![]() |
Seit 1921 wird der frühere Dorfplatz der Gemeinde Niedergorbitz als Altgorbitz bezeichnet. Um den Platz befinden sich einige ehemalige Tagelöhnerwohnhäuser, wie sie für diesen Ort typisch waren. Erst 1895 wurde das letzte strohgedeckte Gebäude abgerissen. Größere Bauerngüter befanden sich nur in Obergorbitz an der Uthmannstraße. 1914 gründete der damalige Fechtverein in Altgorbitz die heute als Kindertagesstätte “Wirbelwind” bezeichnete Einrichtung. Seit 2002 wird sie vom Verein “Biotop Kümmelschänke e.V.” aus dem benachbarten Omsewitz betrieben.
In der Nähe der Straßenbahnhaltestelle befindet sich der originelle Brunnen “Nasses Haus” der Dresdner Künstlerin Heidemarie Dreßel. Das Wasser fällt auf ein Hausdach und bahnt sich dann seinen Weg durch die “Etagen” bis ins Brunnenbecken. Die aus gebrannter Keramik bestehende Anlage entstand bereits 1984, wurde jedoch erst 1993 vor der 135. Grundschule aufgestellt. In unmittelbarer Nachbarschaft steht der Gorbitzer Märchenbrunnen. Schöpfer dieser Keramikplastik, welche verschiedene Tiere und Märchenfiguren zeigt, war Karl Schönherr. Nach dessen Tod 1987 wurde der Brunnen von Dieter Graubner und Egmar Ponndorf vollendet und später am Amalie-Dietrich-Platz aufgestellt. 2010 folgte an der Mittelachse der “Kräutergarten der Bauarbeiter”, mit welchem an die Geschichte des Neubaugebietes erinnert werden soll. Die Straße, ursprünglich Wilhelmstraße genannt, erhielt 1926 den Namen Am Lucknerpark. Namensgeber war der angrenzende Schloßpark des Luckner-Schlosses in Altfranken. In den 30er Jahren wurden hier einige Siedlungshäuser errichtet. Seit 1950 heißt diese Straße Am Altfrankener Park. Die ehemalige Niedergorbitzer Talstraße wurde 1921 in Am Brunnen umbenannt. Der Name erinnert an die 1584 zur Wasserversorgung des Dresdner Schlosses angelegte Gorbitzer Röhrfahrt. Die ehemalige Quergasse wurde nach der Eingemeindung nach einem Flurnamen in Am Ziegenberg umbenannt. In diesem Teil von Niedergorbitz wurden beim Luftangriff auf Dresden 1945 einige Wohngebäude zerstört.
Das Braugässchen erhielt seinen Namen nach der früheren Gorbitzer Brauerei, die zum Kammergut gehörte. Diese wurde 1648 gegründet und befand sich auf dem Eckgrundstück zur Uthmannstraße. Wegen des guten Quellwassers genoß das hier gebraute Bier einen hervorragenden Ruf und wurde gern von den Dresdnern getrunken - sogar bei Hofe. Die Pächter besaßen seit dem 18. Jh. weitgehende Rechte und waren zeitweise von verschiedenen Steuern befreit. Zur Kühlung der Bierfässer wurde das Wasser des Gorbitzbaches genutzt, welches im Winter angestaut und in Eisblöcken in Gewölbekellern an der Uthmannstraße gelagert wurde. Nach dem Ersten Weltkrieg wurde der Braubetrieb eingestellt und das Areal als Fabrik zur Herstellung von Essenzen und Aromen genutzt. 1980 entstand nach Abbruch der Gebäude an gleicher Stelle ein Verwaltungsgebäude der Eisenbahner-Wohnungsbaugenossenschaft.
