Die aus einem slawischen Rundplatzdorf hervorgegangene Siedlung oberhalb des
Plauenschen Grundes wurde 1144 erstmals als Deltsan in einer Urkunde Konrad III. erwähnt, der den Ort dem Meißner Domstift zusprach. Der Name ist vom
altsorbischen Wort Delcane abgeleitet, was übersetzt “Burgbewohner” bedeutet. Diese Bezeichnung weist möglicherweise auf die frühgeschichtliche Burganlage Thorun
hin, die sich im Raum Dölzschen - Pesterwitz befunden haben soll und 1206 Gegenstand eines Streites zwischen dem Bischof von Meißen und dem Burggrafen von
Dohna war. Im Zusammenhang mit dem Schiedsspruch des Markgrafen wurde die Stadt Dresden erstmals urkundlich erwähnt. Der genaue Standort dieser Burg ist umstritten, möglicherweise befand sie sich auf dem Nahe
Dölzschen gelegenen Burgwartsberg.
Das Bauerndorf Dölzschen gehörte bis 1559 zu den Besitzungen des Meißner Bischofs und wurde dann dem
Prokuraturamt Meißen unterstellt. Zu den späteren Grundherren gehörte die in Roßthal ansässige Familie von Nimptsch, die sich 1742 ein Lusthaus oberhalb des Plauenschen Grundes errichten ließ. An seiner Stelle steht heute die Begerburg. Der Dorfkern entstand in seiner jetzigen Form nach den Zerstörungen 1813, die lediglich ein Gehöft unbeschadet überstand
(Foto). Da der Ort nie eine eigene Kirche besaß, besuchten die Bewohner die Kirche im benachbarten Plauen. Neben dem Ackerbau war früher in Dölzschen auch der Weinbau von Bedeutung. Durch den Aufschluss der Plänersteinbrüche im Plauenschen Grund verschwanden fast alle Weinterrassen
in diesem Gebiet. Neben dem alten Dorfkern und der im Weißeritztal gelegenen Siedlung entstanden seit 1900 weitere Wohngebiete zwischen Dölzschen und Plauen/Löbtau, die heute
als Hohendölzschen bezeichnet werden. Zu den Bewohnern der neuen Gebäude gehörten u. a. die Schriftstellerin Auguste Lazar und der Sprachwissenschaftler Victor Klemperer, der auch auf dem Dölzschener Friedhof beigesetzt wurde. Im Weißeritztal waren bereits zu Beginn des
19. Jh. wichtige Großbetriebe entstanden, darunter das Eisenhammerwerk Dölzschen und die
aus der früheren Neumühle hervorgegangenen König-Friedrich-August-Mühlenwerke AG.
1923 kam die Gemeinde Roßthal mit ihrem Ortsteil
Neunimptsch zu Dölzschen, welches seine Selbstständigkeit
noch bis nach dem Zweiten Weltkrieg bewahren konnte. Erst am 1. Juli 1945 wurde Dölzschen Stadtteil von Dresden. Bis heute ist der Ort ein ruhiger Wohnvorort geblieben, in dem vor allem Einfamilienhäuser und Villen
dominieren. Einige Ergänzungsbauten entstanden nach 1990 auf den noch vorhandenen Freiflächen zwischen Dorfkern und Siedlung Hohendölzschen. Schulen in Dölzschen:
Im Jahr 1816 gründeten Dölzschen, Roßthal und Naußlitz einen gemeinsamen
Schulverband, dessen erste Unterrichtsräume sich im Haus Wurgwitzer Straße 28 befanden. 1840 konnnte die Gemeinde ein eigenes Schulhaus einweihen. Nach dem dieses zu klein geworden war, entstand 1897 die heutige Schule
an der Robert-Weber-Straße, welche am 1. August 1898 feierlich eingeweiht wurde. Zu DDR-Zeiten trug sie nach einem Löbtauer Antifaschisten den Namen 81. POS
“Willi Ermer”. Heute hat in dem Gebäude die 81. Grundschule ihr Domizil. 2009 erhielt sie den Namen des Schulrates Robert Weber, der sich engagiert für den Bau des neuen Schulhauses eingesetzt hatte.
Kleingartenverein “Dölzschener Höhe: Obwohl die Geschichte des Naturheilvereins Dresden-Plauen (ab 1892 Naturheilverein Dresden-Löbtau) bis ins
Jahr 1890 zurückreicht, entstanden die ersten Kleingärten erst 1910, als die Stadt Dresden Brachflächen oberhalb des Ratssteinbruchs zum Anbau von Kartoffeln an Interessenten verpachtete. Zuvor hatte der Naturheilverein
1902 einen Vereinsgarten mit Spielplatz und einem Vereinsheim angelegt, dem 1907 das “Luftbad Löbtau” folgte. Erst
nach dem Ersten Weltkrieg durften die Terrassenfelder in reguläre Kleingärten umgewandelt werden. 1920 erwarb
der Verein ein größeres Grundstück neben dem Luftbad, ein Jahr später auch das Areal des früheren Vereinsgarten des Naturheilvereins. 1923 entstand ein neues Vereinshaus an der Dölzschener Straße, welches jedoch 1945
zerstört wurde. Nach der Zwangsauflösung des “Naturheilvereins Löbtau und Umgegend” 1946 war die Stadt Dresden Verpächter
der Kleingärten auf der Dölzschener Höhe. Unter großen Mühen gelang es, die Anlage wieder instandzusetzen, ein
neues Gelände unmittelbar an der Hangkante zu erschließen und 1962 ein neues Vereinsheim zu errichten. Bis 1990 gehörten die Gärten zur Ortsuntergruppe “Dölzschener Höhe” des FDGB.
