Straßen und Plätze in Gorbitz

 

Altgorbitz

Seit 1921 wird der frühere Dorfplatz der Gemeinde Niedergorbitz als Altgorbitz bezeichnet. Um den Platz befinden sich einige ehemalige Tagelöhnerwohnhäuser, wie sie für diesen Ort typisch waren. Erst 1895 wurde das letzte strohgedeckte Gebäude abgerissen. Größere Bauerngüter befanden sich nur in Obergorbitz an der Uthmannstraße. 1914 gründete der damalige Fechtverein in Altgorbitz die heute als Kindertagesstätte “Wirbelwind” bezeichnete Einrichtung. Seit 2002 wird sie vom Verein “Biotop Kümmelschänke e.V.” aus dem benachbarten Omsewitz betrieben.

Amalie-Dietrich-Platz

Der Amalie-Dietrich-Platz wurde im Zusammenhang mit dem Bau des ersten Gorbitzer Wohnkomplexes angelegt und 1979 Platz der Bauarbeiter genannt. Seit 1993 trägt er den Namen der bedeutenden Naturforscherin Amalie Dietrich (1821-1891), die als Botanikerin und Forschungsreisende über 10 Jahre in Australien lebte und als eine der ersten Frauen auf diesem Gebiet internationalen Ruf erwerben konnte. Neben drei Wohnhochhäusern entstanden hier nach 1990 die beiden Einkaufszentren “Gorbitz-Hof” und “Kess-Zentrum”.

In der Nähe der Straßenbahnhaltestelle befindet sich der originelle Brunnen “Nasses Haus” der Dresdner Künstlerin Heidemarie Dreßel. Das Wasser fällt auf ein Hausdach und bahnt sich dann seinen Weg durch die “Etagen” bis ins Brunnenbecken. Die aus gebrannter Keramik bestehende Anlage entstand bereits 1984, wurde jedoch erst 1993 vor der 135. Grundschule aufgestellt. In unmittelbarer Nachbarschaft steht der Gorbitzer Märchenbrunnen. Schöpfer dieser Keramikplastik, welche verschiedene Tiere und Märchenfiguren zeigt, war Karl Schönherr. Nach dessen Tod 1987 wurde der Brunnen von Dieter Graubner und Egmar Ponndorf vollendet und später am Amalie-Dietrich-Platz aufgestellt.

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Am Altfrankener Park

Die Straße, ursprünglich Wilhelmstraße genannt, erhielt 1926 den Namen Am Lucknerpark. Namensgeber war der angrenzende Schloßpark des Luckner-Schlosses in Altfranken. In den 30er Jahren wurden hier einige Siedlungshäuser errichtet. Seit 1950 heißt diese Straße Am Altfrankener Park.

Am Brunnen

Die ehemalige Niedergorbitzer Talstraße wurde 1921 in Am Brunnen umbenannt. Der Name erinnert an die 1584 zur Wasserversorgung des Dresdner Schlosses angelegte Gorbitzer Röhrfahrt.

Am Ziegenberg

Die ehemalige Quergasse wurde nach der Eingemeindung nach einem Flurnamen in Am Ziegenberg umbenannt. In diesem Teil von Niedergorbitz wurden beim Luftangriff auf Dresden 1945 einige Wohngebäude zerstört.

Braugässchen

Das Braugässchen erhielt seinen Namen nach der früheren Gorbitzer Brauerei, die zum Kammergut gehörte. Diese wurde 1648 gegründet und befand sich auf dem Eckgrundstück zur Uthmannstraße. Wegen des guten Quellwassers genoß das hier gebraute Bier einen hervorragenden Ruf und wurde gern von den Dresdnern getrunken - sogar bei Hofe. Die Pächter besaßen seit dem 18. Jh. weitgehende Rechte und waren zeitweise von verschiedenen Steuern befreit. Zur Kühlung der Bierfässer wurde das Wasser des Gorbitzbaches genutzt, welches im Winter angestaut und in Eisblöcken in Gewölbekellern an der Uthmannstraße gelagert wurde. Nach dem Ersten Weltkrieg wurde der Braubetrieb eingestellt und das Areal als Fabrik zur Herstellung von Essenzen und Aromen genutzt. 1980 entstand nach Abbruch der Gebäude an gleicher Stelle ein Verwaltungsgebäude der Eisenbahner-Wohnungsbaugenossenschaft.

