Die Fluren um Gompitz waren bereits um 200 v. Chr. besiedelt, wie archäologische Funde beweisen. Beim Bau der Gorbitzer Nordtangente wurden in den Jahren 1995 und 1996 Gebäudereste, Keramik und Gusstiegel
für Kupfer entdeckt, die auf eine frühgeschichtliche Handwerkersiedlung an dieser Stelle hinweisen.
Die spätere slawische Siedlung Gompitz entstand vermutlich im 11. Jahrhundert und wurde 1206 erstmals urkundlich erwähnt. Der Ort war vermutlich ein Herrensitz, da
ein Hildebrand von Gonpitz als Zeuge eines Rechtsstreites genannt wurde. Gleichzeitig taucht in dieser Urkunde auch der Name Dresdens zum ersten Mal auf, so dass
Gompitz und die Landeshauptstadt heute ihr Ortsjubiläum auf die gleiche Quelle zurückführen. Gompitz unterstand vermutlich dem Burgward Pesterwitz, kam später
jedoch zum Amt Dresden. Die Herkunft des Ortsnamens ist umstritten. So könnte der Name vom slawischen konop = Hanf abgeleitet sein, da in Gompitz noch im 14. Jh.
der Hanfanbau verbreitet war. Auch die Begriffe humpac (= Rohrdommel) und gonoti (= hetzen, jagen) werden mit Gompitz in Verbindung gebracht.
Im Jahr 1404 gelangte das Dorf durch eine Schenkung des Dresdner Ratsherren Lorenz Busmann in den Besitz des Klosters Altzella. Busmanns Schenkung war
mit der Einrichtung eines “Seelenbades” auf der Schreibergasse verbunden, eine im Mittelalter übliche Stiftung zugunsten armer Mitbürger, die zugleich der körperlichen und seelischen
Reinigung der Betroffenen dienen sollte. In den Hussitenkriegen wurde Gompitz wahrscheinlich zerstört, da 1458 der
Hinweis “hat gebernth” (hat gebrannt) in den Urkunden auftaucht. 1500 erwarb das Kloster Altzella auch den verbliebenen Teil des Ortes, welches nun bis 1534 dem Leubnitzer Klostergut unterstand. Nach dessen Auflösung
wurde Gompitz dem Leubnitzer Ratsamt der Stadt Dresden zugeordnet. Die Bewohner lebten vom Ackerbau. Wiederholt mussten Gompitzer Bauern um Steuererleichterungen nachsuchen, da die vorbeiführende Landstraße nach
Freiberg ebenso zu Schäden an den Feldfrüchten geführt hatte, wie eine Mäuseplage 1597. Die verheerendsten
Auswirkungen hatte jedoch 1745 die Schlacht von Kesselsdorf, während der die Familien den Ort fluchtartig verlassen hatten. Zum Zeitpunkt der Bildung der Landgemeinde Gompitz im Zusammenhang mit den bürgerlichen Reformen in Sachsen 1838/39 bestand der Ort aus sechs Bauerngütern (Fotos) und einem
Freigut. Neben der Landwirtschaft wurde auch etwas Obst- und Weinbau betrieben. Außerdem entstanden im 19. Jh. einige Gärtnereien, die ihre Produkte vorrangig im benachbarten Dresden absetzten.
Enge Verbindungen bestanden traditionell mit dem Nachbarort Pennrich. 1859 gründeten Gompitz und Pennrich einen Heimatbezirk, eine Art Verwaltungsgemeinschaft, die sich u.a. der
Armenpflege, dem Schulwesen und der Bildung einer Ortsfeuerwehr widmete. Auch die kleine Gemeinde Zöllmen trat diesem Verband später bei. Kirchlich unterstand Gompitz der Briesnitzer Kirche, bis 1913 im
Nachbarort Gorbitz eine eigene Kirche gebaut werden konnte. 1895 wurde eine Poststelle im Ort eingerichtet. 1902 entstand das neue Schulhaus.
Gompitz blieb auch nach 1945 vorrangig von der Landwirtschaft geprägt. 1950 wurden Pennrich und Zöllmen nach Gompitz eingemeindet.