Erst 1990 entstand wieder ein rechtlich selbstständiger Verein mit dem Namen “Naturheilverein Dresden-Löbtau
und Umgebung”. Der geplante Bau eines Sanatoriums und einiger Gästehäuser wurde nicht realisiert, nicht zuletzt aus
Sicherheitsgründen, da Teile der Anlage am Steinbruch wegen Absturzgefahr gesperrt werden mussten. Seit 1999
bestehen in an dieser Stelle zwei Kleingartenvereine, die die obere und untere Anlage am Luftbad bewirtschaften. Kleingartenverein “Höhenluft”:
Die Geschichte des Kleingartenvereins begann im Frühjahr 1912, als der Stuhlbauer Arthur Beyer gemeinsam mit einigen Gleichgesinnten Grundstücke an der Grenzallee erwarb, um auf dem zuvor als Ackerland genutzten Terrain
Kleingärten anzulegen. Ziel war es, vor allem ärmeren Bevölkerungsschichten zu günstigen Pachtbedingungen den Anbau von Obst und Gemüse zu ermöglichen und so zur Linderung der sozialen Probleme beizutragen.
Nachdem vor und während des Ersten Weltkrieges weitere Gärten hinzugekommen waren, konstituierte sich am 7. November 1917 der Schrebergartenverein "Höhenluft". Zwei Jahre später trat der Verein dem Verband der
Dresdner Garten- und Schrebergartenvereine bei. Vergrößert wurde die Anlage 1938 durch die Vereinigung mit dem Verein “Gartenheim” an der Dölzschener Straße und weitere Landkäufe. Insbesondere in den Kriegs- und
Nachkriegsjahren bot der Kleingartenverein seinen Mitgliedern eine willkommene Möglichkeit, die Versorgung mit frischen Lebensmitteln zu verbessern. Heute gehören 195 Kleingärten zur Anlage “Höhenluft I”. Luftbad Dölzschen:
Das Licht- und
Luftbad Dölzschen wurde auf Anregung des “Naturheilvereins Dresden-Löbtau und Umgegend” angelegt und am 7. Mai 1911 eröffnet. Das öffentliche Gartengelände sollte vor allem
ärmeren Bevölkerungsschichten Möglichkeiten zur sportlichen Betätigung und Erholung an frischer Luft bieten. Ursprünglich besaß es nur zwei kleine Schwimmbecken, getrennt für Damen und
Herren, sowie davon abgetrennte Sonnenbäder. Außerdem entstanden einige “Armengärten”, die heute von der Kleingartensparte “Dölzschener Höhe” genutzt werden. 1912 kam ein Familienbad hinzu.
Erst nach dem Ersten Weltkrieg entstand aus dem bisherigen Licht- und Luftbad ein öffentliches Freibad mit einem deutlich vergrößerten Wasserbecken und zwei kleinen Bassins sowie neuen Umkleideräumen und
einer Kegelbahn. 1926 wurde der Eingang zur Mäserstraße (heute Luftbadstraße) verlegt. In den Dreißiger Jahren kamen moderne Sanitäranlagen, eine Gastwirtschaft und mehrere Wochenendhäuschen hinzu. Seit 1986 ist dieses
Bad neben dem Strandbad Wostra einziges Dresdner FKK-Bad mit Liegewiese und verschiedenen Sportanlagen. Weiterführende Literatur und Quellen
Dölzschener Nachrichten 19. März 2010:
Am Friedhofsweg wird noch in diesem Jahr ein neuer Spielplatz angelegt. U.a. soll dort ein Holzklettergerüst aufgestellt werden. Neben dem Erhalt der bestehenden Bäume sind auch Neupflanzungen von Obstbäumen vorgesehen. Ein neuer Fußweg verbindet den Platz künftig mit der Wohnsiedlung am Dölzschener Ring.
2. Juni 2009:
Die 81. Grundschule in Dölzschen trägt ab sofort den Namen “Robert Weber”. Weber war Schulrat und setzte sich 1897 für den Bau des Schulhauses an der heute nach ihm benannten Straße ein. Künftig soll an ihna auch eine Gedenktafel am Haupteingang erinnern.
1. Juli 2008:
Der Wanderweg vom Plauenschen Grund zur Begerburg ist ab sofort wieder begehbar. In den vergangenen Wochen hatten Mitarbeiter des Sächsischen Umschulungs- und
Fortbildungswerkes Müll und Unkraut entfernt und den Aufstieg aus dem Tal in Ordnung gebracht. |
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