Coventrystraße

Die Coventrystraße wurde 1979 angelegt und trug zunächst den Namen Hermann- Matern-Straße. Hermann Matern (1893-1971) war nach 1945 als Funktionär der KPD und der SED in Dresden tätig und wurde 1946 zum Ehrenbürger ernannt. Zeitweise war er stellvertretender Vorsitzender der Volkskammer der DDR.

1993 erfolgte die Umbenennung der Straße nach der Dresdner Partnerstadt Coventry. Zur Verkehrsentlastung der angrenzenden Wohngebiete entstand 1999-2002 der 660 Meter lange Bramschtunnel, der die Coventrystraße mit der Fröbelstraße und von dort mit der Innenstadt verbindet (Einweihung am 30. November 2002). Heute ist die mehrspurig ausgebaute Straße auch als Autobahnzubringer zur A 17 von Bedeutung.

Ebereschenstraße

Die Ebereschenstraße wurde Anfang der 80er Jahre im Zuge des zweiten Bauabschnittes des Neubaugebietes Gorbitz angelegt und am 18. Mai 1983 offiziell benannt. Mit der Benennung nach einer Baumart knüpfte man an eine entsprechende Tradition in diesem Stadtteil an. Die zuletzt zur Eisenbahner-Wohnungsbaugenossenschaft (EWG) gehörenden Plattenbauten an dieser Straße wurden 2005 abgerissen. An ihrer Stelle befindet sich heute der sogenannte “Stadtblickpark” mit einem kleinen Teich und verschiedenen Sport- und Spielanlagen. Von einer künstlich geschaffenen Erhebung bietet sich ein schöner Blick ins Elbtal.

Fliederberg

Die Straße trug bis zur Eingemeindung den Namen Bergstraße und wurde 1921 in Fliederberg umbenannt. Zu den historischen Gebäuden gehört das um 1755 errichtete Fachwerkhaus Nr. 2 an der Ecke zum Kuntzschberg. Seit Ende des 19. Jahrhunderts bestand hier die beliebte Gorbitzer Apfel- und Beerenweinschänke, die wegen ihres billigen Obstweines ein beliebtes Ziel für Sommergäste war. Der frühere Besitzer Bruno Schramm ließ das Haus um 1880 mit Weinranken bemalen, um so auf sein Lokal hinzuweisen. Neben der Gaststube mit ca. 40 Plätzen gab es auch einen Gästegarten. Zu den Besuchern gehörten u.a. Felix von Luckner und der Niedergorbitzer Schuldirektor und Heimatforscher Friedrich August Leßke. Um 1950 schloß die Gaststätte seine Pforten. Heute wird das Gebäude nur noch für Wohnzwecke genutzt.

Foto: die ehemalige Gorbitzer Beerenweinschänke am Fliederberg

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Geyersgraben

Die frühere Straße Am Graben wurde ab 1921 Geyersgraben genannt. Die hier befindlichen Wohnhäuser gehören zum ehemaligen Niedergorbitzer Grabenviertel, welches seit dem 18. Jh. diesen Namen trug.

Harry-Dember-Straße

Die Straße wurde 1986 nach einem Physiker und Hochschullehrer Harry-Dember-Straße benannt. Harry Dember war zwischen 1909 und 1933 Professor an der Technischen Hochschule in Dresden und entwickelte u. a. die Grundlagen der Transistortechnik. Wegen seiner jüdischen Herkunft wurde er von den Nazis aus seinem Amt vertrieben und emigrierte in die USA. Zur Verbesserung der Einkaufsbedingungen besonders im vierten Gorbitzer Wohnkomplex entstand hier 1992/93 das Gorbitz-Center als erstes großes Einkaufszentrum in Gorbitz. Neben zahlreichen Geschäften und Praxen entwickelte sich das Gorbitz-Center in den letzten Jahren zu einem beliebten Veranstaltungsort für verschiedene Stadtteilfeste.

Hilbertstraße

Die Hilbertstraße verdankt ihren Namen dem früheren Gemeindeältesten von Niedergorbitz Carl Hilbert (1848-1923). Hilbert war ab 1887 Vorsteher des Haus- und Grundbesitzervereins und viele Jahre Mitglied des Gemeindevorstands. 1912 erfolgte ihm zu Ehren die Benennung dieser Straße.