1993 erfolgte die Umbenennung der Straße nach der Dresdner Partnerstadt Coventry. Zur Verkehrsentlastung der angrenzenden Wohngebiete entstand 1999-2002 der 660 Meter lange Bramschtunnel, der die Coventrystraße mit der Fröbelstraße und von dort mit der Innenstadt verbindet (Einweihung am 30. November 2002). Heute ist die mehrspurig ausgebaute Straße auch als Autobahnzubringer zur A 17 von Bedeutung. Die Ebereschenstraße wurde Anfang der 80er Jahre im Zuge des zweiten Bauabschnittes des Neubaugebietes Gorbitz angelegt und am 18. Mai 1983 offiziell benannt. Mit der Benennung nach einer Baumart knüpfte man an eine entsprechende Tradition in diesem Stadtteil an. Die zuletzt zur Eisenbahner-Wohnungsbaugenossenschaft (EWG) gehörenden Plattenbauten an dieser Straße wurden 2005 abgerissen. An ihrer Stelle befindet sich heute der sogenannte “Stadtblickpark” mit einem kleinen Teich und verschiedenen Sport- und Spielanlagen. Von einer künstlich geschaffenen Erhebung bietet sich ein schöner Blick ins Elbtal. Die Straße trug bis zur Eingemeindung den Namen Bergstraße und wurde 1921 in Fliederberg umbenannt. Zu den historischen Gebäuden gehört das um 1755 errichtete Fachwerkhaus Nr. 2 an der Ecke zum Kuntzschberg. Seit Ende des 19. Jahrhunderts bestand hier die beliebte Gorbitzer Apfel- und Beerenweinschänke, die wegen ihres billigen Obstweines ein beliebtes Ziel für Sommergäste war. Der frühere Besitzer Bruno Schramm ließ das Haus um 1880 mit Weinranken bemalen, um so auf sein Lokal hinzuweisen. Neben der Gaststube mit ca. 40 Plätzen gab es auch einen Gästegarten. Zu den Besuchern gehörten u.a. Felix von Luckner und der Niedergorbitzer Schuldirektor und Heimatforscher Friedrich August Leßke. Um 1950 schloß die Gaststätte seine Pforten. Heute wird das Gebäude nur noch für Wohnzwecke genutzt.
Foto: die ehemalige Gorbitzer Beerenweinschänke am Fliederberg Die frühere Straße Am Graben wurde ab 1921 Geyersgraben genannt. Die hier befindlichen Wohnhäuser gehören zum ehemaligen Niedergorbitzer Grabenviertel, welches seit dem 18. Jh. diesen Namen trug. Die Straße wurde 1986 nach einem Physiker und Hochschullehrer Harry-Dember-Straße benannt. Harry Dember war zwischen 1909 und 1933 Professor an der Technischen Hochschule in Dresden und entwickelte u. a. die Grundlagen der Transistortechnik. Wegen seiner jüdischen Herkunft wurde er von den Nazis aus seinem Amt vertrieben und emigrierte in die USA. Zur Verbesserung der Einkaufsbedingungen besonders im vierten Gorbitzer Wohnkomplex entstand hier 1992/93 das Gorbitz-Center als erstes großes Einkaufszentrum in Gorbitz. Neben zahlreichen Geschäften und Praxen entwickelte sich das Gorbitz-Center in den letzten Jahren zu einem beliebten Veranstaltungsort für verschiedene Stadtteilfeste.
Die Hilbertstraße verdankt ihren Namen dem früheren Gemeindeältesten von Niedergorbitz Carl Hilbert (1848-1923). Hilbert war ab 1887 Vorsteher des Haus- und Grundbesitzervereins und viele Jahre Mitglied des Gemeindevorstands. 1912 erfolgte ihm zu Ehren die Benennung dieser Straße. Die heutige Hirtenstraße trug bis 1926 den Namen Pietzschstraße nach dem Gutsbesitzer und Gemeinderat Julius Pietzsch. Der Name Hirtenstraße erinnert an die ehemalige Viehtreibe des Kammergutes in diesem Bereich. In den 30er Jahren entstand hier eine Siedlung mit Einfamilienhäusern.
Fotos: Siedlung Hirtenstraße (links) - “Hexenhaus” an der Hofwiesenstraße (rechts) Ursprünglich trug diese Straße in Niedergorbitz den Namen Dammweg, der auf das ehemalige “Dammviertel” des Ortes hinwies. 1921 wurde der Dammweg in Hofwiesenstraße umbenannt, da hier einst die Wiesen des in kurfürstlichem Besitz befindlichen Kammergutes lagen. Zu den romantischsten Gebäuden im alten Gorbitz zählt das nach 1990 liebevoll sanierte “Hexenhaus” auf der Hofwiesenstraße 28, welches heute als historisches Gasthaus dient. Erbaut wurde dieses Fachwerkhaus im Jahr 1802.
Gaststätte “Zum Grünen Heinrich”: Am 21. August 1981 wurde mit der Montage der ersten Großplatte für die künftige Wohngebietsgaststätte der Grundstein für den Aufbau des Neubaugebietes Gorbitz gelegt. Die Gaststätte konnte im Oktober 1984 eröffnet werden und war lange Zeit einer der wenigen Treffpunkte der Gorbitzer Bevölkerung. Der Name erinnert an eine Romanfigur von Gottfried Keller. Im Foyer befindet sich ein Wandbild von Helge Leiberg, welches eine Szene aus diesem Roman darstellt. Im Keller entstand eine Tanzbar mit Kegelbahn. Heute befindet sich hier ein Asia-Imbiss.
