Weltemühle






Bereits 1328 wurde erstmals eine Mühle am Zschonerbach genannt, deren Standort heute jedoch nicht mehr lokalisierbar ist. Vermutlich befand sich diese im Dorfkern und ging wenig später wieder ein. 1566 ist erneut von einer Wassermühle im Zschonergrund in der Nähe des Mobschatzer Meßweges die Rede. Als Bauherr trat der Kemnitzer Benno Fehrmann auf. Diese Mühle war sofort Gegenstand einer heftigen Auseinandersetzung zwischen Müller und den kurfürstlichen Forstmeistern, die im Bau eine Bedrohung des Wildbestandes im Revier sahen und den Abbruch der Mühle forderten. Auch der Kurfürst unterstützte diese Forderung, so dass die Mühle nur wenige Jahre bestand.

Erst 1606 bemühte sich ein Nachkomme Fehrmanns um die Genehmigung zum Wiederaufbau, der zwei Jahre später auch vom Kurfürsten genehmigt wurde. Diese Mühle kam später in den Besitz der Bauernfamilie Welte, weshalb sie als Weltemühle bekannt geworden ist. Ende des 19. Jh. wurde diese in eine Schankstätte umgewandelt, die 1899 von der Familie Birnbaum erworben wurde. Die neuen Besitzer ließen das Anwesen erweitern, wobei u. a. ein großer Gästegarten und ein Ballsaal entstanden. Die Weltemühle gehörte nun zu den beliebtesten Ausflugslokalen des Dresdner Westens.

Trotz mehrerer Besitzerwechsel und zeitweiser Schließung blieb die Weltemühle noch bis 1954 als Ausflugslokal erhalten. Während des Zweiten Weltkrieges befand sich hier eine Luftschutzschule. Die Gebäude wurden anschließend gewerblich genutzt und verfielen. Erst nach 1990 wurde der gesamte Komplex und verkauft und zum Großteil abgerissen. Nach historischem Vorbild erfolgte anschließend bis 1997 ein Wiederaufbau der Weltemühle, die seitdem von der Familie Pattis als Gourmetrestaurant geführt wird. In diesem Zusammmenhang wurde auch ein Hotel eingerichtet. Nach Renovierung und mit etwas verändertem Konzept trägt das Lokal seit 2009 den Namen “Gourmetlounge”.

Unweit der Weltemühle liegt ein ehemals morastiger Platz, welcher im Volksmund “Höllenpfuhl” genannt wird. Hier soll im 16. Jahrhundert ein im Streit mit dem Briesnitzer Pfarrer befindlicher Bauer samt seinen Pferden vom Blitz erschlagen worden sein.

 


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