Hirtenstraße

Die heutige Hirtenstraße trug bis 1926 den Namen Pietzschstraße nach dem Gutsbesitzer und Gemeinderat Julius Pietzsch. Der Name Hirtenstraße erinnert an die ehemalige Viehtreibe des Kammergutes in diesem Bereich. In den 30er Jahren entstand hier eine Siedlung mit Einfamilienhäusern.

 

Fotos: Siedlung Hirtenstraße (links) - “Hexenhaus” an der Hofwiesenstraße (rechts)

Hofwiesenstraße

Ursprünglich trug diese Straße in Niedergorbitz den Namen Dammweg, der auf das ehemalige “Dammviertel” des Ortes hinwies. 1921 wurde der Dammweg in Hofwiesenstraße umbenannt, da hier einst die Wiesen des in kurfürstlichem Besitz befindlichen Kammergutes lagen. Zu den romantischsten Gebäuden im alten Gorbitz zählt das nach 1990 liebevoll sanierte “Hexenhaus” auf der Hofwiesenstraße 28, welches heute als historisches Gasthaus dient. Erbaut wurde dieses Fachwerkhaus im Jahr 1802.

Höhenpromenade

Die Höhenpromenade wurde im Zusammenhang mit dem Gorbitzer Neubaugebiet angelegt und bildet die zentrale Achse des Stadtteils. Neben der Straßenbahntrasse sollte dieser Bereich als Fußgängerzone gestaltet werden. Geplant war der Bau individuell gestalteter Pavillons mit Geschäften, Gaststätten und Büros. Obwohl 1984 mit der Realisierung begonnen wurde, mussten die Arbeiten auf Weisung der DDR-Staatsführung eingestellt werden, da die benötigten Baumaterialien in Berlin benötigt wurden. Erst 1988 konnte die stark vereinfachte Höhenpromenade übergeben werden. Hier befanden sich u. a. die Gaststätten “Gorbitzer Krug” und der Jugendclub “Passage” (Foto).

Gaststätte “Zum Grünen Heinrich”: Am 21. August 1981 wurde mit der Montage der ersten Großplatte für die künftige Wohngebietsgaststätte der Grundstein für den Aufbau des Neubaugebietes Gorbitz gelegt. Die Gaststätte konnte im Oktober 1984 eröffnet werden und war lange Zeit einer der wenigen Treffpunkte der Gorbitzer Bevölkerung. Der Name erinnert an eine Romanfigur von Gottfried Keller. Im Foyer befindet sich ein Wandbild von Helge Leiberg, welches eine Szene aus diesem Roman darstellt. Im Keller entstand eine Tanzbar mit Kegelbahn. Heute befindet sich hier ein Asia-Imbiss.

Julius-Vahlteich-Straße

Die Julius-Vahlteich-Straße wurde 1979 nach einem Dresdner Arbeiterfunktionär benannt. Vahlteich (1839-1915) war Mitbegründer der SPD und ab 1867 Vorsitzender des Dresdner Arbeiterbildungsvereins. Östlich der Straße begann 1981der Aufbau des ersten Bauabschnittes des Neubaugebietes Gorbitz. Die Flächen zwischen Julius-Vahlteich-Straße und Merianplatz wurden 1982/83 mit dem zweiten Baubschnitt bebaut.

 

Kesselsdorfer Straße

 

Leßkestraße

Die frühere Schulstraße verdankt ihren Namen dem Heimatforscher und Lehrer Friedrich August Leßke, der bis zu seinem Tod 1904 Direktor der Niedergorbitzer Schule war. Das Schulhaus Leßkestraße 1 entstand 1890 an Stelle eines abgerissenen Vorgängerbaus. Hier erinnert eine Gedenktafel an Leßke. Auch das Gebäude Leßkestraße 12, erbaut um 1800 als typisches Tagelöhnerwohnhaus, gehört zu den Sachzeugen der Niedergorbitzer Vergangenheit und wurde in den letzten Jahren saniert. Im Haus Nr. 13 befand sich einst die Niedergorbitzer Dorfschänke. Unter Denkmalschutz steht auch der Dreiseithof Leßkestraße 6.

