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Die frühere Roßthaler Straße wurde 1900 nach dem preußischen Geldmarschall Bernhard Graf von Blumenthal in Blumenthalstraße umbenannt. 1946 wurde diese Bezeichnung aufgehoben und die Straße erhielt den Namen Arthur-Weineck-Straße. Weineck war bis 1933 Stadtteilleiter der KPD in der Inneren Neustadt und wurde nach mehrmaliger Verhaftung 1944 wegen seiner Mitgliedschaft in der Widerstandsgruppe um Kurt Schlosser und Otto Galle in der Haftanstalt am Münchner Platz hingerichtet. Die Immermannstraße erhielt ihren Namen 1904 nach dem Schriftsteller und Dramaturgen Carl Immermann (1796-1840). Später setzte sich der vollständige Name Carl-Immermann-Straße durch. Der Schriftsteller nahm an den Befreiungskriegen gegen Napoleon teil und war ab 1834 Leiter des fortschrittlichen Düsseldorfer Theaters. Bekannt wurde er vor allem durch seine Dramen und den Roman “Münchhhausen”. Die 1893 angelegte Cottaer Oststraße erhielt 1904 den Namen Chamissostraße. Adalbert von Chamisso (1781-1838) entstammte einer französischen Adelsfamilie und war später Kustos des Botanischen Gartens in Berlin. Bekannt wurde er jedoch als Verfasser zahlreicher Balladen und Erzählungen. Die heutige Cossebauder Straße war bereits in früher Zeit wichtigste Verkehrsverbindung des Ortes und wurde als Löbtauer Kirchweg bezeichnet, da die Bewohner der Dörfer Löbtau und Cotta diesen Weg zur Briesnitzer Kirche benutzten. Erst 1881 baute man diesen Weg zur Fahrstraße aus. Seit 1904 trägt er den Namen Cossebauder Straße. Bedeutendstes Bauwerk ist die 1909/1910 errichtete “Rübezahlschule”, die von Hans Erlwein entworfen wurde. Nach 1990 entstanden an der Cossebauder Straße einige moderne Wohn- und Geschäftshäuser, darunter die “Residenz Alt-Dresden” und das “Cotta-Center” an der Ecke zur Mobschatzer Straße. Auf der Cossebauder Straße 15 befindet sich seit einigen Jahren die originelle Trödelkneipe “Oma”, die mit historischem Hausrat ausgestattet ist.
Foto: Das Cottaer Gymnasium an der Cottaer Straße Die Straße erhielt 1891 zunächst den Namen Florastraße, wurde 1904 jedoch in Freiligrathstraße umbenannt. Der Dichter Ferdinand Freiligrath (1810-1876) nahm aktiv an der bürgerlich-demokratischen Revolution 1948/49 teil und musste wegen seiner kritischen Schriften ind Exil gehen. Zeitweise war er Mtglied des Bundes der Kommunisten und Mitarbeiter der revolutionären “Neuen Rheinischen Zeitung”.
Die um 1870 angelegte Straße, zunächst Südstraße genannt, erhielt 1904 den Namen Grillparzerstraße. Der österreichische Dramatiker Franz Grillparzer (1791-1872) verfasste zahlreiche Bühnenstücke, meist zu historischen Themen. 1826 besuchte er Dresden und äußerte sich im Anschluss an diesen Besuch ausgesprochen kritisch über Sprache und Lebensart der Dresdner. 1910 wurde ein neuangelegter Platz in Cotta ebenfalls nach dem Dichter benannt. Die hier befindliche Wohnanlage entstand 1936 und wurde nach 1990 durch die WOBA saniert. Das ursprünglich als “Turmhaus Cotta” bezeichnete Lokal auf der Grillparzerstraße 51 beherbergt heute die Wohngebietskneipe “Jolly´s”.
