Die frühere Dorfstraße von Cotta erhielt 1887 zunächst den Namen Wölfnitzer Straße, bevor sie 1904 in Hebbelstraße umbenannt wurde. Ebenso wie der Name des benachbarten Hebbelplatzes erinnert sie an den
deutschen Dichter Friedrich Hebbel (1813-1863), der zahlreiche Dramen, Gedichte, Erzählungen und Novellen schuf und nicht zuletzt durch seine Tagebücher bekannt wurde. An der Hebbelstraße sind noch einige historische
Gebäude aus der Vergangenheit Cottas erhalten geblieben, darunter das Faustsche Weingut, die 1895 errichtete Interimskirche, das zweite Cottaer
Schulhaus und einige Bauernhäuser. Außerdem existiert hier seit 1913 das kleine Cottaer Freibad. Einzelne Gebäude: Hebbelbad:
Das Bad entstand 1897/98 als Schwimm- und Reinigungsbad der stark angewachsenen Arbeitergemeinde und wurde am 30. März 1898 unter dem Namen Elisenbad offiziell eröffnet. 1921 übernahm die Stadt Dresden das Bad und ließ es 1922 in ein öffentliches Volksbad umwandeln. 1929 erfolgten größere Umbau- und Erneuerungsarbeiten des Hallenbades. Eine letzte Erneuerung folgte 1966 mit einem Anbau für medizinische und physiotherapeutische Behandlungen. Wegen ihres schlechten Bauzustandes musste die Schwimmhalle Anfang der 80er Jahre geschlossen werden. Die letzten Nutzer verließen das Areal nach 1990. 2011 wurde der als nicht sanierungsfähig geltende Bau abgerissen. An seiner Stelle ist der Bau einer kleinen Wohnanlage geplant.
Fotos: Altcottaer Bauernhaus auf der Hebbelstraße (links) - das ehemalige Hebbelbad im Frühjahr 2007 Faustsches Weingut:
Das Anwesen Hebbelstraße 26 gehört zu den letzten erhaltenen Alt-Cottaer Gehöften und entstand 1764. Lange Zeit befand es sich im Besitz der Familie
Müller, später der Familie Faust, der es auch seinen Namen verdankt. 1813 weilte hier Napoleon zu Besuch. Am Giebel erinnert eine Gedenktafel an die Geschichte des Gutes mit der Inschrift:
“Cotta kann gedenken dran, was der Krieg verwüsten kann”. Der Ort wurde vor allem im Siebenjährigen Krieg schwer in Mitleidenschaft gezogen. Ein Rebstock
am Türschlussstein weist auf den früheren Weinbau hin. Leider steht das historische Gebäude seit vielen Jahren in ruinösem Zustand leer. Seit 2008 laufen Sanierungsarbeiten,
welche neben der denkmalgerechten Rekonstruktion der erhaltenen Bauten auch die Errichtung einer kleinen Wohnanlage mit Reihen- und Doppelhäusern vorsehen.
Volkshaus Cotta:
In den Zwanziger Jahren bemühten sich Cottaer Arbeiter, vor allem Mitglieder der SPD, um den Erwerb einer eigenen Versammlungsstätte. Nachdem der
ursprünglich geplante Ankauf der Tanzgaststätte “Constantia” gescheitert war, entschloss man sich 1923 zum Bau eines “Volkshauses” auf der Hebbelstraße 35. Der ausschließlich
mit Spendenmitteln und freiwilligen Arbeitsstunden finanzierte Bau konnte 1926 eingeweiht werden (Foto). Architekt war Kurt Bärbig, als Bauherr trat das Ortskartell der freien Organisationen von Cotta e. V. auf.
1928 wurde das Gebäude nochmals erweitert und besaß neben Tagungs- und Versammlungsräumen auch eine öffentliche
Gaststätte mit Saal, Kegelbahn und Jugendzimmer. Nach 1945 übernahm die Stadt Dresden das Arbeiterheim und richtete
hier 1964 das Kulturhaus “Richard Gärtner” ein. Gärtner war aktives Mitglied der SPD und maßgeblich am Bau des
Volkshauses beteiligt. Bis heute finden im Kulturhaus regelmäßig verschiedene Veranstaltungen statt. Außerdem ist das
Volkshaus Sitz der Verwaltung und der Werkstätten des städtischen Puppentheaters. Im August 2001 wurde mit “Hebbel`s Schank- und Gartenwirtschaft” wieder eine Gaststätte eingerichtet.
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