Obwohl der Ortsname (“Dorf des Unco”) auf einen deutschen Lokator hinweist, entstand
Unkersdorf vermutlich bereits im 11. Jahrhundert. 1071 wurden die Orte Bulsice und Nicradewice erstmals in einer Urkunde des Papstes erwähnt, in dem dieser dem Bischof
von Meißen die genannten Dörfer überschrieb. Die beiden slawischen Siedlungen bilden vermutlich den Ursprung des Doppelrundlings Unkersdorf, der am 16. Mai 1350
erstmals als villa Vnkersdorf erwähnt wurde. Als bischöfliches Lehen bildete Unkersdorf ein besonderes Gericht und besaß eine eigene Kirche. 1450 gehörte der Ort als Lehen einem Georg von Miltitz und unterstand dem bischöflichen Amt Briesnitz.
Die von der Landwirtschaft geprägte Gemeinde wurde im Dreißigjährigen Krieg 1637 von kaiserlichen Soldaten geplündert, die sich auch in den Kirchenbüchern des Ortes “verewigten”. Während der Schlacht von Kesselsdorf
besuchte Fürst Leopold von Dessau den Ort, um sich hier einen Überblick über das Schlachtfeld zu verschaffen. Einen
weiteren prominenten Besucher beherbergte das Dorf im Jahr 1759, als der preußische Prinz Heinrich im Pfarrhaus für
mehrere Wochen sein Hauptquartier nahm. Am 29./30. Juni übernachtete sogar der preußische König in diesem Gebäude, nachdem er nach der Beschießung Dresdens mit seinen Truppen abzog. Wegen der Kriegsschäden wurde
Unkersdorf 1762 von einigen Abgaben befreit.
1764 verzeichnete eine Urkunde 14 bäuerliche Landbesitzer mit insgesamt 17 Hufen sowie vier Gärtner und den Mühlenbesitzer Christian Pietsch. Trotz des Durchzugs
russischer und französischer Soldaten 1814, die den Pfarrbusch niederbrannten, blieb Unkersdorf im 19. Jahrhundert ein wohlhabendes Kirchdorf. Bis zur Aufhebung der Zins-
und Dienstverpflichtungen gehörte der Ort als Zubehör zum Rittergut Scharfenberg, welches jahrhundertelang im Besitz der Familie Miltitz blieb. Von den tiefgreifenden
Veränderungen der Industrialisierung blieb das Dorf weitgehend verschont. Erst 1909 erhielten die Gehöfte Elektroenergieanschluss an das Elektrizitätswerk “Elbtal” in Cossebaude. Unkersdorf blieb jedoch
bis in jüngste Vergangenheit ein Bauerndorf. 1950 wurden die Nachbarorte Roitzsch und Steinbach eingemeindet, die
bereits zuvor zum Unkersdorfer Kirchspiel gehörten. Alle drei Dörfer kamen 1974 Jahren zu Gompitz und sind seit dem 1. Januar 1999 Stadtteile von Dresden.
Inschriften an Unkersdorfer Bauernhäusern: Nagelsche Säule:
Die Säule entstand 1869 als Vermessungspunkt eines trigonometrischen Netzes auf dem Steinhübel bei Unkersdorf. 1980 wurde sie entfernt und erst 1994 von den Mitgliedern des Heimatvereins wieder
aufgespürt. Seit 2000 steht sie nach Restaurierung als Denkmal des Vermessungswesens gegenüber der Gaststätte “Unkersdorfer Hof”. Ihren Namen trägt sie nach dem sächsischen Geodäten Christian August
Nagel, der die Vermessungsarbeiten zwischen 1862 und 1882 leitete.
Unkersdorfer Nachrichten 25. November 2011:
Im Dorfkern von Unkersdorf entsteht derzeit am Schreiberbach ein unterirdischer Löschwasserbehälter. Die Anlage wird nach ihrer Fertigstellung dem Brandschutz im Ort dienen. |
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