Foto: Wohnhäuser am Grillparzerplatz Die um 1900 angelegte Straße wurde zunächst Naußlitzer Straße, ab 1904 Abendrothstraße genannt. Heinrich von Abendroth nahm als sächsischer Generalmajor am Deutsch-französischen Krieg teil und verstarb 1878 in Dresden. Wegen ihres “militaristischen Namens” wurde die Straße 1946 in Heinz-Steyer-Straße umbenannt. Der Dresdner Heinz Steyer war aktiver Fußballer und Arbeitersportler und schloss sich der kommunistischen Bewegung an. 1944 wurde er wegen seiner Unterstützung griechischer Partisanen zum Tode verurteilt und hingerichtet. Die frühere Plauensche Straße erhielt 1904 nach dem deutschen Dichter Friedrich Hölderlin (1770-1843) den Namen Hölderlinstraße. Hölderlin verfasste einige Gedichte und Romane, lebte ab 1806 jedoch bis zu seinem Tode in geistiger Umnachtung. Durch Umbau einer ehemaligen Pianofabrik entstand 2008 im Gebäudekomplex Hölderlinstraße 9a eine moderne Loft-Wohnanlage. Neben der denkmalgeschützen Fabrik blieb auch die einstige Fabrikantenvilla bis heute erhalten. Die Hörigstraße erinnert seit 1900 an den ehemaligen Schuldirektor Ernst Otto Hörig (1837-1898), der ab 1874 an der hiesigen Schule tätig war und auf dem Cottaer Friedhof seine letzte Ruhestätte fand. Ab 1928 befand sich hier der Endpunkt Cotta der Dresdner Straßenbahn, der mit Verlängerung der Straßenbahn nach Gorbitz aufgegeben wurde.
Die 1893 als Bergstraße angelegte Straße erhielt 1904 ihren heutigen Namen Hühndorfer Straße nach dem in der Nähe von
Wilsdruff gelegenen Ort Hühndorf, heute ein Ortsteil von Klipphausen. 1927 entstand an der Hühndorfer Straße 22 die evangelisch-methodistische Immanuelkirche. 2008 wurde an der Ecke zur Rudolf-Renner-Straße in den Räumen einer
ehemaligen Fleischerei die “Fatih Camii Moschee” der Türkisch-Islamischen Gemeinde zu Dresden eröffnet. für alle offen stehen. Die 1928 angelegte Klaus-Groth-Straße trug bis 1933 den Namen des Dichters Heinrich Heine. Da Heine wegen seiner jüdischen Herkunft und seines Schaffens von den Nationalsozialisten abgelehnt wurde, erhielt die Straße 1935 den Namen des norddeutschen Dichters Klaus Groth (1819-1899). Klaus Groth verfasste zahlreiche Gedichte in plattdeutscher Sprache und machte sich sehr um die Pflege und Erforschung der niederdeutschen Mundart verdient. Die Klopstockstraße wurde um 1880 angelegt und nach den hier bestehenden Gärtnereien zunächst Gärtnerstraße genannt. Erst 1904 bekam sie ihren heutigen Namen nach dem Dichter Friedrich Gottlieb Klopstock (1724-1803), der zu den wichtigsten Vertretern der deutschen Literatur Ende des 18. Jahrhunderts gehört. Nach dem Ersten Weltkrieg entstand zwischen Klopstock- und Hölderlinstraße eine kleine Wohnsiedlung.
Foto: Wohnanlage an der Klopstock-/Ecke Bramschstraße Der Lönsweg wurde 1928 nach dem Heimatdichter der Lüneburger Heide Hermann Löns (1866-1914) benannt. Löns gehörte um 1900 zu den beliebtesten Autoren, wurde jedoch wegen seiner teilweise nationalistischen Werke von den Nazis missbraucht. Bis heute sind seine naturnahen Schilderungen und Tiergeschichten bekannt. Die Mobschatzer Straße wurde um 1870 angelegt und hieß bis 1904 Blumenstraße. Ihren heutigen Namen erhielt sie nach dem nahegelegenen Ort Mobschatz. 1992 wurde an der Mobschatzer Straße das Hotel “Residenz Alt Dresden”, 1994 das Cotta-Hotel (heute Quintessenz-Forum) eröffnet. Die beiden Hotelbauten mit verschiedenen Läden im Erdgeschoss setzten neue Akzente im Ortsbild des Stadtteils. Diese Straße wurde ab 1895 Lutherstraße genannt. Nach der Eingemeindung von Cotta erhielt sie den Namen Mörikestraße und erinnert an den Dichter Eduard Mörike (1804-1875), der vor allem durch seineGedichte und Balladen bekannt wurde. Die seit 1904 nach dem Dorf Ockerwitz benannte Ockerwitzer Straße wurde bis 1898 Leutewitzer