Friedenskirche






Ev.-luth. Kirchgemeinde
Frieden und Hoffnung

Emil-Ueberall-Str. 6
01159 Dresden
Tel. 0351/4214049

 

Löbtau gehörte kirchlich ursprünglich zur Briesnitzer Kirche bzw. zur Kreuzkirche. Erst mit dem Zuzug zahlreicher Arbeiterfamilien und dem starken Anstieg der Einwohnerzahl fanden auch im Ort selbst Gottesdienste statt. Diese wurden ab 1879 im Obergeschoss der für diesen Zweck eigens aufgestockten Schulturnhalle abgehalten, nachdem Löbtau zum 1. Landdiakonat der Kreuzkirche erklärt worden war. Wenig später entstand ein Pfarrhaus.

1891 gründete man eine eigene Parochie, für welche 1889/91 die Friedenskirche an der Wernerstraße entstand (Foto). Die Finanzierung übernahmen der Kirchenvorstand der Kreuzkirche sowie der Rat der Stadt Dresden, während die Gemeinde Löbtau den zuvor für 50.000 Mark erworbenen Bauplatz zur Verfügung stellte. A m 14. Oktober 1889 wurde der Grundstein für die neue Kirche gelegt. Architekt des neogotischen Baus war Christian Friedrich Arnold. Am 6. Oktober 1891 wurde sie als Friedenskirche geweiht.

Die Kirche besaß einen 62 Meter hohen Turm und bot Platz für über 1000 Gläubige. Neben den Gottesdiensten trafen sich hier und im Gemeindehaus auf der Herbertstraße auch verschiedene kirchliche Vereine, wie der bereits 1878 gegründete Marienverein zur Unterhaltung einer Kinderbewahranstalt, der Frauenverein, der evangelische Jünglingsverein sowie der 1898 entstandene Kirchenchor. Nachdem auch diese Kirche zu klein geworden war, erfolgte zum Jahresanfang 1915 die Ausgliederung des südlichen Teils der Vorstadt als eigenständige Hoffnungsgemeinde.

Die Friedenskirche wurde bereits beim Luftangriff am 16. Januar 1945 schwer beschädigt und brannte am 14. Februar schließlich völlig aus. Da in der Nachkriegszeit die Mittel für einen Wiederaufbau fehlten, wurde 1949 in den früheren Kirchenraum eine Notkirche nach einem Entwurf von Otto Bartning eingebaut und am 4. Advent (18. Dezember) 1949 eingeweiht. Das vom Weltkirchenbund und vielen in- und ausländischen Spendern finanzierte Provisorium ist bis heute erhalten und wird von der seit 1999 wieder vereinigten Löbtauer Kirchgemeinde genutzt.

Im Inneren befindet sich ein im 17. Jahrhundert von Sebastian Walther geschaffener Epitaph aus der Sophienkirche, der heute Teil des Altars ist. Weitere Ausstattungsstücke, darunter ein geschnitzer Taufstein aus Eichenholz, ein Lesepult und drei Stahlglocken aus dem Jahr 1920 konnten aus der alten Friedenskirche gerettet werden. Das ursprünglich vorhandene Altarbild des Historienmalers Tröbs wurde nach 1990 bei einem Einbruch gestohlen und ist seitdem verschollen. Die Orgel der Friedenskirche entstand 1901 in der Werkstatt Richard Kreutzbachs und stammt aus einem kirchlichen Seminar in Stollberg.  In den letzten Jahren fanden verschiedene Sanierungs- und Sicherheitsarbeiten, vor allem an der Turmruine, statt.
 


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