1974 kamen auch Unkersdorf, Steinbach, Roitzsch und 1993 Ockerwitz zur Gemeinde. Vor allem in den stadtnahen Ortsteilen entstanden ab 1990 neue Wohngebiete, Gewerbeparks und ein modernes Hotel in
der Nähe der Bundesstraße. Überregionale Bedeutung hat auch die Gompitzer Reithalle, die den Ort in den letzten
Jahren zum Ziel vieler Reitsportfreunde machte, und größte in Sachsen ist. Am 1. Januar 1999 wurde Gompitz mit seinen Ortsteilen nach Dresden eingemeindet. Foto: Blick von der Gorbitzer Höhe zum Dorfkern von Gompitz Schulen in Gompitz: Nachdem Gompitz und Pennrich bereits seit 1790 einen gemeinsamen Schulverband
gebildet hatten, entschloss sich die Gemeinde wegen der gewachsenen Einwohnerzahl 1901 zum Bau eines eigenen Schulhauses. Das neue Schulgebäude
an der Ockerwitzer Allee wurde am 21. April 1902 eingeweiht und war ab 1903 zugleich Domizil der Gemeindebücherei. Der spätere Schulleiter, ein Jugendfreund
des Grafen Luckner, trug in den Dreißiger Jahren eine Sammlung über dessen Leben zusammen, die heute verschollen ist. 1945 fanden im Schulhaus vorübergehend
Flüchtlinge und Ausgebombte Unterkunft. Da unmittelbar neben der Schule in den letzten Kriegstagen ein militärischer
Beobachtungsposten eingerichtet wurde, erlitt das Gebäude bei Kampfhandlungen schwere Schäden, die nur mühsam wieder beseitigt werden konnten.
1960 schlossen sich die Schulen von Gompitz, Niedergorbitz und Obergorbitz zusammen, so dass in Gompitz nur noch
die Klassen 1-3 unterrichtet wurden. 1998/99 wurde das Gebäude saniert und mit einem modernen Anbau erweitert. Zugleich entstand eine moderne Schulturnhalle. Heute nutzt die 74. Grundschule das Haus. Gasthof Gompitz:
Der erste Gasthof des Ortes entstand 1864 und befand sich zunächst direkt am Dorfplatz. Viele Jahrzehnte blieb dieser im Besitz der Familie Weber. Der Sohn des
ersten Besitzers Johann Weber konnte 1870 für 600 Mark auch den Reiheschank im Ort erwerben. Die später auch als Webers Gasthaus bezeichnete Gaststätte diente
zugleich als Veranstaltungs- und Versammlungslokal. 1897 erfolgte ein kompletter Neubau außerhalb des Ortskerns an der Kesselsdorfer Straße (Foto). Nach 1990 wurde das Gebäude rekonstruiert
und wird seit 2007 als Schnitzelrestaurant “Schnizz” fortgeführt. Kleingartenverein “Bergfrieden”:
Die Gartensparte am Kohlsdorfer Weg entstand als Reaktion auf die Weltwirtschaftskrise, um Arbeitslosen und armen
Bevölkerungskreisen eine Möglichkeit zum Anbau von Kartoffeln und Gemüse für den Eigenbedarf zu schaffen. Dafür erwarb der
Verein 1929 ca. 4 Hektar Land des Altfrankener Rittergutes und legte darauf die ersten Parzellen an. Bis Mitte der Dreißiger Jahre wurde das Areal erschlossen und mit Lauben bebaut, von denen noch heute eine aus dem
Jahr 1935 erhalten geblieben ist. Zur Wasserversorgung der Kleingartenanlage sprengte man 1932 zwei Brunnen in den
Fels. Heute gehören zum Verein “Bergfrieden” 98 Parzellen. Außerdem gibt es ein auch öffentlich zugängliches Spartenheim. Weiterführende Literatur und Quellen
Gompitzer Nachrichten 10. November 2011:
Auf dem Dachboden der Verwaltungsstelle Gompitz hat sich inzwischen eine größere Sammlung historischer Gerätschaften und Alltagsgegenstände angesammelt. Die Exponate aus den Jahren 1870 bis 1990 werden nun archiviert und sollen künftig zu bestimmten Anlässen als heimatkundlichen Sammlung zu sehen sein.
11. Oktober 2011:
In den kommenden Wochen soll es ein neues gemeinsames Informationsheft für die Ortschaften Gompitz, Altfranken und Mobschatz geben. Das komplett überarbeitete Heft informiert über wichtige Ansprechpartner und Kontaktadressen. Über die Finanzierung wird noch in dieser Woche beraten.
23. September 2011:
Die historische Bauhofscheune auf der Altnossener Straße soll wieder ihren Dachreiter erhalten. Das Vorhaben des Ortschaftsrates wird vom Denkmalschutzamt unterstützt. Sobald die Finanzierung geklärt ist, wird eine Vorlage für die originalgetreue Nachbildung geschaffen. Im Anschluss können die Arbeiten beginnen.
1. Januar 2011:
Ab sofort liegt eine neue aktualisierte Ortsamtsbroschüre über Gompitz vor. Das Heft enthält Anschriften, Telefonnummern und Informationen zu allen kommunalen Ämtern und Einrichtungen sowie zu Kulturstätten, Ärzten, Vereinen und Verbänden im Ortsamtsbereich. Erhältlich ist die Broschüre in den Bürgerbüros und den städtischen Informationsstellen.
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