Die Uthmannstraße bildet die alte Verbindungsstraße zwischen den Ortsteilen Ober- und
Niedergorbitz und wurde früher Dorfstraße bzw. Brauereistraße genannt. 1921 erhielt sie ihren heutigen Namen nach dem Dirigenten und Komponisten Gustav Adolf Uthmann (1867-1920).
Uthmann entstammte einer Handwerkerfamilie und war später Geschäftsführer der BARMER- Krankenkasse. Zugleich betätigte er sich als Hobbymusiker und leitete den sozialdemokratisch
orientierten Arbeiter-Gesangsverein Barmen, für den er zahlreiche politische Lieder schrieb. 1934 wurde die Straße nach dem Gründer der Diakonen-Bildungsanstalt in Gorbitz, Emil Höhne
(1843-1925) in Höhnestraße umbenannt. Diese Namensgebung wurde Ende 1945 wieder aufgehoben.
Die Gebäude im unteren Teil der Straße gehören zu Niedergorbitz und wurden früher meist von Tagelöhnern und Bergarbeitern bewohnt (Foto rechts)
. Unter Denkmalschutz steht u. a. das Haus Nr. 31, welches einst Wohnsitz des Hofewiesenvogts war. Die Fundamente des heutigen Gebäudes
stammen bereits aus dem Jahr 1586. Nr. 55 war früher als Alte Weinpresse bekannt und erinnert noch an den bis 1945 um Gorbitz betriebenen Weinbau. 1872 entstand auf dem Grundstück Uthmannstraße 28 eine Diakonenbildungsanstalt, deren Gebäude später von der 74. Mittelschule
genutzt wurden. Vor dem Haus erinnert eine Wettineiche an das 800. Jubiläum des Hauses Wettin. Ein weiterer “Gedenkbaum” wurde vor der Kapelle zu Ehren des 400. Geburtstages von Martin Luther gepflanzt.
Im oberen Teil durchquert die Uthmannstraße den ehemaligen Dorfkern von Obergorbitz, der einst aus 14 Gehöften
bestand. Die meisten dieser Häuser entstanden im 19. Jahrhundert. An einigen Gebäuden erinnern Inschriftentafeln an
frühere Besitzer bzw. Ereignisse aus der Geschichte. Das gesamte Ensemble des alten Dorfkerns steht heute unter
Denkmalschutz und wurde in den letzten Jahren denkmalgerecht saniert. In den Sommermonaten finden hier gelegentlich Veranstaltungen statt. Einzelne Gebäude: Nr. 30:
Ältestes Haus in Obergorbitz ist das frühere Winzergut Uthmannstraße 30 (Foto links), welches um 1714 errichtet wurde. 1862 befand es sich im Besitz von Hermann
Goethe, der mit dem berühmten Dichter den Urgroßvater gemeinsam hatte. Hermann und sein Bruder Rudolf Goethe veröffentlichten 1874 einen “Atlas der Traubensorten”. Das
historische Gebäude dient heute als Wohnhaus und wurde in den letzten Jahren denkmalgerecht saniert.
Nr. 40:
Dieses Anwesen entstand ursprünglich als Winzergut und beherbergte früher auch eine Weinpresse. Nach Einstellung des Weinbaus wandelten die Besitzer das Haus in ein Bauerngut um. 1990 wurde das Gebäude bei einem Brand
schwer in Mitleidenschaft gezogen, konnte jedoch wenig später saniert werden und dient heute Wohnzwecken. Herrenhaus Gorbitz:
Zu den markantesten Gebäuden im Ort gehört das Herrenhaus des früheren Kammergutes (Nr. 18), welches als letzter Rest des einst bedeutendsten Gorbitzer Anwesens alle Wirren der Zeit überstand. Zum Gut gehörten
ursprünglich eine Brauerei, eine Brennerei, verschiedene Scheunen und Ställe und ein Gesindehaus, welche das gesamte
Areal zwischen Uthmannstraße und Kesselsdorfer Straße einnahmen. Ein Turm verschwand bereits im 18. Jahrhundert als
Folge des Siebenjährigen Krieges, während die übrigen Gebäude erst 1985 abgerissen wurden. Nach 1990 konnte das Herrenhaus des früheren Kammergutes rekonstruiert werden und beherbergt heute eine historische Gaststätte.
Bemerkenswert ist ein Sitznischenportal aus der Zeit um 1600. Fotos: Herrenhaus Gorbitz - auf dem rechten Bild der Eingang mit dem romanischen Portal
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