Straße, danach Brauerstraße genannt. Dieser Name stand in Verbindung mit der Cottaer Brauerei im Hofbrauhaus an der Hamburger Straße.Die ursprünglich nach den hier gelegenen Plänersteinbrüchen Steinstraße genannte Straße wurde 1886 angelegt und 1904 nach dem bei Kesselsdorf gelegenen Ort Pennrich (heute Ortsteil von Dresden) in Pennricher Straße umbenannt. Kurz nach dem Ersten Weltkrieg errrichtete der Kleinwohnungsbauverein Dresden zwischen Pennricher, Gohliser und Unkersdorfer Straße eine größere Wohnanlage. Die Entwürfe stammen vom Architekten Otto Schubert. Dabei wurden die drei- und viergeschossigen Wohnhäuser durch kleine Zwischenbauten mit Durchgangsbogen verbunden, um so den Eindruck einer geschlossenen Hofanlage zu vermitteln. Die 2002-04 sanierten Gebäude gehören heute zur Genossenschaft EWG. 1925 folgte in unmittelbarer Nähe ein weiterer Wohnkomplex, der neben den Gebäuden Pennricher Straße 2-6 auch die Häuser Gohliser Straße 38-50 einbezog. Diese städtischen Pflegewohnungen entstanden unter Regie des Stadthochbauamtes und dessen Leiters Paul Wolf und weisen zum Teil expressionistisch beeinflusste Fassadengestaltungen auf. Die frühere Friedrichstraße in Cotta wurde 1904 in Raimundstraße umbenannt. Ferdinand Raimund (1790-1836) war als Regisseur, Schauspieler und Theaterdirektor in Wien tätig und verfasste auch einige Theaterstücke im “Altwiener Stil”.
1945 erhielt die Kronprinzenstraße den Namen Rudolf Renners (1894-1940), der seit 1925 Chefredakteur der KPD-Zeitung “Arbeiterstimme” war. Renner gehörte zugleich als Abgeordneter und Fraktionsvorsitzender der KPD dem Sächsischen Landtag an. Wegen seines Auftretens gegen das NS-Regime wurde er 1933 inhaftiert und verstarb 1940 im Konzentrationslager.
Die seit 1904 Steinbacher Straße genannte Straße verbindet Cotta mit dem Nachbarort Leutewitz und wurde ursprünglich als Steinstraße bezeichnet. Grund waren einige Plänersteinbrüche in diesem Teil der Ortsflur. 1898 wurde der östliche Teil der Straße abgetrennt und nun Dresdner Straße genannt. 1904 wechselte die Namensgebung erneut: aus der Dresdner Straße wurde die Pennricher Straße, aus der Steinstraße die Steinbacher Straße. Beide Namen weisen auf zwei Dörfer der Umgebung hin, die seit 1999 ebenfalls als Stadtteile zu Dresden gehören.
Foto: Die Steinbacher Straße am Hebbelplatz Die Straße erhielt ihren Namen 1881 nach den hier befindlichen Tonvorkommen, die zeitweise sogar abgebaut wurden. 1869 hatte die Gemeinde Cotta an dieser Straße ihr erstes Schulhaus errichtet, weshalb ein Teil der Tonbergstraße zwischen 1887 und 1904 auch als Schulstraße bezeichnet wurde.Die auf einer leichten Anhöhe verlaufende Straße wurde 1891 angelegt und zunächst Hohe Straße genannt. Wenig später begann die Bebauung mit den für Cotta und Löbtau typischen “Würfelhäusern”. Im Zusammenhang mit der Eingemeindung Cottas erfolgte 1904 die Umbenennung in Unkersdorfer Straße. Der kleine Ort gehört seit 1999 ebenfalls als Stadtteil zu Dresden. Der Name Werkstättenstraße weist auf den früheren Werkstättenbahnhof der 1875 erbauten Berliner Eisenbahn hin, der 1895 eröffnet wurde. Die Wilhelm-Franz-Straße wurde 1901 nach dem früheren Cottaer Gemeindevorstand Wilhelm Franz (1819-1903) benannt, der sich große Verdienste um die Entwicklung des Ortes erwarb und deshalb auch zum Ehrenbürger Cottas ernannt wurde. Franz starb am 15. 10. 1903 und wurde auf dem Cottaer Friedhof beigesetzt. Die um 1900 nach dem früheren Gemeindevorstand Heinrich Wagner benannte Straße erhielt 1904 den Namen Alvenslebenstraße. Die Brüder Gustav und Konstantin von Alvensleben nahmen als Generäle der sächsischen Armee am Deutsch-Französischen Krieg 1870/71 teil. 1946 erfolgte die Umbenennung in Zöllmener Straße. |
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