und Labors verhindert werden. Ursache ist wahrscheinlich Brandstiftung.

17. Oktober 2009: Bis November sollen weitere Freiflächen an der Reicker Straße und am Otto- Dix-Ring neu gestaltet werden. Vorgesehen sind weitere Spazierwege, Ruheplätze und Grünflächen.

2. Oktober 2009: Auf einer Freifläche zwischen Gasanstalt- und Nätherstraße ist ein kleines Wohngebiet geplant. Vorgesehen sind hier Einfamilien- und Reihenhäuser. Mit dem Bau soll voraussichtlich im kommenden Jahr begonnen werden.

25. September 2009: Einweihung des neuen Reicker Bürgertreffs auf der Walter-Arnold-Straße 13. Die Einrichtung bietet künftig mehr Platz für verschiedene Vereine und Veranstaltungen.

17. September 2009: Einweihung der neuen Werkstätten des Christlichen Sozialwerkes an der Mügelner Straße 27. Künftig können hier bis zu 120 Behinderte in verschiedenen Handwerksberufen beschäftigt werden.

19. August 2009: Bis Ende August entsteht an der Mügelner Straße eine Werkstatt des Christlichen Sozialwerks mit Tischlerei, Logistikzentrum, Speisesaal und Räumen für die Berufsausbildung. Hier arbeiten künftig Behinderte in verschiedenen Handwerksberufen.

9. Juli 2009: Der Reicker Bürgertreff des Verbundes sozialpädagogischer Projekte zieht am 31. August vom Otto-Dix-Ring 90 zur Walter-Arnold-Straße 13. Künftig steht dort mehr Platz zur Verfügung, welcher u.a. für die Einrichtung einer Hobbywerkstatt genutzt werden soll.

3. Juli 2009: Die Modernisierung des Reicker Julius-Ambrosius-Hülße-Gymnasiums wird fortgesetzt.  Bereits im Februar wurde mit dem Bau einer modernen Dreifeld-Sporthalle begonnen. Die beiden übereinanderliegenden Turnhallen im Schulgebäude sollen künftig als Unterrichts- und Kursräume genutzt werden.
 

 

[Home] [Nord] [Nordwest] [Neustadt] [Nordost] [West] [Zentrum] [Südwest] [Süd] [Südost] [Ost] [Register] [Kontakt] [Impressum]