Die Julius-Vahlteich-Straße wurde 1979 nach einem Dresdner Arbeiterfunktionär benannt. Vahlteich (1839-1915) war Mitbegründer der SPD und ab 1867 Vorsitzender des Dresdner Arbeiterbildungsvereins. Östlich der Straße begann 1981der Aufbau des ersten Bauabschnittes des Neubaugebietes Gorbitz. Die Flächen zwischen Julius-Vahlteich-Straße und Merianplatz wurden 1982/83 mit dem zweiten Baubschnitt bebaut.
Die frühere Schulstraße verdankt ihren Namen dem Heimatforscher und Lehrer Friedrich August Leßke, der bis zu seinem Tod 1904 Direktor der Niedergorbitzer Schule war. Das Schulhaus Leßkestraße 1 entstand 1890 an Stelle eines abgerissenen Vorgängerbaus. Hier erinnert eine Gedenktafel an Leßke. Auch das Gebäude Leßkestraße 12, erbaut um 1800 als typisches Tagelöhnerwohnhaus, gehört zu den Sachzeugen der Niedergorbitzer Vergangenheit und wurde in den letzten Jahren saniert. Im Haus Nr. 13 befand sich einst die Niedergorbitzer Dorfschänke. Unter Denkmalschutz steht auch der Dreiseithof Leßkestraße 6.
Der Name des Platzes erinnert an die Malerin, Kupferstecherin und Naturforscherin Maria Sibylla Merian (1647-1717), die vor allem durch ihre naturgetreuen Pflanzenzeichnungen berühmt wurde. Außerdem widmete sie sich als eine der ersten Frauen der Insekten- und Schmetterlingskunde und veröffentlichte mehrere naturkundliche Bücher. 1996 wurde am Merianplatz das Erlebnisbad “Elbamare” eröffnet. Die Rädestraße, vor 1926 Heinrichstraße genannt, erhielt ihren Namen nach dem ehemaligen Obergorbitzer Gemeindevorstand Friedrich Gottlieb Räde. Die Familie war über mehrere Generationen im Ort ansässig und stiftete Geld für gemeinnützige Zwecke. 1905 wurde an der Rädestraße der Gorbitzer Friedhof angelegt. Die Schreberstraße wurde 1933 nach dem Leipziger Arzt Daniel Moritz Schreber (1808-1861) benannt, der als Begründer der Kleingartenbewegung gilt (“Schrebergärten”). An dieser Straße entstand im gleichen Jahr eine auch als “Schweinesiedlung” bezeichnete kleine Wohnanlage in Nachbarschaft der sogenannten “Schweinesenke” der Kammergutes. Die bescheidenen Häuschen mit Wohn- und Stallräumen wurden von Arbeitslosen auf einem von der Stadt kostenlos zur Verfügung gestellten Stück Land errichtet und mit zinsgünstigen Krediten finanziert. Offiziell hieß diese neue Gorbitzer Siedlung “Wetterscheide”. Die Straße, vor der Eingemeindung 1921 Mittelstraße genannt, erhielt ihren heutigen Namen Silberfund nach einem hier
gemachten Fund von historischen Silbermünzen aus der Napoleonzeit. Der Fund geht vermutlich auf die Jahre der französischen Besatzung zurück, als Gorbitzer Bauern ihren Besitz zum Schutz vor Plünderungen vergruben.
Der Wilsdruffer Ring wurde 1983 angelegt und so wie weitere Straßen im Neubaugebiet nach einem Ort der Umgebung benannt. Die Kleinstadt Wilsdruff liegt zwischen Dresden und Meißen und ist Verwaltungszentrum für mehrere Dörfer der Umgebung. Im Zuge der Stadterneuerung wurden am Wilsdruffer Ring bis 2006 zahlreiche Plattenbauten abgerissen. An ihrer Stelle entstand der ”Stadtblickpark” mit Grün- und Spielflächen sowie Sportgelegenheiten. |
| [Home] [Nord] [Nordwest] [Neustadt] [Nordost] [West] [Zentrum] [Südwest] [Süd] [Südost] [Ost] [Register] [Kontakt] [Impressum] |