Leutewitzer Ring

Der Leutewitzer Ring wurde im Zusammenhang mit dem Aufbau des Neubaugebietes Gorbitz angelegt und nach dem benachbarten Stadtteil Leutewitz benannt. Mit der Namensgebung wurde eine Gorbitzer Tradition begründet, die neuen Straßen nach Orten der näheren Umgebung zu benennen. So existieren auch ein Wölfnitzer Ring, ein Altgorbitzer und ein Omsewitzer Ring. 1987 entstand hier eines von zwei Gorbitzer Seniorenheimen. 1992 wurde am Leutewitzer Ring das Gemeindezentrum der Philippus-Kirchgemeinde eingeweiht.

CLUB PASSAGE
Leutewitzer Ring 5, 01169 Dresden, Tel. 0351/4112665
Internet: www.club-passage.de

Familienzentrum

Merianplatz

Der heutige Merianplatz wurde 1979 als Platz der Eisenbahner angelegt, da die hier errichteten Neubauten teilweise von der Eisenbahner-Wohnungsbaugenossenschaft vermietet wurden. Der Platz war von Anfang an als Stadtteilzentrum der neuen Wohnsiedlung geplant. Die hier vorgesehene Ansiedlung von Läden und Gaststätten konnte jedoch bis 1989 nur teilweise realisiert werden. Erst 1996 entstand am 1993 umbenannten Merianplatz das Einkaufszentrum “Sachsen-Forum” mit zahlreichen Geschäften (Foto). Ein 1986 aufgestellter Märchenbrunnen wurde von K. Schönherr geschaffen.

Der Name des Platzes erinnert an die Malerin, Kupferstecherin und Naturforscherin Maria Sibylla Merian (1647-1717), die vor allem durch ihre naturgetreuen Pflanzenzeichnungen berühmt wurde. Außerdem widmete sie sich als eine der ersten Frauen der Insekten- und Schmetterlingskunde und veröffentlichte mehrere naturkundliche Bücher. 1996 wurde am Merianplatz das Erlebnisbad “Elbamare” eröffnet.

Rädestraße

Die Rädestraße, vor 1926 Heinrichstraße genannt, erhielt ihren Namen nach dem ehemaligen Obergorbitzer Gemeindevorstand Friedrich Gottlieb Räde. Die Familie war über mehrere Generationen im Ort ansässig und stiftete Geld für gemeinnützige Zwecke. 1905 wurde an der Rädestraße der Gorbitzer Friedhof angelegt.

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Schreberstraße

Die Schreberstraße wurde 1933 nach dem Leipziger Arzt Daniel Moritz Schreber (1808-1861) benannt, der als Begründer der Kleingartenbewegung gilt (“Schrebergärten”). An dieser Straße entstand im gleichen Jahr eine auch als “Schweinesiedlung” bezeichnete kleine Wohnanlage in Nachbarschaft der sogenannten “Schweinesenke” der Kammergutes. Die bescheidenen Häuschen mit Wohn- und Stallräumen wurden von Arbeitslosen auf einem von der Stadt kostenlos zur Verfügung gestellten Stück Land errichtet und mit zinsgünstigen Krediten finanziert. Offiziell hieß diese neue Gorbitzer Siedlung “Wetterscheide”.

Silberfund

Die Straße, vor der Eingemeindung 1921 Mittelstraße genannt, erhielt ihren heutigen Namen Silberfund nach einem hier gemachten Fund von historischen Silbermünzen aus der Napoleonzeit. Der Fund geht vermutlich auf die Jahre der französischen Besatzung zurück, als Gorbitzer Bauern ihren Besitz zum Schutz vor Plünderungen vergruben.

 

Uthmannstraße

 

Wilsdruffer Ring

Der Wilsdruffer Ring wurde 1983 angelegt und so wie weitere Straßen im Neubaugebiet nach einem Ort der Umgebung benannt. Die Kleinstadt Wilsdruff liegt zwischen Dresden und Meißen und ist Verwaltungszentrum für mehrere Dörfer der Umgebung. Im Zuge der Stadterneuerung wurden am Wilsdruffer Ring bis 2006 zahlreiche Plattenbauten abgerissen. An ihrer Stelle entstand der ”Stadtblickpark” mit Grün- und Spielflächen sowie Sportgelegenheiten.

 


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